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Mikroskoptisch

Begonnen von sirdul, April 10, 2010, 10:13:46 VORMITTAG

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Franz

Um Schwingungen abzudämpfen habe ich unter mein Mikroskop einen Stapel (2 cm hoch) von 5 Filzstücken, die aus einem Fußbodenfilz ausgeschnitten worden sind, gelegt. Allerdings kann ich sehr schwer überprüfen, ob ich bei der Dämpfung von Schwingungen Erfolg habe. Meßgeräte habe ich nicht...

Franz

wilfried48

Hallo,

ich hatte mir ja eigentlich vorgenommen mich in Zunkunft im forum mit genervten Kommentaren ein wenig zurückzuhalten,
aber wenn ich das hier so lese habe ich doch folgenden Vorschlag  ;D

1)Testpräparat Pleurosigma Angulatum einlegen und mit dem 40 er Objektiv ansehen ob man die ca. 0,5 µm Feinstruktur sieht.
Das muss jedes Mikroskop zumindest mit schiefer Beleuchtung locker können.
2)Wenn man die Feinstruktur nicht sieht kann man unter anderem übers Betonieren nachdenken, obwohl es ein einigemasen stabiler Schreibtisch auch tun müsste.
3) wenn mann die Feinstruktur sieht versuchen sie zu fotografieren. Und falls man das nicht schafft erstmal das Schwingungsystem
Kamera-Mikroskop optimieren, weil dann die Schwingungen höchstwahrscheinlich über die Kamera kommen. Um das zu optimieren
helfen extrem kurze oder lange Belichtungszeiten oder der von Herrn Höbel  mit der Canon 450 gezeigte Fotografieren im Liveview modus
(weder Spiegel noch Verschluss machen hier Schwingungen) der bei der Canon 500 ja auch gehen müsste.

viele Grüsse
Wilfried

vorzugsweise per Du

Hobbymikroskope:
Zeiss Axiophot,  AL/DL/Ph/DIC/Epi-Fl
Zeiss Axiovert 35, DL/Ph/DIC/Epi-Fl
Zeiss Universal Pol,  AL/DL
Zeiss Stemi 2000 C
Nikon Labo-/Optiphot mit CF ELWD Objektiven

Sammlung Zeiss Mikroskope
https://www.mikroskopie-forum.de/index.php?topic=107.0

Werner Jülich

Ich darf noch mal?
Mikroskope bestehen aus sehr vielen beweglichen Teilen und Beweglichkeit bedeutet Spiel. Z-Triebe sind nicht spielfrei, Kreuztische ebenfalls nicht, andere Komponenten und Führungen ebensowenig. Man darf daher das Mikroskop nicht als ein starres Gebilde betrachten, im Gegenteil, denn die kleinsten Bewegungen werden erst durch die Vergrößerung übel.

Es gibt verschiedene Einwirkungen, die ein Mikroskop unruhig werden lassen.
A) Erschütterungen durch den Benutzer oder durch Geräte, die auf der gleiche Platte abgestellt sind
B) Erschütterungen durch die Kamera, durch Antriebe bei motorischen Systemen, durch Druckschwankungen bei der Klimatisierung auf dem Tisch etc
C) Erschütterungen durch die Umwelt, Trittschall, Gebäudebewegungen etc.

Die unter A+B zusammengefassten Störungen kann man durch Organisation und Sorgfalt minimieren
Anders sieht es bei C aus. Hier muß man konstatieren, dass man eventuell für sein Mikroskop einen Zweitnutzen als seismisches Instrument bekommt, man kann nur staunen, wie gut die Auflösung für Erschütterungen ist. In letzter Konsequenz hilft hier ein stabiler Tisch kaum, vielmehr muß man die störenden Frequenzen durch geeigente Maßnahmen bedämpfen im einfachen Fall durch eine Verstimmung.
Wenn es komplizierter wird, greift man zu aktiver Bedämpfung mittels Lufkissen, Öldämpfer usw.
Im Forum gibt es genug Edelbastler, denen man einen solchen Aufbau zutrauen würde.

Werner Jülich




wilfried48

Hallo Herr Jülich,

natürlich dürfen sie immer, dazuhin, wenn es auch noch korrekt und fundiert ist.

