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Ortholux Vignettierung

Begonnen von Jürgen H., Februar 17, 2022, 14:34:17 NACHMITTAGS

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Jürgen H.

#15
Liebe Kolleginnen und Kollegen,

nach längerem Aufenthalt des Doppelprismas in Xylol habe ich nun zwei saubere Prismen und bin um eine Erfahrung reicher.

Versuchsweise habe ich die beiden Prismenteile mit Wasser verbunden und mit einem Laser durchleuchtet. Prinzipiell wird damit der Strahlengang aufgeteilt, wie es vorgesehen ist. Aber aufgrund der Gesetze der Physik ist es nicht ganz einfach, die Aufteilung so hin zu bekommen, dass die Helligkeit in beiden Okularen gleich hoch wird. Zum einen spielt wohl die Differenz der Brechungsindices der Klebeschicht und des Glases dafür eine Rolle, wie weit die evaneszenten Lichtwellen in die Klebeschicht eindringen, so dass sie in das zweite Prisma gelangen können, zum anderen ist damit auch die Dicke der Klebeschicht von Bedeutung.  Meine Versuche mit einer dickeren oder dünneren Wasserschicht zeigen das sehr deutlich. Als Klebstoff will ich DePex oder besser noch Malinol verwenden. Während der Trockungszeit dürfte sich der Abstand zwischen den Prismen verringern. Den Brechungsindex des Glases kenne ich nicht. Ich sehe es als aussichtsloses Unterfangen ein, mit meinen Mitteln ein auch nur halbwegs befriedigendes Ergebnis hinzubekommen, was nicht nur dem Zufall zu verdanken ist.

Oder hat einer von euch eine Idee?

Die in den früheren Photos erkennbare Umrahmung war i.Ü. wohl keine Delamination oder Pilz. Leitz hat 1955 wohl wegen der Schlüssellochokulare nur ein kleines Fenster durch die Prismen benötigt. Der ,,Fensterrahmen" diente wohl amderen Zwecken. Ein Forist schrieb mir, dass bei seinem Ortholux gleichen Baujahrs gleichfalls ein solches Fenster vorhanden ist. Möglicherweise steht der Rahmen in irgendeinem Zusammenhang mit meinem Problem. Vielleicht hat Leitz erst eine Rahmen passender Stärke aufgebracht, und dann das andere Prisma mit dem Kitt bis auf den Rahmen gedrückt?

Viele Grüße

Jürgen

andr_brno

Lieber Jürgen,
der schwarze Rand ist eindeutig manuell aufgepinselt, man sieht den Strich und sogar die Reihenfolge der Aufträge. Ich kann mir nicht vorstellen, dass man so eine exakte Schichtdicke hinbekommen kann. Aber du hast jedenfalls recht: Irgendeinen Zweck hat das (Minderung von Randreflexionen?) und es war zur Zeit der kleinen Sehfeldzahlen kein Problem.
Gut dass wir das Ersatzprisma in petto haben. Dessen Existenz wirft aber auch ein paar Fragen auf: Es gehört eindeutig zu einem eckigen Tubus aus den 50er Jahren oder früher. Zu den runden Typen passt es nicht. Also wurden auch "ungefensterte" Prismen in dieser Zeit gefertigt - oder dieses Prisma wurde deiner Xylol-Prozedur unterzogen und neu geklebt. Vielleicht wäre letzteres eine Erklärung für deine Justierprobleme damit?
Jetzt könnte Wolfgang durch seine sämtlichen eckigen Bino- und Trinotuben schauen, ob welche ohne schwarze Ränder dabei sind - dann wäre ein Technologiewechsel beim Prismenkitten geklärt. Zugegeben eine eher nutzfreie Erkenntnis..
Grüße Andreas