Ersuche um Hilfe beim Zusammenbau eines Kondensors

Begonnen von Bernhard Gutwenger, Juli 23, 2012, 22:09:15 NACHMITTAGS

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Bernhard Gutwenger

Werte Fachgemeinde,

Ich hoffe Ihr könnt mir helfen. Ich wollte den Kondensorkopf meines
Leica-Mikroskops ( 0,90 S1) mal gründlich reinigen und hab ihn dazu in die
Bestandteile zerlegt. Beim Zusammenbau kann ich nun den Gewindering
nicht mehr weit genug hineindrehen, sodass die inneren Linsen  lose sind
und der Kondensorkopf sich für schwache Vergrößerungen nicht mehr ausschwenken lässt.
An der Lage der Linsen und der Ringe kann es nicht liegen, die hab ich mir
beim Zerlegen genau gemerkt. Dass es nur am passenden Werkzeug liegt,
kann ich mir auch nicht vorstellen.
Habt Ihr da einen Rat ?

Grüße von
Bernhard Gutwenger

Nomarski

Hallo Bernhard,

wenn das Gewinde für den Ring, der sich nicht mehr weit genug reindrehen läßt, nicht irgendwo beschädigt ist, kann es eigentlich nur daran liegen, daß ein Ring von dem Linsenpaket irgendwie leicht verkantet ist oder eine Linse nicht richtig in der Fassung sitzt. Eine andere Erklärung kann es eigentlich nicht geben, wenn vor der Demontage noch alles gepasst hat.

Viele Grüße
Bernd

moräne

#2
Hallo Bernhard

Ich hatte ähnliches einmal beim Reinigen meines 2,5 Objektivs
Das war zu der Zeit als man hier vom -  Linsen in Seifenwasser legen abriet ( was wohl ein Geheimtip im Astroforum gewesen war, wenn ich mich recht erinnere - war was mit verpilztem Objektiv und so , jedenfalls kriegte ich mit dem 2,5 er Objektiv nur ein verschwommenes Bild)
Ich hatte mir - und hier sehe ich die Gemeinsamkeit zu dem von Dir geschriebenen
- auch genau gemerkt - was aber merkt man sich.( oder was alles sollte man sich merken wenn man so etwas aufschraubt - sei es Kondensator oder Objektiv - ich glaube eine Funktion eines Mikroskopieforums sollte es sein jeden da aufzuklären)
Jedenfalls hat mein 2,5 er Objektiv ein halbes Jahr nicht funktioniert, bis in noch mal daran ging, und irgendwie muß ich dann doch eine richtige Reihenfolge oder ähnliches gefunden haben, und heute geht das Ding.
Es war auch so, daß ich das wirklich das Gefülhl hatte, das sich die letzte einzuschraubende Linse nicht weit genug reinschrauben lies.
Kann also nur sagen - nicht aufgeben!

also Glück ( noch ) und Intuition sind gefragt
Grüße
Gerd



Nomarski

Hallo Gerd,

ZitatIch hatte mir - und hier sehe ich die Gemeinsamkeit zu dem von Dir geschriebenen
- auch genau gemerkt - was aber merkt man sich.

damit man sich besser merken kann, wie die Linsen mal dringesessen haben, muß man den ausgebauten Linsenstapel am Rand mit einem schwarzen Textmarker mit zwei schrägen Strichen versehen. Auch wenn man die Linsen danach durcheinanderwürfelt, merkt man, wie sie mal zusammengesessen haben müssen, da sonst die Striche nicht mehr den Verlauf aufweisen, wie es zur Zeit der Markierung vermerkt wurde. Ansonnsten wird dann die Bildqualität etwas merkwürdig ausfallen.

Viele Grüße
Bernd

Klaus Herrmann

Hallo Bernd,

Zitatam Rand mit einem schwarzen Textmarker mit zwei schrägen Strichen versehen

Ich mach seit einiger Zeit die Variante statt Textmarker weicher Bleistift, weil ich nach Reinigung der Linsen den Textmarker-Strich nicht mehr gefunden habe!  >:(
Mit herzlichen Mikrogrüßen

Klaus


ich ziehe das freundschaftliche "Du" vor! ∞ λ ¼


Vorstellung: hier klicken

Nomarski

Hallo Klaus,

Zitat von: Klaus Herrmann in Juli 23, 2012, 23:19:02 NACHMITTAGS
Hallo Bernd,

Zitatam Rand mit einem schwarzen Textmarker mit zwei schrägen Strichen versehen

Ich mach seit einiger Zeit die Variante statt Textmarker weicher Bleistift, weil ich nach Reinigung der Linsen den Textmarker-Strich nicht mehr gefunden habe!  >:(

ich nehme dazu eine Reißnadel, die Markierung ist noch beständiger. Aber bevor man mich wieder mit Absicht falsch versteht und damit auf den Linsen rumkratzt, habe ich lieber den Textmarker empfohlen.  ;)

Bernhard Gutwenger

Vielen Dank für Eure raschen Antworten.
Der Gewindering ist nicht beschädigt. Ohne Linsen lässt er sich
wunderbar einschrauben, aber mit "Innereien" .....
Ich werde mal bei Bastian den Lens wrench bestellen und es dann
"mit Gewalt versuchen".

