Präparate FELIX KUNZE restaurieren

Begonnen von Gerd Schmahl, Februar 09, 2026, 06:08:53 VORMITTAG

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Gerd Schmahl

Hallo,
in meiner Schule wurden zwei sehr schöne Präparate von FELIX KUNZE (Leipzig) zerbrochen, einmal Quergestreifte Muskulatur und - sehr viel tragischer, weil nur einmal vorhanden - Eierstock Kaninchen.

Ich dachte, dass ich die einfach ablösen und neu eindecken könnte, aber die eigentlichen Präparate lösen sich in Xylol nicht ab, nicht einmal in erwärmten, während die Deckgläser und das eigentliche Eindeckmittel (vermutlich Kanadabalsam) sich schon von den kalten Xylol-Dämpfen lösten. Ich vermute, dass sie vor dem Eindecken aufgeklebt wurden. Weiß jemand womit und wie man das lösen kann, ohne den sehr dünnen Schnitt mit schöner Färbung zu zerstören?

LG Gerd
Man sagt der Teufel sei, im Detail versteckt,
doch hab' ich mit dem Mikroskop viel Göttliches entdeckt.

K. B.

Hallo Gerd,
wenn die Präparate nicht noch auf Glimmer oder andere Folien aufgezogen wurden dürften die beim Ablösen zerfallen, ich würde eher versuchen den Objektträger sauber auszuschneiden und mit einem neuen Objektträger Stück und einem großen Deckglas alles wieder zusammenkleben evtl. sogar mit UV-Harz.
Viele Grüße
Kay
Mikroskop: Olympus BH-2 BHTU/ BHS mit Trino (DL; PH; Fluo; DF; AL)
                  Zeiss GFL Trinokular (DL; PH; Fluo; AL)
                  Olympus CK2 Invers Trino (DL; PH; Fluo)
                  Olympus GB (DL; PH)
Mikroskopkamera: Canon EOS 550D; EOS RP

JoachimHLD

Hallo Gerd,
Ablösen wird nicht funktionieren, wir habe in der Schule die Schnitte direkt auf den Objektträger mit Glyzerin-Gelatine aufgeklebt um ein Ablösen zu verhindern. Leg doch den guten Teil der Objektträgers auf einen Scanner und such jemanden der Dir ein Teil drucken kann das den Rest des Objektträgers "ersetzt" dann kannst Du auch ein neues Deckglas auflegen.
Viel Erfolg
Joachim

olaf.med

Lieber Gerd,

...schaust Du hier  ;D

Herzliche Grüße,

Olaf
Gerne per Du!

Vorstellung: http://www.mikroskopie-forum.de/index.php?topic=4757.0

... und hier der Link zu meinen Beschreibungen historischer mineralogischer Apparaturen:
https://www.mikroskopie-forum.de/index.php?topic=34049.0

Gerd Schmahl

Hallo,
danke für die Antworten, die leider ernüchternd sind. Der Objektträger ist schräg zerbrochen und der Bruch tangiert das Präparat ganz knapp. Das Gegenstück fehlt bedauerlicherweise schon, sodass das Wiederzusammenkleben ungünstigerweise nicht funktioniert und auch das Gradeschneiden und Ergänzen nicht. Den von Dir verlinkten Beitrag kenn ich gut, lieber Olaf.
Ist dann wohl doch ein Totalverlust. Schade!
Gerd
Man sagt der Teufel sei, im Detail versteckt,
doch hab' ich mit dem Mikroskop viel Göttliches entdeckt.

unkenheini

Moin Gerd,
Eventuell,ansteigende Alkohol Reihe probieren?Wenn Schnitt aufgeklebt,vielleicht mit Wasser löslichen Klebegrund?
Gruß Jörg
Mit freundlichen Grüßen
Jörg G.

p.s. Mir ist es lieber mit Du angesprochen zu werden als mit Sie.Danke.

Schuhmicro

#6
Hallo Gerd,

kannst Du einen Rahmen rings um den Objektträger herum machen, damit man ihn auf den Kreutztisch trotzdem spannen kann - ähnlich Idee von Joachim?
Mit Tesafilm den Objektträger festkleben, wir sehen den Schaden ja nicht, da ist es auch schwer definitiv was zu sagen.

Alles Pfusch
, ich weiss, Du willst dass man den Schaden nicht mehr sieht, aber wenn man den OT wieder unters Mikroskop legen kann ist es auch kein Totalverlust.

Aufwändige Lösung (Idee, das hab ich noch nicht versucht):
  Wie bei einem Gesteinsschliff könntest Du den kaputten Objektträger klein zuschneiden,
  Auf einen  (Giessener Format, der in deine Schleifmaus passt) Objektträger  kitten
    mit der Seite wo das Deckglas war nach unten.
  Den altem Objektträger auf 0,3mm dünner schleifen. langsame Drehzahl.
  Schliff vom Giessener OT Lösen.
  Auf einen nur in der Mitte auf 0,7mm dünner geschliffenen Objektträger kitten und mit Hilfe einer Schliffpresse mit übergrossem Deckglass eindecken

Gruss
Martin