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Maupas-Körper-reloaded

Begonnen von Michael Plewka, Mai 29, 2011, 11:08:21 VORMITTAG

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Michael Plewka

liebes Forum,
Die Kryptomonaden sind eine als eine Gruppe von photoautotrophen aber auch heterotrophen Organismen hier im Forum eher "kryptisch" vertreten, was die Anzahl der Beiträge angeht. Vor ca. einem Jahr hat Martin Kreutz  schon einmal  einen Vertreter dieser Gruppe vorgestellt:
https://www.mikroskopie-forum.de/index.php?topic=5605.0.
Damals hatte ich die Frage aufgeworfen, was es mit den sog. Maupas-Körpern auf sich hat. In dem Kosmos-Algenführer steht hierzu: lichtbrechende  Körper unbekannter Funktion.
Ich habe bisher noch keine Literatur gefunden, die genauer beschreibt, was die lichtmikroskopischen Fotos im "Algenführer" nun  eigentlich zeigen. Wie dem auch sei, bemerkenswert ist die im folgenden beschriebene  Beobachtung dennoch:

Eine Planktonprobe  enthielt jede Menge  der Kryptomonaden. Deutlich zu erkennen sind im DIK: lichtbrechende bzw. in typischen Interferenfarben leuchtende Körnchen >>>Maupas-Körper (gelbe Pfeile); blaue Pfeilspitzen: Flagellen; grüne Pfeilspitze: Ejektisomen, rote Pfeilspitze: Kontraktile Vakuole. (Zeit: 10:49.39):




Das Präparat war eigentlich zur Analyse der Schuppen einer Synura-Art gedacht. Dabei wurden die Kryptomonaden sehr stark gequetscht, so dass ich deren Platzen beobachten konnte. Dabei stellte sich heraus, dass die lichtbrechenden Körperchen immer kleiner wurden und ihre Farbe dabei   immer blasser wurde. Nach kurzer Zeit waren sie verschwunden. Hier eine Bildsequenz, bei der die Aufnahmezeiten mit angegeben sind. Im folgenden  platzt die rechte der Zellen aus dem obigen Bild und ist in der Sequenz weiter verfolgt:


10:52:25


10:52:36


10:53:15  hier ist bereits eins der Körperchen verschwunden:


10:53:48:


10:54:07  das zweite Körperchen ist ebenfalls weg:


Diese Beobachtung konnte ich mehrfach machen. Offenbar bestehen die lichtbrechenden Körperchen aus wasserlöslichem Material. Daneben gab es andere Zellen, bei denen nach dem Platzen die lichtbrechenden Körperchen von einer Membran umgeben waren (gelbe Pfeile). Solange diese Membran vorhanden war, blieb die Farbe erhalten. Schließlich platzten diese Vakuolen und die lichtbrechenden Körperchen verschwanden wie bei den anderen Zellen. Die Membran verhindert folglich, dass sich die Körper im wässrigen Zytoplasma auflösen:




Angenommen, es würde sich bei dem lichtbrechenden Material um einen Speicherstoff handeln, so wäre es doch sehr ungewöhnlich, dass dieser wasserlöslich ist. Mir ist dahingehend keine Algengruppe bekannt, bei der so etwas vorkommt.

rätselnde Grüße Michael Plewka