Die Zeiss Hilfslinse am Kondensor

Begonnen von peter-h, Mai 25, 2010, 17:22:09 NACHMITTAGS

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peter-h

Vielen Dank Thomas,

das ist wirklich eine gute Fundgrube. Da braucht man Wochen um durchzusteigen.  ;D

Viele Grüße
Peter

felix

Einen guten Abend!

Zunächst einmal ganz herzlichen Dank an Peter Höbel, daß er diese Diskussion angestoßen hat und an die anderen Diskutanten für die interessanten Informationen.

Als "Betroffener" (Zeiss Universal) habe ich zunächst meine Hausarbeiten gemacht (u.a. die genannte Anleitung für das Photomikroskop studiert) und dann Hand und Auge angelegt.

Versuch: Mit einem Zeiss Jena Apo 63/0,95 + achr. apl. Kondensor 1,4 das Gitter einer besonders schwierigen Frustulia (Kieselalge) auflösen.  Mit eingeschwenkter Hilfslinse habe ich das Gitter bisher allenfalls ahnen können.

1. Mit eingeschwenkter Hilfslinse köhlern, zentrieren und Leuchtfeldblende bis etwas über den Rand des Sehfelds aufziehen.
2. Hilfslinse raus: In der Mitte des Sehfelds ist nun ein dunkler Fleck sichtbar.
3. Den kann man auf dreierlei Weise beseitigen:
a) indem man die Leuchtfeldblende weiter öffnet, oder
b) indem man die Kondensorstellung verändert, oder
c) indem man die Kondensorapertur weiter öffnet.
3c) ist die richtige Lösung.  Das Gitter der Frustulia wird jetzt einwandfrei aufgelöst.  (Wenn man dann noch ein wenig den Zahnstocher über die Leuchtfeldblende rollen läßt -- schiefe Beleuchtung! -- läßt sich noch mehr Auflösung und zugleich mehr Kontrast herauskitzeln.)

Zweiter Teil des Versuchs: An die gesehene Auflösung mit eingeschwenkter Hilfslinse herankommen.  Ich fasse kurz zusammen: Wie auch immer, keine Chance!  Die eingeschwenkte Hilfslinse senkt die Apertur deutlich (d.h. an geeigneten Objekten sichtbar) ab.

Fazit: Der "Hilfslinsen-Samba" ist von großer praktischer Relevanz und das nicht nur ab Immersionsobjektiven.  Tatsächlich ist der Unterschied auch schon bei einem 40/0,65 zu sehen.  (Aber bei der Verwendung solcher Objektive kommt es ja selten auf höchste Auflösung an.)  M.a.W. es verhält sich alles genau so, wie in der genannten Zeiss-Broschüre beschrieben.

Mit bestem Gruß! -- felix
"Du" angenehm.

Nomarski

#17
Hallo felix,

deine Feststellung bei der Anwendung der Hilfslinse am Universal kann ich bestätigen.
Mit eingeschwenker Hilfslinse kann man den Kondensor in der Höhe stellen wie man will,
samtliche Blenden aufreißen, die zu Verfügung stehen, die Brennebene wird eben nicht bis zum Rand ausgeleuchtet.
Dadurch können auch die Strahlen der höheren Ordnung nicht in das Objektiv eintreten, welche für die hohe Auflösung relevant sind.
Bei meinem WL dagegen, was eine Kollektoroptik mit Zwischenabbildung hat, kann ich die Aperurebene sowohl mit also auch ohne eingeschwenker Hilfslinse ausleuchten. Beim WL mit dem Leuchtrohr für die 15Watt-Lampe geht das dagegen wieder nicht. Es ist also verschieden.
Was in der alten Phomi-Broschüre über die Anwendung der Hilfslinse beschrieben steht, mag zwar für diese Modelle zutreffen, muß aber noch lange nicht heißen, daß dieses für alle Standards zu gelten hat. Das sollte man von Fall zu Fall mit dem Hilfsmikroskop oder mit der Bertrandlinse im Optovar überprüfen, dazu ist es auch schließlich da und gerade für solche Sachen ein nützliches Hilfsmittel.

