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Infrarot-Fotomikroskopie

Begonnen von Microflash, Juli 18, 2012, 01:50:06 VORMITTAG

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Microflash

Hallo zusammen,

Ich habe mich einige Zeit lang hier nicht mehr gemeldet, da ich beruflich ziemlich eingespannt war bzw. bin und mich viel in der Freizeit mit regulaerer Fotografie beschaeftigt habe, weniger mit der Mikrofotografie in den vergangenen Monaten. Ich habe mir eine zweite 5D MkII Vollformatsensorkamera zugelegt, die ich in eine Infrarotkamera umwandeln liess mit 720 nm cutoff-Filter. Ich nutze diese Kamera in den vergangenen Wochen intensiv fuer Architektur und Naturaufnahmen mit klasse Effekten.

Ich kann diese Kamera nun auch problemlos in der Mikrofotografie mit meinem Mikroskop (Trinotubus) einsetzen. Ich habe nicht vor, mein Mikroskop mit einer zusaetzlichen IR-Lampe zu versehen, sondern will das ganz regulaere Durchlicht (und/oder Auflicht) nutzen, das ja auch IR Strahlung beinhaltet (in der normalen Fotografie nutze ich sogar meinen normalen ETTL-Blitz fuer IR-Aufnahmen, da der Blitz genuegend IR-Strahlung beinhaltet). Online finde ich mehrfach IR-Mikroskopie beschrieben, die aber immer IR-Lichtquellen nutzt. Wie gesagt, ich will einfach nur meine umgebaute IR-Kamera nutzen, nichts am normalen Lichtmikroskop aendern. Hat das mal jemand hier probiert, wenn ja, mit welchen Objekten?

Beste Gruesse,
Martin

Karl73

Hallo,
ja das ist eine interessante Frage. Theoretisch müsste es ja so gehen, normale Lichtquelle, IR-Filter vom Foto vor Kondensor und zur Bildaufnahme eine IR-empfindliche Kamera (lichtempfindliche s/w CCD-Überwachungskamera?). Die Frage ist wieviel die Gläser der Optik vom IR schlucken... Für richtige IR Mikroskopie sind ja spezielle Gläser erforderlich so weit ich mich erinnere?

Viele Grüße
Karl


Fluoval mit HF, DF, Phv, AL und DL Fluoreszenz, Pol (hilfsweise)
Epival Interphako
Jenamed 2 fluorecence

Gerne per "Du"

Stefan_O

#2
Hallo Martin,

hattest Du die Diskusion gesehen? http://www.mikroskopie-forum.de/index.php?topic=9358.0

Vielleicht kannst Du Stefan Lange fragen, ob es etwas geworden ist?

Gruss,
Stefan

Microflash

Zitat von: Stefan_O in Juli 18, 2012, 14:16:08 NACHMITTAGS
Hallo Martin,

hattest Du die Diskusion gesehen? http://www.mikroskopie-forum.de/index.php?topic=9358.0

Vielleicht kannst Du Stafn Lange fragen, ob es etwas geworden ist?

Gruss,
Stefan

Hallo Stefan,

Danke fuer den Link, diese Diskussion war mir nicht bekannt. Aber leider ist das genau das, was ich nicht machen will - mir eine IR-Lichtquelle zulegen, was in der besagten Diskussion mit Mikroskoptechnik offenbar vorhanden ist. Mir geht es simpel einfach darum, ein regulaeres Mikroskop zu nehmen, aber IR-Aufnahmen einfach durch eine umgebaute IR-Kamera zu machen.

Gruss,
Martin

Microflash

Zitat von: Karl73 in Juli 18, 2012, 14:01:42 NACHMITTAGS
Hallo,
ja das ist eine interessante Frage. Theoretisch müsste es ja so gehen, normale Lichtquelle, IR-Filter vom Foto vor Kondensor und zur Bildaufnahme eine IR-empfindliche Kamera (lichtempfindliche s/w CCD-Überwachungskamera?). Die Frage ist wieviel die Gläser der Optik vom IR schlucken... Für richtige IR Mikroskopie sind ja spezielle Gläser erforderlich so weit ich mich erinnere?

Viele Grüße
Karl




Hallo Karl,

Danke fuer Deine Antwort - ja, genau das ist die Frage - in der speziellen IR-Mikroskopie wird spezielle Optik eingesetzt, richtig. Genau das will ich vermeiden. In der normalen IR-Fotografie ist das naemlich nicht noetig. Ich kann dieselben Objektive an meine IR-modifizierte Kamera ansetzen wie in der regulaeren Lichtfotografie. Es kann hoechstens zu sog. hot spots bei kleineren Blendeneinstellungen kommen. Bessere Fotoobjektive haben das Problem meist nicht. Mit Ueberwachungskameras im IR-Bereich hat meine IR-Kamera nichts zu tun - der Frequenzbereich ist ein anderer, ausserdem misst meine Kamera nur IR-Reflektionen an Objekten, keine Waermestrahlung an sich.

