Hauptmenü

ÜBEN ÜBT

Begonnen von Wutsdorff Peter, Dezember 16, 2025, 19:38:03 NACHMITTAGS

Vorheriges Thema - Nächstes Thema

Lupus

#15
Hallo Peter,

noch eine Ergänzung nachdem ich gesehen habe dass Du schon mehrfach vor Jahren und auch wieder vor nicht allzu langer Zeit Fragen zur Funktion Farbtemperatur, Farbton, Kontrast und Gamma gestellt hast ohne eine Antwort erhalten zu haben:
ZitatDen praktischen Unterschied zwischen Farbtemp und -Ton ist mir unklar.
Was bewirkt in der Praxis "Gamma"?
ZitatJetzt noch eine Frage an die Experten: was bewirkt "FArbton" und "Farbtemperatur" in der Praxis
ZitatWas ist der Unterschied in der Praxis zwischen Kontr. + Gamma?

Vielleicht ist es auch für andere Anwender von ToupView oder auch manchen Bildbearbeitungsprogrammen interessant, daher eine etwas ausführlichere Antwort:

Farbtemperatur - Farbton

In ToupView gibt es speziell in deutscher Sprache in den Kameramenüs zur Farbeinstellung missverständliche Begriffe: Im "Weißabgleich"-Menü die Regler Farbtemperatur und Farbton, im "Farb Abgleich"-Menü nochmal den Regler Farbton. Die beiden Farbtonregler haben aber vollkommen unterschiedliche Wirkungen. In englischer Sprache erfolgt dafür die richtige Differenzierung "Tint" und "Hue" - siehe Bild. Hue ist der Farbton im Sinn der gesättigten Grundfarben Rot, Grün, Blau und deren reine Mischungen wie Gelb, Cyan, Magenta, Orange usw. Tint bedeutet eher Tönung, also eine sehr abgeschwächte Färbung mit normalerweise hohem Weißanteil, typisch für einen Farbstich.

ToupView WhiteBalance ColorAdjustment.jpg

Es gibt aber auch Programme die verwenden statt der zwei Regler Farbtemperatur und Farbton (Tint) zur manuellen Einstellung des Farbstichs drei Regler Rot(R), Grün(G) und Blau(B) (wie z.B. das von Dir wohl auch verwendete IrfanView unter dem Bildbearbeitungsmenü "Bild"/"Farben ändern"). Warum der Unterschied für die gleiche Art der Einstellung?

Dazu etwas Farbenlehre: Im Bild ist rechts ein RGB-Farbmischkreis dargestellt, außen im Kreis die reinen Mischfarben aus den drei additiven Grundfarben R,G und B (wenn nur jeweils zwei der Grundfarben gemischt werden), nach innen die zunehmende Aufhellung durch Hinzufügen einer dritten Farbe (Erhöhung des Weißanteils).

Im Prinzip das Gleiche wird mit anderen Farbmodellen gemacht die auch als Norm für Messungen und Geräte wie Monitore u.ä. verwendet werden, links im Bild der sog. CIE1931 Farbraum. Er bildet im Prinzip fast die gleichen Farbnuancen ab wie der Farbkreis rechts daneben (etwas mehr im Blaugrün-Bereich, das eingezeichnete Dreieck umfasst etwa die Farben des RGB-Farbkreises). Außen umlaufend sind die physikalischen Wellenlängen des am Rand abgebildeten vom Auge sichtbaren Farbspektrums angegeben. Die Farbnuancen unten entlang der geraden Linie (Purpurlinie) existieren physikalisch nicht als Licht einer Wellenlänge, sondern werden vom Gehirn als Mischung aus Rot und Blau erzeugt. In diesem CIE-Farbraum ist auch die abstrahlende Farbe eines schwarzen Körpers mit entsprechender Temperatur (Farbtemperatur) als rote Kurve eingezeichnet. Auf dieser Linie liegt auch der neutrale Weißpunkt mit einer Farbtemperatur von 6500°.

Das ist in der Praxis für die Fotografie interessant, da man meist beim Farbabgleich nur die Farbtemperatur des Umgebungslichts verwendet wenn der Kamerasensor ansonsten richtig kalibriert ist. D.h. im einfachsten Fall stellt man den Farbabgleich als Farbtemperatur ein, und das aufgenommene Bild wird entsprechend dieser Kurve im Farbstich korrigiert, er reicht von leichtem Blau nach Orange (im Extremfall noch nach Rot für 1000°-1500° Farbtemperatur). Der Schieberegler "Farbtemperatur" in Toupview oder vielen anderen Bildbearbeitungsprogrammen und natürlich die Einstellsymbole für Tages- oder Kunstlicht u.ä. oder sonstigen Regler in Kameras verwendet also diese Kurve. Das vereinfacht die Handhabung wenn man nur Probleme mit der natürlichen Lichtfarbe des Beleuchtungslichts hat.

