Ersatz von Tetrachlorkohlenstoff

Begonnen von hebi19, August 28, 2011, 01:03:13 VORMITTAG

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treinisch

#15
Zitat von: peter-h in August 28, 2011, 20:07:54 NACHMITTAGS
Hallo Timm,

ist Dir bekannt in welchen kleinen Mengen das Natriumpolywolframat abgegeben wird? Sonst ist mir Tetra... doch lieber.

Hallo Peter,

ich weiss nicht ob es an der Menge liegt,
ich hatte seinerzeit bei

TC-Tungsten Compounds
Tannenweg 2
DE - 96271 Grub am Forst

Telefon: 0049 (0) 9560 742
Fax: 0049 (0) 9560 1707
E-Mail: service@heavy-liquid.com

angefragt. Ich habe eine sehr freundliche
Mail erhalten, in der Dr. Kamps mir sagte,
er habe mit dem Gefahrstoffbeauftragten
Rücksprache gehalten und möchte lieber
nicht an Privatpersonen verkaufen.

Kann ich verstehen, viel Arbeit, wenig Geld.
Frag doch mal an!

Viele Grüße

Timm
Gerne per Du!

Meine Vorstellung.

Klaus Herrmann

Hallo Wolfgang,

ZitatAus der Hühnerhaltung kenne ich das Flotationsverfahren mit einer konzentrierten ZnSO4 Lösung: 704 g Zinksulfat auf 1l H20.

werden da Hühner von ihren Eiern getrennt. ;D

@ Also mir scheint diese Diskussion schon ein wenig skurril: Welche riesigen Mengen sollen hier den aufbereitet werden? Mehrere Kilogramm Foraminiferen-Sand?

Ich habe schon viel Sandproben aufbereitet, das geht doch in einer Petrischale mit Wassser unterm Stemi wies Brezelbacken.

Ich bin ja wirklich für Chemie zu haben, aber hier finde ich das nicht richtig und man bringt sich zusätzlich noch um den Spass des Auslesens.

Und eine kleine griffelspitzerische Anmerkung: Gerhard Göke kann sich leider nicht mehr wehren aber er schreibt sich ohne h
Mit herzlichen Mikrogrüßen

Klaus


ich ziehe das freundschaftliche "Du" vor! ∞ λ ¼


Vorstellung: hier klicken

skipvolli

Hallo Klaus

Nein aber Hühnerkacke von Wurmeiern, Oozysten, Histomonaden und dergleichen, ohne Anreicherung durch Flotation lassen sich diese Erreger im Kot nicht feststellen.

Grüße

Wolfgang

Klaus Herrmann

OK Wolfang,

da macht die Flottation wirklich Sinn sonst wäre die Untersuchung buchstäblich ein schöner Sch...  ;D
Mit herzlichen Mikrogrüßen

Klaus


ich ziehe das freundschaftliche "Du" vor! ∞ λ ¼


Vorstellung: hier klicken

TPL

#19
Hallo Martin,
nicht böse sein, aber wenn ich diesen Beitrag verfolge, kommt es mir vor, als werde ein hübsches Pferd (Foraminiferen-Sammeln) mit dem falschen Sattel (Dichtetrennung) von hinten aufgezäumt.

Du nanntest den Strand des Ionisches Meeres in Apulien. Auch wenn das geographisch gut umrissen ist, verbirgt sich dahinter geologisch ein Puzzle aus drei kontinentalen Blöcken, zwei Ozeane und vielen Flachmeer-Ablagerungen http://en.wikipedia.org/wiki/File:CentralMediterranean-GeotectonicMap.jpg. Irgendwo zwischen Crotone und Taranto liegt die Grenze zweier geologisch sehr unterschiedlicher Provinzen. Der nordöstliche Bereich, der Apulische Block, ist dick mit Plattform-Karbonaten und Kalk-Mergel-Wechselfolgen bedeckt und ich vermute, die Strände liegen dort. Im Spülsaum gibt es wahrscheinlich eine Menge fossiler Foraminiferen des Miozän bis Pleistozän...

Selbst wenn das nicht so ein sollte: Ich würde erwarten, dass die Strände dort überwiegend aus kalkigem Sand bestehen. Von daher könnte es mit einer Dichtetrennung (der Begriff Flotation ist hier eher ungebräuchlich/missverständlich) der kalkigen Foraminiferenschalen vom kalkigen Hintergrund-Sediment prinzipiell schwierig werden.

