LED buck converter Verständnisfrage

Begonnen von treinisch, Mai 10, 2012, 01:01:20 VORMITTAG

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treinisch

Hallo,

wir haben ja noch parallel einen LED-Thread, ich stelle mir aber erstmal ganz allgemein
eine Verständnisfrage. Besser gesagt, euch.

Um eine High-Power LED mit Strom zu versorgen nimmt man gern
eine Konstantstromquelle.


Ich stelle mir vor, dass das im Prinzip kleine Schaltnetzteile sind, sie haben
also eine PWM-Frequenz, die gern hoch gewählt wird, vielleicht so im Bereich von
MHz, damit man kleine Induktionen verwenden kann, erzeugen aber eine Gleichspannung
mit etwas Ripple, weil am Ausgang noch eine Kapazität als Tiefpass liegt. Ein Vergleichsglied steuert ausgehend von
der Spannung an einem Shunt den duty cycle dieser internen PWM.

Möchte ich nun die LED dimmen, habe ich im Wesentlichen zwei Optionen, (1) entweder ich
moduliere den Konstantstrom mit einer externen PWM oder (2) ich steuere über eine anzulegende (Steuer-) Gleichspannung
die interne PWM der Konstantstromquelle, was aber im Ergebnis eben nicht zu einer PWM der
Spannung am Ausgang führt, sondern zu einer geringeren Spannung / geringerem Strom.

Im Fall 1 muss die Frequenz des PWM Signals für das Dimmen natürlich einige Größenordnung unter der Frequenz
der internen PWM der Stromquelle liegen.

Habe ich das soweit alles richtig auf dem Radar?


Im Endeffekt läuft das auf die Frage hinaus, ob es wirklich eine LED Dimmung mit MHz PWM gibt, wie des öfteren zu lesen ist,
also eine Schaltung die beispielsweise die Konstantspannung von 1A 1 Mio mal in der Sekunde von sehr wenig Strom auf 1A bringt und
zurück und das mit sinnenhafter Regelcharakteristik den Strom betreffend, welche ja folglich sehr viel schneller als 1µs sein müsste, und das
Ganze durch normale lange Eindraht-Cu-Leiter. Oder ob es sich bei solchen Angaben nicht eher um die interne Frequenz des Schaltwandlers handelt?

Das frage ich mich! Hoffentlich weiss jemand kompetentes Rat.


Viele liebe Grüße

Timm
Gerne per Du!

Meine Vorstellung.

treinisch

Hallo Safari,

Buck Conerter ist die Bezeichnung für DC-DC Abwärtswandler. Nicht jeder Dc-Dc-Wandler ist also ein Buck, aber jeder Buck ein DC-DC Wandler. Ich vermute mal, da am Mikroskop bevorzugt ein-Chip-LED eingesetzt werden, dass die Buck Conerter  d i e  relevante Wandlerklasse für die Mikroskopie sind.

Meine Frage lässt sich darauf reduzieren, dass ich glaube, dass es keine stromkonstante MHz-PWM als Dimmer gibt, anders als hier und in anderen Foren hin und wieder fälschlich behauptet.

Viele Grüße

Timm
Gerne per Du!

Meine Vorstellung.

hebi19

#2
Hallo Timm

Ich hab mir jetzt deinen Beitrag ein paar Mal durchgelesen und denke, Du bist da schon ein bisserl auf dem Holzweg.
Bitte sehe meine Aussagen nicht als "Belehrung", ich versuch einfach mal den Sachverhalt rüber zu bringen (sollte ein zweiter Anlauf notwendig sein, gibts dann ne Zeichnung).

