AL-Fluoreszenz mit Zieralgen und Acridinorange

Begonnen von Klaus Herrmann, Mai 01, 2010, 17:39:38 NACHMITTAGS

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Klaus Herrmann

Hallo,
die schöne Anregung von Holger Adelmann habe ich beim Wohldenbergtreffen aufgegriffen und alte Proben, die Eberhard Raap vom letztjährigen Walchseetreffen mitgebracht hatte mal mit einer LED-Fluoreszenz-Bastellösung (davon später mehr) angeschaut. Mein Nebensitzer Klas Koch hatte Acridinorangelösung dabei, so dass ich mit und ohne Farbstoff mikroskopieren konnte.
Für die einfachen Verhältnisse durchaus passabel, wie ich finde.

CZ IV FL-Kondensor auf unendlich modifiziert am Standard 25 ICS  mit Royalblue LED von Cree (hat mir Bernd W.  gebaut).
Kamera: Canon Powershot A 620 "Kleiner" CZ-Adapter Filterblock 09 Blau 450  FT 510  LP 520. Nicht gestackt.

Das erste Bild ist zugegeben nicht sehr zieralgenüberfrachtet ;) gibt aber schön die rot-grün-Differenzierung wieder. Das letzte Bild ist sicher noch ohne Acridinorangezusatz, somit die reine Chlorophyll-Autofluoreszenz.

Schöner Nebeneffekt der LED: die Energiedichte ist wohl deutlich geringer, wie bei der Verwendung einer HBO. Deshalb ist das Fading (Ausbleichen) der Fluoreszenz stark verzögert.
Ausser Closterium und vielleicht Euastrum traue ich mich an keine Bestimmung, da bin ich über schachdienliche Hinweise froh!





Mit herzlichen Mikrogrüßen

Klaus


ich ziehe das freundschaftliche "Du" vor! ∞ λ ¼


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Ernst Hippe

Hallo Klaus,

das sind sehr interessante und eindrucksvolle Bilder. Da man aber weniger Details erkennen kann als bei HF, DF, oder Phako: was wird bei dieser Technik speziell sichtbar?
Gruß Ernst Hippe
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Klaus Herrmann

Hallo Ernst,

ob die Fluoreszenz eine zusätzliche Hilfe bei der Bestimmung sein kann vermag ich nicht zu sagen. Es gibt ja praktisch keine Literatur mit diesem Hintergrund. Das müsste erst systematisch aufgebaut und untersucht werden. Aber mit der LED-Beleuchtung hätte man nun ein Medium, mit dem es erstmals möglich ist lebende Algen längere Zeit zu untersuchen, ohne sie gleich zu töten durch zu hohe Energie.

Also nicht mit dem Anspruch: damit kann man mehr sehen, sonder erst mal um die Methode AL-Fluoreszenz an sich zu demonstrieren.

Hier zwei Nostoc-Kugeln einmal mit Acridinorange angefärbt in AL-Fluoreszenz und einmal im DF. Nicht zu vergleichen weil die Fluoreszenzaufnahme mit dem 10er , die DF-Aufnahme mit den 20er gemacht wurde, wenn ich es richtig abschätze, ich habs mir nicht notiert.

Ich habe 222 Bilder gemacht, sie sind noch nicht sortiert, die Hälfte ist zu löschen und maximal 20% kann ich zeigen, der Rest ist mir von der Qualität her nicht ausreichend.



Mit herzlichen Mikrogrüßen

Klaus


ich ziehe das freundschaftliche "Du" vor! ∞ λ ¼


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Detlef Kramer

Lieber Ernst, lieber Klaus,

auf die Schnelle: mittels AO-Fluoroszenz kann man zwischen RNA (rot) und DNA (grün) unterscheiden.

Herzliche Grüße

Detlef
Dr. Detlef Kramer, gerne per DU

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reblaus

Hallo -

der Boom kommt erst!

Nachdem die Preise für den IV FL-Knochen incl. Filtersatz in den letzten Monaten stark nachgegeben haben und man für eine neue HB50-Hg-Lampe zwanzige blaue LEDs kaufen kann, steht der Suche nach interessanten neuen Autofluoreszenzen und Fluorochromen nichts mehr im Wege - es muss ja nicht immer DAPI und Acridinorange sein!

Gruß
Rolf

hinrich husemann

Hallo Herr Herrmann,
interessierte Frage eines ebenfalls IV Fl - Besitzers: Ist die LED in eine vorhandene Leuchte eingebaut; gegebenenfalls in welche? Ohne Kollektor kommt man ja wohl nicht aus! (Ich betreibe meinen IV Fl noch mit einer 100W-Halogen-Leuchte; für Blau und Grün-Anregung geht das ganz gut. Aber es kann ja vielleicht noch besser -und als Lipper: noch sparsamer - werden. Nebenbei: Das Oly 10/0,40 macht sich dabei prächtig!)
Unabhängig davon: Fluoreszenz hat aus meiner Sicht - abgesehen von ihrer "Nützlichkeit" - einen besonderen Reiz. Das Rot und Grün in Ihren Bildern ist schon recht "knackig".
Fluoreszenzfreundliche Mikrogrüsse
H. Husemann

Nomarski

#6
ZitatOhne Kollektor kommt man ja wohl nicht aus!

Das ist vollkommen richtig, aber in das 100W-Lampenhaus läßt sich nur mit Mühe eine LED einbauen.
Deswegen wurde es in diesem Fall anders gelöst.


peter-h

Liebe Fluoreszenzler,,

hier noch meine schon etwas ältere Lösung, aber immer noch sehr zufrieden damit.
http://www.mikroskopie-ph.de/Fluoreszenz.html
Für Grünanregung kommt dann die grüne LED in den Adapter.

Gruß
Peter Höbel

reblaus

Hallo -

hier eine Speziallösung mit optischer Bank und Schnellwechsler, der Kollektor ist der 3-Linser aus der Leuchte 100. Saubere Ausleuchtung. Der klare 3-Linser aus der Leuchte 15 (oft an Stemis) ist genau so gut. Der trübe Kollektor aus dem Beleuchtungsrohr 15 Watt kostet mindestens die Hälfte des Lichts




Übrigens ist der Grünanteil einer Cree 4800 K ausreichend um mit dem Schmalband-Filtersatz 15 eine befriedigende Rotfluoreszenz zu bekommen!

Gruß
Rolf

PS. Natürlich spendet die HB50 doch um einiges mehr Licht und Ozon!

wilfried48

#9
Hallo,

Stephan H. wird sich die Augen ausrenken, wenn er sieht was manche Leute mit seinen "Präzisionsdrehteilen" so alles anstellen. ;D

viele Grüsse

Wilfried

PS.: Die richtige Leuchte für eine LED Anpassung an den Fluoreszenzkondensor IV ist eigentlich die Zeiss Leuchte 60 da stimmt dann auch der Durchmesser der Kollektorlinse und die Streuscheibe lässt sich wegklappen. Macht tatsächlich mindestens den Faktor 2 in der Intensität.



vorzugsweise per Du

Hobbymikroskope:
Zeiss Axiophot,  AL/DL/Ph/DIC/Epi-Fl
Zeiss Axiovert 35, DL/Ph/DIC/Epi-Fl
Zeiss Universal Pol,  AL/DL
Zeiss Stemi 2000 C
Nikon Labo-/Optiphot mit CF ELWD Objektiven

Sammlung Zeiss Mikroskope
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