Die Ersatzstoffe für Tetrachlorkohlenstoff mögen allesamt für's Labor geeignet sein (meine Erfahrung beschränkt sich auf Na-Polywolframat), aber allein die aufwändige Rückgewinnung der teuren Ausgangsstoffe und die bei Karbonaten problematischen Reaktionen zwischen Probe und Trennflüssigkeit lassen mir das als wenig praktikable Methode für den "Feldeinsatz" erscheinen. Dichtetrennung im Gelände kenne ich ausschließlich per Waschpfanne. Eine flache Salatschüssel erfüllt den Zweck sicher auch ;). Für wesentlich "urlaubskompatibler" halte ich es aber, den Spülsaum ohne Werkzeug oder Chemikalien abzusuchen, sondern einfach die Körnchen gelegentlich mit einer Taschenlupe zu durchmustern, um später die reichsten Proben zuhause von Hand auszulesen.

Gute Reise und viel Erfolg, Thomas

hebi19

Hallo Thomas

Vielen Dank für Deine Antwort - und: ich bin "kein bischen böse" - als Anfänger fang ich nach etlichen Jahren von "nur Interesse und meist lesen" jetzt endlich auch vermehrt praktisch mit dem Hobby Mikroskopie an, da muss man die ganzen Sachen erst so langsam auf die Reihe bringen. Da sind die Hinweise der Praktiker sehr nützlich, die manche Literaturangaben (teilweise aus früheren Zeiten) relativieren.

Ich werde also mal auf alle Fälle Taschenlupe, evtl sogar Stereolupe und etliche Probebeutel mit ins Gepäck nehmen. Mit unserem Wohnmobil werden wir ein bischen "tingeln" und so einige Strände besuchen. Wenn ich zurück bin habe ich vor, hier im Forum ein wenig zu berichten - so a la "als Anfänger auf Foraminiferensuche in Süditalien".

Für mich eine wichtige Erkenntnis: im Spülsaum am Strand kann ich viele fossile Arten finden!  Das war mir bisher nicht so klar, ist abe ja logisch, da der Sand ja auch "fossil" ist......
Bisher hab ich immer gedacht "rezent im Meer - fossil im Steinbruch/Tongrube"....aber so einfach ist's tatsächlich nicht.

Also - ab 18. September sind wir wieder zurück, da könnt Ihr mir dann vielleicht bei der Bestimmung des einen oder anderen Fundes helfen.

Bis dahin liebe Grüße
Martin


Grüße von
Martin alias hebi19

Motic BA-300, div Lomo, Stereo-Mikroskop noname

Hyperion

#21
Zitat
die Lösung sollte tatsächlich ganz schön sauer sein.

Stichwort Kationensäure!

Ausserdem ist das Zeug extremst hygroskopisch. Ich habe eine alte Flasche davon die -trotz Teflon Verschluss und Parafilm - nur durch die beim öffnen hereintretende Luftfeuchtigkeit schon nurn noch eine eklige Masse ist. Furchtbar davon was abzunehmen. Ich würde es gleich als hochmolare Lösung aufbewaren, bevor es zu feucht geworden ist und man eine Pampe aus dem Gefäß kratzen muss.
Man kann es (wie viele andere Chloride) nicht einfahc durch erhitzen wieder entwässern, weil es sich dabei unter HCl Abspaltung zersetzt.

Zitat
Keine Ahnung warum nicht.

Weil Herr Rau von Omikron ein *** geworden ist, der seit einiger Zeit z. B. nichtmal KCl (Fürs pH Meter) mehr an Privat abgibt, weil man daraus ja (über zig Umwege) KCN machen könnte (O Ton). Seit vor ein paar Jahren ein paar Händler von der Kripo hops genommen wurden, kriegt der sich nicht mehr ein. Früher hatte er fast alles (was erlaubt war) an privat geliefert.

Tetra wird man in DE nicht mehr bekommen, aber in Tschechien sind sie da noch freizügiger. Da kann man ruhig mal einen Liter mitnehmen (manche Drogerien können es bestellen, neben Per und anderen netten Sachen), nur nicht vom Zoll erwischen lassen. Aber Schengen sei Dank ist das heut ja kein Problem mehr.

TPL

Hallo Hyperion ....
... Du entführst uns schon wieder in eine weit abgelegene Galaxie ... Martin braucht(e) Hinweise zum Anreichern von Foraminiferen ... diese schnuckeligen Einzeller ... in Italien, nicht in Tschechien ... kein Anlass für Verschwörungsgeschichten ... alles nur freundlich dahingehaucht ... damit Alle auf dem Teppich bleiben ...

