Adapter Zeiss West Ringschwalbe auf T2

Begonnen von Ingo Wakop, November 28, 2011, 15:01:36 NACHMITTAGS

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Ingo Wakop

Hallo allerseits,
ich suche eine Bezugsquelle für einen Adapter Zeiss Ringschwalbe auf T2 alternativ auf M 58.
Vielleicht hat der  ein oder andere  auch noch so was in seiner Kramkiste liegen.
Bei Zeiss und in diversen  Astroshops bin ich leider nicht fündig geworden.
Geplant ist eine DSLR Adaption an mein Standard 14 mittels des verstellbaren Fototubus 473023.
vorzugsweise per "DU"
Vorstellung

Detlef Kramer

Hallo Ingo,

es gibt hier genug "Dreher", die Dir einen solchen Adapter herstellen können. Auch ich. Aber, bedenke bitte, dass das optisch nicht funktioniert. Du benötigst bei dem Standard 14 unbedingt ein kompensierendes Okular, das die Restfehler der Objektive korrigiert.

Herzliche Grüße
Detlef
Dr. Detlef Kramer, gerne per DU

Vorstellung: Hier klicken

Ingo Wakop

Hallo Detlef,

danke für deine schnelle Antwort.
Das mit dem Okular war mir schon klar, deshalb ja auch der Fototubus, welcher ja eine Okularaufnahme hat.
Erste Versuche mit einem CPL W 10x/18 waren schon vielversprechend (selbst an dem Kit Zoom Objektiv einer Canon EOS 400D, was sicherlich nicht das Optimum darstellt)
Alldings war ein Versuch ohne Kameraobjektiv eher enttäuschend (starke Verzerrungen) warscheinlich wäre hier dann ein Projektiv angebracht?
vorzugsweise per "DU"
Vorstellung

reblaus

Hallo -

ganz so einfach wird die Anpassung nicht. Ich habe ebenfalls mal mit diesem Kit-Objektiv und einem Cpl 10x-Okular an einer Canon Anpassungsversuche über das Filtergewinde gemacht und fürs erste geht das auch und die Fotos waren gar nicht so schlecht. Allerdings musste man die Camera dann am Stativ fixieren, weil die mickerigen Plastikgewinde von Zoom und Entfernung durch das Kameragewicht belastet und verstellt werden.

Jetzt verwende ich die preiswerte Kombination aus

(1) einem 65 mm Objektiv, entnommen aus einem M35 Kameraaufsatz, der ähnlich wie eine Panzerfaust aussieht (kriegst du bei eBay für ca 30.-) . Dieses Objektiv ist sehr klein im Durchmesser und kann deshalb direkt auf

(2) ein ganz normales 8x oder (besser) 6x Cpl/Kpl-Okular aufgesetzt werden. Keine W-Brillenversion nötig! Deshalb auch recht preiswert und du kannst dir ohne weiteres ein Kpl-Okular leisten.

Dazu ist natürlich ein Adapter erforderlich, der das 63 mm Objektiv aufnimmt und unten eine Schwalbe und oben ein Gewinde für einen T2-Adapter hat.

Dieser Adapter ist auch auf dem Gebrauchtmarkt für viel Geld oder (ich glaube) auch noch im Zeiss-Shop für noch mehr Geld unter dem Namen "63 mm Spezialobjektiv 47 60 29" erhältlich.

Mein "Spezialobjektiv" wurde von Bernd "Nomarski" Wainzyk gedreht und hat nur einen Bruchteil gekostet!

Da ich mehrere Mikroskope habe, sitzt auf jedem ein Tubus 47 30 23, das "Spezialobjektiv" bleibt an der Kamera die damit  bei Bedarf mit einem Griff umgesetzt wird - das geht viel schneller als das Ausklinken des Bajonetts aus dem knirschenden Aluminium des T2-Billig-Adapters und der Kamerasensor bleibt meist geschützt.