1. PWM ist eigentlich nicht mehr wie die "technische Realisierung eines Stellglieds". Das heißt, die Regelung kann (und soll) deutlich langsamer sein als die PWM-Frequenz. Nimm mal als Beispiel einen Rechtekgenerator (50:50 Verhältnis von Impils und Pause). Der ergibt ein "Integral" unter den Impulsen von der Hälfte des Werts bei "Dauereinschaltung". Sieht jetzt bei einem geschlossenen Regelkreis der Regler über seinen Sensor, dass das etwas zu wenig ist, so verändert er das Puls-Pausen-Verhältnis ein wenig Richtung Puls, abhängig von der Größe der Regelabweichung. So wird das Integral "mit der Zeit größer". Dies kann nach 3, nach 5 oder nach 100 Impulsen passieren - natürlich kommt dabei ein anderes Regelverhalten raus (träger), hat aber auf die PWM als STELLGLIED keinerlei Einfluss.

2. Die Sache mit dem Tiefpass: für den nachfolgenden (elektronischen) Tiefpass sind BEIDE Elemente - Induktivität UND Kapazität - notwendig. Eine "einzelne LED mit dem Lichtweg zum Auge" wirkt schon als eine Art Teifpass. D.h. wenn Sie den vollen Einschaltstrom impulsmäßig verkraftet könnte ich sie theoretisch auch ohne L-C-Tiefpass (L für Induktivität, C für Kapazität)  betreiben (Das Integral der Lichtimpulse ist dann wieder meine gewünschte Lichtstärke - Teifpass ist dann "das Auge" - wehalb es mit "Hochgeschwindigkeitskameras" Probleme geben kann - die sind zu wenig Tiefpass im Vergleich zu den Augen).
Mein Regelkreis benötigt aber eine Rückmeldung über die Auswirkung des "Integrals" der Impulse, also in unserem Fall über den sich bei aktuellem Puls-Pausen-Verhältnis einstellenden STROM - diesen Wert liefert ein Tiefpass. Im (Normal-)Fall eines DC-DC Wandlers ist diese "Regelgröße" standardmäßig die SPANNUNG.

3. Safaris Einwurf mit dem Schaltverhalten der Transistoren: die PWM-FREQUENZ beträgt 1 MHz. Ein 1 MHz-Impuls kann physikalisch in (unendlich-)viele Oberwellen zerlegt werden. Je mehr Oberwellen ich zulasse, "um so genauer" wird meine Einstellmöglichkeit des realen Puls-Pausen-Verhältnisses. Also muss ich (um im PROZENT-Bereich die PWM aufzulösen) schon mit Grenzfrequenzen in Richtung 1 Ghz arbeiten...nicht ganz ohne, aber wie er schreibt "in den Griff zu kriegen")

Wichtig ist zu verstehen, dass die PWM-Frequenz eigentlich NICHTS mit der "Regelkonstante" zu tun hat. Sie sollte ebne nur deutlich drüber liegen.
Stell dir dazu als profanes Beispiel einen Wasserhahn vor der in einen Teich mündet. Du willst jetzt einen konstanten "Ausfluss aus dem Teich" um z.B. ein Wasserrad drehen zu lassen. Als Stellmöglichkeit kannst Du den Wasserhahn alle 10 Sekunden (PWM-Frequenz 0,1 Hz) für ne bestimmte Zeit (Pulsdauer) aufdrehen. Du kannst deine "Pulsdauer" natürlich viel langsamer verstellen als die PWM-Frequenz selber. Der Ausfluß wird dadurch "langsamer" verstellt/nachgeregelt - wird sich aber durch die "Tiefpasswirkung" des Teichs einigermaßen gleichmäßig einstellen.

An diesem Besipiel sieht man jetzt auch gut den Einfluß der "Grenzfrequenz" des "Schalters" (hier Wasserhahn). Mit einem "herkömlichen Hahn zum kurbeln", bei dem auf und zudrehen schon 2 bis 3 Sekunden dauert, kann ich das Puls Pausen Verhältnis natürlich viel weniger genau einstellen (bei 0,1 Hz PWM-Frequenz) als mit einem "schnellen Kugelhahn".

