Wer kann Prismen im Bino justieren ??

Begonnen von hebi19, September 16, 2011, 10:12:53 VORMITTAG

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hebi19

Hallo Mikro-Kollegen

Ich arbeite nach wie vor mit meinem alten Steindorff. An den dejustierten Prismen im Bino-Tubus (bereits mal hier beschriben: http://www.mikroskopie.de/mikforum/read.php?1,35997,35997#msg-35997) hat sich noch nichts geändert. Bei Durchlichtbeobachtung bekomme ich selber die Bilder aber nach einigen Sekunden deckungsgleich und es war bisher für mich noch gerade so akzeptabel.

Die aus Italien mitgebrachten Sandproben beobachte ich aber inzwischen mit einer provisorischen Auflichtbeleuchtung (LED-Taschenlampe) mit dem 4er Objektiv. Da macht mir das deutlich mehr Schwierigkeiten und ich brauch immer fast ne Minute bis ich nix mehr doppelt sehe.......also wäre es wirklich mal sinnvoll, die Prismen zu justieren.

Ich selber habe an einem Mikroskop dieser Größenordnung noch nicht größer rumgeschraubt. Kann man sich so eine Justage selber zutrauen ? (sicher gibts im Innern entsprechende Stellschrauben??) ??
Oder wer könnte die Justage der Prismen durchführen bzw mich dabei unterstützen ??

Grüße von Martin alias Hebi
Grüße von
Martin alias hebi19

Motic BA-300, div Lomo, Stereo-Mikroskop noname

Werner Jülich

Wir können solche Arbeiten, nach Aufwand und gegen Berechnung, duchführen.

Werner Jülich

rhamvossen

Hallo,

Ich weiss nicht ob die alte Steindorff Mikroskope empfindlicher sind aber ich hab vor einer Weile zurück bei einem Händler 4 Steindorff Mikroskope geprüft, die hatten alle dejustierten Prismen. Wenn sie allen in Ordnung gewesen wäre dan hätte er sie verkauft für 80 EURO pro Stück. Ich weiss auch nicht was die Reparatur kosten soll, das kan nur Herr Jülich antworten, aber ich wurde mal überlegen ob es nicht günstiger ist ein anderes Mikroskop zu kaufen. Beste Grüsse,

Rolf




Hugo Halfmann

Hallo Martin,

ich würde mich auch eher nach einem weiteren Steindorff zum Ausschlachten umsehen, das ist mit Sicherheit günstiger wie eine Reparatur. Selbst ein schönes GFL bekommst Du mit etwas Glück deutlich unter 200.-€. Wenn also Dein Herz nicht an dem Steindorff hängt, dann würde ich mich nach Ersatz umsehen.

Eine Prismenjustage mit Hausmitteln hat Werner mal beschrieben:

Zitat von: Werner in Juli 19, 2010, 23:16:59 NACHMITTAGS
Zur Reinigung:
Keinesfalls Salzsäure! Optisch "gutes" Glas ist gegen Salzsäure chemisch nicht beständig, es kann trüb werden.
Die Entspiegelungsschicht MgF2 wird von Salzsäure auch angegriffen, außerdem enthält sie Poren.
Die gasförmige Salzsäure schädigt auch die unmittelbare Umgebung (Chlorionen - Salzsprühtest).
Oxalsäure ist eine gute Wahl, reine Zitronensäure geht aber auch. "Entkalker" sind ungeeignet, sie enthalten neben Zitronensäure auch noch die aggressive Amidosulfonsäure. Nachdem die Braunfärbung verschwunden ist, sofort mit destilliertem Wasser gut nachspülen und trocknen. Ionenaustauscher- oder Osmose-Wasser kann organische Substanzen enthalten, die einen Belag hinterlassen.

Zur Prismenjustage - Die Justage mit einem Laser ist einfacher als deren Beschreibung:

Prismenblock aus dem Gehäuse nehmen, Lage der Justierschrauben ermitteln und waagerecht befestigen. Ich nahm dazu ein Laborstativ mit Klemmen. Am besten geht ein Neonlaser mit einer Lochblende von etwa 1mm, eine Laser-Wasserwaage mit Blende tuts auch. Ein Laserpointer ist unpraktisch. Als "Leinwand" nimmt man einen Karton, geteilt durch einen waagerechten Strich und zwei weiteren senkrechten Strichen in 75 mm Entfernung (Augenabstand). In die Kreuzungspunkte und in die Mitte dazwischen werden drei Löcher von etwa 3 mm geschlagen (abgefeilter Nagel). Diesen Karton befestigt man in 2-3 m Entfernung vom Laser entfernt.
Den Laser waagerecht auf einen Holzblock oder Bücherstapel stellen und in Richtung mittleres Loch strahlen lassen. Die vorgestellte Lochblende erzeugt einen scharf begrenzten Strahl. Jetzt den Prismenblock mit der Tubusseite vor den Laser stellen. Den Laser mit Pappe oder Blech so unterlegen, daß er mittig in das Eintrittsprisma leuchtet (das ist einfacher als die Höhenverstellung des gesamten Prismenblocks). Block wieder wegschieben und den Zielkarton nachjustieren, daß der Strahl durch das mittlere Loch fällt. Prismenblock auf 75 mm Augenabstand einstellen und vor den Laser schieben.
Jetzt sind zwei leuchtende Punkte auf dem Ziel erkennbar. Schwenken und Neigen des Prismenblocks würde eine geringe Parallelverschiebung der Strahlen erzeugen. Einfacher ist es, den Zielkarton selbst so nachzujustieren, daß der der Zielmarkierung am nächsten liegende Leuchtpunkt genau durch das zugehörige Loch fällt. Mit den Prismen-Justierschrauben wird nun der andere Strahl auch genau durch das zweite Loch geschickt. Der "Volltreffer" ist auch aus größerer Entfernung daran zu erkennen, daß der blendend helle Strahl wegen des Lochs dunkler wird. Hiermit sind die Prismen genau parallel ausgerichtet.
Nach erfolgreicher Justage kann man nun auch gleich Ferngläser testen: Das Fernglas auf 75 mm Augenabstand einstellen und vor den Prismenblock halten. Zwei größere leuchtende Flecken sind auf dem Ziel zu erkennen. Sind die Flecken kreisrund und waagerecht und im Objektivabstand, ist das Fernglas tadellos. Sind die Flecken kreisrund, aber nicht waagerecht oder nicht im Objektivabstand, ist das Fernglas dejustiert und erzeugt Kopfweh. Die Nachjustage ist aber schwieriger als die des Binoaufsatzes (Linsenjustage und/oder Prismenjustage).
Sind die Flecken eiförmig oder amöbenhaft, taugt die Optik des Fernglases nichts - irreparabel - Schrott.

Viele Grüße   -   Werner

Viele Grüße aus dem Bergischen Land

Hugo Halfmann

Peter V.

Hallo,

gegen Portokostenersatz schenke ich Dir einen Steindorff-Binotubus ( weiss ) , wenn Du möchtest. Ich kann ihn alllerdings nicht auf Prismenfehler testen, da ich selbst nicht binokular sehen kann.

Herzliche Grüße
Peter
Dieses Posting ist frei von kultureller Aneigung, vegan und wurde CO2-frei erstellt. Für 100 Posts lasse ich ein Gänseblümchen in Ecuador pflanzen.

hebi19

Danke für das tolle Angebot

PN ist abgeschickt.
Grüße von
Martin alias hebi19

Motic BA-300, div Lomo, Stereo-Mikroskop noname