Erste Gehversuche mit dem Motic BA-310

Begonnen von schuppi, Januar 20, 2012, 18:24:27 NACHMITTAGS

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schuppi

Hallo zusammen,

seit längerem verfolge ich dieses Forum und meldete mich auch schon mit einigen Fragen zu Wort.

Endlich ist es soweit, die ersten brauchbaren Bilder sind fertig (alle mit dem BA-310, EF-N-Plan 40) und ich bitte um Kommentare, was noch so alles mehr geht.

Adaptiert ist dies mit dem Standard-Motic-Adapter, der 2,5*Linse sowie der Canon EOS 400D. Die Bilder sind alle gestackt mit CombineZP.

Ich danke Peter R. für die Bereitstellung der gefärbten Präparate; das letzte Präparat ist von mir (ungefärbt).

Viel Spaß beim Schauen und ich hoffe auf positives sowie auch auf aufbauendes und creatives Feedback Eurerseits.

Fichtennadel (Präparat: Peter R.):


Tuber fulgens (Präparat: Peter R.):


Tuber melanosporum (Präparat: Peter R.):


Coprinus (Präparat: Rainer T.):


Viele Grüße
Rainer
DFK 72AUC02 an
- Motic BA310 Trino LED
- Motic SMZ-168 Trino LED
Web-Site: http://www.mikroskopie-bilder.de

Rundholzmacher

Hallo Rainer,
aller Anfang ist schwer. Das habe ich auch mit meinem Motic BA-310 erfahren müssen.

Deine EOS 400D hat einen APS-C Sensor mit 22,5 x 15 mm. Der Standard-Motic-Adapter mit der 2,5* Linse ist für einen 35-mm-Vollformat Sensor mit 36 x 24 mm berechnet. Du bekommst also nur einen Ausschnitt in ca. der Hälfte des Bildfeldes.

Das weitere Problem ist der Fotoadapter.  Durch das lange Rohr werden die Vibrationen des Verschlusses verstärkt und das führt zur Unschärfe. Das kannst Du nur durch eine Spiegelvorauslösung  (ich weiß nicht ob deine Kamera das kann)  und/oder  eine Belichtungszeit von mindestens 3 Sekunde und mehr  beheben. Licht runter drehen oder Graufilter verwenden.  Die kreisrunden Artefakte  -  besonders im Bild Coprinus und Tuber melanosporum  zu sehen -  habe ich bei meinem Motic Fotoadapter  ebenfalls und nicht wegbekommen.  Erst der Umstieg auf einen Adapter ohne zusätzliche Optik brachte befriedigende Ergebnisse.

Experimentiere weiter.  Ich bin gespannt auf die nächsten Ergebnisse.
Gruß  Heinz
,,Nur der Dumme muss alle Erfahrungen selber machen."
Laotse (3. od. 4. Jh.v.Chr.)

HDD

#2
Hallo Rainer

Mach die Bilder im Life View Modus Deiner Kamera. Da hast Du das Spiegelproblem nicht.
Ich wollte es anfangs auch nicht wahrhaben aber die Spiegelerschütterungen beim Auslösen
wirken sich immens auf die Bildqualität aus wie Heinz es auch beschreibt. Die Adapter Optiken
sind meistens auch nicht das gelbe vom Ei. Das Adapterrohr schwingt dazu auch noch mit.
Das ganze System Kamera / Mikroskop ist ein einziges Resonanzrohr.

Ich merke das immer wenn ich Wassertierchen fotografiere und löse zum Stacken hintereinander aus.
Beim ersten Klick erschrecken die Tierchen und fallen manchmal wie in eine Schockstarre. Der Ton
im System beim Auslösen muss unter dem OT wie ein Donnerhall wirken. Macht man eine kurze Pause
flüchten sie sofort und die Sucherei geht wieder von vorne los.

Beim Stacken solltest Du darauf achten in einhundertstel mm Schritten den Fokus " durchzuscannen "
Du glaubst garnicht was das für Unterschiede im Endergebnis sind.
Gerade bei den kleinen Objekten sind die hundertstel Schritte schon zu viel. Meine Erfahrung, besonders
bei Insektenaufnahmen hat gezeigt, dass auch ein leichtes unterbelichten mit anschließender Nachbearbei-
tung zu den besseren Ergebnissen führt.

Viele Grüße  

Horst-Dieter


schuppi

Hallo,

hier noch zwei nachträgliche Bilder (Foraminiferen aus dem Südatlanttik).