Ich habe zum allgemeinen Verständnis einige Dinge etwas vereinfacht und Hoffe, dass Du so den Unterschied von "Stellglied" PWM und "Verhalten des Regelkreises" (Regelkonstante) auseinander bekommst.

Noch nicht klar ist mir, was Du unter "stromkonstante MHz-PWM als Dimmer" verstehst. "Dimmen" heißt eigentlich nur, im Regelkreis die Sollgröße für den Regler zu verstellen. Darauf reagiert das System und nähert sich mit seinem Regelverhalten diesem Sollwert an. Auch andere Abweichungen (z.B. durch Temperatur o.ä) sorgen für ein "nachregeln" - benötigen also eine gewisse Zeit zum ausregeln. Trotzdem spricht man von einer "Stromregelung" und von "konstantem Strom".

Bei weiteren Fragen versuch ich gerne an der betreffenden Stelle etwas tiefer einzusteigen.

Martin

edit: Ergänzung
Grüße von
Martin alias hebi19

Motic BA-300, div Lomo, Stereo-Mikroskop noname

treinisch

Hallo Martin,

vielen Dank für Deine ausführliche Antwort, die soweit unzweifelhaft richtig ist (bis auf das Integral! Das Integral eines
Rechtecksignals ist eine monoton steigende abgeschrägte Treppe) und auch meinem
Verständnis entspricht. Mit dem Hinweis auf die Induktivität hast Du recht, klar gehört die mit in
den Tiefpass, das war bekannt, aber geschlampt.


Zitat3. Safaris Einwurf mit dem Schaltverhalten der Transistoren: die PWM-FREQUENZ beträgt 1 MHz. Ein 1 MHz-Impuls kann physikalisch in (unendlich-)viele Oberwellen zerlegt werden. Je mehr Oberwellen ich zulasse, "um so genauer" wird meine Einstellmöglichkeit des realen Puls-Pausen-Verhältnisses. Also muss ich (um im PROZENT-Bereich die PWM aufzulösen) schon mit Grenzfrequenzen in Richtung 1 Ghz arbeiten...nicht ganz ohne, aber wie er schreibt "in den Griff zu kriegen")

Ehrlich gesagt ist das für meine Frage komplett irrelevant, da ich schon so viel Vertrauen in die Ingenieure bei Maxim etc. habe, dass die das ganz leidlich hinbekommen haben, wenn es im Datenblatt steht. Ich bin da kein Verschwörungstheoretiker.

ZitatNoch nicht klar ist mir, was Du unter "stromkonstante MHz-PWM als Dimmer" verstehst. "Dimmen" heißt eigentlich nur, im Regelkreis die Sollgröße für den Regler zu verstellen.

Das ist die spannende Stelle Martin! Dein Szenario beschreibt die Möglichkeit zu dimmen, in dem ich eine Analogspannung an den Regler gebe, die zu einer Veränderung des Sollwertes führt, es sinkt dann der Strom. Der Fall interessiert mich nicht weiter.

Die zweite Möglichkeit zu dimmen ist den ganzen Stromregler über eine zweite PWM ein und auszuschalten. Das habe ich stromkonstantes Dimmen genannt, da der Strom, der durch die LED fließt entweder 0 oder ein immer konstanter Höchstwert ist. Bei 50% ,,sieht" die LED 50% der Zeit 0 und 50% der Zeit den Höchstwert. Und da stimmt meines Erachtens eben die ansonsten trivial richtige Aussage
Zitathat aber auf die PWM als STELLGLIED keinerlei Einfluss
nicht mehr.

Ja klar, der Komparator der Stromquelle kann sehr viel langsamer sein als die interne PWM, er bekommt ja auch als Signal einen Tiefpass gefilterten Wert, quasi den Mittelwert, plus ein bisschen Ripple.
Aber da fängt es ja schon an, ändert die Last ihr Lastverhalten schneller, als der Komparator die Änderung des Istwertes verarbeiten kann, funktioniert die Regelung nicht.

