Ringförmige Beleuchtung, diesmal mit Öl

Begonnen von Nomarski, April 03, 2011, 15:44:58 NACHMITTAGS

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TPL

#15
Zitat von: Gunther Chmela in April 03, 2011, 20:09:01 NACHMITTAGSEs wundert mich schon längst nicht mehr, dass das Verfahren es nie zur Serienreife geschafft hat, obwohl darüber vor langer Zeit zumindest in einer namhaften Firma nachgedacht worden ist. Es ist, so kann man wohl sagen, nicht standardisierbar.

Lieber Gunther,
Leitz hat serienmäßig einen Kondensor produziert, der sehr schöne ringförmige Beleuchtung erlaubt. So wurde das in den Leitz-Broschüren zwar nicht beschrieben, sondern da hieß es (1959) "Weiteres Heben des Spiegelkörpers (...) lässt das Bild des leuchtenden Rings wiederum wachsen, bis er nicht mehr vom Phasenring beeinflusst wird. Diese Einstellung (...) ergibt sehr kontrastreiche Hellfeldbilder."

Wer ihn kennt, weiß nun schon, worum es geht: der Heine-Kondensor kann das.
Beste Grüße, Thomas

PS: dieses Wunderwerk von einem Kondensor lässt sich übrigens auch an Mikroskopen anderer Hersteller einsetzen. Sogar am "Junior" (mit Zentrierfassung und per Zahn und Trieb höhenverstellbar!), siehe hier: http://www.mikroskopie-forum.de/index.php?topic=3567.0. Durch den sehr schmalen Phasen-Lichtring und die fast unbegrenzte Auswahl des Durchmessers passt er auch zu allen mir bekannten Phasenobjektiven. Ob er auch ein wirtschaftlicher Erfolg war? Zeiss warb ganz kräftig damit, dass seine Phako-Kondensoren eben nicht frei variable Lichtringe hatten, sondern immer die Gleichen ("reproduzierbar"). Für den Phako-Routinebetrieb ist das natürlich ein starkes Argument...

PPS: es würde mich nicht wundern, wenn nicht auch mit den pankratischen Kondensoren von Zeiss Ost und West RFB machbar wäre...

Thomas U

Hallo TPL!
Natürlich kenne ich den Heine Kondensor, ich habe ihn sowohl bei meinem 160 Eigenbau adaptiert und letzlich jetzt auch beim Unendlich Nikon. Dieser Kondensor ist ja wahrlich ein Meisterwerk und funktioniert auch bei allen andere Objektiven in ähnlicher Weise  wie bei den Pv´s von Leitz. Ich verwende ihn manchmal für Vergleichsfotos zu COL. Die Bilder sind ähnlich aber genau genommen nicht wirklich vergleichbar! Außerdem müsste man den Heine Kondensor für die neuen Objektive schon wegen des größeren Sehfeldes neu berechnen, was leider nicht passieren wird.
LG Thomas
YF

Gunther Chmela

Zitat von: TPL in April 03, 2011, 23:55:29 NACHMITTAGS
Leitz hat serienmäßig einen Kondensor produziert... der Heine-Kondensor kann das.

Lieber Thomas,

das wusste ich bereits. Da ich aber ausstattungsmäßig Zeissianer bin (so ist es nun einmal), hab ich mich weiter nicht darum gekümmert. Obwohl ich es immer sehr schade fand, dass ich nicht zu den Glücklichen gehöre.

Meine Frage wäre: Ließe sich der Leitzsche Heine-Kondensor auch an ein Zeiss Standard WL adaptieren? Und zwar so, dass das Instrument jederzeit wieder auf normalen Zeiss-Betrieb umrüstbar bleibt? Ein schwarzes Junior (Junior KF) hab ich zwar auch, aber dort wäre die Umrüstung nicht sehr sinnvoll (Platzmangel wegen installierter LED-Beleuchtung).

Der pankratische Kondensor von Zeiss West ist ja kaum reversibel an das WL adaptierbar. Aber vielleicht weiß ja Bernd da mehr (???).

Bleibt natürlich noch das Problem: Man müsste so einen Kondensor erst einmal haben. Woher nehmen, und nicht stehlen?

Herzliche Grüße!
Gunther

TPL

Zitat von: Gunther Chmela in April 04, 2011, 00:27:14 VORMITTAG
Ließe sich der Leitzsche Heine-Kondensor auch an ein Zeiss Standard WL adaptieren? Und zwar so, dass das Instrument jederzeit wieder auf normalen Zeiss-Betrieb umrüstbar bleibt? Ein schwarzes Junior (Junior KF) hab ich zwar auch, aber dort wäre die Umrüstung nicht sehr sinnvoll (Platzmangel wegen installierter LED-Beleuchtung).
Der pankratische Kondensor von Zeiss West ist ja kaum reversibel an das WL adaptierbar. Aber vielleicht weiß ja Bernd da mehr (???).
Bleibt natürlich noch das Problem: Man müsste so einen Kondensor erst einmal haben. Woher nehmen, und nicht stehlen?