Beste Gruesse,
Martin

Karl73

Hallo Martin,
dann würde sich ja eine Canon EOS 350(D) für Astrofotografie eigenen - die hat ja keinen IR Filter oder.
Viele Grüße
Karl
Fluoval mit HF, DF, Phv, AL und DL Fluoreszenz, Pol (hilfsweise)
Epival Interphako
Jenamed 2 fluorecence

Gerne per "Du"

Microflash

Zitat von: Karl73 in Juli 18, 2012, 15:45:09 NACHMITTAGS
Hallo Martin,
dann würde sich ja eine Canon EOS 350(D) für Astrofotografie eigenen - die hat ja keinen IR Filter oder.
Viele Grüße
Karl

Hallo Karl,

Nein, leider ist das nicht dasselbe. Die fuer Astrofotografie umgebauten DSLRs haben zwar auch den IR-Filter vorm Sensor entfernt, aber stattdessen wird einfach ein Glas oder anderer Filter davorgesetzt, der sogenannte Wasserstoff-Alpha Strahlung akzentuiert bzw. durchgaengig macht, die im gewoehnlichen Lichtspektrum liegt. Eine fuer regulaere IR-Fotografie (und nicht fuer Astroanwendungen) umgebaute DSLR dagegen hat einen IR-Filter vorm Sensor, der einfach nur noch ab einer gewissen Wellenlaenge Strahlung durchlaesst, z.B. > 720 nm (der sichtbare Wellenlaengenbereich ist zwischen 400-700 nm).

Beste Gruesse,
Martin

peter-h

Hallo zusammen,

Infrarotfotografie mit einer Kamera mit Farbchip funktioniert nur durch die Unzulänglichkeit der Microfarbfilter (Bayermaske) auf dem Chip. Ganz gleich was auch immer vor dem Chip entfernt wird ist es eine wenig gute Lösung. Die Canon EOS hat noch einige andere Schichten vor dem eigentlichen Chip.


All diese Filter sollen IR-Strahlung abhalten !

Nach meinen Erfahrungen mit Canon DSLRs und Olympus Kompatkameras, ebenso mit CCD und CMOS Farbkameras ist eine befriedigende IR Aufnahme nur mit einer geeigneten monochromen Kamera sinnvoll. Erst im Bereich von 900nm und höher wird z.B. Chitin transparent.

Als Lichtquelle ist jede Halogenleuchte mit einem Schottfilter RG830 oder RG1000 gut geeignet. Am Mikroskop muß vorher untersucht werden, ob ein IR-Sperrfilter eingebaut ist, z.B. KG3.  Das ist natürlich zu entfernen.

Gut Licht
Peter

Microflash

#8
Zitat von: peter-h in Juli 18, 2012, 18:19:42 NACHMITTAGS
Hallo zusammen,

Infrarotfotografie mit einer Kamera mit Farbchip funktioniert nur durch die Unzulänglichkeit der Microfarbfilter (Bayermaske) auf dem Chip. Ganz gleich was auch immer vor dem Chip entfernt wird ist es eine wenig gute Lösung. Die Canon EOS hat noch einige andere Schichten vor dem eigentlichen Chip.


All diese Filter sollen IR-Strahlung abhalten !

Nach meinen Erfahrungen mit Canon DSLRs und Olympus Kompatkameras, ebenso mit CCD und CMOS Farbkameras ist eine befriedigende IR Aufnahme nur mit einer geeigneten monochromen Kamera sinnvoll. Erst im Bereich von 900nm und höher wird z.B. Chitin transparent.

Als Lichtquelle ist jede Halogenleuchte mit einem Schottfilter RG830 oder RG1000 gut geeignet. Am Mikroskop muß vorher untersucht werden, ob ein IR-Sperrfilter eingebaut ist, z.B. KG3.  Das ist natürlich zu entfernen.

Gut Licht
Peter


Hallo Peter,

Das ist wirklich eine hilfreiche Information, besonders die mit der 900 nm Frequenz fuer Chitinpanzer - das war mir nicht bekannt! Hinsichtlich der Skizze (die ueberigens sehr gut ist, so etwas suchte ich bereits!) wurden bei meiner Kamera alle drei Filterebenen entfernt. Der bzw. die low pass filter, anti alias filter mitsamt dem hot mirror filter. Ersetzt wurde das Ganze dann durch einen 720 nm IR-Filter. Die Aufnahmen damit im Fotobereich sind gestochen scharf, etwas Rauschen ist im Bild bei starker Vergroesserung sichtbar, das man aber leicht mit Filtersoftware entfernen kann.
Bin mir nicht sicher, ob meine Mikroskoplampe diesen KG3 Filter hat, das muss ich nachpruefen.

