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Farbschleier

Begonnen von Stefan_O, November 09, 2011, 10:21:18 VORMITTAG

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Stefan_O

Salü Zusammen,

ich habe vermehrt das Problem, dass ich bei dunklem Hintergrund ein Farbschleier in meinen Bildern habe. Mit Zuziehen der Aperturblende (Orthoplan Pol Auflicht) verstärkt sich das Problem. Ein mehrmaliges Nachjustieren der Lampe hat nichts gebracht, daran scheint es nicht zu liegen. Der Farbschleier ist sowohl im Okular als auch über die Kamera sichtbar. Weissabgleich ändert nichts. Hier ein Beispielbild, der Hintergrund sollte gleichmässig grau sein.



Langsam wird es frustrierend, da es die Bilder regelrecht verfälscht. Hat jemand eine Idee, woran es liegen könnte?

Danke,
Stefan

TPL

Hallo Stefan,
das könnten Schleier sein, die durch Reflexe innerhalb des Objektivs zustande kommen. Solche internen Reflexe sind kein Makel: sie kommen auch bei allerfeinsten Objektiven vor und sind bei "dunklen" Präparaten natürlich wesentlich auffälliger als bei stärker reflektierenden. Bei meinen Kohleproben hatte ich dieses Problem sehr häufig. Wenn Du ansonsten schon den gesamten Strahlengang optimiert hast bleiben noch

- Immersion (das brauche ich Dir wohl nicht zu sagen :-[) und
- eine pol-optische Methode, den Schleier zu reduzieren, die bei Leitz Reflexionskontrast und bei Zeiss Antiflex-Methode heißt und darin besteht, dass mit einem drehbar vor das Objektiv montierten lambda/4-Plättchen ein Großteil des Lichts ausgeschaltet wird, das nicht von der Probe reflektiert wird. Nachteil: andere pol-optische Verfahren sind nicht mehr anwendbar.

Viel Erfolg, Thomas

Bastian

Hallo Stefan,
da kann ich Thomas nur beipflichten. Ich habe das Problem bei meinen anthropogen hergestellten Schlacken, Gläsern und metallurgischen Steinen auch.- Wenn Du uns noch mitteilst was Du da fotografiert hast, können wir vielleicht sogar mit Bestimmtheit sagen dass es so ist. Bedenke dass es viele, v.a. Ganggesteine aber auch Erze gibt (z.B. Sphalerit) gibt die eben nicht opak sind, und je nach Zusammensetzung kannst Du ganz gehörige "Streulicht" Probleme bekommen. Aber das weisst Du ja auch.

Hast Du mal probiert mit weniger starkem Licht, dafür aber mit längeren Belichtungszeiten zu arbeiten? Immerhin bewegen sich die Anschliffe ja nicht so oft  ;)

Beste Grüße,
Bastian

Stefan_O

Hallo Thomas,

schöner Mist, ich finde das sehr störend. Für Immersion gibt es leider keine Planoptik (für Orthoplan) und der Reflexionskontrast lässt sich eben wegen des Bedarfs an der tradionellen Pol-Optik nicht anwenden.

Bisher habe ich nur die Lampe eingestellt (die Wedel machen am Rand auch Farbschleier a la Regenbogen, keine Ahnung warum) und versucht, nach Manual den Lichtstrahlengang auszurichten. Gibt es irgendetwas, was die Schleierbildung im Strahlengang stark beeinflusst? Irgendeine Dejustierung? Strahlenteiler?

Das Motiv ist zu schön, im Gegensatz zur Bildqualität. Ich mag es nicht hinnehmen wollen:



@Bastian: Argggg! Darf doch nicht wahr sein. Nein, mit weniger Licht habe ich es noch nicht ausprobiert, werde ich aber testen, das ist ein guter Gedanke. Ich wollte ohnehin Graufilter kaufen (dimmen killt ja die Farbtemperatur, und geringere Lampenleistung ist bei Nic + nicht angebracht)

Warum verstärkt sich der Effekt, wenn ich die Aperturblende schliesse? Hat jemand dafür eine Erklärung?

