Rezeptur für schwarzen Lack an alten Messingstativen

Begonnen von Hugo Halfmann, Juni 04, 2012, 11:21:17 VORMITTAG

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Hugo Halfmann

Liebe Sammler und Restauratoren,

ich habe angefangen, diese Ruine zu restaurieren.
Mit verdünnter Salpetersäure und einer Nachbehandlung mit feinster Stahlwolle geht diese "Patina" recht gut ab.

Was sich jedoch auch in Wohlgefallen auflöst, ist der mattschwarze Lack an der Unterseite des Objekttisches und der Lochblendenscheibe. Da ich diese Teile nicht einfach blank lassen möchte, sondern das ganze Mikroskop soweit wie möglich in seinen Originalzustand versetzen will, interessiert´s mich, um was für einen Lack es sich hier handelt.

Die einzigen Hinweise die ich geben kann:
- Der Lack ist in Brennspiritus löslich
- Beim Lösen entstehen dunkelblaue "Wolken"
  (was mich berufsbedingt irgendwie an alte Stempelkissenfarbe erinnert ::).)

Herzlichen Dank!
Viele Grüße aus dem Bergischen Land

Hugo Halfmann

Rawfoto

Hallo Hugo

Also zumindest ich kann den Link nicht öffnen und sehe daher nicht um welches Prunkstück es sich da handelt! Ob das am MAC liegt kann ich nicht beurteilen, ich kenne derartige Problem aber nicht ...

Liebe Grüße

Gerhard
Gerhard
http://www.naturfoto-zimmert.at

Rückmeldung sind willkommen, ich bin jederzeit an Weiterentwicklung interessiert, Vorschläge zur Verbesserungen und Varianten meiner eingestellten Bilder sind daher keinerlei Problem für mich ...

Hugo Halfmann

Hallo Gerhard,

das lag nicht an deinem Mac, sondern an meiner Unfähigkeit, richtig zu kopieren.  :-[
Ich hab´s berichtigt.

Viele Grüße aus dem Bergischen Land

Hugo Halfmann

Bastian

Hallo Hugo,
wenn der Lack brennspirituslöslich ist muss ich zuerst mal an Schellack denken. Bilden sich denn beim Ablösen des alten Lacks kleine, gekräuselte Häutchen? Oder hast Du den Spirituslappen so stark getränkt gehabt, dass es sich auf einmal abgelöst hat?
Färben lässt sich der Schellack mit Kienruß. Ob das allerdings das Rezept für Messing war kann ich auf Anhieb nicht sagen. Ich habe hier eine ganze Reihe alter Bücher vom Ende des 19. Anfang des 20. Jahrhunderts in denen eine Unzahl von Rezepten angegeben sind.


In der Messing- und Bronzegießerei wurden oftmals Zaponlacke verwendet, die man auch leicht selber herstellen kann.

Wenn es Dich interessiert kann ich die Bücher mal durch sehen und Dir Bescheid geben.

Bastian


Tausendblatt

Moin,

ja, meine ich auch. Hab' ich auch schon mal angemixt.
Das Verhältniss Ruß/Schellack bestimmt dann, ob es ein matter oder glänzender Lack
wird. Beides bekommt man im guten Künstlerbedarf (Boesner, Gerstecker...); da gibt es auch Zaponlack.

Gutes Gelingen

Jens
Zitat von: Bastian in Juni 04, 2012, 12:34:10 NACHMITTAGS
wenn der Lack brennspirituslöslich ist muss ich zuerst mal an Schellack denken. (...) Färben lässt sich der Schellack mit Kienruß.

Hugo Halfmann

Hallo Bastian, hallo Jens,

nicht erschrecken: ich habe gar keinen Lappen benutzt, sondern den Fuß, welche an der Unterseite auch schwarz lackiert war, und die untere Stativsäule zur Vorreinigung in einen Topf mit Brennspiritus eingelegt. Hat die Reste des Messinglacks wunderbar gelöst... ;D
In diesem Topf habe ich die blauen Wolken gesehen...und nein, ich habe nicht inhaliert  ::)
Viele Grüße aus dem Bergischen Land

Hugo Halfmann

Bastian

Hast Du den Spiritus schon weggekippt? Oder hast Du ihn einfach versdunsten lassen. Die Rückstände könnten noch ein weing Aufschluss über den Originallack geben...

Ich denke mal Olaf könnte hier vielleicht weiter wissen, was zu der Zeit benutzt wurde.

Bastian

Hugo Halfmann

Den Spiritus hab´ ich entsorgt. Die Brühe war nachher auch eher grün, da sich auch Teile des Grünspans mit dem Lack aufgelöst haben.
Viele Grüße aus dem Bergischen Land

Hugo Halfmann

Werner

Hallo Hugo!

Es gibt "Spirituslack" zu kaufen, meist ist er sogar schwarz. Nach diesem Begriff fragen.

Für Selbstmischer ein Link zu einem sehr schönen alten Drogistenhandbuch von 1893:
http://www.retrobibliothek.de/retrobib/stoebern.html?werkid=62348
Da sind etliche Rezepte drin, die heute als "Firmengeheimnis" verschwiegen werden...

Viele Grüße   -   Werner

Ralf

Hallo Hugo,

mit schwarzem Pigment kann ich dir helfen. Ich habe a) ein organisches Schwarzpigment der BASF, in geringer Konzentration mit leichtem Blaustich. Oder b) auch ganz fein verteilten Ruß, der sich zur Pigmentierung hervorragend eignet.