Peacige Grüße, Thomas

Stefan_O

#23
"***"

Die Admins sollten solche beleidigenden Aussagen streichen. Ich habe Herrn Rau anders in Erinnerung. Für die obskuren Vorschriften der Gesetzgeber kann er sicher nichts.

Gruss,
Stefan

Detlef Kramer

ZitatDie Admins sollten sollche beleidigenden Aussagen streichen.

ist bereits geschehen!

Detlef
Dr. Detlef Kramer, gerne per DU

Vorstellung: Hier klicken

ManK

Hallo die Spezialisten,
schaut doch mal, was ist davon zu halten:
http://cgi.ebay.in/TRIELLO-SMACCHIATORE-TIPO-TRIELINA-375-ML-/360337817575
steht auch in Italien im Supermarkt bei den Reinigungsmitteln.
Dichte 1,62, Inhaltsstoff Percloroethilene ...
http://de.wikipedia.org/wiki/Perchlorethylen?title=Perchlorethylen&redirect=no
viele Grüße
Manfred


liftboy

Hallo in die Runde,
Tetra, Per, Tri, das waren eine zeitlang handelsübliche Reinigungs- und Entfettungsmittel. Ich kann mich noch erinnern, wie früher die chemische Reinigung nach Per gestunken hat (und überall auf den Dachböden standen Tetra-Löscher). Es ist einfach zu sorglos mit dem Zeug umgegangen worden (ich schließe mich da nicht aus). Aufklärung wäre da besser als Verbot gewesen.
Nun gut, ich habe meiner Apothekerin erklärt, wofür ich Tetra brauche und dann hab ich es auch bekommen (kleinste Abgabemenge 1Ltr.!)
Ich werd es hüten wie meinen Augapfel. :-)
Gruß
Wolfgang
http://www.mikroskopie-forum.de/index.php?topic=785.msg3654#msg3654
LOMO-Service
Das Erstaunen bleibt unverändert- nur unser Mut wächst, das Erstaunliche zu verstehen.
Niels Bohr

Hugo Halfmann

Hallo Wolfgang,

das mit dem sorglosen und damit auch gefährlichem Umgang ist völlig richtig. Tri gibt´s wohl immer noch, in unserer Behörde liefen letzten irgendwelche Handwerker mit dem Zeug in Kanistern rum.....ist auch besser, wenn das nicht jeder im Baumarkt kaufen kann.
Viele Grüße aus dem Bergischen Land

Hugo Halfmann

Hyperion

#28
ZitatFür die obskuren Vorschriften der Gesetzgeber kann er sicher nichts.

Aber für vorauseilenden Gehorsam.

Tri gibts, stimmt, das benutzen die Reinigungen immernoch und ist auch in einem von diesen Dr. Beckmanns Fleckenentfernenr enthalten.
Zitat
Ich werd es hüten wie meinen Augapfel. :-)

Man kann es ja sammln und bei Bedarf durch Destillaton aufbereiten, wenn man sowas kann.

BTW: passend zum Thema:

http://www.shopblogger.de/blog/archives/12396-Verdachtskriterien-und-Handlungsempfehlungen.html

Aha, wenn also jemand wie ich, der keinen Festnetzanschuss besitzt (abgesehen davon das ich eh zu 90 % unterwegs bin) mal wieder Wasserstoffperoxid bestellen lässt und nur seine handynummer angibt, wird man schon gleich verpfiffen.
Tjaja dann kann der Blockwart die Leute ja gleich an die gestapo melden....

Man beachte den Punkt 1 des Händlers....

jibi

Hallo,
ich denke, die Diskussion wird im Moment etwas einseitig geführt. Seit dem Fall "chemonline" vor einigen Jahren, der für den Händler und allen Privat-Kunden, also auch für die seriösen Kunden, drastische Folgen hatte, wird jeder seriöser Händler möglichst keine Privatkunden mehr mit Chemikalien beliefern, will er seine Existenz nicht gefährden.
Übrigens spielt die Menge der bestellten Chemikalien fast keine Rolle,um u.U. Schwierigkeiten einzuhandeln. Den werten Mikroskopikern kann ich nur dringend raten, Chemikalien, soweit noch freiverkäuflich, beim Apotheker seines Vertrauens zu kaufen. Weitere Details will ich hier nicht anführen, der interessierte Leser mag das Thema googeln.

Mit besten Grüssen
Jürgen