Viele Grüße

Rolf

hinrich husemann

Hallo,
um mit der (Halbformat-) Canon durch ein 10X/18 -Okular beschnittfrei knipsen zu können, muß das Kamera-Objektiv eine Brennweite von mindestens 35 mm haben. Wenn man eine alte Canon-vor-digital-35mm-Festbrennweite hätte und diese auch an die neue Digi-Canon passte (ich weiss nicht, ob das geht), wäre man gut dran; denn so ein Objektiv wäre stabil genug, die schwere Kamera sicher zu tragen. Das Kit-3fach-Zoom ("gewichtsoptimiert") ist  - wie bereits erwähnt - dafür wenig geeignet. Ich habe die Kamera deshalb "freischwebend" solide an einem alten Vergrößerungs-Stativ über dem Trino angebracht (mit einer Lichtschutz-Manschette) und knipse durch das so mechanisch unbelastete Kit-3fach-Zoom. Der häufig geäußerten Vermutung schlechterer Abbildungseigenschaften solcher Objektive in dieser Situation vermag ich nur begrenzt zu folgen. Statt eines Cpl-Okulars würde ich aber ein Kpl vorziehen.
Freundliche Mikrogrüsse
H. Husemann

reblaus

Hallo -

das mit dem 35 mm Objektiv (altes Weitwinkel) habe ich dann auch versucht und es hat formatmäßig funktioniert, allerdings traten dann Qualitätsprobleme in den Randbereichen auf - sah irgendwie nach Bildfeldwölbung aus.

Eine weitere Möglichkeit für einen preiswerten Qualitätsadapter wurde noch nicht erwähnt: Um wenig Geld (etwa 30.-) ist auch der sogenannte "Grundkörper" auf dem Gebrauchtmarkt. Dieser enthält statt dem 63 mm  ein 125 mm Objektiv und hat unten ebenfalls eine Schwalbe. Dafür braucht man dann allerdings statt eines Okulars ein Mipro 63mm Kpl für das man etwa 90.- veranschlagen muss.

Diese Kombination zeigt (wie Spezialobjektiv 63 mm + Kpl 8x)  nur einen Ausschnitt aus dem Gesichtsfeld, der etwa dem entspricht, was Zeiss vor 50 Jahren mal für die Mikrofotografie genommen hat und der einem heutzutage etwas klein vorkommt.

Viele Grüße

Rolf



Nomarski

Hallo und Guten Abend,

eine weitere Methode, die bislang noch nicht erwähnt wurde, ist die Möglichkeit, anstatt der 63mm-Optik aus der Panzerfaust bzw. den Zeiss-Tubus 47 60 29 oder den älteren Grundkörper I/II zu verwenden ist der Einsatz eines Normalobjektives der Brennweite 50mm. Dabei muß es sich nicht um einen "Lichtriesen" handeln der Lichtstärke 1:1,4 oder gar höher, 1:1,8 oder gar lichtschwächer ist für die Mikrofotografie völlig ausreichend.
Das Canon-EOS-Bajonett mit der relativ kurzen Auflage von 44mm bietet den Vorteil, daß sich viele 50mm von anderen Herstellern, insbesondere der Analog-Ära adaptieren lassen. Die Adapterringe sind via Ebay günstig nur haben, man muß nur den richtigen aussuchen. So lassen sich an Canon EOS Nikon, Leica, Rollei, Contax, M42 und einige andere Typen adaptieren. Sogar das Canon-FD-Bajonett der analogen Canon-SLRs. Da dessen Auflagemaß aber kürzer ist, benötigt dieser Adapter eine Hilfslinse, der allerdings auch wieder die Brennweite verlängert und die Bildqualität nicht nur positiv beeinflußt.
Was man dann noch braucht, ist ein Schwalbenadapter von der Zeiss-Ringschwalbe auf das Filtergewinde des jeweiligen Objektives, sei es 49mm, 52mm, 55mm oder auch 58mm. Dieser Schwalbenadapter sollte ziemlich flach gehalten sein, damit die Augenlinse des Okulares, man kann KPL 6,3x, 8x oder 10x verwenden so dicht an die Frontlinse des Objektives platziert werden kann, so daß für den Optimalfall die Austrittspupille des Okulares die Eintrittspupille des Objektives erreichen kann.
Über den Klemmtubus kann dann die Kamera mit Objektiv am Senkrechttubus befestigt werden.
Im Prinzip alles alte Hüte.

