Reinraumverhältnisse ?

Begonnen von Lothar Gutjahr, November 28, 2011, 00:36:47 VORMITTAG

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Lothar Gutjahr

Guten Abend in die Runde,

Staub der Feind eines jeden Mikroskops, sage ich einfach mal. Und frage, hat jemand so ein elektrostatisches Luftfilter in Betrieb um seinen Hobby - oder Laborraum einigermaßen staubfrei zu halten ?

Ich besitze so einen Würfel und habe in ungenutzt im Keller stehen. Er soll mal in den Raum des Rasters, wenn das mal wirklich läuft. Inzwischen dachte ich könnte man das auch im kombinierten Arbeitszimmer wo auch mikroskopiert wird aufstellen, wenn es denn hilft ?

Würde mich sehr über Meinungen und oder Erfahrungen dazu freuen.

Gruß und guts Nächtle

Lothar

Hyperion

So einen elektrostatischen Luftfilter habe ich nicht, weil ich viele negative Tests drüber gelesen habe dass die nicht wirklich was bringen und von der Wirksamkeit her ähnlich "überzeugen" sollen wie diese ganzen Luftionisatoren (die angeblich staubteilchen durch die ionisation aggregieren lassen) usw...

Ich würde (sofern ich ein eigenes Haus hätte) lieber mit einer Lüftung Luft nach aussen absaugen, die Tür mit einem Luftdichten gummi versehen und dann dort unten hinter einem Gitter einen Hepa Tiefenfilter einbauen.


Lothar Gutjahr

Danke für den Kommentar,

Nun ja ob die wirksam sind oder nicht würde sich ja am Verschmutzungdgrad der herausnehmbaren Plattensätze zeigen. Aber wie sieht es mit Ozongeruch aus. da schlagen ja mit jedem gößeren Partikel Funken über. Hauptsächlich ist es bei mir ein Platzproblem. Die Kiste hat etwa 55 cm Kantenlänge, ist auch noch schwer und hochschleppen und Platz machen will man ja nur wenn es Aussicht auf Erfolg hat. Dürfte etwa 30 Jahre alt sein und ist solide verarbeitet. Wenn ich im Keller Strom hätte könnte man ja da mal testen. (Mietwohnung 1.OG)

LG Lothar

Klaus Wagner

Hallo Lothar,

was tut man nicht alles, wenn´s Kind Asthma hat! vor ca 20 Jahren hatte ich so ein Teil in Betrieb. Einen gesundheidlichen Effekt konnte ich nicht feststellen; allerdings einen ekelig schwarzen Fleck an der Tapete hinter dem Gerät. Klar: Die Ladung zieht Teilchen an und beschleunigt sie in Richtung "Ionisator". Die kriegen dann aber nicht mehr die Kurve zur geladenen Nadel (jedenfalls nicht alle) und schlagen dann hinter dem Gerät auf. Geholfen hat´s nichts. Das Asthma hat sich zum wesentlichen Teil gelegt.

Übrigens: Sowas einen Ionisator zu nennen ist beinahe unverschämt! "Richtige" Ionisatoren verwenden wir in der Elektronik, um Aufladungen an Nichtleitern wegzubekommen. Da werden gleiche Mengen positive und negative Ladungen mit einem Lüfter auf den Arbeitsbereich geblasen. Funktioniert perfekt, ist schweineteuer und man bekommt einen steifen Nacken. Händler ist z.B. die Firma Warmbier. Aber natürlich kann dieser Ionisator nichts gegen Staub ausrichten. Im Gegenteil: Durch den ständigen Luftzug wird wohl noch mehr aufgewirbelt.

Gegen Staub hilft wirklich nur Reinraum, also Klimaanlage mit den entsprechenden Filtern.

Viele Grüße
Klaus, der gelegentlich in einem Reinraum arbeitet.

wilfried48

#4
Hallo,

einen Reinraum erhält man nicht indem man im vorhandenen Raum Staub bindet, selbst wenn das Binden funktionieren würde. Der Raum holt sich den feinen Staub (und um den geht es ja) von aussen wieder.

Man muss den Raum mit staubfrei gefilterter Luft (möglichst laminar 0,5 m/sec) fluten und damit gleichzeitig einen leichten Überdruck erreichen.

