Objektivalterung verschiedene Fragen

Begonnen von schmidt, März 23, 2025, 07:50:51 VORMITTAG

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schmidt

1,2,3 im Sauseschritt saust die Zeit, wir sausen mit, so dichte Wilhelm Busch.
Mittlerweile sind meine ältesten in Nutzung befindlichen Objektive aus Jena und von PZO sicher an die 50 Jahre, die Masse von Lomo so um die 20 -40 Jahre, Nikon 10 Jahre. Bis jetzt hatte ich wohl Glück und kein Problem mit Glaspilz, Delamination u.ä..
Lediglich durch altes Fett nicht mehr bewegliche Einstellringe, Irsiblenden (Beleuchter, nicht Objektive) u.ä musste ich bei Lomo warten. Die PZO gehen noch butterweich.
Nun die Fragen.
Gibt es Marken, Serien die besonders anfällig für Delamination, Pilzbefall, verhärtendes Fett sind ?
Die alten Zeis Jena Objektive  werden an Objektschutzfederung und Deckglaskorrektur nun langsam auch etwas schwergängig.
Kann man an der Nummer sagen wie alt die genau sind ?
40x0,95 Nr.318864  , 100x1,32 mit irsiblende Nr.844246,  der Serie mit dem feingezähnten Einstellring.
Gibt es zu denen Reparaturanleitungen ? Noch gehen sie ja gut und ich will mich nicht dran vergreifen.
Aber im Gegensatz zu den Lomo, bei denen ich jetzt durch bin und alles alte grüne Panzerfett ersetzt habe merkt man doch den Unterschied zu diesen, die nach der Wartung  satt und leichtgänging, mithin auch feinfühlig und genau einzustellen sind.

Gruß in das Forum
pschmidt
Mikroskope:
Lomo Biolam Ph+; DF; HF-Abbe; Epi HF/DF/Pol; Epi-Fl; //Biolar DIK, IK, Ph variabel+-//
Nikon Eclipse -U  HF; DIK, Ph+, Epi-Fl//
MBS 10

Oecoprotonucli

Hallo "pschmidt",

so weit ich das mitbekommen habe, sind ja wohl Zeiss (West)-Objektive anfällig für Delamination. Aber da sollen die Zeissianer etwas zu sagen. Ob andere Marken dagegen wirklich weniger betroffen sind oder ob es ein Eindruck ist, weil Viele hier nun mal sozusagen auf Zeiss gesetzt haben und angewiesen sind, weiß ich nicht - außer dass Leitz dieses Problem definitv viel seltener hat.

Zu den Schäden, die mit der Zeit entstehen fallen mir noch festgefressene angerostet Schräubchen ein. Bei den kleinen ist es besonders ärgerlich, weil man die dann beim Versuch, sie zu drehen, kaputt machen kann. Da reicht vermutlich die Lagerung bei "etwas falscher" Luftfeuchtigkeit, das Mikroskop muss nicht im Keller oder der Scheune gestanden haben.

Bei den antiken Mikroskopen mit Messing: Grünspan usw.

Und eine Frage würde ich gerne noch einflechten: Welches Fett ist empfehlenswert, wenn man neu fettet? Bzw. sind es sogar mehrere verschiedene Fette für verschiedene Dinge (z.B. Triebe, Kondensorblende)?

Beste Grüße

Sebastian
Ich benutze privat:
Leitz SM-Lux mit (LED-) Durchlicht und Phaco-Ausrüstung (ca. 1975-77)
Hensoldt Wetzlar Stereomikroskop DIAMAL (1950er Jahre)

Oecoprotonucli

Ich benutze privat:
Leitz SM-Lux mit (LED-) Durchlicht und Phaco-Ausrüstung (ca. 1975-77)
Hensoldt Wetzlar Stereomikroskop DIAMAL (1950er Jahre)

beamish

Ich habe eine ganze Reihe historischer (Messing-)Mikroskope (so ab c. 1850). Bei allen gibt es keine Probleme mit der Schmierung z.B. des Feintriebs. Gerade hatte ich mal wieder ein fast 150 Jahre altes Reichert in die Hand genommen. Der Feintrieb läuft "wie am ersten Tag". Was ist das "Geheimnis"?

Grüße
Martin
Zeiss RA mit Trinotubus 0/100
No-Name China-Stereomikroskop mit Trinotubus
beide mit Canon EOS 500D

schmidt

Danke für die Hinweise und Antworten.
Mit den kleinen Schräubchen hatte ich noch keine Probleme. Was die Fette betrifft, da scheint es enorme Unterschiede zu geben.
Manche Objektive/Triebe laufen ohne Wartung nach nach vielen Jahrzehnten einwandfrei, Manche sind nach nicht mal 10 -20 Jahren fest. Ich hatte wie gesagt bei Lomo Probleme, bin aber jetzt mit der Wartung rum.
Es gibt von den Mikroskopiefreunden Nordhessen in der Lomo-Infothek einen Beitrag zu Schmierstoffen.
Ich selbst habe, weil im Haushalt vorhanden, und recht gut ein wenig "SuperLube - Syntheticgrease" genommen. Es neigt scheinbar nicht zu kriechen und die Teile sind damit sehr leichtgängig. Die Zeit muss zeigen, wie es altert.
Was haben die eigentlich im 19 Jh. genommen, da gab es doch noch nicht die industriellen synthetischen Fette ?
Das würde mich auch mal interessieren was das "Geheimnnis" ist.
Meine DDR Zeiss gehen noch, scheinen aber langsam schwergängiger zu werden. Die PZO Objektive mit drehbarem Prisma, etwa genau so alt, sind noch super leichtgängig
Was mich, wie erwähnt, noch interessieren würde, wäre ein Anleitung, genauer ein Bauplan zu den Zeiss 40x0,95 und 100x1,32 mit Irisblende. man könnte sich ggf. auch vortasten, aber es ist natürlich gut wenn man vorher weis, wie es aufgebaut ist.
Ich hatte ein 70x1,23 WI von Lomo auch so ohne Plan zerlegt. Es erwies sich aber im Aufbau dem 40x0,95 praktisch identisch, so das alles gut klappte. Ich habe alle Teile und deren Lage zueinander bei/vor Demontage penibel markiert und aufgezeichnet, so hat man praktisch keine Justierprobleme beim Zusammenbau.
Wird jedem hier bekannt sein nur als Hinweis für Einsteiger die mitlesen und sich versuchen wollen. Und ganz wichtig der Kommentar von Sebastian. Vorsicht mit den kleinen Schräubchen. Ich wüsste nicht wo man da Ersatz bekommt, sollte eine kaputt- oder verloren gehen.

