Autor Thema: HISTOLOGIE: Sammlung Histo- und Pathologische Großschnitte  (Gelesen 14105 mal)

Ronald Schulte

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HISTOLOGIE: Sammlung Histo- und Pathologische Großschnitte
« am: Oktober 31, 2011, 20:02:10 Nachmittag »
Heute möchte ich mal einige großchnitte zeigen die ich in letzter zeit gemacht habe. Alle Schnitte kommen aus Paraffin.
Alle Schnitte sind mehrere Millimeter oder sogar Zentimeter groß so darum sind auch alle Bilder gestitched.
Alle Bilder sind alle aufgenommen am Leitz Orthoplan und die meisten Fotografiert mit der Moticam 2300 (nur die Maus-totalschnitt ist noch mit mein vorigen Coolpix 4500 gemacht). Die gebrauchte Objektive sind die  4x und 10x. Mit mein 2,5x ist das Bild am Mikroskop Prima nur gibt die Moticam da was Probleme.

Bild 1,
Naevus meine Tochter, Färbung Haematoxyline/Eosin. Ein Naevus wird in Holland auch Mutterflecke genannt. Eine Deutsche übersetzung liefert mir 'Maulwurf' (stimmt das?).
Ich habe es nicht selbst rausgeschnitten sondern den Arzt gefragt um die Hälfte mit nach Hause zu nehmen.
In die dermis sind einige ungewöhnliche aber gutartige Blaue Zellen zu erkennen.




Bild 2,
Lympf-Knoten von ein Schwein. Einbettung von Carsten Dittmayer.  Färbung HE.




Bild 3,
Niere eine Ratte. Färbung nach Mallory 1900.




Bild 4,
Querschnitt von das Großhirn eine Ratte. Färbung HE.




Bild 5,
Kleinhirn Mensch (leider nicht selbst geschnitten). Färbung HE.




Bild 6,
Maus Sagittal, Färbung nach Mallory 1900. Kamera Coolpix 4500. Ist deutlich etwas Fleckig im vergleich mit das nächste Bild aufgenommen mit die Moticam.




Bild 7,
MausKopf  Sagittal, Färbung Kernechtrubin.




Bild 8,
Mauskopf Frontalschnitt im Nasenbereich. Färbung AZAN.




Bild 9,
Mauskopf im Bereich die Augen. Färbung AZAN.




Bild 10,
Adenokarzinom im Dickdarm. Leider nicht selbst geschnitten, wohl gefärbt.
Das Krebsgewebe befindet sich an die Unterseite.




Bild 11,
Dünndarm. Schnitt von Carsten Dittmayer. Färbung HE.




Bild 12,
Lunge Schwein. Färbung AZAN.




Bild 13,
Kleinhirn Maus. Färbung nach Mallory 1900.




Bild 14,
Wirbelsäule Maus. Färbung AZAN.




Bild 15,
Testis eines Kaninchen. Färbung nach Mallory 1900.




Bild 16,
Mausfetus Theiler stage 24. Färbung HE.



Viel Spaß beim anschauen, grüße Ronald
« Letzte Änderung: November 01, 2011, 14:31:47 Nachmittag von Ronald Schulte »
Mikroskope:
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Dünnschliffbohrer

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Re: HISTOLOGIE: Sammlung Histo- und Pathologische Großschnitte
« Antwort #1 am: Oktober 31, 2011, 20:27:41 Nachmittag »
"In die dermis sind einige Blaue Krebszellen zu erkennen." - das will ich nicht hoffen, sonst wäre es kein Naevus mehr, sondern ein malignes Melanom und müsste mit Sicherheitsabstand histologisch kontrolliert nachexzidiert werden... Ohne Ausschnittsvergrößerung kann man da nicht viel zu sagen, aber vieleicht sagen die pathologen hier im Forum etwas zum Grad der Dysplasie. Würde mich auch mal sehr interessieren, da ich mir demnächst auch so ein teil wegmachen lassen möchte. Viele Grüße, Db.
"Und Gott sprach: Es ist nicht gut, daß der Mensch allein sei; und er schuf um ihn Laubmoose und Lebermoose und Flechten und ein Mikroskop!"
[aus: Kleeberg, Bernhard (2005): Theophysis, Ernst Haeckels Philosophie des Naturganzen,  S. 90]

Ronald Schulte

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Re: HISTOLOGIE: Sammlung Histo- und Pathologische Großschnitte
« Antwort #2 am: Oktober 31, 2011, 20:46:41 Nachmittag »
@Db,

Warten wir ab, da kommt bestimmt noch eine der eine aussage macht.