Schalte ich nun den ganzen Stromregler inklusive seiner internen PWM über eine zweite PWM ein und aus, liegt an der LED keine gefilterte Gleichspannung, sondern ein Rechtecksignal, in meinem Szenario mit
1 MHz Frequenz und beispielsweise 1A Amplitude (so die Regelung funktionieren würde).

Schalte ich nur die Endstufe ein und aus, muss der Komparator und der ,,Steller" immer noch viel schneller sein, als diese 1 MHz mit denen ich die Last ein und ausschalte. Der Komparator ,,weiss" ja nichts von und über diese zweite, nachgeschaltete PWM und bekommt dauernd irrsinnige Istwerte.

Warum das relevant ist? Na schau, wenn ich diese zweite PWM mal mit einer Frequenz von 10 Hz betreiben würde, würde die LED flackern, und das, obwohl in der Schaltung eine PWM Frequenz von 1 MHz vorkommt, und zwar intern in der Stromquelle, was aber, und darauf will ich hinaus, für die Frage des Flackernd und störungsfrei Fotografierens keine Rolle spielt. Für diese Frage ist nur die Frequenz der zweiten PWM entscheidend und das ist genau meine Frage: Kennt jemand eine Schaltung, die legal ist und bezahlbar, wo diese zweite PWM tatsächlich im Bereich von MHz liegt oder liegen kann? Und wenn es sie gäbe, würde sowas überhaupt Sinn ergeben? (Ich denke da an die Kabel und Kapazitäten in der LED etc.)

Von Maxim beispielsweise kenne ich ein gutes Dutzend Buck-ICs mit MHz PWM und kein einziger davon verträgt eine externe PWM von mehr als 50 kHz.

Viele liebe Grüße und besten Dank

Timm
Gerne per Du!

Meine Vorstellung.

hebi19

#4
Zitat von: treinisch in Mai 12, 2012, 10:00:17 VORMITTAG


Schalte ich nur die Endstufe ein und aus, muss der Komparator und der ,,Steller" immer noch viel schneller sein, als diese 1 MHz mit denen ich die Last ein und ausschalte. Der Komparator ,,weiss" ja nichts von und über diese zweite, nachgeschaltete PWM und bekommt dauernd irrsinnige Istwerte.


Hallo Tim

Hier muss wohl dein Denkfehler liegen.  Ein ÜBERLAGERTER Regelkreis MUSS immer eine (deutlich) GRÖSSERE Regelkonstante (t) haben als der unterlagerte. Sonst kann er ja nicht regeln.  Die PWM als Stellglied sorgt ohne Filter natürlich für einen "nicht konstanten Strom" in der LED. Wie Du beschreibst eben Null oder Max. Deshalb gibts ja das Flackern bei "Hochgeschwindigkeitskameras". So gesehen hast Du recht, dass kein "konstanter Strom" fließt. Über Puls und Pausenverhältnis wird lediglich der "Mittelwert" (Integral einer Periode, also Puls+Pause) so geregelt, dass die Wirkung eines konstanten Stroms erzielt wird. Der Regelkreis ist davon komplett unabhängig. Ein überlagerter Regelkreis (egal ob mit PWM oder anderen Stellmöglichkeiten) muss immer langsamer sein. Sonst würde er den unterlagerten ja quasi ausschalten. Er regelt bereits, bevor der unterlagerte überhaupt mitbekommt, dass etwas nicht ganz stimmt - da macht der unterlagerte dann gar keinen Sinn mehr.

In einer Regelung vergleicht ein Komparator doch lediglich einen Sollwert mit einem Istwert und stellt so die Regelabweichung fest. Mit diesem Wert wird dann eben "nachgeregelt" - ganz unabhängig, ob im "innersten" oder einem überlagerten Regelkreis. Der Sollwert ist  die DIMMSTELLUNG, der Istwert ist der Strom als Integral einer Periode der PWM. Die Regelung ist von PWM-Frequnz unabhängig, muss eben aber eine deutlich höhere Zeitkonstante haben als eben die PWM. Der Regler ist komplett "zweitrangig", also ob P, PI oder PID-Regler und egal wieviel Regelkreise überlagert sind (muss natürlich zum geregelten System passen).