Lieber Gunther!
Den Heine-Kondensor hatte ich - außer am Opton Junior - an einem Zeiss-Winkel STANDARD GF, einem CZ STANDARD Universal und dem CZ Photomikroskop im Einsatz. Dann sollte es auch am WL klappen.
Ernsthaft: Bernd hatte die originale Leitz-Schwalbe durch die Steckhülse mit 39,5 mm Durchmesser ersetzt (auch das ist - selbst für mich - reversibel). Einmal abgesehen davon, dass die Höhe dieser Hülse natürlich stimmen muss (um nicht in der höchsten Position der Heine-Vertikal-Einstellung das Präparat vom Tisch abzuheben aber trotzdem nahe genug für die Kondensor-Immerison zu sein) schien das eine übersichtliche Aufgabe für einen begnadeten Mechanikus.
Legt man jetzt noch um die Steckhülse einen Klemmring mit der Ringschwalbe der STANDARD-Kondensoren (wiederum keine übermäßige Herausforderung für den Besagten), dann hängt der Heine-Kondensor auch an den Zeiss-Geräten mit einer zentriebaren Kondensorfassung. Umrüsten muss man dazu am Stativ nichts (gar nichts!).
Heine-Kondensoren gibt es immer mal wieder in der Bucht, allerdings sind die Preise in der Größernordnung eines Phako-VZ-Kondensors oder drüber.
Vom pankratischen Kondesnor weiß ich nichts aus eigener Anschauung. Allerdings scheint er seine eigene Kollektor-Optik zu erfordern - ist also, wie Du schreibst, kein einfach zu montierendes Zubehörteil.

Beste Grüße!
Thomas

Holger Adelmann

Lieber Thomas, liebe Kollegen,

der Heine Kondensor ist sicher ein tolles Geraet, aber fuer die hier angestrebten maximalen Aufloesungen mit seiner max Apertur von ca. 1.0 nicht ausreichend, ich habe es selbst probiert.
Billiger und auch haeufiger ist ein Immersions DuFeld Kondensor der bei hochaperturigen Hellfeldobjektiven eine gute, allseits schiefe Beleuchtung erzeugt.

Herzliche Gruesse
Holger

Holger Adelmann

... ach ja, und so einfach war das auch bei mir nicht, trotz der tollen Leitz Optik, lieber Peter (H)  ;)
Deine UV Bilder sind top, nicht wegwerfen.
Auch mit meinem Equipment bekomme ich so etwas nicht in 10 min eingestellt. Wegen der hohen Pixelqualitaet aber niedrigen Empfindlichkeit der vervendeten CCD Kamera musste ich mittels Argus Image Prozessor 10 sec auf dem Chip integrieren.
H.

Nomarski

#21
Und ich habe in Wirklichkeit mein Bild nur mal eben mit dem Bleistift auf Papier gekritzelt und eingescannt. Das hat keine 5 Sekunden gedauert.

P.S.:
ZitatEs geht also auch ohne UV-LED oder gelbes Medium !
Damit macht man nur die Präparate kaputt.

Holger Adelmann


Thomas U

Hallo Holger, hallo Kollegen,
Alles was du Holger geschrieben hast, trifft zu. Die einfachere und billigere Lösung ist ein hochwertiger DF-Kondensor oder der Selbstbau mit DF-Scheibe und hochaperturigen Hellfeldkondensor (1.30- 1.40). Der Heine Kondensor, so wie er konstruiert ist, kann da nicht mehr mithalten (COL, DF), wenn es um Höchstauflösungen geht.

Lg Thomas
YF

TPL

...habe ich 'was von Höchstauflösung geschrieben?

Hallo Holger und Thomas,
meine Beiträge zum Heine-Kondensor bezogen sich auf Gunthers Klage, die Hersteller hätten die allseitig schiefe oder ringförmige Beleuchtung nicht serienreif produziert. Höchstauflösung ging schon zu Zeiten des Heine-Kondensors ganz anders: mit einem Elektronenmikroskop (damals auch noch Übermikroskop genannt)!

Ich sehe in dem Streben nach lichtmikroskopisch höchster Vergößerung eine nette, sportliche Übung, die auch dabei hilft, seine Werkzeuge besser zu verstehen und optimal in Schuss zu bringen / zu halten. Aber sonst...? Mir gefällt die schiefe Beleuchtung (auch die allseitige) weil man damit ohne großen apparativen Aufwand auch bei schwierigen Objekten (z.B. Ton-Suspensionen) einen guten Kontrast erreicht.

