Problem mit dem indischen Trinotubus

Begonnen von Armin Z., Juli 21, 2011, 13:12:25 NACHMITTAGS

Vorheriges Thema - Nächstes Thema

wilfried48

Hallo Armin,

So hier nun die versprochenen Bilder von meinem indischen Trinotubus.

Von der Schwalbenseite her sieht er so aus:


der Durchmesser der Schwalbe ist auch 42 mm.

Durch Herausdrehen der vier Schrauben, die im obigen Foto schon fehlen kann man den Deckel auf der anderen
Seite abmachen und reinschauen.


Man sieht dass natürlich keine Linse drin ist, sondern nur ein Schiebeprisma, das den Strahl einmal teilweise in den Fotostahlengang lässt (teilverspiegelter Schiebeprismateil) und in der anderen Stellung voll in das Strahlteilerprisma für die beiden Binoeinblicke spiegelt (vollverspiegelter).

Du kannst bei deinem wirklich gefahrlos auch diesen Deckel abmontieren und mal reinschauen, vielleicht sieht man dann ja was los ist.

viele Grüsse
Wilfried
vorzugsweise per Du

Hobbymikroskope:
Zeiss Axiophot,  AL/DL/Ph/DIC/Epi-Fl
Zeiss Axiovert 35, DL/Ph/DIC/Epi-Fl
Zeiss Universal Pol,  AL/DL
Zeiss Stemi 2000 C
Nikon Labo-/Optiphot mit CF ELWD Objektiven

Sammlung Zeiss Mikroskope
https://www.mikroskopie-forum.de/index.php?topic=107.0

Günter

Hallo Wilfried,

herzlichen Dank für die hilfreichen Bilder und die Ermutigung, den Deckel abzuschrauben.
So konnte ich auch mein Problemchen mit dem Inder-Tubus lösen: ich konnte den Tubus einfach nicht zentrisch montieren, dazu reichte die Verstellmöglichkeit der 3 Schrauben der Schwalbenschwanzaufnahme nicht aus.
Nun habe ich mich nach einem Blick ins Innere getraut und das Schräubchen schräg vorne unten gelöst, und damit das Strahlenteilerprisma besser einstellen können.

viele Grüße
Günter

über mich   
Folge denen, die die Wahrheit suchen.
zweifle an denen, die sie gefunden haben.

Armin Z.

@wilfried: Danke dir! Bei mir schaut das Tubusinnenleben etwas anders aus. Bei Dir scheint, dass die Schiebprismaführung in Deinem Bild auch in den Strahlengang ragt. Doch dieses Reinragen ist bei mir im 3. Tubus nicht sichtbar (kann an meinem Ausschnitt der Kamera liegen). Jedoch stößt die Schiebeprismaführung an die Gewindeaufnahme der Schraube oben links. Insofern muss man davon ausgehen, dass das Reinragen nichts ausmacht.  Mit der Schraube, die sich an der Schiebprismaführung befindet, kann ich wohl meinen schwarzen Rand beim binokularen Schauen beheben.

Hier ein Foto von meinem Tubus:





Leider habe ich gesehen, dass bei mir die Verklebung des Strahlenteilerprismas an den Rahmen abgegangen ist. Kennt ihr einen guten Kleber für die Verbindung von Glass und Metall?

Ich werde mich jetzt mal mit dem zerlegten Tubus spielen und versuchen den Fehler zu entdecken. Wenn ihr noch einen Tipp für die mögliche Fehlerquelle habt, wäre ich sehr erfreut.

Armin
"Wir zerstören Millionen Blüten,
um Schlösser zu errichten.
Dabei ist eine einzige Distelblüte
wertvoller als tausend Schlösser."
                                      
                                  L.N. Tolstoi

Mein Vorstellungs: http://www.mikroskopie-forum.de/index.php?topic=4884.

Werner

Hallo Armin!

Der beste Metall/Glas-Kleber ist immer noch der älteste: Araldit bzw. Uhu-plus.
Heute heißt er Uhu-plus Endfest 300, die Schnellhärter kleben nicht so dauerhaft.
Wichtig: vorher mehrmals gut entfetten! Binder und Härter 1:1 zusammenrühren, bis ein milchiger Baaz entsteht.
Zum Aushärten auf die Heizung legen, die ist ja hoffentlich diese Woche an.
Klebrige Grüße   -   Werner

reblaus

Hallo -

und dran denken: Auf der Heizung wird die Mischung so dünnflüssig, dass sie bis zum Abbinden längst weiß Gott wo hin gelaufen ist und dort für dauerhafte Verbindungen sorgt, wo sie nicht sein sollten!