Gruß Rainer
DFK 72AUC02 an
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Peter V.

Hallo,

Die Bilder sind aber sehr unscharf! Das müsste aber deutlich besser gehen.

1) Sind diese Bilder gestackt?
2) Mit welchem Objektiv hast Du hier gearbeitet?
3) hast Du die Aufnahmen im LiveView-Modus durchgeführt?

Herzliche Grüße
Peter



Dieses Posting ist frei von kultureller Aneigung, vegan und wurde CO2-frei erstellt. Für 100 Posts lasse ich ein Gänseblümchen in Ecuador pflanzen.

schuppi

Hallo,

die Bilder sind mit dem 40* gemacht.

Life-View hat die Kamera leider nicht, Spiegelvorauslösung ist zur Zeit nicht zu testen, da die Software muckt. Werde mal nächste Woche einen Fernauslöser testen.

Nun ja, man arbeitet dran :-)

Grüßlis
Rainer
DFK 72AUC02 an
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Peter V.

#6
Hallo Rainer,

also, um ehrlich zu bleiben: Dafür sind die Aufnahme extrem schlecht!

Meine Vermutung ist, dass der Fernauslöser nicht viel bringen wird, denn ich denke, dass die Erschütrterung nicht durch Deine Hand am Auslöser kommt.  Du könntest es alternativ mal mit dem "Selbstauslöser" probieren ( falls die Software das zuläßt ), dann könntest Du erkennen, ob eher Erschütterungen durch die Kamera selbst ( Spiegel, Verschluß ) ursächlich für die Unschärfe sind. Spiegelvorauslösung hilft manchmal auch nicht, weil oft sogar der Verschluß erhebliche Erschütterungen verursacht.
Wenn Du Pech hast, kann es sein, dass Du vielleicht sogar nur mit einer neuen Kamera ( EOS 450, 500, 550, 600 ) zu guten Ergebnissen kommst. Aber man sollte erst einmal die fehlrquelle einkreisen.

Wenn die Kamera kein LiveView hat, kannst Du ja auch das Bild nicht auf dem Monitor sehen. Wie stellt Du das Bild denn ( für die Kamera ) scharf? Inden Du durch die Okulare schaust und fokussierst? Das setzt dann aber voraus, dass die Kamera absolut parfokal adaptiert ist. Bist Du Dir sicher, dass das so ist? Hast Du das Überprüft?
Oder stellst Du über den Kamerasucher scharf? Das ist auch oft problematisch, manchmal kann man den richtiegn Fokuspunkt dabei nicht so leicht finden, weil das mikroskopische Bild durch den Sucher oftmals verwaschen ist.

Es gibt ja viele Fehlerquellen. Wenn Du die Kamera mit dem Originaladapter adaptierst, heißt das noch lange nicht, dass sie zwangsläufig parfokal zu dem Bild ist, das Du durch die Okulare siehst. Das hängt schon davon ab, wie die Dioptrieneinstellung der Okulare ist.

Das Ganze ist leider schon etwas tricky.....

Herzliche Grüße
Peter

Dieses Posting ist frei von kultureller Aneigung, vegan und wurde CO2-frei erstellt. Für 100 Posts lasse ich ein Gänseblümchen in Ecuador pflanzen.

TPL

Zitat von: schuppi in Januar 21, 2012, 16:07:44 NACHMITTAGShier noch zwei nachträgliche Bilder (Foraminiferen aus dem Südatlanttik).

Hallo Rainer,
es hat mit Deinem aktuellen Problem nichts zu tun, aber das sind beides keine Foraminiferen, sondern Radiolarien (= Strahlentierchen. Oben: Spumellarie; unten Nasselarie).

Viel Erfolg mit dem Fotografieren und schönen Gruß
Thomas

Nomarski

Hallo Rainer,

ich habe sogar das Vorgängermodell, das auch kein Livewiew hat und kenne die Problematik. Ob es an der Fokusierung oder an der Verwacklung durch Spiegelschlag und Verschluß liegt, kannst du folgendermaßen feststellen:
Drehe vor der Aufnahme die Beleuchtung runter oder setze einen Graufilter in den Strahlengang, so daß die Belichtungsautomatik der Kamera "gezwungen" wird, mit langen Belichtungen zu arbeiten, die mehrere Sekunden dauern. Dabei die Kamera über den Selbstauslöser auslösen lassen, wenn meine alte Gurke das kann, geht das mit deiner schon lange. Und dann eben vergleichen.