Viele Grüße
Bernd

Nachtrag:
Aber es heißt doch, so steht es auch in den Anleitungen zu den Geräten, daß man die Aperturblende ohnehin etwa zu 1/3tel schließen soll, was auch bedeutet, daß die Aperturebene nicht bis zum Rand ausgeleuchtet werden kann und dadurch auch an Auflösung verloren geht. Und das hätte man dann in etwa mit eingeschwenkter Hilfslinse. :D

Noch ein Nachtrag:
Zitat@ Nomarski,
es ist das "normale" Beleuchtungsrohr (46 70 50) mit dreilinsigem Mattglaskollektor für die Niedervoltleuchte 15 Watt / 6 Volt.
Die Beleuchtungsrohre haben teilweise zwei Bohrungen für die Befestigung im Fuß. Man sollte auf jeden Fall die Bohrung verwenden, durch die das Beleuchtungsrohr tiefer im Fuß sitzt. ;)

Jürgen Boschert

Hallo zusammen,

Thomas (TPL) hatte die umfangreiche Anleitung der Benutzung der HiLi wiedergegeben, wie sie in der Bedienungsanleitung zum Phomi ( I ) steht, und daraus gefolgert, dass demnach die HiLi nicht als "Inventar" des Beleuchtungs-Strahlenganges betrachtet werden dürfe.

Dazu möchte ich anmerken, dass in den Anleitungen zu den Phomi II und III ausdrücklich steht, dass die jeweilige HiLi permanent im Strahlengang verbleiben soll. Ihre Zentrierschrauben sollen dazu benutzt werden, die Leuchtfeldblendenzentrierung beim Objektivwechsel vorzunehmen. Die Zentrierschrauben an der Kondensorhalterung selbst sollten nur nach Kondensorwechsel herangezogen werden.

Ich wollte das nur nochmal anführen, weil die Beleuchtungsstrahlengänge von Phomi ( I ) und II völlig verschieden sind, die von Phomi II und III hingegen identisch. Phomi ( I ) hatte als einziges dieser Reihe zwei Irisblenden im Fuß. Da es auch bei den Universalen diesen Unterschied gab -die älteren mit zwei, die neueren mit nur einer Irisblende im Sockel, muss diesbezüglich auch entsprechend verschieden mit der HiLi verfahren werden.

Beste Grüße !

JB
Beste Grüße !

JB

felix

Hallo Jürgen,

ich weiß nicht, was Zeiss für Phomi II und III empfiehlt.  Ich empfehle aufgrund des beschriebenen Versuchs (mittlerweile mit einem 60/1,4 bestätigt) auch  am Universal mit nur einer Iris im Fuß wie am Phomi I zu verfahren:  Hilfslinse nach dem Köhlern bei Objektiven ab Apertur 0,5 ausschwenken! Ich würde die Hiflslinse ja auch lieber im Strahlengang lassen: da fällt weniger Staub drauf  ;)  Aber wie kommt man dann bitte an die höheren Aperturen??

Gruß -- felix
"Du" angenehm.

Nomarski

#20
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Rene

What a bloody mess, glad NOT to have such a big PM or universal. At least with the Standard series it is straightforward. From my RA manual: Hilflinse always in except for the lowest mags (but it is better to remove the frontlens). Hilflinse I for 15W Einbauleuchte and Leuchte60, Hilflinse II for external lamps. I have only tried the achro/aplan 1.4 for this, not the simple 0.9.

René

junio

#22
Liebe Mikrokollegen,

zur Klärung der Problematik kann ich auch nur bedingt beitragen.

Folgendes festzuhalten scheint mir aber doch wichtig. Alle Zeiss-Kondensoren  (zumindest Durchlicht/Endlichserie) setzen eine Leuchtfeldblende in sehr großer Entfernung voraus, eine Entfernung, die mit künstlichen Lichtquellen nicht erreicht wird. Um die sehr endlich entfernte Leuchtfeldblende einer künstlicher Lichtquelle abbilden zu können, muss der Kondensor abgesenkt werden, was zu Aperturverlust führt. Um das zu vermeiden, wird eine Hilfslinse vor den Kondensor geschaltet, die die Leuchtfeldblende scheinbar ins Unendliche verlegt (HILI II mit f=250mm für getrennt aufgestellte Leuchten, HILI I mit f=87,5mm oder HILI IV mit f=66,5mm für Stative mit der Leuchtfeldblende im Fuß). Die Zuordnung der Hilfslinsen erfolgt, so Zeiss um 1965, nach Anordnung der Leuchtfeldblende und Strahlenführung. Bei der Strahlenführung, die seitdem immer einmal modifiziert wurde ( Einbauleuchten, angesetzte Leuchten, Anschlussrohre mit und ohne Zwischenabbildung etc.), liegt dann das Problem.

Beste Grüße Jürgen Stahlschmidt

PS: Vielleicht noch ergänzend und erkärend, aber nicht das Problem lösend. Bei dem Einsatz der Hilfslinse liegt der Leuchtfleck des Lampenkollektors außerhalb der doppelten objektseitigen Brennweite dieser Hilfslinse, damit liegt das Bild innerhalb der doppelten bildseitigen Brennweite reell, umgekehrt und verkleinert .  

Nomarski

#23
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Nomarski

#24
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(Diese Diskussion bringt nichts)