Beste Gruesse,
Martin

Werner

Hinweis für Alle - die es vergessen haben ...

Test der Kamera auf eventuelle Sperrfilter:
Man drückt auf irgendeinen Knopf einer IR-Fernbedienung vor der Kamera. Wenn man einen flackernden Punkt auf dem Monitor erkennt, ist der Sperrfilter entweder zu schwach oder gar nicht vorhanden. Wenn man nichts sieht, ist der Sperrfilter zu gut oder die Fernbedienung defekt.
Viele ältere Digitalkameras sind sehr IR-empfindlich und somit gut für diesem Funktionstest geeignet.
Die meisten Fernbedienungen emittieren bei etwa 950 nm.

Flaue Bilder bei adaptierten Mikroskopkameras oder älteren Okularkameras kommen vom hohen IR-Anteil der Glühbirnen-Beleuchtung.
Bei LED-Beleuchtung ist der Kontrast dann gut - oder auch mit einem IR-Sperrfilter (Diaprojektor) auf dem Lichtaustritt.

Viele Grüße   -   Werner

peter-h

Hallo Werner,

ich stimme zu, aber über die Qualität der Kamera für IR-Fotogrfie sagt das noch nichts aus.
Ich verstehe einfach nicht, warum man an ein solches Thema geht und die Euronen für eine richtige Kamera scheut.

Nächtliche Grüße
Peter

peter-h

Liebe Infrarot-Freunde und die es werden wollen.

Achtung bei zusätzlichen Experimenten mit Filtern. Z.B. verträgt sich die IR-Technik garnicht mit Polfilter zusammen. Polfilter verlieren ihre Wirkung total und werden wunderbar transparent, ganz gleich in welcher Stellung zueinander.
Hier eine frühere Messung von mir :

http://www.sonnen-filter.de/Filter-1/Pol-var-log.gif

Gruß
Peter

Microflash

Zitat von: peter-h in Juli 19, 2012, 15:17:39 NACHMITTAGS
Liebe Infrarot-Freunde und die es werden wollen.

Achtung bei zusätzlichen Experimenten mit Filtern. Z.B. verträgt sich die IR-Technik garnicht mit Polfilter zusammen. Polfilter verlieren ihre Wirkung total und werden wunderbar transparent, ganz gleich in welcher Stellung zueinander.
Hier eine frühere Messung von mir :

http://www.sonnen-filter.de/Filter-1/Pol-var-log.gif

Gruß
Peter


Hallo Peter,

Das kann ich aus der normalen IR-Fotografie bestaetigen. Ich testete das bereits in Kombination mit einem zirkularem Polfilter, und die Wirkung ist nicht wirklich beachtenswert. In einigen Faellen sah ich eine geringe Kontraststeigerung, die aber vernachlaessigbar gering war.

Beste Gruesse,
Martin

Paul Keller

Hallo Martin,
Messungen mit einem Schul-Spektrofotometer zeigen, dass sich die NIR-Absorbtion im Bereich Kondenser und Objektiv in Grenzen hält.
Wenn du mir mitteilst, welche Kondenser/Objektiv-Kombination (Zeiss endlich!) dich interessiert, kann ich dir die typischen Spektrogramme an der Leuchtfeldblende und im Okular liefern, auch mit zwischengeschaltetem RG715.
Gruss,
Paul
Gruss,
Paul

Vorstellung: Hier klicken

Rawfoto

Hallo Martin

Meine Erfahrungen kommen aus der Analogfotografie, ich kann aber nur bestaetigen das Du nicht weit in den IR-Bereich vorstoffen kann. Es wird ab 820 interessant und ab 900 spannend ...

Ich hatte fuer die Hasselblad V zwei Objektive mit sehr guten IR-Eigenschaften, das 250 SA und das 500 Apo ...

Wenn man versucht Parallelen zu ziehen koennten die FL Objektive von besonderen Interesse sein und ein Test koennte sehr lohnend sein. Bei Olympus wuesste ich wo ich zu testen bekinnen muesste ...

Bezueglich der Beleuchtung, verwende doch den Blitz, zumindest die Quantum Blitzroehren beschneiden nur auf der UV-Seite ...

Liebe Gruesse

Gerhard

PS, ein normales IR Bild mit dem Umbau wuerde mich interesseiren, ich war auch schaun auf der Homepage der Amins um zu schauen ob das Sinn macht - mir war der IR-Bereich zu klein ...
Gerhard
http://www.naturfoto-zimmert.at

Rückmeldung sind willkommen, ich bin jederzeit an Weiterentwicklung interessiert, Vorschläge zur Verbesserungen und Varianten meiner eingestellten Bilder sind daher keinerlei Problem für mich ...