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DSLR - dumme Frage

Begonnen von Jens Jö, Juni 06, 2012, 11:14:47 VORMITTAG

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Jens Jö

Hallo Forum,

nach dem Motto: es gibt keine dummen Fragen . . ., hier ist eine.

Kann mir bitte mal jemand kurz und einfach erklären, wozu das Spiegelreflexprinzip bei einer Digitalkamera gut ist ?
Warum kuckt man nicht einfach durch den Chip wie bei einer kompakten ?
Staubschutz beim Objektivwechsel, oder gibt es andere Gründe ?

LG
Alfred

koestlfr

Hallo Alfred!

Die Frage ist nicht dumm und bewegt auch, meiner Meinung nach, den SLR-Markt!

Der Vorteil an der DSLR mit Spiegel ist der, dass du ein "natürliches, analoges" Bild siehst - hat große Vorteile bei der professionellen Anwendung - bei der spiegellosen Kamera hingegen siehst du, wie auch immer, ein "digitales" Bild. Dafür hat sie aber keinen Spiegel, kann kürzer gebaut werden und hat keinen Spiegelschlag!

Der Staub kann auch besser bei den spiegellosen Versionen den Chip verseuchen - aber fast alle haben verschiedene Systeme der Reinigung - meist über Vibration.

Meiner Meinung nach hat die Spiegellose bei der Mikrofotografie je nach Modell Vorteile.

Liebe Grüße

Franz
Liebe Grüße
Franz

reblaus

Hallo -

man kann ja bei vielen SR-Kameras auch ohne Spiegel arbeiten: Neudeutsch "live view". Beim Mikroskopieren bringt der Spiegel eigentlich nur Nachteile. Derzeit wird er noch in Kauf genommen, weil der erschütterungsfreie Verschluss anscheinend nur bei Canon-SLRs verwirklicht ist.

Auch wenn man aber mit der Kamera außerdem normal fotografieren will ist man mit Spiegel derzeit noch besser dran - vor allem bei sehr schlechten Lichtverhältnissen. Außerdem hält der Akku damit viiieel länger als beim live view.

Gruß

Rolf

Bernd Kaufmann

Hallo,

ein weiterer Vorteil der SLR ist, dass es praktisch keine Auslöseverzögerung gibt, was bei manchen Kompaktkameras Nerven kosten kann.
Viele Grüße
Bernd ©¿©
www.aquamax.de
Lieber per Du.

Haus@Hund

Hallo,

als die Kameras noch analog waren, war DAS Argument für die SLR das parallaxenfreie Sucherbild. Das war zumindestens Leitz mal so wichtig, dass sie für die M-Kameras den Visoflex-Vorsatz anboten, mit dem aus der M so etwas wie eine "Prä-R" wurde.

Als ich mir vor vielen Monden eine DSLR zulegte und damit meine gute alte Pentax Super A in den Ruhestand schickte, hatte ich auch einige Bridge-Kameras ausprobiert. Der digitale Sucher war mir spontan ein Graus, weil im Laden die Zeilenfrequenz des Suchers und die 100 Hz der Deckenlampen eine wunderbare Schwebung erzeugten  :(.

Gruß,

Jörg

Rawfoto

Guten Abend

Also ich hoffe, dass in der Profiliga die Spiegel möglichst lange erhalten bleiben. Demnächst bekommen wir von Canon 14 Bilder in der Sekunde geboten und das bei 18 Megapixel !!!

Da ist extrem schnelle Reaktion gewünscht und eine möglichst kurze Zeit zwischen der Auslösung und der eigentlichen Aufnahme. Bei den Canon Profimodellen kann man den Spiegel für hunderte Aufnahmen nach oben verbannen und erst wenn die Bilder auf der Speicherkarte sind wieder hinunter lassen. Früher gab es von Canon feststehende Spiegel in den "schnellen" Kameras, z.B. F1 Highspeed oder F1n Highspeed, auch bei den EOS-Modellen hat es so etwas gegeben ==> EOS RT. So etwas würde ich mir wünschen aber keinen Monitor wie bei der Filmkamera ...

