Ligustrum vulgare Blick nach drüben

Begonnen von Klaus Herrmann, Januar 01, 2011, 14:23:03 NACHMITTAGS

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Klaus Herrmann

Hallo zusammen,

auch bei den französischen Kollegen ist man fleißig. Bernard beginnt das Jahr mit einer schönen Dokumentation jetzt auch mit Übersetzung ins Englische

http://www.lenaturaliste.net/forum/viewtopic.php?f=94&t=7229

Schön getroffen die Lentizellen.

Bei dem Bild Trichome bin ich am rätseln: der Querschnitt zeigt eine Vertiefung, wie man das bei Blättern von Pflanzen aus ariden Stanorten kennt um die Stomata vor zu starker Verdunstung zu schützen. Aber die reichlich vorhandenen Stomata sitzen offensichtlich ganz normal in der Epidermis.

Hat hierzu jemand eine Erklärung für diese Anordnung?
Mit herzlichen Mikrogrüßen

Klaus


ich ziehe das freundschaftliche "Du" vor! ∞ λ ¼


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Fahrenheit

Lieber Klaus,

danke für den Blick durch's "französische Fenster"!

Bernards Beiträge sind eine Klasse für sich und nun sogar mit einer kurzen Zusammenfassung in Englisch!

Herzliche Grüße und Deiner Familie und Dir ein gutes neues Jahr!
Jörg
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Für draussen: Leitz HM

Detlef Kramer

Lieber Klaus,

Bernard hat die "Vertiefungen" korrekt als Trichome, also Drüsen beschriftet. Hat nichts mit den eingesenkten Spaltöffnungen als Verdunstungsschutz zu tun.

Verhauen hat er sich bei der Beschriftung der äußeren Rinde des Sprosses: was er einmal als Phelloderm bezeichnet ist tatsächlich eine Hypodermis. Das Phelloderm müsste unter einem Phellogen liegen, über dem dann auch noch Phellem zu sehen sein müsste. Ich kann ihm im Moment nicht antworten, weil ich dort noch nicht angemeldet bin. Werde ich morgen nachholen. Immerhin: sein Englisch ist gut und eine bravouröse Annäherung an die Welt außerhalb der "Grande République". Bloß, was machen seine Landsleute damit??? Oder gibt es auch eine französische Version des Beitrags - habe ich noch nicht recherchiert.

Herzliche grüße

Detlef
Dr. Detlef Kramer, gerne per DU

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Mila

#3
Lieber Detlef, lieber Klaus,

ich bin auch über das Phelloderm gestolpert, das wie das Phellem durch das Phellogen gebildet wird. Diese Gewebe werden dann zusammen als Periderm bezeichnet (sekundäres Abschlussgewebe).
Und ich war bisher der Meinung, dass Trichome Haare sind und nicht Drüsen. Die Trichome werden dann meines Wissens nochmal unterteilt in Deck- und Drüsenhaare.

Viele Grüße
Mila

P.S.: französisch über den Bildern, englisch drunter ;)

Bonne nuit


Fahrenheit

Lieber Klaus, lieber Detlef,

in meiner Begeisterung über Bernards Beitrag drüben im Le Naturaliste habe ich Klaus' Frage gar nicht gelesen, die Detlef dann beantwortet hat.  :-[

Da ich gerade ein passendes Präparat auf der Trockenbank habe, möchte ich Detlef bestätigen: das sind auch aus meiner Sicht mehrzellige Trichome. Bei den Hochblättern der Ananas (die Blätter des "Schopfes" auf der Sammelfrucht) sind sie ganz ähnlich angelegt, aber größer.

Schildhaar eines Ananas-Hochblatts (Ananas comosus), W3A, Vergrößerung 200x, Stapel aus 11 Bildern.  


An dieser Stelle nochmals vielen Dank an Leopold für die Schnitte der Ananasblätter. Auf seinen Beitrag zur Ananas möchte ich hier noch mal verlinken.

Und auch Dank an Detlef für den Hinweis zur Hypodermis - wieder was gelernt.

Herzliche Grüße
Jörg
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Klaus Herrmann

Hallo,

super, vielen Dank für Eure Anmerkungen!

# Detlef Deine Korrekturen sind bei Bernard natürlich hochwillkommen. Kannst Du ihm das bitte schreiben - ich weiß, dass Du besser in Französisch bist als ich! ;) ich habe schon vorgearbeitet und in der Antwortrubrik eine Diskussion eröffnet:

http://www.lenaturaliste.net/forum/viewtopic.php?f=125&t=7231

# Jörg toll der Ananasblatt-Schnitt. Ich erinnere mich jetzt an die Diskussion mit Wasseraufnahme über die Sternhaare und deren "Füsse", die in den Vertiefungen stehen, so ist das sicher auch bei dem Ligusterblatt von Bernard!
Mit herzlichen Mikrogrüßen

Klaus


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Detlef Kramer

Hallo,

noch eine kurze Anmerkung, die ich auch schon bei den französischen Freunden kundgetan habe: Die Drüsen auf der Blattunterseite sind extraflorale Nektarien, also Zucker ausscheidende Organe, dies zur Anlockung von Insekten, besonders Wespen dienen. So wie ich das verstanden habe, sind sie homolog zu den Schildhaaren, die ja auf jeden Fall als Trichome bezeichnet werden können, anderer Gattungen der Familie Oleaceae. Homolog heißt: gleicher Ursprung aber unterschiedliche Differenzierung.

Quelle: Solereder, H., die Anatomie der Dikotyledonen.

Herzliche Grüße

Detlef
Dr. Detlef Kramer, gerne per DU

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