Sobald aber eine andere Beleuchtungslichtfarbe dazu kommt (z.B. in der allgemeinen Fotografie das Licht durch einen farbigen benachbarten Gegenstand) muss zusätzlich korrigiert werden, dazu gibt es einen 2. Korrekturregler der die Farben auf Linien die etwa senkrecht zu dieser Farbtemperaturkurve liegen korrigiert, also von Grün nach Magenta (in der CIE-Grafik als Purpur bezeichnet). Das ist dann der Regler "Farbton" (Tint) direkt unter "Farbtemperatur".

D.h. statt der 3 Regler Rot, Grün und Blau im RGB-Farbraum verwendet man 2 Regler für den Farbbereich Blau-Orange und Grün-Magenta. Für allgemeine Anwendungen sind m.E. die R,G,B-Regler intuitiver in der Anwendung.

CIE1931 Farbraum RGB Farbkreis.jpg

Was bedeutet aber der 3. Farbtonregler (Hue) im Farbabgleich-Menü? Er verändert die Farben sehr stark indem er sie je nach Einstellung des Regler vollständig auswechselt. Und zwar umso stärker desto stärker die Farbsättigung ist. Eine neutraler Farbton Grau oder Weiß wird praktisch nicht verändert.

Zum Vergleich zwischen dem Farbtonregler "Tint" und "Hue" folgende Bilder (die gezeigte Grafik ist das Farbeinstell- und Analysemenü meines Bildbearbeitungsprogramms, das sich aufgrund der Farbabstufungen gut zur Demo eignet). Zuerst die Veränderung des Originals (unten links) durch die ersten beiden Regler für die leichte Tönung (Farbstich) aus meinem Bildbearbeitungsprogramm, im Beispiel die Farbtemperatur nach Orange (Einblendung des Reglermenüs links oben). Die gesättigten Farben bleiben erhalten, je aufgehellter desto stärker der sichtbare Farbstich.

Weißabgleich Temperatur.jpg

Darunter die gleiche Ausgangsgrafik, verändert durch den Farbtonregler für die gesättigteren Farben (Hue). Die Farben verändern sich vollständig zu anderen (Grund-)Farben, der Farbkreis wird "gedreht". Dafür entsteht nahezu kein Farbstich bei neutralen, ungesättigten Flächen.

Von diesem Regler sollte man die Finger lassen, für ernste Anwendungen in der Mikroskopie macht er wenig Sinn - also den Regler unbedingt auf der neutralen Voreinstellung belassen.

Farbeinstellung Farbton.jpg

Kontrast und Gamma folgt später.

Hubert



Wutsdorff Peter

Guten Abend  Hubert,
da hast Du Dir wieder sehr viel Mühe für mich gemacht.
Vielen,vielen Dank.
Das muß  ich alles erst einmal verdauen.
Ich bin zwar stolzer Besitzer der 32-bändigen-Brockhaus-Enzyklopädie. Da fühlte ich mich aber überfordert.
Jetzt habe ich reichlich Futter für die nächsten Wochen.
Also vielen Dank Peter

Peter V.

#17
Hallo Peter,

die ausführliche Darstellung von Hubert ist sicher für die Allgemeinheit und den Interessierten wertvoll, führt aber weit über das hinaus, was DU für die praktische Anwendung der ToupCam wissen musst. Da wird Dir auch der Brockhaus kaum weiterhelfen. Auch ohne all diese Theorie kann man die Kamera bedienen  ;) Du musst also jetzt kein wochenlanges Studium der Theorie betreiben.

Warum nur machst Du es Dir so schwer?

Setz doch alle Regler in allen Registerkarten (oder Aufklappmenü, wie auch immer man es nennen mag)  auf "Default" oder in der deutschsprachigen Version "Voreinstellung"(also eine Grundeinstellung). Das heißt,  den entsprechenden Button überall anklicken. Oder noch einfacher: Schließe ALLE Rgeisterkarten, damit Du nicht in Versuchung kommst, irgendwo irgendetwas zu verstellen. Dann gehst Du auf die Registerkarte "Voreingestellte" mit dem Zahnrad ganz unten. Klick dort hinein und dann klickst Du "Werkeinstellungen" an. Anschließend öffnest Du die Registerkarte "Weißabgleich" und schiebst - wie schon x Male hier beschrieben - das Präparat aus dem Sehfeld. Anschließend den "Weißabgleich" Button drücken. Das ist doch schon im Wesentlichen alles! Lass doch bitte von allen anderen Registerkarten und Schiebern die Finger. Hexenwerk ist es jedenfalls nicht.

