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Frage zur Pflanzenfärbung

Begonnen von hajowemo, September 05, 2011, 21:20:35 NACHMITTAGS

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hajowemo

Hallo Forum,
ich habe einen Tulpenstiel, eingeklemmt in einer Möhre, im Handmikrotom mit einem Rasiermesser geschnitten.
Die Dicke des Schnittes ist, glaube ich, in Ordnung.
Gefärbt habe ich mit dem FCA-Färbekitt von Safeline, nach Anleitung.
Für die beiden Spüllösungen und der Färbelösung habe ich Urgläser benutzt.
Die Schnitte wurden mit einem Pinsel transportiert.
Wie ihr seht ist das Präparat total verwischt. Liegt das am Pinsel?
Wenn JA, wie transportiere ich die Schnitte schonend zwischen den verschiedenen Lösungen?
Bei Verwendung von Pinzette oder Präpariernadel beschädige ich die Schnitte.



Über eine Hilfestelle würde ich mich sehr freuen.
Grüße Jochen
Vorstellung
Homepage www.mikroskopie-hobby.de
Gerne per "Du"
Man sieht nur mit dem Herzen gut.
Das Wesentliche ist für die Augen unsichtbar.

Roderich Römhild

Hallo!

Vermutlich haben Sie schon ins Schwarze getroffen. Der Pinsel sorgt bestimmt für die "Verwischungsmerkmale" an den rot gefärbten Leitstrukturen. DAs diese jedoch so wahrzunehmen sind liegt meines Erachtens daran, dass der rote Farbstoff nicht korrekt ausgespült wurde. Ich bin jedoch noch nicht lange dabei und andere wissen dort bestimmt noch besser Bescheid.

Grüße,

Roderich

Fahrenheit

#2
Lieber Jochen,

ich vermute, der "verwischte" Schnitt ist zu dick und schräg angeschnitten. Dadurch liegen die Zellen quasi nicht mehr gerade, sondern versetzt übereinander und es entsteht ein 'verwischter' Eindruck, das Bild wirkt besonders bei einfachen Objektiven mit geringer Apertur nirgends richtig scharf.
Wenn Du freihand schneidest, hilft nur Übung oder der Umstieg auf ein Handmikrotom.

Beim Färben musst Du die Schnitte nicht von Lösung zu Lösung transportieren. Ich lasse die Schnitte im Uhrglas und gebe die Reagenzien mit der Pipette zu und sauge sie auch damit vorsichtig wieder ab. Die Methode stammt von Eckhard und ist recht praktisch: das Hantieren mit dem Pinsel entfällt und man kann die Färbezeiten für alle Schnitte gleichermaßen einhalten.

Anleitungen kannst Du Dir z.B. auf der Webseite des MKB unter Downloads herunterladen und vielleicht findest Du dort auch den einen oder anderen hilfreichen Artikel.  

Lieber Roderich,

nein, ein Verwischen des Farbstoffs mit demPinsel ist ausgeschlossen, er liegt nicht auf der Oberfläche des Schnittes auf wie Ölfarbe auf der Leinwand, sondern lagert sich an den Zellwänden an.

Herzliche Grüße
Jörg

Hier geht's zur Vorstellung: Klick !
Und hier zur Webseite des MKB: Klick !

Arbeitsmikroskop: Leica DMLS
Zum Mitnehmen: Leitz SM
Für draussen: Leitz HM

Klaus Wagner

Hallo Jochen,

so wie ich das Bild interpretiere, ist der Schnitt
a) zu dick
b) schräg
c) eventuell keilförmig.

Ich habe mich auch ewig und 3 Tage mit Handschnitten geplagt. gelegentlich kam auch was anständiges dabei raus. Aber halt nicht reproduzierbar.

Dann bin ich auf ein Handzylindermikrotom umgestiegen und verwende zum Schneiden ein Rasiermesser, ebay, 20Teuro. Ich halte meine Schnitte immer mit Styrodur, das ist ein hervorragender Ersatz für Holundermark. Ganz sanft ohne jeden Druck ziehend schneiden. So sollte die Oberfläche des Schnittes stimmen.

Achte beim Messerkauf auf eine möglichst lange Schneide. Sie sollte nicht geätzt sein, denn dann kann es sein, daß die Schnitte zerreißen. Mein teures Dovo aus Solingen taugt somit nur zum Rasieren und ich hatte mir ursprünglich so viel davon versprochen.

Lerne das Messer zu schärfen. Ich verwende einen Blauen Belgischen Brocken und einen Stoßriemen mit den Pasten Rot und Schwarz. Das Messer bekomme ich so hin, daß der berühmte Haartest problemlos funktioniert. Und ich habe ausgesprochen dünnes, leider auch schütteres Haar.  :-[

Es wird immer wieder das Spiel im Gewinde des Handmikrotoms moniert. Es kommt aber dann nicht zur Entfaltung, wenn Du beim Schrauben immer von unten auf die Schraube drückst. Aus meiner Sicht ist eine Tischklemme unnötig; mehr Gefühl hast Du, wenn Du das Mikrotom in der Hand hälts.

Ein Pinsel ist kein Problem, er sollte halt feine Haare haben. Der Backpinsel aus Mutters Küche ist nicht geeignet. Kaufe am Besten gleich 2, denn den ersten rasiert Du mit Sicherheit gleich mit Deinem Messer ab.  ;D

Zum Färben verwende ich keine Uhrgläser sondern die flachen Aufbewahrungsbehälter für Kontaktlinsen. Die bekommst Du für ganz wenig Geld vom Augenoptiker.

Langer Rede kurzer Sinn: Du benötigst

a) geeignetes Schnittmaterial (Eiche ist anfangs zu meinden)
b) das richtige Werkzeug
c) Erfahrung

Dann klappt´s schon.

Viele Grüße
Klaus