Das Grün in der botanischen Färbetechnik

Begonnen von Klaus Henkel, Januar 07, 2013, 12:34:32 NACHMITTAGS

Vorheriges Thema - Nächstes Thema

Klaus Henkel

"Die botanischen Schnitte wurden gefärbt in Astrablau-Safranin, in Etzolds AFC (Astrablau-Fuchsin, Chrysoidin) und in dito, modifiziert nach Brügmann: er hatte das Astrablau durch Alciangrün 2G x ersetzt. (Diese Färbung gefällt mir besonders gut für Schnitte durch Blätter u. ä.; das schöne, leuchtende Grün ist für Pflanzenschnitte doch ,,natürlicher" als blau, und die Kombination mit den verschiedenen Rottönen, von violett bis gelborange, ist ausgesprochen schön.)"

So schrieb ich im September 2000 in "µ", der damaligen Vereinszeitschrift der Münchner MVM, in einem Bericht über die Mikroskopierwoche auf dem Wohldenberg. Karl Brügmann war sein Vorrat an Astrablau zur Neige gegangen oder verpilzt, da nahm er ersatzweise das schöne Alciangrün 2G x. Ich war begeistert und drehte mich zu Klaus Hermann um, der eine Reihe hinter mir saß. Laß sehen, meinte er. Wir drängten dann Karl Brügmann, im nächsten Jahr dieses schöne "Etzold-Grün" wieder zu verwenden. Na schön meinte er, wenn euch das so gefällt ...

Wieder daheim, telefonierte ich mit Robin Robin Wacker in Würzburg, ob er nicht mal ... Er, der Anatom, experimentierte gerade mit Pflanzenfärbungen. Zwei Jahre später brachte er botanische Schnitte ("Waldweidenröschen" u.v.a.) mit nach Hagen: Grün!

Auch Klaus Herrmann hat hat, soviel ich weiß, im "Schwäbischen" für Grün tüchtig Reklame gemacht. So begann der "Siegeszug" der Farbkombinationen mit Grün.

Auch in früheren Jahrzehnten hat es immer mal wieder Versuche mit Grünkombinationen gegeben, Lichtgrün war lange beliebt bei Botanikern wegen seiner schönen Differenzierung, es hielt sich aber nicht, taugte nur für Frischpräparate. Brillantgrün war haltbar, aber sehr säureempfindlich.

Jedes Blau, ist bei Malern und Fotografen bekannt als typische Hintergrundfarbe, Rot drängt immer in den Vordergrund. Wenn man mit einer Leselupe eine Farbige Autokarte anschaut, z. B. die Dt. Generalkarte, scheinen die roten Bundesstraßen förmlich über der Kartenoberfläche zu schweben, Rot drängt immer in den Vordergrund, Blau bleibt bescheiden im Hintergrund. Probieren.
Deshalb hat mir die Kombination Astrablau-Safranin nie so recht gefallen wollen, ich fand den Farbkontrast der beiden Komplementärfarben zu grell, unnatürlich. Deshalb freue ich mich besonders an den schönen Grünkombinationen nach Art von Robin Wacker, die - zumindest hier unter den Pflanzenschnibblern im Forum - zu einer Art Standardfärbung werden. (Siehe die wunderschönen Präparate in Fahrenheits Aufsatz über die Kameliendame.

Farbige Grüße allerseits!
KH

Detlef Kramer

Lieber Herr Henkel,

ich möchte Ihnen in keinem Punkt widersprechen. Insbesodere Jörgs und Klaus-Dieters Fotos stellen eine Augenweide dar und ich selbst genieße die Präparate unseres gemeinsamen Freundes Michael Dillberger ungemein.

Kleine grundsätzliche Kritik: wie assoziieren Grün stets mit Chlorophyll bzw. Chloroplasten. Und das kann zu Missverständnissen führen. Ich persönlich würde daher im Unterricht die klassische Astra-Blau/Fuchsin-Rot-Färbung vorziehen. Sie abstrahiert und zeigt grell, auf was es ankommt.

Schöner sind aber auch für mich die verschiedenen Brügmann/Wacker/Müller-Färbungen allemal, weil sie unser angeborenes Gefühl für harmonische, natürliche Farben ansprechen.

Herzliche Grüße
Detef
Dr. Detlef Kramer, gerne per DU

Vorstellung: Hier klicken

Heiri

Werter Herr Henkel

Als neuer Forums Teilnehmer habe ich eine Frage.

Wo gibt es diese grüne Etzold Mischung zu kaufen?

Grüsse
Heiri