Gruß

Rolf

Rawfoto

Lieber Rolf

Werner schreibt zum Aushaerten. Das setzt voraus, dass zuerst der Kleber vermischt wird. Dann wird er beidseitig aufgetragen und man laesst ihn antrocknen und im naechsten Schritt werden die beiden Teile in Position gebracht und verpresst. Jetzt folgt ein antrocknen lassen und erst im letzten Schritt geht es zum Aushaerten.

Dazu eignet sich ein Waermeschrank bei 60 Grad oder im Winter die Heitzung. Dieser Schritt dauert ca. 24 Stunden.

Wenn Dir das Zeug im letzten Schritt davon laeft liegt das an der falschen Anwendung in den ersten Schritten.

Ich persoenlich fuehre vor dem Aushaerten eine Reinigung von ueberschuessigen Kleber durch. Dazu verwende ich mit Reinigungsbenzin leich befeuchtete Wattestaebchen. Doch Achtung, den darf es nicht einziehen, er loest den Kleber an!!! Weniger ist da mehr ...

:-)

Gerhard
Gerhard
http://www.naturfoto-zimmert.at

Rückmeldung sind willkommen, ich bin jederzeit an Weiterentwicklung interessiert, Vorschläge zur Verbesserungen und Varianten meiner eingestellten Bilder sind daher keinerlei Problem für mich ...

reblaus

Hallo Gerhard -

schon klar! Aber ich dachte eher an die Originaltechnik wie sie am Indischen Fototubus abgebildet ist - dort dient eine dicke Träne Kleber dazu das Strahlenteilerprisma zu fixieren. Wenn man das so mit Uhu plus macht und noch erwärmt, dann läuft die Sache irgendwo nach unten in die Gegend bevor es ausgehärtet ist, falls man nicht irgendeine dichte Fassung gebastelt hat.

Aber nix gegen die Inder - bei Zeiss-Prismen sieht die Befestigung oft ähnlich aus ....

Viele Grüße

Rolf

Kai

@all

Darf man als Neuling mal fragen von welchem "Inder" ihr hier die ganze Zeit redet  ??? ??? ??? Das mit der Bucht kenne ich ja schon....

Gruß
Kai
"sorry wenn ich in's "Du" verfalle - ist Gewohnheit - keine böse Absicht :) "
m, 54, Nähe Düsseldorf
Kai's Vorstellung: http://www.mikroskopie-forum.de/index.php?topic=9736.0

Werner

Ergänzung:

Das mit der Heizung funktioniert tadellos. Heutige Heizungen haben 30-60 ° Wassertemperatur. Reblaus mit seiner altertümlichen Dampfheizung von 110 ° muß da natürlich aufpassen, da wird der Kleber dünnflüssiger - Kleber-Anleitung lesen.
Wenn die Klebestelle waagerecht liegt, läuft nichts weg, der Tropfen wird klar und breitet sich nur etwas aus. Bereits ausgehärteter alter Kleber bleibt unverändert. Den Aushärtevorgang kann man gut mit einem Zahnstocher testen, erst flüssig, dann gummiartig und dann fest. Die Farbe ist leicht gelblich bis hellbraun. Es ist so auch mögllich, Stück für Stück komplexere Teile zusammenzukleben, kostet aber viel Zeit. Eine Probeklebung mit den Materialien ist empfehlenswert.
Eine höhere Aushärt-Temperatur steigert die Festigkeit, Optik-Kitt und Lackierung könnte aber beschädigt werden.

Die dicke Träne beim Inder könnte Silikonkleber sein, das geht in der Fertigung viel schneller, draufbatzen und weglegen. Silikonkleber halten (leider) nur ein paar Jahre, wie man bei älteren Elektroartikeln erleben kann. Die Klebestellen lösen sich.
In ganz bedenklichen Fällen wird auch Heißkleber verwendet, der hält noch weniger. Beide Kleber erscheinen milchig weiß, Heißkleber gibts auch gefärbt.
Test auf Silikon: Mit einem Schnitzmesser einen kleinen Span abnehmen und auf einen Blumendraht spießen. Einer Flamme nähern - wenn der Span glasig schmilzt, könnte es Heißkleber sein. Jetzt anbrennen lassen und die rußende Flamme bald ausblasen. Eine weiße Asche deutet sicher auf Silikonkleber hin.

Die eigentliche Klebestelle befindet sich aber nur an den Material-Oberflächen, eine dicke Träne sieht nur stabil aus, ist aber gut, um den Kleber mit einer Spitzzange wieder entfernen zu können.