Dies erreicht man am billigsten wenn man einen staubfreien Arbeitsplatz (laminar flow box) mit seiner Zuluft
an einen Nebenraum anschliesst und die Luft über ein Abluftgitter in der Tür zum Nebenraum wieder entweichen
lässt. Bei einer kleinen Laminar flow box  mit einem Quadratmeter Filterfläche (die gebraucht aus Laborauflösungen billig zu haben sind) wird dann der Raum mit 0,5 m/sec x 1 Quadratmeter also 1800 Kubikmeter pro Stunde Reinluft geflutet und unter Überdruck gehalten. In der Laminar flow box erreicht man dann (je nach Filterqualität) eine Staubfreiheit von 10 bis 100 Teilchen pro Kubikfuss und im Raum 1000 bis 5000 Teilchen pro Kubikfuss.
Zum Vergleich in einem normalen Raum sind 100 000 bis 1 Million teilchen pro Kubikfuss. (berücksichtigte Teilchengrösse jeweils > 0,3 µm)

viele Grüsse
Wilfried
vorzugsweise per Du

Hobbymikroskope:
Zeiss Axiophot,  AL/DL/Ph/DIC/Epi-Fl
Zeiss Axiovert 35, DL/Ph/DIC/Epi-Fl
Zeiss Universal Pol,  AL/DL
Zeiss Stemi 2000 C
Nikon Labo-/Optiphot mit CF ELWD Objektiven

Sammlung Zeiss Mikroskope
https://www.mikroskopie-forum.de/index.php?topic=107.0

Lothar Gutjahr

Hallo Klaus, hallo Wilfried,

vielen Dank für eure Aussagen zu dem Thema. Ich werde das in diesem Sinne auf meinen " noch zu jagen"-Zettel setzen und kommt Zeit kommt staubfrei.
Mich stört das  wenn man die Geräte offen stehen hat, und zum Beispiel unser griechischer Kater den Staub noch vermehrt und aufwirbelt, dss man fast nicht gegen an kommt. Und da war diese Luftreinigungsanlage, die sogar Zigarettenrauch wegpackt ( wurden früher gerne in Kneipen verwendet) natürlich eine Überlegung wert. Unter Umständen wäre eine Inlineverbindung mit dem Kreislauf des Laminarflowfilters sinnvoll ? Aber der Platz ?

LG Lothar

Hyperion

ZitatMich stört das  wenn man die Geräte offen stehen hat, und zum Beispiel unser griechischer Kater den Staub noch vermehrt und aufwirbelt, dss man fast nicht gegen an kommt.

Ist mir letztens aufgefallen als ich im Labor sauber gemacht habe. Warum habe ich auf meinen Chemikalienflaschen (und Regalen, dem Boden usw.) daheim schon nach wenigen Wochen eine dicke Staubschicht, während das in meinem Institutslab erst nach mehreren Monaten der Fall ist?

Die Antwort ist mir über die Belüftung gekommen, Labore haben standardmäßig einen kleinen Unterdruck von wenigen mBar, ziehen die Luft aber normalerweise nicht von draußen herein sondern aus dem Gang und auch dort wird schon gefilterte Luft eingeleitet. Wenn wneiger Staub in der Luft ist, kann sich natürlich auch wneiger absetzen.

Das wird höchstens durch die Mitarbeiter zu nichte gemacht die im Sommer die Fenster sperrangelweit aufhaben (solange erlaubt).

fabianhsa

Ich habe beim Einrichten meiner Wohnung schon darauf geachtet, dass ich diverse Staubfänger vermeide, vor allem da ich sogar allergisch dagegen bin. Daher finde ich einen elektrostatisches Luftfilter im Labor schon recht sinnvoll und möchte mir so was auch noch zu legen! Aktuell versuche ich die Geräte auch noch in einem geschlossenen Regal zu verstauen, damit da nichts passieren kann!

Hyperion

Zitateinen elektrostatisches Luftfilter im Labor schon recht sinnvoll

Ja dann zeigen Sie mir mal einen der wirklich das tut was er verspricht.

Die meisten der von diversen Stiftungen getesteten elektrostatischen Teil taugen fast gar nichts.....

Ich würde auf einen klassischen Filter setzen, der im Raum aufgestellt wird und die Luft umwälzt und durch nen Hepafilter leitet (und zus. meistnoch UV inaktiviert oder ein Aktivkohlekissen [was allerdings nicht lange vorhalten dürfte]).

Aber so ein Gerät wirbelt natürlich auch eine Menge herumliegenden Staub auf, saubermachen muss man damit trotzdem.

Lothar Gutjahr

Hallo,

ob ich das richtige gekauft habe, weiß ich noch nicht. Aber ein ebayer bietet originalverpackte > NSG Hepa Filter AHSN-0. 78-DO, 0.78cm, < an und an mein Staubproblem denkend, habe ich gleich mal 2 gekauft. Erstes Problem, keine Versandkosten angegeben und paypal streikt dann.

Abwarten und Tee trinken.  http://www.ebay.com/itm/NSG-Hepa-Filter-AHSN-0-78-DO-0-78cm-Reinraumfilter-Hochleistungsfilter-/280662237682

Abmessungen wären auch praktisch gewesen.

LG Lothar