Ich schätze aber, daß die Parfokalität auch noch eine gewisse Rolle spielt, aber eins nach dem anderen.

Viele Grüße
Bernd

schuppi

Hallo,

das mit der Parfokalität muss ich mir in Ruhe anschauen.

Die Fotos mache ich mit dem EOS-Utility am PC. Dort stelle ich dann nur die Belichtungszeit ein - die Blende fällt ja weg. Ich sehe auch, ob die Bilder scharf sind.

Wer noch Vorschläge hat; immer her damit. Das mit dem Graufilter habe ich jedoch noch nicht so ganz verstanden.

Viele Grüße
Rainer
DFK 72AUC02 an
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Peter V.

Hallo Rainer,

ganz einfach: Du sollst die Lampe so "duster" machen, dass die Kamera ( mit Zeitautomatik ) gezwungen ist, eine sehr lange Belichtungszeit zu wählen. Bei langen Belichtungszeiten ( z.B. 1 s, vielleicht sogar länger, das muss man ausprobieren ) haben dann die Verwacklungen durch Verschluss und Spiegel nicht mehr den starken Einfluß, weil es bereits innerhrlab der Belcithungszeit zur Beruhigung des Systems gekommen ist und in der Zeit, in der es "wackelte", noch keine nennenswerte Belichtung erfolgt ist.
Ist das Bild dann schärfer, liegt es vermutlich ( zumindest zum Teil ) an den Spiegel-/Verschlußschlägen.

Aber ich habe auch noch schwer eine mangelhafte Parfokalität in Verdacht....

Herzliche Grüße
Peter
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Nomarski

ZitatWer noch Vorschläge hat; immer her damit. Das mit dem Graufilter habe ich jedoch noch nicht so ganz verstanden.

Der Graufilter setzt die Bildhelligkeit herunter, um, ohne die Farbtemperatur zu beeinflussen. Das erfordert eine längere Belichtungszeit.
Das ist aber nicht dasselbe, als wenn du die Kondensoriris zudrehst oder gar den Kondensor absenkst. Das machen viele auch gerne, um die Bildhelligkeit zu reduzieren.
Durch die Erschütterung deiner Kamera gerät das ganze Stativ für einen kurzen Moment in Bewegung. Die Belichtungszeit sollte daher wesentlich länger sein, als die Erschütterung selbst andauert, dann fällt die Bewegungsunschärfe weniger ins Gewicht.

VG
Bernd

ulipl

Hallo an alle!

Ich besitze auch ein Motic BA310 mit Trinokulartubus und habe über den C-Mount Adapter und einem C-Mount auf µFT Adapter eine Panasonic GH-2 angeschlossen. Das ganze vignettiert in den Ecken, daher habe ich die Panasonic auf Bildformat 1:1 eingestellt und nutze in der Breite den Sensor nicht voll aus. Als ehemaliger Hasselbladler und Rolleiflexer habe ich sowieso eine gewisse Affinität zu quadratischen Bildern... ;D

Was Schwingungen betrifft: Mir ist aufgefallen, daß mein Motic auf Füsschen steht, die offenbar aus einem sehr weichen Gummi bestehen. Das ganze Gerät auf dem Tisch lässt sich daher leicht in Schwingungen versetzen, da muß ich mir mal was überlegen, wie man das verbessern könnte.

Gruß
Uli

Nomarski

#13
ZitatWas Schwingungen betrifft: Mir ist aufgefallen, daß mein Motic auf Füsschen steht, die offenbar aus einem sehr weichen Gummi bestehen. Das ganze Gerät auf dem Tisch lässt sich daher leicht in Schwingungen versetzen, da muß ich mir mal was überlegen, wie man das verbessern könnte.


Vielleicht ein Wasserbett?  ;D

Ansonnsten: Kork soll besser sein.

ulipl

Zitat von: Rundholzmacher in Januar 20, 2012, 21:35:46 NACHMITTAGS
Die kreisrunden Artefakte  -  besonders im Bild Coprinus und Tuber melanosporum  zu sehen -  habe ich bei meinem Motic Fotoadapter  ebenfalls und nicht wegbekommen.

Hallo Heinz,

die kleinen Kreise rühren von Verunreinigungen auf dem Sensor her.

Gruß
Uli