Lass doch als ersten Schritt in deinen Überlegungen den "Regler" (Rückkopplung) weg und überleg dir das als reinen "STELLER". Die REGELUNG ist quasi nur Zubrot......

Das mit dem Integral bezog sich bei meiner Aussage auf das Integral einer Periode (oder eben ein vielfaches) - war also auch von mir "schlampig" formuliert.

Schönes Wochenende

Martin
Grüße von
Martin alias hebi19

Motic BA-300, div Lomo, Stereo-Mikroskop noname

treinisch

Hallo Martin,

vielen Dank, dass Du versuchst mir weiterzuhelfen, das weiss ich sehr zu schätzen.

Dass Du mir schon Denkfehler unterstellst, obwohl ich bisher das Gefühl habe, dass wir noch
gar nicht über die selbe Sache reden, siehe unten, finde ich allerdings grmpf. Warum wird man eigentlich immer gleich
für einen Volltrottel gehalten, nur weil man sich traut Fragen zu stellen.

Die zweite – äußere – Pulsweitenmodulation ist in diesem Sinne kein Regler, da es keine Rückkopplung gibt und
auch keinen Sensor für den Istwert. Ausserdem hat die äußere PWM auch keinen Filter.

Aha Da komme ich der Sache schon näher! Natürlich hat die äußere PWM einen Filter! Nämlich den der inneren
PWM, zumindest wenn ich mit der äußeren PWM die Endstufe der inneren schalte. Damit ist schonmal klar, dass es
für diese Anordnung keine MHz PWM zum dimmen geben kann, das gewünschte Rechtecksignal würde ja durch den
Tiefpass ,,zerstört".

Viele liebe Grüße

Timm

P.S. Ja, wie Du das mit dem Integral gemeint hast ist mir mittlerweile auch klar geworden. Sorry.
Gerne per Du!

Meine Vorstellung.

hebi19

Hallo Timm

"Volltrottel" ist für mich höchstens jemand, der Fragen stellt und "beratungsresistent reagiert". Nie und nimmer würde ich jemanden, welcher in einer z.B. technischen Angelegenheit mal einen "Denkfehler" in seiner Ableitung hat als Trottel geschweige den als Volltrottel definieren - da wäre ich immer wieder (um nicht zu sagen kontinuierlich) selber einer !!!!  Sollte ich mich da verkehrt ausgedrückt haben, so tut es mir leid.

Wahrscheinlich hast Du recht - es ist bei diesem komplexen Thema wohl etwas schwierig, sich auf das "eigentliche Thema" abzustimmen. Von daher kann es leicht sein, dass ich deine Frage nach wie vor fehlinterpretiere. Zum anderen hab ich auch keine Ahnung, was Du zu Systemtheorie und Regelungstechnik weist/als Vorbildung mitbringst. Im Gegensatz zur "direkten Rede", wenn man sich gegenüber sitzt/steht ist die Diskussion in einem Forums-Faden beliebig schwierig. Ich denke, dass wir bei einem Treffen mit Schmierblatt und Bleistift die Probleme in wenigen Minuten (max 5) "aus der Welt geschafft" hätten.

Mir ist immer noch nicht ganz klar, warum du in deinem System das "Dimmen" mit einer eigenen, überlagerten PWM lösen willst und nicht einfach die Sollvorgabe der Regelung zum Dimmen änderst ??

Soweit nichts für ungut.

Liebe Grüße aus Franken

Martin



Grüße von
Martin alias hebi19

Motic BA-300, div Lomo, Stereo-Mikroskop noname

peter-h

Liebe Freunde der gepulsten LEDs

vermutlich läuft meine Frage zu dem Thema total an Grundgedanken vorbei. Ist es richtig, dass es 2 sehr unterschiedliche Arten des Betriebs von LEDs gibt?