Mach es jetzt bitte wirklich mal Punkt für Punkt so, wie ich es oben beschrieben habe.

Nochmal: Du solltest wirklich nicht an den diversen Schiebern, die zum Teil kryptisch beschriftet sind, herumstellen. Das macht nur alles "strubbelig", wenn Du nicht genau weißt, was Du da tust  ;)

Ausnahme: Ggf. den Schieber für das "Belichtungs Ziel" unter derr Registerkarte "Belichtung & Empfindlichkeit" etwas anpassen, falls das Bild zu hell oder zu dunkel ist.

Und Achtung!!!!! Wenn Du eine Registerkarte geöffnet hast und der Mauszeiger sich zufällig auf einem Schieber befindet und Du dann mit dem Scrollrad der Maus scrollst, verstellen sich die Schieber!! DESHALB - nochmal: Alle Rgeisterkaten schließen, dann Werkeinstellungen, dann Weißabgleich und allenfalls dann noch die Helligkeit anpassen.

Mein Angebot steht immer noch, Dir - wenn ich etwas Zeit habe - per TeamViewer zu helfen.

Herzliche Grüße
Peter
Dieses Posting ist frei von kultureller Aneigung, vegan und wurde CO2-frei erstellt. Für 100 Posts lasse ich ein Gänseblümchen in Ecuador pflanzen.

Lupus

Hallo,

der Versuch, die früher schon einmal gestellten Fragen zur Funktion einzelner Regler in ToupView zu beantworten hat nichts mit der vorgeschlagenen Vorgehensweise aus meinem Beitrag #9 zu tun.

ZitatHubert: ich werde mir ein Präparat aussuchen, das auch blau enthält; werde dann berichten.
Peter: Dank für den Hinweis. Das Präp.,das auch blau enthält, wird dann als das "Testpräp." deklariert.
Peter, bitte mach doch einfach noch einmal den Versuch mit einem besseren Präparat. Und versuche diese Fragen zu beantworten:
"Was meinst Du mit "Die Helligkeit ließ sich nicht mehr  ändern, nur mit der Lampe am Mikro."?
Im Menü "Belichtung" sollte sich mit Haken auf "Auto Belichtung" durch den Schieber "Belichtungs Ziel" auf jeden Fall die Helligkeit verändern lassen. Alternativ kann man die Helligkeit manuell verändern, also bei "Auto Belichtung" den Haken entfernen und dann den Schieber "Belichtungszeit" manuell verändern. Funktioniert das?"

Hubert

Peter V.

#19
Hallo Peter W.,

wir versuchen ja immer noch, Dir auf die Sprünge zu helfen. Diesbezüglich ist es leider kontraproduktiv, wenn ich bzw. wir Dir etwas vorschlagen und erst Tage später eine Reaktion erfolgt (oder auch gar nicht auf das eingegangen wird, was wir Dir schreiben). Eine kurzfristige Umsetzung Dir vorgeschlagener Maßnahmen und ein zeitnaher Bericht über das Ergebnis würde die Sache schneller vorantreiben. Ich weiß manchmal nach ein paar Tagen oft auch nicht mehr genau, was Dir schon vorgeschlagen wurde, was Du bereits umgesetzt hast (oder auch nicht) und man fängt immer wieder quasi bei Null an. Auch die von Hubert jetzt schon zum zweiten Mal gestellte Frage, was Du mit der Äußerung meintest, dass Du die Helligkeit nicht mehr verstellen konntest, ist immer noch nicht beantwortet (und vermutlich weißt Du es jetzt aufgrund der vergangenen Zeit selbst nicht mehr).

So richtig Freude macht das denen, die Dir helfen wollen, auch nicht... s o können wir noch viele Jahre weitermachen und kommen nie zum Ziel. :-\

Herzliche Grüße
Peter
Dieses Posting ist frei von kultureller Aneigung, vegan und wurde CO2-frei erstellt. Für 100 Posts lasse ich ein Gänseblümchen in Ecuador pflanzen.