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Ortholux Vignettierung

Begonnen von Jürgen H., Februar 17, 2022, 14:34:17 NACHMITTAGS

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Jürgen H.

Hallo liebe Kollegen, insbesondere Ortholuxkenner,

das Ortholux, das ich aus Familienbesitz vorläufig erhalten habe, weist ausschließlich im linken Okular eine hässliche Vignettierung auf, und zwar am linken, am oberen und am rechten Rand (siehe das auf die Schnelle geschossene Photo durchs betreffende Okular). Das rechte Okular ist vollkommen frei von dieser Vignettierung.

Mit dem 10 Objektiv ist die Randverschattung kaum sichtbar, sie wächst mit steigender Vergrößerung (hier 100er Objektiv). Mit Schlüssellochokularen (Huygens) ist sie nicht sichtbar, wohl aber mit den hier verwendeten Periplanokularen mit größerem Sehfeld.

Kennt einer von euch das Problem? Fehler im Trinotubus?

Viele Grüße

Jürgen

liftboy

Hallo Jürgen,

das sieht nach einer verschobenen/losen Blende im Trino aus; den wirst Du wohl aufmachen müssen :-(

Grüße
Wolfgang
http://www.mikroskopie-forum.de/index.php?topic=785.msg3654#msg3654
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Das Erstaunen bleibt unverändert- nur unser Mut wächst, das Erstaunliche zu verstehen.
Niels Bohr

reblaus

Hallo Jürgen -

diese rechtwinkligen und gerade begrenzten Schatten sind ein Prismenproblem (delaminatio, horribile dictu), bei Okulartausch müsste der Fehler links bleiben.

Viele Grüße

Rolf

reblaus

Hallo Jürgen -

möge Wolfgang recht haben! Da ich meist nur Zeiss Trinos zerlegt habe sind mir keine rechteckigen Blenden bekannt.

Meinen Daumendruck hast Du!

Rolf

Thomas Böder

Prismenschieber bis zum Anschlag geschoben oder darüber hinaus?

Grüße, Thomas.
Hauptmikroskope: Leitz Panphot, Ortholux, Zeiss Nf u. Technival u. Citoval 2, Reichert Zetopan
Kleinmikroskope: reichlich...

Jürgen H.

Liebe Kollegen,

leider ist es keine verschobene Blende, auch nicht der Prismenschieben, da half leider auch keinen Daumendrücken. Da ist wohl die Verkittung schadhaft (Pfeil). wenn ich in den  betreffenden Okularstutzen hineinleuchte, erscheint vor der Blende auf einem hineingeschobenen Papierstückchen ein einwandfreies rund erleuchtetes Bild, nach den Doppelprismen hingegen die Verschattungen.

Ich könnte jetzt das Doppelprisma herausnehmen, indem ich die beiden sichtbaren Schrauben löse, um das Doppelprisma in den Backofen zu stecken und zu hoffen, dass ich damit die Verkttung repariere. Andrerseits bemerke ich den Fehler nur mit den beiden Weitfeldokularen und das Risiko scheint mir groß zu sein, ohne optische Bank oder derartiges das Doppelprisma wieder anständig justiert zu bekommen. Hat jemand so eine Operation am Trino schon einer gemacht und kann mir Tipps geben? Kleine  Holzabstandhalter zur vorgeschalteten Blende eakt passend zuschneiden und dann demontieren?

Viele Grüße und Rolf, Thomas und Wolfgang, vielen Dank für eure bisherige Hilfe!

Jürgen

ortholux

Lieber Jürgen,

schau mal hier: https://www.mikroskopie-forum.de/index.php?topic=6493.0

Ich habe aber noch eine andere Anleitung ohne Laser. Die such ich Dir morgen mal raus.

Wolfgang



andr_brno

Hallo Jürgen,
das ist der alte eckige Bino /Trino. Ich habe einen mit dem gleichen Problem, nur schwächer ausgeprägt. In der Regel bringt man das Prisma mit Anzeichnen und Gefummel wieder an die Position, kleine Restabweichungen lassen sich mit den drei Schräubchen und einer improvisierten optischen Bank nachjustieren. Ob das mit dem Backofen klappt? Das würde mich auch interessieren, alternativ hätte ich auch noch einen ganzen, sauberen Prismensatz herumliegen. Also: Einen Fehlschuss hätten wir...
Grüße Andreas

andr_brno

Ich mache das mit zwei Punkten auf einer parallelen Fläche und Blick von hinten, siehe https://www.mikroskopie-forum.de/index.php?topic=40064.msg296117#msg296117
Kann man sicher besser machen.
Grüße Andreas

Jürgen H.

Hallo Andreas,

Danke für Deine Hinweise! Du hast eine PN.

Grüße

Jürgen

ortholux


Jürgen H.

Ganz herzlichen Dank, lieber Wolfgang, das ist eine sehr hilfreiche und detaillierte Anleitung!

Herzliche Grüße Jürgen

Jürgen H.

Liebe Kolleginnen und Kollegen,

Dank der Hilfe eines netten Foristen, der mir ein passendes unbeschädigtes Prisma zur Verfügung stellte, funktioniert mein Trinotubus wieder. Einen kleinen Bildversatz muss ich noch korrigieren, an sich ist der Versatz merkwürdig, denn der Laserpointer durch die Objektivseite zeigte wieder auf die gleichen Punkte, wie vor dem Aus/Einbau. Ich denke, die kleine Neuregulierung geht am ehesten über die beiden Okularstutzen. Herzlichen Dank für die Montageanleitungen!
Hier zeige ich jetzt aber zwei Bilder des ausgebauten alten Prismas. Das sieht fast so aus, als hätte einer mit dem Pinsel entlang der Ränder den Klebstoff (Caedax?) mangelhaft aufgebracht. Jetzt rätsele ich: Ab in den Backofen, oder ab ins Xylolbad und nach dem Lösen mit Depex oder Caedax neu verkleben? Was meint ihr?

Viele Grüße

Jürgen

P.S. ich hätte nicht gedacht, wie fein die Einstellung der Prismenmontage ist.....Da gehts um Millimeterbruchteile oder um Viertelumdrehungen der Stellschrauben.

Werner

Das sieht wie abgelöster Kanadabalsamkitt aus. Da wurde wohl eine Spur zu wenig verwendet.
Versuch: langsam (stufenweise) bis auf 80 °C erwärmen, da beginnt das Harz weich zu werden. Dann die Prismen mit Handschuhen zusammendrücken, wenn die "Durchsicht"-Fläche größer wird, war es das. Als Handschuhe Wolle mit DARÜBERgezogenen Latex/Nitrilhandschuhen. Die isolieren eine Zeit lang und sind glatt und trotzdem griffig.

Gruß - Werner

Jürgen H.

#14
Lieber Werner,

Danke für Deinen Tipp! Genauso habe ich es versucht, Backofen bis 120 Grad, langsam aufgeheizt, Verweildauer 1 1/2 Stunden. Leider blieb der Erfolg aus, möglicherweise waren die Randbereiche noch nicht genug erwärmt, so dass ich den Linsenkitt von der Mitte nur nach außen gedrückt habe mit dem Ergebnis weiterer Delamination in der Mitte.

Jetzt werde ich versuchen, die Verklebung mit Xylol zu lösen und mit Depex wieder zusammenzufügen. Immerhin kann ich mich beim Zusammenfügen an glatten Kanten orientieren. Ich werde berichten.

Grüße und Guten Morgen zusammen

Jürgen