VG
pschmidt
Mikroskope:
Lomo Biolam Ph+; DF; HF-Abbe; Epi HF/DF/Pol; Epi-Fl; //Biolar DIK, IK, Ph variabel+-//
Nikon Eclipse -U  HF; DIK, Ph+, Epi-Fl//
MBS 10

Oecoprotonucli

#5
Hallo pschmidt*,

ich war länger nicht mehr im Forum aktiv, aber ich habe ein paar Links von früher zum Auseinandernehmnen von Objektiven abgespeichert, vielleicht hilft das:

Defekt im Objektiv erkennen, Objektiv auseinandernehmen
http://www.mikroskopie-forum.de/index.php?topic=16249.0

Leitz Objektiv Pv Apo 40 zerlegen
http://www.mikroskopie-forum.de/index.php?topic=23774.0

Leitz 40/0.95 apo problem
http://www.mikroskopie-forum.de/index.php?topic=23766.0

Verpilzte Okulare ... Rettung möglich??
http://www.mikroskopie-forum.de/index.php?topic=25564.0

Ich weiß, dass auch das Thema Fett schon besprochen wurde, aber ich weiß nicht mehr, wo. Danke schon mal für Deine Hinweise.

Zum Thema Rost an Schräubchen etc.: Die Lagerung von Mikroskopen wurde auch schon mal diskutiert, vor Allem in Hinblick auf Glaspilz. Wichtig ist ja wohl, selbst wenn man das Mikroskop nicht im feuchten Keller aufbewahrt (sowieso ein klares No-Go), für gute Lüftung zu sorgen aber auch zu starke Temperaturschwankungen zu vermeiden. Denn wenn das Metall "Kälte speichert", kann es zur Kondensation kommen (so werden ja auch viele Keller feucht, die man bei Wärme schließen und bei Kälte lüften sollte). In meiner sicher nicht perfekt klimatisierten Wohnung stelle ich ein Mikroskop möglichst etwas weiter vom Lüftungs-Fenster entfernt und möglichst weit oben in ein oberes Regal oder auf den Schrank.

Viele Grüße

Sebastian

Ich benutze privat:
Leitz SM-Lux mit (LED-) Durchlicht und Phaco-Ausrüstung (ca. 1975-77)
Hensoldt Wetzlar Stereomikroskop DIAMAL (1950er Jahre)

3nzo

Hallo Schmidt,
Über die Möglichkeit der Zusammensetzung der Präzision der Ziele mit Anpassungsring habe ich Zweifel. Tatsächlich ist die Bewegung des mobilen Elements zwischen zwei Anzeichen des Rings einige Zehntel Millimeter, dh vergleichbar mit der Strecke, die mit einem Tipp erfolgen kann.
Das Ziel wird funktionieren, aber es wird nicht gesagt, dass die Regulierung der Dicke des Schaufenster genau ist und Sie ins Auge gehen müssen. Mit anderen Worten, die Einstellung von 0,17 mm kann stattdessen 0,16 oder 0,18 mm oder schlechter entsprechen.
Manchmal bin ich gezwungen, einzugreifen, auch wenn ich versuche zu vermeiden. Ohne optische Kontrollwerkzeuge habe ich immer den Zweifel, dass ich die Parteien nicht gut reguliert oder zentriert habe.
Die besten Grüße.

Enzo

schmidt

Sebastian, danke für die Hinweise. Die Deckglaskorrekturen scheinen ja zu meistern zu sein.
Hat eigentlich schon mal jemand ein Objektiv mit Irisblende gewartet, wie das erwähnte 100x1,32 ?
Ich vermute das ist weitaus anspruchsvoller.
Enzo, mit der Makrkierung kann man gewährleisten, daß es im Idealfall genau so eingestellt ist, wie vor dem Auseinanderbau. Man kann annehmen, daß ab Werk die Justage so ist, daß der angezeigte Wert für die Deckglasdicke richtig ist. Sicher ist das natürlich nicht. Welche optischen Kontrollwerkzeige sind denn für eine Prüfung geeignet ? Es wäre doch ausreichend ein mit Mikrometerschraube vermessenes Deckglas an der Unterseite mit einer Farbmarkierung zu versehen und zu prüfen, ob die scharf /optimal abgebildet wird, wenn man die gemessene Deckglasdicke am Korrekturring einstellt ?

pschmidt
Mikroskope:
Lomo Biolam Ph+; DF; HF-Abbe; Epi HF/DF/Pol; Epi-Fl; //Biolar DIK, IK, Ph variabel+-//
Nikon Eclipse -U  HF; DIK, Ph+, Epi-Fl//
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