Rat zu künftigem System

Begonnen von Frank Bruder, November 26, 2020, 23:35:33 NACHMITTAGS

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Dr. Jekyll

Moin,

ich kann mich Peters Aussage nur anschließen.
Bevor ich mir ein teueres Neugerät zulege, besorge ich mir doch lieber ein gebrauchtes Leitz, Zeiss oder Olympus aus den 7er0 oder 80 er Jahren.
Die sind preiswerter und da ist für das gleiche Geld meist viel teueres Zubehör schon dabei.
Das Problem ist, dass hier schon etwas Fachkenntnis gefragt ist, da die Gefahr des Fehlkaufs natürlich gegeben ist.
Für den Unkundigen sieht ein Zeiss Standard aus wie das andere. Es gibt aber erhebliche Unterschiede auf die ich hier nicht eingehe. Ein Kauf bei iBä ist deshalb für den Anfänger absolut nicht ratsam. Hier im Forum ist das Risiko deutlich geringer und bei Rückgaberecht ist es der bessere Kauf. Bei älteren Zeiss- und Leitzgeräten gibt es jedes erdenkliche Zubehör und die Geräte sind trotz teilweise fortgeschrittenem Alters  noch robuster und langlebiger als die neueren "Plastikspielzeuge".
Beste Grüße
Harald

Gerd Schmahl

Hallo Frank,
Zitat von:  Frank Bruderalles verfügbare Licht möglichst gleichmäßig auf die Fläche zu vereinigen, die durch Objektiv und Okular sichtbar ist.
Der letzte Punkt dürfte sich bei den heutigen Lichtquellen erledigt haben.
Das gild auch für die heutigen stärkeren Lichtquellen noch, wobei die Betonung auf "gleichmäßig" liegt.
Beste Grüße
Gerd
Man sagt der Teufel sei, im Detail versteckt,
doch hab' ich mit dem Mikroskop viel Göttliches entdeckt.

Frank Bruder

Hallo Gerd,

was passiert mit dem Licht einer 100W Halogen oder 10W LED Lampe? Kann es sein, dass viel davon unter der Leuchtfeldblende herumvagabundiert? Nehme ich mal an, ich arbeite mit fast geschlossener Blende mit einem 100er Objektiv glaube ich kaum, dass durch hinundher Reflektion ein großer Prozentsatz doch noch das kleine Loch findet. Ich kenne die hochgezüchteten Beleuchtungen nicht, die nicht nur durch eine Blende begrenzen sondern vielleicht eine echte Fokussierung des Lichts bewerkstelligen. Meine bescheidenen Kenntnisse sagen, erst im Kondensor wird das was noch ankommt für Präparat und Objektiv optimal aufbereitet.

Viele Grüße
Frank

mlippert

Ich hatte für mein Novex eine LED Beleuchtung gebaut, wo ich mit 3W und etwas um die 150 lm auskommen musste, da es die high-CRI LEDs nicht heller gibt. Die Leuchtfläche der LED muss ca. 2x2 mm sein, fokussiert mit einer Silikon-Linse und einer Sammellinse. Füllt genau die Apertur des Kondensors aus. Das funktioniert auch beim 100er noch erstaunlich gut. Ich kann doch nur hoffen, dass keiner beim 100er die Blende zu zieht, denn dann kann man sich das auch getrost sparen.
Wer mehr Bumms möchte, kann ja effizientere LEDs kaufen, aber meine Erfahrung mit Nissl-Färbung und Romanowski-Typ-Färbungen ist, dass man das helle weiße Licht schnell verteufelt, da man einfach nicht die Farbwiedergabe im rötlichen Spektralbereich bekommt. Deshalb lasse ich auch die Halogenlampe im Laborlux, so lange es geht. Gelblich, 100 Hz Flackern, aber unerreichte Farbwiedergabe. Ich finde das übrigens total interessant, dass das überhaupt kein Thema im Bereich Mikroskopie ist... Selbst bei Wohnungsglühbirnen (ver)kauft doch keiner mehr unter Ra 80.

Gerd Schmahl

Hallo Frank,
Zitaterst im Kondensor wird das was noch ankommt für Präparat und Objektiv optimal aufbereitet.
Nein das stimmt so nicht. Das kannst Du sehr deutlich sehen, wenn Du vor ein Mikroskop mit Tageslichtspiegel eine mehr oder weniger kleine Lichtquelle bringst (Taschenlampe). Der Unterschied zum Licht, das der Spegel vom Himmel einfängt ist sehr überzeugend: Das Bild mit punktförmiger Lichtquelle kann die Beleuchtungsapertur des Kondensors nicht annähernd bedienen. Das Ergebnis ist ein viel zu kontrastreiches Bild mit sich überlagernden Strukturen, bei dem auch noch kleinste Verunreinigungen der Optik störend sichtbar werden.
Die Köhlersche Beleuchtung ist ein ausgetüfteltes System von Luken und Pupillen, das ab Seite 66 der Mikrofibel beschrieben ist. Hell allein reicht keineswegs.
Beste Grüße
Gerd
Man sagt der Teufel sei, im Detail versteckt,
doch hab' ich mit dem Mikroskop viel Göttliches entdeckt.

liftboy

Hallo ML,

Zitat100 Hz Flackern, aber unerreichte Farbwiedergabe.

kann ich so nur unterschreiben! Na gut, spart im Winter eine Menge Heizung, aber gleichmäßiges Spektrum und stufenlos regelbar, die Kamera macht automatisch Weißabgleich und wenn ich Antiflickr 50Hz eingebe, ist da auch einigermaßen Ruhe.

Grüße
Wolfgang
http://www.mikroskopie-forum.de/index.php?topic=785.msg3654#msg3654
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