1. eine DC-Variante oder auch über kompexe PWM Schaltungen mit nachfolgender LC-Glied Siebung
und
2. eine echte Pulsstromversorgung mit immer gleichem Pulsstron, wobei nur das Puls-/Pausenverhältnis verändert wird.

Im Fall (1) verändert sich die Farbtemperatur gering mit verändertem Betriebsstrom. Was aber im Fall (2) ?

Hat das schon jemand tetestet? Das Thema Störstrahlung ist jetzt nicht gefragt !

Gruß
Peter

hebi19

Hallo Peter

ich zitiere:

Ganz eindeutig zu erkennen, bei PWM Ansteuerung ist der Helligkeitsanstieg der
einzelnen Farben wesentlich linearer als bei der analogen Stromregelung.

aus:
http://www.ledhilfe.de/viewtopic.php?f=37&t=3939

Du hast also Recht. Wichtig ist dabei, dass die "Ansteureung der LED" tatsachlich direkt mit dem PWM-Signal erfolgt (was ja "im Normalfall" der Fall ist, sonst würde z.B. bei Filmen kein Flackern geben), also ohne irgendwelche ausgleichende Tiefpässe.

Das "IST-StromSignal" für den Regelkreis kann dabei quasi virtuell über einen Integrator mit fester Zeitkonstante erzeugt werden - sozusagen als Wert, welchen die LED bei Integration über eine PWM-Periode "sehen würde". Zum anderen müsste, wie ich bereits geschrieben habe, noch nicht mal
zwingend eine (Strom-)Regelung vorhanden sein. Wenn bei 100% Pulsdauer der Maximalstrom fließt kann man die PWM (also das Puls-Pause-Verhältnis) als reinen Steller zum Dimmen verwenden.

Grüße
Martin
Grüße von
Martin alias hebi19

Motic BA-300, div Lomo, Stereo-Mikroskop noname

treinisch

Hallo Martin,
Hallo Peter,

@Peter
ja genau, der Fall 2 ist der den ich meine!

Leider leider ist das mit den Farben nicht so toll wie man denken/hoffen sollte.
Siehe zum Beispiel hier (es werden konkrete Messungen gezeigt, Paper ist kostenlos):
Gu, Y., N. Narendran, T. Dong, and H. Wu. 2006. Spectral and luminous efficacy change of high-power LEDs under different dimming methods. Sixth International Conference on Solid State Lighting, Proceedings of SPIE 6337, 63370J

@Martin
Danke erstmal für Deine heilenden Worte. Ja Angesicht zu Angesicht ist immer effektiver. Ich glaube, langsam kommen wir auf einen gemeinsamen Nenner

ZitatZum anderen müsste, wie ich bereits geschrieben habe, noch nicht mal
zwingend eine (Strom-)Regelung vorhanden sein. Wenn bei 100% Pulsdauer der Maximalstrom fließt kann man die PWM (also das Puls-Pause-Verhältnis) als reinen Steller zum Dimmen verwenden.

Das ist genau der Fall, der mich interessiert! Die Dimmer-PWM soll ein reiner Steller sein, ohne jede Rückkopplung, tja und wie ihr schon richtig hervor gehoben habt, natürlich auch
ohne Tiefpass, denn sonst habe ich eigentlich doch eine Art Stromregelung und keine echte Regelung der Helligkeit über PWM.

In dem Szenario, dass mich interessiert, starten wir mit Netzspannung. Aus der macht ein Standardnetzteil eine Gleichspannung, sagen wir der Einfachheit halber mal 12V.
(Da habe ich die erste PWM – mit Tiefpass :))

Jetzt kommt der Buck-Converter und regelt die 12V hoch effektiv runter auf eine Region um 3V und zwar so, dass ein Strom von sagen wir 1A fließt unabhängig von Bauteilschwankungen, und Temperatur
der Diode.
(Da habe ich die zweite PWM – mit Tiefpass :))

*** Bis hierhin würde eine – mehr oder weniger glatte – Gleichspannung an der Diode anliegen.

Jetzt möchte ich das Ganze Dimmen und zwar nicht durch Regulierung des Stromes, sondern durch ein und ausschalten.
(Hier habe ich die dritte PWM – ohne Tiefpass! :)) Martin, Du nennst das die äußere PWM, eine sehr sprechende Bezeichnung!