:-)

Gerhard
Gerhard
http://www.naturfoto-zimmert.at

Rückmeldung sind willkommen, ich bin jederzeit an Weiterentwicklung interessiert, Vorschläge zur Verbesserungen und Varianten meiner eingestellten Bilder sind daher keinerlei Problem für mich ...

Lothar Gutjahr

Guten Morgen Alfred,

deine Frage wird eigentlich schon durch die Präsenz der sogenannten Systemkameras beantwortet. Ich kann da nur über die Sony NEX-5 reden, da ich die der weiteren Hersteller nicht kenne. Sie hat also keinen Sucher mehr und dem entsprechend auch keinen Spiegel.  Dafür aber einen großen Sensor, der einen Schlitzverschluss notwendig macht und ein großes Anzeigedisplay.

Zunächst sollte man wohl festhalten, daß so etwas nicht die "eierlegende Wollmilchsau" sein kann.  In meinem Falle, weil es noch keine NEX-5N ist, ist sie für die Arbeit mit dem Mikroskop beinahe ungeeignet. Also ist zu überlegen, wo findet dieses Konzept seine "ideale Anwendung" ? Ich habe mein altes SIGMA Macro adaptiert und ein Stativ geschnappt und bin bei schönem Wetter ins Gelände gezogen. Etwa nach 5 Aufnahmen habe ich das abgebrochen, weil ich zum Scharfstellen nichts sehen konnte. Beide Hände über die Augen und damit ganz nah an den Display mit einer Lupenbrille mag ja gerade noch gehen. Aber da sollte ja noch etwas bewegt werden und wenn es nur der Auslöser ist. Von daher erst mal >>>nein danke<<<. Schon eher kommt Freude auf, wenn man das Macro in der Wohnung nutzt.  Ganz optimal natürlich als Videokamera generell und sogar auf dem Mikroskop; da lärmt kein Verschluss herum.

Andere : Es gibt dann die Variante  der Sucherkamera mit kleinem Monitor. Da habe ich als Beispiel eine Spezialkamera die Nikon Coolpix P100 mit einem 26 x fach optischen Zoom. Aber versuche damit mal einen Airbus zu fotografieren oder gar eine vorbeifliegenden Vogel ? Also nur für statische oder sehr langsam bewegliche Dinge geeignet. Da sehnt man sich immer wieder nach einem klaren optischen Sucher zurück.

Bei beiden erwähnten Kameras dachte ich dann an die Verwendung meiner für eine Endoskopkamera angeschaffte Videobrille. Nur gibt es bei beiden Kameras  nur noch den komfortableren HDMI-Ausgang und von da auf einen normalen Videoausgang zu kommen macht wieder Extraaufwand.

Ich räume von all diesen Betrachtungen ausgehend diesen sogenannten Systemkameras nur ein vorübergehendes Leben ein, wenn da nicht gleich die passende Betrachterbrille mit angeboten wird.
Warten wirs mal ab wie andere das sehen.

Schönen Feiertag

Lothar

Jens Jö

Ok, danke für Eure Antworten, aber so richtig verstehe ich's immer noch nicht.

@Rolf: ja klar, Akkustandzeit ist ein gutes Argument.
@Bernd: bei meiner kompakten (Powershot) gibt es keine Auslöseverzögerung.
@Jörg: das parallaxenfreie Sucherbild gibt es auch, wenn man durch den Chip guckt.
@Lothar:
ZitatBeide Hände über die Augen
Nee, auf den Monitor gucken ist natürlich quatsch.
Ich rede von einem Mini-Display, das man per Okular anschaut (wie bei einer Filmkamera). Da ist bzgl. Sonne zu einer SR kein Unterschied.
Zitateinen großen Sensor, der einen Schlitzverschluss notwendig macht
verstehe ich nicht. Warum hängt das von der Größe ab, und warum braucht man bei einem Chip überhaupt einen Verschluß ? ? ?

Und nochmals: wirklich relevant ist letztlich doch das, was der Chip sieht.
Andernfalls vertraue ich auf parfokale Montierung von Spiegel oder Sucher, und auch der Staub, den ich sehe, ist ein anderer.
Natürlich gibt es extreme Belichtungssituationen, in denen ein analoger Sucher seine Vorteile (Dynamik, Echtzeit) hat.
Aber ist das wirklich der Grund ?