Beste Grüße, Thomas

Thomas U

Hallo an alle COL Kollegen!
COL mit dem Heine Kondensor funktioniert allerdings nur sehr beschränkt, und war ja in diesem Sinne auch nicht dafür gedacht, sondern ergab sich durch diese Konstruktion zufällig als Beigabe. Für ordentliches COL, und ich glaube da mit Gunther überein zu stimmen, braucht es immer fast die ganze Apertur des Kondensors, die Breite des Lichtringes muss immer genau auf das Objektiv angepasst werden oder noch besser variabel sein. Das ist mit dem Heine Kondensor  nicht möglich!  An diesem Punkt nochmals herzlichen Dank an Herrn Gunther Chmela für den Artikel (pdf) über die RFB, denn ich leider erst im letzten Jahr des alten Forums durchstudieren konnte und mich ermutigte weiter zu basteln!
Ein weiteres Danke  an Heribert Cypionka und sein kostenloses Programm Picolay, endlich eine Software mit der man vor allem sehr schnell und allem Komfort den Hintergrund in fast allen Kontrastmethoden bereinigen kann.

LG Thomas
YF

Klaus Herrmann

#26
Lieber Gunther,

ich bin nicht sicher, ob ich Dich richtig verstanden habe aber ich zeig mal, was in meinem Besitz war: den Pankraten von CZ gabs in 2 Versionen: einmal mit fester Verschraubung des Trägers für die Standard 14-18 und edel für WL und Universaltypen mit der Klemmschwalbe.

Edit: Kleine rote Hervorhebung wegen diverser Anfragen ;D






Eine professionelle Adaption des Heinekondensors an CZ-Standard WL liegt bei mir in einer Kiste, brauche ich nicht mehr, weil ich kein WL und keinen Heine mehr habe.

Prophyllaktisch merke ich gleich mal an: ja ich weiß, das das WL - wie die anderen erwähnten Mikroskope auch - zur Familie der Standard-Mikroskope gehört ;)
Mit herzlichen Mikrogrüßen

Klaus


ich ziehe das freundschaftliche "Du" vor! ∞ λ ¼


Vorstellung: hier klicken

Rene

Hello to all, I'm still drooling over Holger's marvellous image of Amphipleura pellucida, I'm sure he doesn't mind me including that here again:



I was only capable myself of producing this level of image quality in COL with polarized light. Now, assuming the white lines are striae with pores (I'm never sure in COL), I was wondering why even the black lines appear dotted. If you check Herr Hoebel's marvellous FESEM image of A.pellucida, the interstriae are quite rigid bars. Simply interference, or does anybody have a more thorough explanation??

Best wishes, René

A.pellucida by Peter Hoebel:


Nomarski

#28
Hi Renè,

i can use a Porsche to bring a letter with the label "very urgent!" to the letter-box. But it will not arrive earlier at the receiver.  ;D

Regards
Bernd



100/1,25 Öl, Achr.Apl. Kondensor 1,4 immergiert m. Öl, Interferenzfilter 510nm.


...in Farbe und bunt!

Nomarski

#29
Zitat von: Gunther Chmela in April 04, 2011, 00:27:14 VORMITTAG

...

Der pankratische Kondensor von Zeiss West ist ja kaum reversibel an das WL adaptierbar. Aber vielleicht weiß ja Bernd da mehr (???).

Bleibt natürlich noch das Problem: Man müsste so einen Kondensor erst einmal haben. Woher nehmen, und nicht stehlen?

Herzliche Grüße!
Gunther

Hallo Gunther,

der pankratische Kondensor ist schon reversibel an das WL adaptierbar und kann wie ein normaler Kondensorträger angesetzt werden. Auch der Aperturblendeneinsatz für den Pankraten läßt sich wie die Leuchtfeldblende in den Fuß einbauen. Das System muß aber sehr präzise justiert sein, damit es im Beleuchtungsstrahlengang keine einseitigen Vignettierungen gibt, deswegen ist ein Hin- und herbauen nicht sinnvoll. Einen speziellen Kollektor gibt es für den Pankraten nicht.

Um nun hier die "Chmela'sche Beleuchtung" zu realisieren, bedarf es nur eines kleinen Scheibchen, das man auf einen Glasfilter legt:


Dieser Nietkopf an der Stelle hat zufällig als Blende für das Plan-Neofluar 63/0,9 gepasst.




Plan-Neofluar 63/0,9. Pankratischer Kondensor mit 0,9er Linse, RFB-Blende, VG9-Filter.

Viele Grüße
Bernd