Grusse Ronald
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Ronald Schulte

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Re: HISTOLOGIE: Sammlung Histo- und Pathologische Großschnitte
« Antwort #3 am: Oktober 31, 2011, 20:54:40 Nachmittag »
Weil da wahrscheinlich doch gefragt wird nach ein Detail!

Objektiv 40x


Objektiv 40x


Grusse Ronald
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Fahrenheit

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Re: HISTOLOGIE: Sammlung Histo- und Pathologische Großschnitte
« Antwort #4 am: Oktober 31, 2011, 21:05:15 Nachmittag »
Lieber Ronald,

eine beeindruckende Sammlung! Danke fürs zeigen.

Im Deutschen ist die Übersetzung Muttermal - also gar nicht so weit vom holländischen Mutterfleck entfernt.
Bezüglich der Diagnose drücke ich die Daumen, dass nichts Bösartiges enthalten ist.

Herzliche Grüße
Jörg
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Dünnschliffbohrer

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Re: HISTOLOGIE: Sammlung Histo- und Pathologische Großschnitte
« Antwort #5 am: Oktober 31, 2011, 21:08:55 Nachmittag »
Die Ausschnittvergrößerungen sind (wie auch die Übersichtsaufnahmen) sehr schön! Meine Fragen an die Pathologen: die blau gefärbten Kerne der Zellen sehen für mich als Laien der Tat sehr unregelmäßig aus - wo ist hier die Grenze des Normalen? Handelt es sich um Artefakte? Eindeutige Mitosen erkenne ich nicht -  wie viele wären in solch einem Bildausschnitt bei einem Melanom zu erwarten? Könnte ein Pathologe mal Nävuszellen, dyspalstische NZ und Melanomzellen zum Vergleich in ein paar Bildern neben-/hintereinander zeigen? Sind Melanomzellen immer spindelförmig? Und Naevuszellen rund? Freu mich auf die Antworten - Db.
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Ulf Titze

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Re: HISTOLOGIE: Sammlung Histo- und Pathologische Großschnitte
« Antwort #6 am: November 01, 2011, 11:37:53 Vormittag »
Lieber Ronald,

Ich gebe Dir Recht, diese blauen Zellnester in der Demis sind dort ungewöhnlich. Vermutlich handelt es sich um einen kongenitalen (angeborenen) melanozytären Nävus. Diese Nester müssen noch von Anhangsgebilden (Adnexen) abgegrenzt werden - ich wüsste jetzt aus dem Stehgreif allerdings nicht was für welche. Aber um mich festzulegen und den Befund endgültig einzuordnen, müsste ich mir den Schnitt selbst unterm eigenen Mikroskop ansehen - Bilder ersetzen keine Mikroskopie!

Man muss sich noch die Junktionszone ansehen! Wie viele Melanozyten liegen im basalen Epithel? Normalerweise versorgt ein Melanozyt 36 Keratinozyten mit Melanin. Daher liegen die Melanozyten immer mit einigem Abstand im basalen Epithel. Bei einer Vermehrung der basalen Melanozyten spricht man von einer "Lentigo simplex". Ob das vorliegt, kann ich anhend der Bilder nicht beurteilen.

Wie alt ist Deine Tochter? Und wo wurde der Fleck entfernt? Ich hätte jetzt getippt, irgendwo am Körperstamm - richtig?


Zitat
In die Dermis sind einige Blaue Krebszellen zu erkennen.

NEIN! Hoffentlich nicht! Bitte V O R S I C H T mit dem Wort "Krebs"! Krebs heißt immer maligne (bösartig) - ohne Ausnahme !!!! In diesem Fall dürfte es sich um sog. melanozytäre Zellen handeln, die "an flascher Stelle" liegen. Man unterscheidet angeborene Nävi - im weiteren Sinne harmlose kleinherdige Fehlbildungen - von erworbenen Nävi, die vermutlich einen degenerativen Prozess darstellen. Beide Versionen sind G U T A R T I G !!!! Typisch ist, dass diese melanozytären Zellen ("Nävuszellen") sich mit der Zeit in ihrer Form verändern ("ausreifen") - oftmals bilden sie nervenartige (neuroide) Strukturen aus. Für bösartig entartete Zellen halte ich diese Nester nicht, dafür sind sie zu monomorph! Die Nester sind symmetrisch um einen Haarfollikel angeordnet - das sieht auch gutartig aus. An den Bildern kann ich kein bösartiges Wachstumsmuster erkennen.

Aber ich denke, Du wirst noch eine Kopie des Befundes vom Pathologen bekommen, an den die andere Hälfte des Präparates gegangen ist. Den Befund solltest Du abwarten. Bei einem einfachen Muttermal ist das hoffentlich nicht so gravierend, aber eigentlich sollte man dem Pathologen immer das ganze Material zur Verfügung stellen! Wenn das Material aufgeteilt wird, erhöht man immer den Unsicherheitsfaktor! Wenn man Material aufteilt und unterschiedlichen Gutachtern vorlegt, bekommt man nicht selten zwei unterschiedliche Meinungen! Und was macht man dann ????