LG
Alfred


Lothar Gutjahr

Lieber Alfred,

ZitatIch rede von einem Mini-Display, das man per Okular anschaut (wie bei einer Filmkamera). Da ist bzgl. Sonne zu einer SR kein Unterschied.

Das hatte ich schon verstanden und genau so ein Monitor im Sucher hat die P100. Man kann damit mal eben einen Airbus am Ende eines Kondensstreifens fotografieren, nur finden mußt du den mit der "Scheuklappe". Meist ist der weg bis man überhaupt mal den Kondensstreifen gefunden hat.

Der Verschluss ? Wenn ich es richtig verstanden habe, dann muß der Sensor vor der Aufnahme mal kurz dunkel sehen.

Gruß Lothar


TPL

#9
Hallo Alfred,
es ist interessant, welche Verzweigungen aus diesem Beitrag "knospen". Einige hängen wohl mit dem eigenwilligen Gebrauch von seit langem üblichen Begriffen zusammen.

SLR heißt 'single lens reflex'. Welcher Mechanismus der Strahlumlenkung (Klapp-/Schwingspiegel, fester teilverspiegelter Spiegel, teilverspiegeltes Prisma) dabei eingesetzt wird, ist erst einmal unerheblich. Gemeinsam ist allen SLR ihre Parallaxfreiheit. Der Begriff grenzt eher von den TLR (twin lens reflex) ab, als zu den Kameras mit separatem Sucher (Sucherkamera, englisch VF für viewfinder oder RF wie rangefinder).

Systemkameras gibt es nicht erst, seit man Kameras mit einem Chip ausstattet, sondern seit vielen, vielen Jahrzehnten (z.B. die Messsucher-Leicas und -Contax, aber auch viele SLR und TLR!). Der Begriff ist so unglaublich allgemein, dass er in dieser Diskussion nicht weiterhilft.

Die Auslöseverzögerung war früher (!) das große Plus hochwertiger Messsucher-Kameras (z.B. Leica) und TLR (z.B. Rolleiflex) gegenüber den SLR mit Schwingspiegel, da die Dauer vom Auslösen bis zur Belichtung durch die mechanische Strahlumlenkung um nahezu eine Größenordnung länger war, als der von Kameras ohne diese "Bremse".

Die heute in verschiedenen Kameratypen eingesetzten EVF (electronic viewfinder) sind parallaxenfrei, da sie den Aufnahmechip verwenden. Wegen der dahintersteckenden Elektronik und begrenztem Dynamikumfang sind sie aber bei vielen Modellen (noch) deutlich träger als das optische Bild und außerdem im Kontrast begrenzt. Dazu kommt, dass sie ohne Strom überhaupt nicht nutzbar sind - also nicht einmal, um sich einen Eindruck von Perspektive, Ausschnitt oder Bildkomposition durch den Sucher zu machen.

Gruß
Thomas

wilfried48

Zitat von: Safari in Juni 07, 2012, 21:47:31 NACHMITTAGS
Hallo Lothar,

schau Dir mal eine Kamera wie die Olympus OM-D E-M5 an. .......
..... Olympus sollte schon wissen was eine Kamera am Mikroskop können soll.


deshalb unterstüzten sie am Mikroskop keine Konsumerkameras mehr (z.B. mit einem T2 Anschluss),
nicht mal mehr ihre eigenen, sondern wollen nur noch ihre mindestens 10 mal so teuren Mikroskopkameras verkaufen. ;D

viele Grüsse
Wilfried
vorzugsweise per Du

Hobbymikroskope:
Zeiss Axiophot,  AL/DL/Ph/DIC/Epi-Fl
Zeiss Axiovert 35, DL/Ph/DIC/Epi-Fl
Zeiss Universal Pol,  AL/DL
Zeiss Stemi 2000 C
Nikon Labo-/Optiphot mit CF ELWD Objektiven

Sammlung Zeiss Mikroskope
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