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Ligninnachweis

Begonnen von tharina, Januar 24, 2013, 08:16:33 VORMITTAG

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tharina

Hallo,

vielleicht kann mir hier jemande weiter helfen. Ich möchte gern einen Ligninnachweis machen, allerdings würde ich gern auf den gebrauch von Phloroglucin-Salzsäurelösung verzichten. Kennt jemand noch einen anderen Ligninnachweis?

Gruß Tharina

Detlef Kramer

Hallo Tharina,

das würde ich auch nicht machen. Die normale Doppelfärbung mit Safranin und Astrablau differenziert sehr zuverlässig zwischen Zellulose und Lignin. Sie wird eigentlich überall beschrieben, ich kann aber das Rezept, wenn nötig, hier geben.

D.K.
Dr. Detlef Kramer, gerne per DU

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Klaus Herrmann

Hallo Tharina,

Phloroglucin-HCl ist halt die klassische Methode; Färbung ist zwar nicht haltbar aber zuverlässig. Die Alternative, die ich noch im Gerlach Botanische Mikrotechnik gefunden habe ist Anilinsulfat (6g Anilinsulfat in 100 ml 0,5%iger H2SO4) wenn dir das sympatischer ist. Beide Agenzien hätte ich.

Was hält dich vom Phloroglucin ab?
Mit herzlichen Mikrogrüßen

Klaus


ich ziehe das freundschaftliche "Du" vor! ∞ λ ¼


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Bernhard Kaiser

Hallo Tharina,

ZitatWas hält dich vom Phloroglucin ab

diese Frage habe ich mir auch gestellt. Haben Sie kein Phloroglucin?
Die von Detlev vorgeschlagene Doppelfärbung mit Safranin und Astrablau scheint mir auch interessant. Bitte um Näheres.

Freundliche Grüße
Bernhard Kaiser

Detlef Kramer

Hallo,

warum würde ich das Phloroglucin/HCl-Gemisch nicht nehmen? Die HCl-Dämpfe verätzen die Mikroskope. Nicht die Optik, aber z.B. die Objektivfassungen. Aus diesem Grund wurde diese Färbung bei uns an der TU Darmstadt schon in den 70ern oder etwas früher verbannt.

Laut Wanner (S. 21):

0,1% Astrablau + 2% Weinsäure in Wasser für Zellulose.
1% Safranin in Wasser, färbt Lignin rot.

Beide Lösungen können gemischt werden. Erwärmt man die Schnitte, erfolgt die Färbung schnell und kräftig. Es emphiehlt sich danach eine Differenzierung in 70% Ethanol, weil das Safranin das Astrablau überdecken kann. Astrablau bindet an Zellulose irreversibel, deshalb Schutzkleidung tragen!

Herzliche Grüße
Detlef
Dr. Detlef Kramer, gerne per DU

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Bernhard Kaiser

Hallo,

ZitatHCl-Dämpfe verätzen die Mikroskope

ein einleuchtendes Argument.

Danke Detlev.

Freundliche Grüße
Bernhard Kaiser

peter-h

Liebe Phloroglucin/HC Färber,

ich hatte vor Jahren diese Färbung versucht - geht wunderbar, ABER !
Dummerweise habe ich in einer kleinen Flasche 10mL davon aufgehoben. Nach 4 Wochen sah die nähere Umgebung nicht erfreulich aus und ich hatte Arbeit und Ärger. Also Finger weg ! Das HCl Gemisch ist teuflich.

Grüße
Peter

Klaus Herrmann

Lieber Peter,

ZitatDas HCl Gemisch ist teuflich.

Das misch man ja auch immer kurz vor Gebrauch: also die alkoholische Phloroglucinlösung tut niemand was zu Leide, die 10ige HCl wird weit ab vom Mikroskop im der Küche  ;D aufbewahrt und nur im Bedarfsfall herausgeholt.

Was Detlef beschreibt kenne ich von vielen Kursmikroskopen - Studenten halt!  >:(
Wenn man mit dem 10er schaut, natürlich das Deckglas drauf und danach den OT gleich abspült passiert dem Mikroskop nichts. Wenn es das eigene ist, dann geht man ganz anders damit um!
Mit herzlichen Mikrogrüßen

Klaus


ich ziehe das freundschaftliche "Du" vor! ∞ λ ¼


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tharina

Hallo an alle,

und vielen Dank für die Antworten.
Ich möchte Phloroglucin nicht verwenden, weil wie Detlef schon gesagt hat, die Salzsäure nicht unbedingt dem Mikroskop gut tut. Und weil ich kein Phloroglucin habe  ;D Ich glaube ich werde die Anilinsulfat Färbung mal versuchen.

Gruß Tharina

Klaus Herrmann

Hallo Tharina,

kein Phloroglucin aber
ZitatAnilinsulfat
Das finde ich ungewöhnlich! Anilinsulfat hat man eigentlich eher nicht - ich schon, aber das ist was anders! ;)

Dann musst du auf jeden Fall berichten und am besten ein Bild zeigen!
Mit herzlichen Mikrogrüßen

Klaus


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