*** Jetzt liegt eine rechteckig gepulste Gleichspannung an der Diode an, mit dem Pulsstrom wie vom Buck-Converter vorgegeben.

So weit sind wir alle einer Meinung.


Wähle ich die Frequenz dieser dritten PWM, der Dimmer-PWM oder äußeren PWM sehr niedrig, so werde ich deshalb ein Flackern sehen, besonders
drastisch bei kurzen Belichtungszeiten.

Bei meiner Frage geht es um diese Frequenz für diese dritte PWM, die äußere PWM, die, die als Rechteckpulsspannung an der
LED anliegt.

Die anderen PWM Frequenzen sind für die Flackerfrage völlig ohne Bedeutung, diese letzte PWM, die an der LED anliegt, das ist die
entscheidende! Die anderen PWMs laufen ja auch durch Tiefpässe, so dass sie eh massiv geglättet sind.


Wenn es jetzt also heisst: Flackern unmöglich, da 1 MHz PWM bedeutet dass, hier hat jemand eine Schaltung vor sich, bei der
die Frequenz dieser dritten PWM, die als Rechtecksignal bei der LED ankommt 1 MHZ beträgt. Weil ja die anderen PWMs für das
Flackern gar keine Rolle spielen.

Ich glaube, wenn jemand das sagt, hat er einfach über die falsche PWM-Frequenz nachgedacht. Er spricht von der PWM des Buck-Converters und
nicht von der letztendlichen dimmenden PWM (dritte PWM, äußere PWM) die als Rechtecksignal an der LED anliegt.

Um dieses ,,ich glaube" abzusichern habe ich mich gefragt, ob es überhaupt möglich und erlaubt wäre ein 3 Watt MHz Rechtecksignal heile zu der LED
zu bringen.

Zum Teil ist die Frage dank euch jetzt schon beantwortet! Wenn ich nämlich mit der Dimmungs-PWM um Leistungshalbleiter zu sparen über den en-Pin
oder dim-Pin die Endstufe des Buckreglers ein und aus schalte, dann liegt meine Dimmungs-PWM vor dem Tiefpass-Filter des Buckreglers und kommt
natürlich niemals heile da durch. Dafür bräuchte ich eine Dimmungs-PWM-Frequenz, die tief genug liegt um heile durch den Tiefpass zu kommen. Das
wird auch der Grund dafür sein, dass bei den ICs die ich kenne mit kHz-PWM gedimmt wird.

Viele liebe Grüße

Timm
Gerne per Du!

Meine Vorstellung.

peter-h

Hallo Timm,

nun aber noch eine banale Frage. Ist das eine rein wissenschaftliche Frage hinsichtlich der PWM, oder geht es darum aus AA oder AAA Zellen für die "freie Landschaftsmikroskopie" eine optimale, nahezu verlustfreie Stromversorgung zu realisieren?
In der Laborpraxis spielt der Wirkungsgrad doch keine Rolle. Es geht auch nicht um den Betrieb von 100Watt LEDs, sondern wie ich annehme um gewöhnliche Feld-Wald-Wiesen 3 - 5 Watt LEDs. Hier sind einfache Konstantstromschaltungen bis 3 A noch sehr leicht beherrschbar.

Aufklärung tut Not  ;D
Peter

treinisch

Hallo Peter,

die vorliegende Fragestellung ist tatsächlich rein akademischer Natur.

Viele Grüße

Timm
Gerne per Du!

Meine Vorstellung.