Viele Grüße
Bernd

hinrich husemann

#7
Hallo Herr Blaich,
mit 35 mm nützen Sie dann mit der Bilddiagonalen das Sehfeld des Okulars auch weitgehend aus; aber zumindest bei Planobjektiven sollte das nichts ausmachen. Ich kann bei mir nichts "Ungehöriges" feststellen.
Freundliche Mikrogrüsse
H. Husemann

Nachtrag: Wenn man die Kamera - wie beschrieben - berührungsfrei über dem Trino am Stativ hat, kann man an dem 18 - 55 mm Kit-Zoom auch eine etwas längere Brennweite als 35 mm einstellen und bei Nicht-Plan-Objektiven nur den nicht so kritischen mittleren Bildbereich herausgreifen.
Außerdem ist man nicht auf eine Kamera festgelegt.

reblaus

Hallo Herr Husemann -

je nach Linsenkombination schon - aber ich beziehe mich auf die Bildausschnitte, die in den älteren Fotoeinrichtungen für 35 mm KB-Film in den Foto-Strichplatten der Einstellokulare (z.B. Grundkörper) eingezeichnet sind, oder die Bildausschnitte der Phomis und die die Bilddiagonale keineswegs ausnutzen.

Viele Grüße

Rolf Blaich

Nomarski

Hallo,

wenn man den Grundkörper I/II bzw. das 63mm-Objektiv aus dem 47 60 29 mit einem 125mm-Projektiv kombiniert, 125mm Mipro ginge auch, dann wäre auf jeden Fall das Problem der Bildverzerrungen und -verzeichnungen in den Bildecken gelöst, auch wenn man Nicht-Planobjektiven am Revolver arbeitet.

Ingo Wakop

Hallo
Erst mal herzlichen Dank für die ganzen Tipps von euch. Ein nettes Forumsmitglied hat mir angeboten mir einen solchen Adapter zu fertigen.

@Rolf
Dass das Filtergewinde an einem Plaste Kit Objektiv mechanisch nicht belastbar ist hatte ich mir schon gedacht, insbesondere da mein Fototubus nicht senkrecht an einem Trino, sondern waagerecht an einem Diskussionwürfel befestigt ist . Daher hab ich mir da schon eine einfache Stativkonstuktion überlegt.  Wenn ich das richtig verstehe ist die Adaption eigentlich die gleiche nur das du statt des Zoomobjektiv eine ausgeschlachtete einfache Festbrennweite verwendest.

@ Herr Husemann
Für meine ersten Versuche ob es grundsätzlich geht hatte ich auch eine ,,freischwebende" Konstruktion auf einem Bücherstapel gewählt. Der Adapter ist auch in erster Linie dazu gedacht die Ausrichtung an die optische Achse und eine Lichtschutz zu gewährleisten. Bei diesen Versuchen hatte ich mir auch mal leihweise eine 50mm Canon Festbrennweite besorgt, konnte aber keinen nennenswerten Unterschied in der Bildqualität feststellen.

@ Bernd
Die Verwendung einer ,,alten" Festbrennweite hatte ich mir auch schon überlegt, insbesondere aus mechanischen Gründen. In einem anderen Thread wurde dafür dass Zeiss Tessar 45mm insbesondere wegen seiner kurzen Bauweise gelobt. Allerdings sind diese schwarzen Pancake Objektive in der Bucht nicht unter 200 Euro zu bekommen. In einem Beitrag aus dem letzten Jahr hattest du ein altes silbernes Tessar verwendet. War dieses ein Wechselobjektiv oder hast du das aus einer alten Kamera herausoperiert? Komplette Kameras mit solchen nicht wechselbaren Objektiven gehen ja für recht schmales Geld weg.