Ich hätte das nicht gemacht - und eigentlich hätte ich nicht antworten sollen. Habe es aber getan, weil hier schon wieder über Krebs spekuliert wird. Mensch Leute!  V O R S I C H T mit sowas! Solche Diagnosen haben Konsequenzen! Warte den Befund des betrauten Pathologen ab - der entscheidet! Nicht ich!

Grüße
Ulf

« Letzte Änderung: November 01, 2011, 12:25:55 Nachmittag von Ulf Titze »
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Jan Kros

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Re: HISTOLOGIE: Sammlung Histo- und Pathologische Großschnitte
« Antwort #7 am: November 01, 2011, 11:53:07 Vormittag »
Hallo Ronald
Wunderschöne Bilder hast Du wieder hingestellt.
Die gestitschte Bilder wie gross kann man die ausdrucken, weiss Du das.
Ich höre es von Dir
Herzlichen Gruss
Jan

Ronald Schulte

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Re: HISTOLOGIE: Sammlung Histo- und Pathologische Großschnitte
« Antwort #8 am: November 01, 2011, 13:55:56 Nachmittag »
@ Ulf,
Danke für deine Antwort. Den Fleck sas am Rücken so den Tipp ist ziemlich korrekt.
Den Befund für solche kleine Sachen bekommt man hier nur wenn man darum fragt (kein Bericht ist gut Bericht).
Das Wort Krebs ist hier nicht so beladen denke ich wie bei euch. Gutartig nennt man hier auch Krebs.
Dieser Fleck war dann auch gutartig.

Das den Arzt mich die Hälfte so einfach mitgegeben hat war auch fremd. Da hat mich schon vor wenige Wochen ein 'Fachmann' aus Deutschland fremd angeguckt.



@ Jan,
Diese gezeigte Bilder kann man nicht ausdrucken. Wenn du mal eine haben mochtest kann ich dich ein Grossdatei (50-60mb) schicken und den ausdrucken. A3 oder A2 Format ist kein Problem.

Grüße Ronald

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Florian Stellmacher

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Re: HISTOLOGIE: Sammlung Histo- und Pathologische Großschnitte
« Antwort #9 am: November 01, 2011, 18:54:27 Nachmittag »
Lieber Ulf,

wie gut, dass Du es wieder mal so auf den Punkt gebracht hast! Ich muss zugeben, dass ich gestern Abend wirklich keine Lust mehr hatte, die Sache zu kommentieren.

Ein kleiner Nachtrag: Ronald wurde bereits wegen des Teilens des Materials gerügt ( ;)) und die andere Hälfte von mir (zähneknirschend) fachärztlich begutachtet - nun werde ich keine Diagnose ins Netz stellen, aber es ist schon alles so, wie Du es Dir sicher denkst.

Herzliche Grüße,
Florian
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Florian Stellmacher

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Re: HISTOLOGIE: Sammlung Histo- und Pathologische Großschnitte
« Antwort #10 am: November 01, 2011, 19:05:22 Nachmittag »
Hallo Dünnschliffbohrer,

sorry, aber mir fehlen Lust und Zeit, hier mal eben eine Zusammenstellung verschiedener Naevi und maligner Melanome vorzustellen. Auch das Wort "dysplastisch" ist in diesem Zusammenhang nicht zielführend; zwar gibt es dysplastische Naevi, diese haben aber paradoxerweise kein erhöhtes Entartungspotential.

Das maligne Melanom hat eher zytologische als histologische relativ typische Merkmale, wenn man vom Pigmentgehalt der Zellen, der nicht immer nachweisbar ist (amelanotisches Melanom), absieht. Aufgrund seiner enorm variablen Histologie gilt dieser Hautkrebs als der Harlekin unter den Tumoren. Neben spindeligen Zellen können z.B auch kleine Zellen mit rundem Kern und spärlichem Zytoplasma auftreten, es gibt extrem große Tumorzellen mit bizarr geformten Kernen neben Anteilen, die man als drüsigen Strukturen fehldeuten kann. Insbesondere bei größeren knotenförmigen (nodulären) Melanomen können die verschiedensten Tumorzelltypen relativ scharf von einander abgegrenzt nebeneiander vorliegen. Daher sichert man heute die Histologie durch zusätzliche immunhistochemische Färbungen (z.B. mit Antikörpern gegen Melan A, HMB45, S-100) ab.

Beste Grüße,
Florian
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