Gruss,
Stefan

Bastian

Hallo Stefan,
es geht aber doch nicht NUR um schöne Bilder. Es ist doch durchaus als diagnostisch anzusehen, wenn auch in Deinem Fall nicht besonders viel wertvolle Information dabei herüber kommt...

Mein Rat, wenn es Dir sowieso eher um schöne Bilder geht ("ich mag das so nicht hinnehmen"  ;)), dann kannst Du doch durchaus auch in den kleinen Fehle in der Farbtemperatur hinnehmen der durch das Dimmen entsteht.

Nur um noch einmal klar zu sein über was wir hier sprechen, Du meinst doch die Reflexionen entlang der Korngrenzen, oder (zweites Bild, vorwiegend unten rechts), oder? Oder ist es der leichte violett Stich im Zentrum des Bildes, der sich eventuell nach unten rechts ausbreitet? Das könnte nämlich eine leicht verkippte Probe sein. Ich habe auf deiner HP gesehen dass Du auch so ein Plastilinandrücker bist. Ich finde die Dinger nicht so gut, da sich das Palstilin immer ein wenig bewegt. Ich habe mir aus diesem Grund erstens eine Drehbank gekauft um meine Proben plan zu drehen (allerdings verwende ich immer 32mm Epoxidharzblöcke) und zweitens eine tragbare Topreferenz Probenhalter gedreht (für den Fall dass ich mal Proben von jemand anderem ansehen muss).

Grüße,
Bastian

Stefan_O

Hallo Bastian,

ich meinte den leichte violette Stich im Zentrum/rechts in beiden Bildern. Plastilin, hm? Ich schaue mal, wie es mit dem Zeiss Objektmikrometer aussieht, das ist ja im wesentlichen auch schwarz. Dein Probenhalter ist natürlich schön, aber ich giesse ja nicht ein, es sei denn, es liesse sich nun absoult nicht vermeiden.

Du hast recht, die Information stört der Stich nicht, der Arsenopyrit bleibt Arsenopyrit. Aber schön sieht es eben nicht aus. Der Graufilter ist bestellt, brauche ich für die Bogenlampe ohnehin, mit den schalbandigen Filtern funktioniert die Flatfield-Korrektur der Kamera nicht.

Gruss,
Stefan

Bastian

Hallo Noch einmal Stefan,
also mit dem leicht violetten Stich, da gebe ich Dir Recht, könnte ich auch nicht leben. Ich vermute da, genau wie Du dass das eben doch mit der Beleuchtung zusammen hängt. Dann müsstest Du den Stich ja auch in anderen Schliffen finden, oder?

Bastian

Stefan_O

Ja, finde ich, eben mal mehr oder mal weniger. Ich suche halt, woran ich drehen muss, um den Stich loszuwerden. Wie vorgeschlagen sehe ich mir mal die Planlage der Probe anhand des Objektmikrometers an und die Intensität der Beleuchtung per Graufilter oder einer 50W Birne.

Wer weitere Ideen und Vorschläge hat, nur zu! Offen ist nach wie vor die Frage, warum sich der Farbschleiher verstärkt, wenn ich die Aperturblende schliesse.

Gruss,
Stefan

TPL

#8
Zitat von: Stefan_O in November 09, 2011, 15:36:16 NACHMITTAGSOffen ist nach wie vor die Frage, warum sich der Farbschleier verstärkt, wenn ich die Aperturblende schliesse.

Hallo Stefan,
das verstehe ich auch nicht. Ich hätte das Gegenteil erwartet.
An Deinem Pol-Opak ist doch zur Beleuchtung hin der kleine Schieber, mit dem man den halben Strahlengang ausblenden kann und dadurch nicht mehr streng konfokale, sondern leicht schiefe Beleuchtung "zaubern" kann. Hilft das? Ansonsten gab es früher noch die Stach-Blenden (vom Aufbau her wie die Blenden für RFB/COL), mit denen die zentralen Strahlen ausgeschaltet wurden. Bis mindestens in die 1960er Jahre war das ein reguläres Zubehör zu den Leitz-Pol-Opak-Illuminatoren.