Ich denke ich werde erst mal die Kombination KPL / Kit Zoom wählen damit ich endlich mal an das Fotografieren komme. Und mich danach mit der Optimierung der Qualität beschäftigen.
vorzugsweise per "DU"
Vorstellung

hinrich husemann

Hallo,
nur noch ergänzend: Ich habe mal ein Cpl 10X/18 unter völlig gleichen Bedingungen verglichen mit einem Kpl 10X/18. Das Cpl tendiert erkennbar mehr zur kissenförmigen Verzeichnung.
Meinem Eindruck nach ist die Kombination Kpl (Brille) / Kit 3fach-Zoom optisch einwandfrei brauchbar und unproblematisch; sollte aber mit Stativ benutzt werden.
Mit einem Objektivadapter habe ich die klassische 28mm -Festbrennweite(2,8 er) an meiner 420iger (4/3) Digi-Oly. Die ist dann mit einer Ringschwalbe mit 49mm-Gewinde fest an meinem ZEISS-Trino aufsetzbar. Mit einem Kpl 10X/20 Brille oder ein Kpl 12,5X/18 Brille darunter beschnittfrei und in jeder Beziehung o.k...
Freundliche Mikrogrüsse
H. Husemann

Nomarski

Hallo Ingo,

ZitatIn einem anderen Thread wurde dafür dass Zeiss Tessar 45mm insbesondere wegen seiner kurzen Bauweise gelobt. Allerdings sind diese schwarzen Pancake Objektive in der Bucht nicht unter 200 Euro zu bekommen.
Ich nehme an, du meinst das Tessar 2,8/45mm mit Contax/Yashica Anschluß, für den es aber wieder einen einfachen Adapter auf EOS gibt. Das war mir allerdings auch zu kostspielig, so daß ich es eben mit dem Planar 1:1,4/50mm meiner alten Contax RTS ausprobiert habe. Das funktioniert auf jeden Fall. Planare mit Rollei-Anschluß (HFT statt T*) sind aber auf dem Gebrauchtmarkt günstiger zu haben. Rollei QBM auf EOS gibt es auch als Adapter. Das habe ich auch genutzt, da ich früher mit Rollei fotografiert habe und inzwischen wieder mit der Compactline 424. ;D

ZitatIn einem Beitrag aus dem letzten Jahr hattest du ein altes silbernes Tessar verwendet. War dieses ein Wechselobjektiv oder hast du das aus einer alten Kamera herausoperiert?
Ja, so ist es. Das Objektiv stammt aus einer alten defekten Contaflex, dessen Objektive man vom Kameragehäuse nicht abnemen konnte. Ich habe es praktisch neu gefasst mit einem M42-Anschlußgewinde und die Lamellen vom Compurverschluß innen rausgeschmissen und auch die Mechanik vom Vorlaufwerk entfernt, so daß nur noch das Nötigste davon blieb. Das Objektiv hat den Vorteil, daß es wegen dem einfachen Aufbau (nur 4 Linsen) eine relativ flach liegende Eintrittspupille hat, so daß es auch gut mit einem KPL-8x-Okular für Nicht-Brillenträger gut zusammenarbeitet.

ZitatIch denke ich werde erst mal die Kombination KPL / Kit Zoom wählen damit ich endlich mal an das Fotografieren komme. Und mich danach mit der Optimierung der Qualität beschäftigen.
Das Kit-Zoom-Objektiv 18-55mm hat eine ziemlich große Frontlinse, ein Mikroskop-Okular dagegen eine relativ kleine Augenlinse. Es muß also Fremdlicht abgeschottet werden. Dazu hatte Rolf mal eine Lösung präsentiert gehabt, die mich zutiefst beeindruckt hatte. 8)

Viele Grüße
Bernd

reblaus

Hallo Ingo -

Bernd - der alte Lästerer - meint das hier - die Lichtdichtung wird durch eine Spülkastendichtung bewirkt:




Es handelt sich fast nur um Baumarkt-Artikel und Schlachtabfälle von Mikroskopen.

Viele Grüße

Rolf

Nomarski

Hallo Rolf,

was das Lästern anbelangt, so gibt es aber hier welche, die diese Kunst viel besser beherrschen wie ich. ;D
Auf deinem Bild ist doch schön zu sehen, wie man so eine Fotoadaption auch mal selbst in die Hand nehmen kann, ohne sich irgenwo Teuerteile zu kaufen. Das Objektiv ist nun nicht das Ideale, aber mit eier 50mm Festbrennweite würde das schon besser klappen, so käme die Kamera eben ein Stück tiefer.
Desweiteren kann deine Konstruktion durch die Teleskoprohre sogar die Parfokalität anpassen. Was will man denn noch mehr?

Viele Grüße
Bernd