Was aber häufig übersehen wird ist, dass die Anregung einer Schwingung eine Resonanz des Systems erfordert.
Also darf man nicht nur die Anregungmöglichkeiten der Schwingung und deren Dämpfung durch "Supertische" betrachten sondern
man darf der Schwingung kein System mit Resonanzmöglichkeit bieten. Das heisst die Stabilität der Mikroskop-Kamera Anordnung
ist viel wichtiger als ein sehr teurer Schwingisolationstisch.
Und das kann man bei jedem einigermassen stabilen Lichtmikroskop locker so erreichen, dass ein normaler Schreibtisch genügt.
Was anderes ist es bei der Elektronenmikroskopie, da reden wir von Schwingungen, die nochmal einen Faktor 1000! kleiner sein müssen.
Da liefert dann aber auch der Hersteller einen angepassten Schwingisolationstisch, dessen Eigenfrequenz möglichst weit weg von der Mikroskopresonanzfrequenz ist, mit.

viele Grüsse
Wilfried
vorzugsweise per Du

Hobbymikroskope:
Zeiss Axiophot,  AL/DL/Ph/DIC/Epi-Fl
Zeiss Axiovert 35, DL/Ph/DIC/Epi-Fl
Zeiss Universal Pol,  AL/DL
Zeiss Stemi 2000 C
Nikon Labo-/Optiphot mit CF ELWD Objektiven

Sammlung Zeiss Mikroskope
https://www.mikroskopie-forum.de/index.php?topic=107.0

Werner Jülich

Sie hätten ja Recht, wenn es nicht diese Tische unter ganz normalen Lichtmikroskopen der gehobenen Klasse gäbe und wenn diese dadurch nicht schlagartig brauchbarer geworden wären.
Einigen wir uns darauf, dass man sich Mühe geben sollte, Schwingunegn vom Mikroskop fern zu halten.
Werner Jülich

Klaus Henkel

Zitat von: Werner Jülich in April 13, 2010, 12:13:36 NACHMITTAGS
Ich darf noch mal?
Mikroskope bestehen aus sehr vielen beweglichen Teilen und Beweglichkeit bedeutet Spiel. Z-Triebe sind nicht spielfrei, Kreuztische ebenfalls nicht, andere Komponenten und Führungen ebensowenig. Man darf daher das Mikroskop nicht als ein starres Gebilde betrachten, im Gegenteil, denn die kleinsten Bewegungen werden erst durch die Vergrößerung übel.

Es gibt verschiedene Einwirkungen, die ein Mikroskop unruhig werden lassen.
A) Erschütterungen durch den Benutzer oder durch Geräte, die auf der gleiche Platte abgestellt sind
B) Erschütterungen durch die Kamera, durch Antriebe bei motorischen Systemen, durch Druckschwankungen bei der Klimatisierung auf dem Tisch etc
C) Erschütterungen durch die Umwelt, Trittschall, Gebäudebewegungen etc.

Die unter A+B zusammengefassten Störungen kann man durch Organisation und Sorgfalt minimieren
Anders sieht es bei C aus. Hier muß man konstatieren, dass man eventuell für sein Mikroskop einen Zweitnutzen als seismisches Instrument bekommt, man kann nur staunen, wie gut die Auflösung für Erschütterungen ist. In letzter Konsequenz hilft hier ein stabiler Tisch kaum, vielmehr muß man die störenden Frequenzen durch geeigente Maßnahmen bedämpfen im einfachen Fall durch eine Verstimmung.
Wenn es komplizierter wird, greift man zu aktiver Bedämpfung mittels Lufkissen, Öldämpfer usw.
Im Forum gibt es genug Edelbastler, denen man einen solchen Aufbau zutrauen würde.

Werner Jülich

Und weiche Gummifüße, die den ganzen Mikroaufbau schon vibrieren lassen, wenn man ihn nur anschaut!
KH

Piper

Hallo,
noch eine kurze Antwort auf die Frage von Peter V. Ich habe die von mir erwähnten Erschütterungen immer auch bei der visuellen Beobachtung im Okular gesehen, und "natürlich" waren zeitgleich auf gut Glück geschossene Aufnahmen durchweg unscharf infolge sichtbarer Verwacklungen. In gleicher Weise ergaben sich scharfe Bilder, wenn bei der gleichzeitigen Beobachtung des Bildes im Okular keine Verwacklungen sichtbar waren. Dies alles bezieht sich natürlich nur auf externe Störquellen, nicht auf etwaige Verwacklungen, die durch den Auslösevorgang selbst entstehen können.
Viele Grüße
Jörg Piper

Klaus Herrmann

Hallo Beschwingte,

da habe ich doch was abolut Passendes gefunden. Das Problem ist offensichtlich schon länger gelöst (seit 1939) Bestellungen bei Carl Zeiss Jena

Schlüsselzahl 6 Beststellwort Knolz Gewicht 19,6 kg. Der Preis ist in der Liste nicht angegeben, lässt sich aber durch ein Telegramm leicht und schnell erfragen  :D Adresse Carl Zeiss Jena.

Übrigens: noch ein Standard  ;D



Mit herzlichen Mikrogrüßen

Klaus


ich ziehe das freundschaftliche "Du" vor! ∞ λ ¼


Vorstellung: hier klicken