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Endlich Unendlich

Begonnen von Eckhard F. H., März 15, 2009, 20:50:41 NACHMITTAGS

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Eckhard F. H.

Hallo Gemeinde,
unlängst erkühnte ich mich zur Aussage, ´Unendlich´-Optik beeinträchtige, wenn man sie ´endlich´, also ohne TL vergewaltigt, die Bildqualität nicht sonderlich. Canossa: Jüngst mikroskopierte ich lange unwissentlich ´Unendlich´ohne TL und sinnierte lange über die Ursache des flauen und unscharfen Bildes. Maßstababweichung führte letztlich zur Ursache. Ich hatte die TL herausgenommen. Fazit: Es ist schon augenscheinlich, wenn statt der ´Endlich-Optik´ eine ´Unendlich-Objektiv ohne TL verwendet wird.
Gruß - E. Nowack

Stefan Lange

Hallo,

erstmal Entschuldigung dass ich einen 2 Jahre alten Thread aus der Versenkung hole.

Aber mich interessieren zu dem Thema 2 Dinge:


1. Wie "missbraucht" man Unendlichoptiken als Endlichoptiken? In dem man mit geringeren Arbeitsabständen arbeitet und statt eines parallelen einen konvergierenden Strahlengang erhält etwa?

2. Worin genau liegt die Ursache für die Qualitätsminderung? Da die Tubuslinse Restkorrekturen vornimmt, nehm ich an es handelt sich um chromatische Abberationen.


Worauf ich abziele: Kann ich bei monochromatischem Licht vernünftig auf diese Weise arbeiten?

Lg,
Stefan Lange

Rene

Nein. Triffword: sferische Abberation.

In case of Unendliche Objektive, putting them on a 160mm system, you slightly adjust focus and it works. Arbeitsabstand increases slightly in this case. I've  tried Zeiss plan neofluar infinity 40x on a Leitz 160mm scope, and I do not think a Laier would recognize a problem.

Best wishes, René

Eckhard F. H.

Hallo Stefan,

Zitat1. Wie "missbraucht" man Unendlichoptiken als Endlichoptiken? In dem man mit geringeren Arbeitsabständen arbeitet und statt eines parallelen einen konvergierenden Strahlengang erhält etwa?
Exakt!

Zitat2. Worin genau liegt die Ursache für die Qualitätsminderung? Da die Tubuslinse Restkorrekturen vornimmt, nehm ich an es handelt sich um chromatische Abberationen.
Das vermute ich auch, aber eine kompetente Antwort überfordert mich. 

ZitatWorauf ich abziele: Kann ich bei monochromatischem Licht vernünftig auf diese Weise arbeiten?
Leider hatte ich aus unerklärlichem Grund damals nicht mit monochromatischem Licht gepröbelt. Vor dem Umstieg auf ´Unendlich´wurde ein 160er Objektiv ´vergewaltigt´ (schon der optische Weg in der Knickbrücke des Binos betrug 160mm), in ca. 230mm abzubilden. Es machte das sehr gut, im Dunkelfeld (quasi monochromatisch) ist mir  sogar ein vorzügliches Bild in Erinnerung. Inzwischen ist die Tubuslänge auf 254mm angewachsen und ein versuchsweiser Rückbau auf 230mm wäre zu aufwändig. Aber die Optik (Fl 100/1,30, NP 1998 ca. 650DM) incl. original zugehöriger Okulare (10 WF comp, Brille) habe ich noch.
Gruß - EFH

peter-h

#4
Zum Arbeitsabstand:
Bei der Verwendung eines Unendlich-Objektivs an einem Stativ für 160mm Tubuslänge wird sich der Arbeitsabstand vergrößern.

Dazu die Linsengleichung:
Ein einfacher Planachromat (Zeiss Angabe) 40/0,65 hat eine Brennweite von f=4,2mm.

1/f = 1/b + 1/g   (b= Bildweite , g=Gegenstandweite)

b=Tubuslänge = 160mm (angenommen)
f=Obj.Brennweite = 4,2mm
g=Arbeitsabstand - gesucht

Bei b= unendlich ---> wird nach der Gleichung g = f = 4,2mm Arbeitsabstand
Bei Einsatz in einem Endlichsystem mit b=160mm wird g = 4,313mm Arbeitsabstand, also größer.

So wie auch Rene geschrieben hat : increases slightly
Gruß
Peter