Glückauf!
Thomas

Stefan_O

Also, es hilft alles nichts. Die Planlage ist es nicht, die halbe Blende macht das gleiche wie eine geschlossene Aperturblende. Auch das herausnehmen des Polfilters ändert nichts. Mit weniger Licht wird der Fleck proportional schwächer.

Wenn ich die Aperturblende ganz schliesse, die Leuchtfeldblende halb und statt Glas das Prisma einlege, sehe ich folgendes:



Wenn ich die Aperturblende in der Höhe verstellen, wandert der blau-violette Punkt. Mit Glasplatte als Teiler verteilt er sich lediglich über eine grössere Fläche, was dann den Farbschleier verursacht.

Jemand eine Idee, was da in den Strahlengang spiegelt?

Gruss,
Stefan

Johannes Kropiunig

#10
Hallo Stefan,

könnte einfach eine Schreibtischlampe oder ähnliches schuld dran sein ?
Ich habe nämlich einen ähnlichen Effekt wenn sich meine Lampe im Objektträger spiegelt, allerdings nicht Blau.
Zugegeben das wäre ein wenig simpel, aber manchmal übersieht man solche Dinge eben gerade deshalb.


ZitatMit weniger Licht wird der Fleck proportional schwächer.
Hab ich erst jetzt gelesen.
Also doch nicht so einfach.  :-[
LG
Johannes

Biologische Mikroskop: Zeiss Standard 16
Stereomikroskop: Lomo MBS 10
Kameras:  EOS 1100D, EOS 1000D, EOS 1000Da, und EOS 350Da Peltier gekühlt

Sag es mir - und ich werde es vergessen. Zeige es mir - und ich werde mich daran erinnern. Beteilige mich - und ich werde es verstehen.
Laotse

treinisch

Hallo,

nur so eine dumme Idee am Rande: Verändert sich denn die Lage
des Fleckes, wenn Du Teile im Strahlengang verdrehst?

Zum Beispiel ein Objektiv ein wenig losschraubst, den Kondensor
etwas verdrehst (so das bei Dir geht), das Projektiv drehst oder
die Kamera, das Glas auf der Leuchtfeldblende, Filter, die Lampe?

Viele Grüße

Timm
Gerne per Du!

Meine Vorstellung.

Stefan_O

Hallo Timm,

viel zu drehen gibt es da nicht. Den Polfiltereinsatz habe ich ganz entfernt, den Trino-Kopf ebenfalls, ohne Erfolg. Der Fleck verschiebt sich bei der Höhenverstellung der Aperturblende, bei Drehen beim Objektiv nicht, auch nicht beim Herausziehen des Illuminators. Damit habe ich eigentlich an allem gerüttelt. Ich habe es geschafft, das System irgendwie so einzustellen, das der violette Fleck flächendeckend ist, was vielleicht auch so gedacht ist. Wenn ich mal einen Auflichtilluminator sehen, werde ich den spassenshalber kaufen um zu sehen, ob meiner eine Macke hat. Denkbar wäre es, das Mik kam über den grossen Teich.

Gruss,
Stefan

Lothar Gutjahr

Hallo Stefan,

wie verhält sich denn dein Fleck, wenn du die Vergrößerung mittels Objektiv änderst ?

Gruß Lothar

Stefan_O

Hallo Lothar,

ich sehe keine gravierende Änderung, wenn ich ein Objektiv wechsele. Der violette Hintergrund bleibt. Auch bei einem Wechsel der Lampe, mit einem Blatt Pergamentpapier als Diffusor/Abschwächung und der Bogenlampe auf Volldampf bleibt der Schleier. Reflektionen vom Wärmeschutzfilter oder Kondensorlinse in der Lampe sind es nicht. Viel bleibt eigentlich nicht mehr über.

Gruss,
Stefan