Grüße von
Bernhard G.

Nomarski

Zitat"mit Gewalt versuchen".
Die Gefahr ist dann aber dabei groß, daß was kaputt oder zu Bruch geht! Immer mit Gefühl! ;)

VG
Bernd

Klaus Herrmann

Hallo Bernhard,

Zitatmit Gewalt versuchen".

wenn du die Wirtschaft ankurbeln willst darfst du in diesem Fall nicht auf Bernd hören. ;)

ZitatImmer mit Gefühl

Setz einfach das Ganze auf einen Ambos nimm einen breiten Durchschläger und einen Fäustel und ein kurzer trockener Schlag wird das Problem nachhaltig lösen! ;D

Im Ernst: es muss leicht gehen! Irgend eine Linse sitzt falsch oder ist verkantet. Probiers mit Liebe und Geduld nochmal! :)
Mit herzlichen Mikrogrüßen

Klaus


ich ziehe das freundschaftliche "Du" vor! ∞ λ ¼


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Nomarski

Zitatm Ernst: es muss leicht gehen! Irgend eine Linse sitzt falsch oder ist verkantet. Probiers mit Liebe und Geduld nochmal!

Habe ich anfangs auch schon so geschrieben, lieber Klaus. Aber sowas überliest man mit Absicht, damit es hinterher was zu meckern gibt. ;)

moräne

#10
Danke Bernd
für den Hinweis auf die schrägen Striche die man anbringen kann.
Wenn ich mir die Geometrie dieses Tips durch den Kopf gehen lasse - das ist jetzt nicht ironisch gemeint - leuchtet mir das nicht so ein , denn jede Linse ist um ihre Mittelpunktachse  - in der Vorstellung - drehbar, und auf jeder hat der schräge Strich den gleichen Winkel.
Deswegen lassen sich auch versetzte Striche immer wieder in eine Linie drehen.
Das mit den Strichen, selbst mit einem Diamanten am Rand ist für mich OK, ich würde dann aber sagen wir mal bei drei Linsen , 1, 2, 3, Striche nacheinander anbringen.
Was zusätzlich aber durcheinander bringt, ist das da auch noch Messingteile dazwischen waren, welche auch verdreht eingebaut werden konnten.

In dem Fall aber das eine Linse verkantet ist, könnte folgendes helfen, was ich auch damals machte:
Ich hatte mir einen Rohr gedreht, was etwas kleiner als der Innendurchmesser des Objektivs war, und dann die Linsen damit hineingedrückt, denn es war ja so das der zwischen Objektivinnenwand und Linse so wenig Zwischenraum war, daß ein richtiger Gegendruck ( Luft ) beim Hineinpressen zu spüren war.
Damit konnte ich den Einpressdruck gleichmäßig machen, während Druck nur an einer Stelle ja zum Verkanten führt.
man brauch ja immer 3 Punkte um so eine Kreisplatte in der Ebene zu halten.
Nun hat nicht jeder eine Drehbank, aber vielleicht könnten das Pappröllchen auch tun ( Nähgarn usw. Feuerwerksböller, oder man wickelt sich das aus Papier - verklebt-  selbst , es muß aber die zu brauchende Öffnung in zwei Richtungen senkrecht zur Rohrlänge sein
Ich kam durch Bernhard noch auf folgende Idee:
um eine Linse exakt einzubringen, könnte man 2 Rohre haben, von denen das Äußere kleiner als der Innendurchmesser des jeweiligen Gegenstands wo man Linsen reinhaben will, ist, - das hält die Linse-  und dann hat man noch ein inneres Rohr was etwas dünner ist als der Linsenhalter, und zum abdrücken der Linse wenn sie ihren Platz erreicht hat, dient.

Die Linse wird wegen mir mit Tapetenkleister oder Kanadabalsam ( drei Nadelspitzen) befestigt.
Damit aber die Linsenfassung nicht mit Balsam verschmiert wird, den eher an der inneren Seite des Halterohrs anbringen!
Messingrohre gibt es ja in 1000 durchmessern.
Verkantetes Zeug würde ich aber eher versuchen raus - als reinzudrücken
Grüße
Gerd



Bernhard Gutwenger

Werte Mikroskopiker,

Kaum zu glauben, wie leicht "man" sich in der eigenen Merkfähigkeit
irren kann. Ich hab mir in Ruhe nochmal alles angesehen und mich nicht
auf eine bestimmte Lage von Linsen und Ringen versteift und siehe da,
jetzt lässt sich der Gewindering "ohne Gewalt" einschrauben.
In dem Fall waren die Ratschläge "mit Gefühl, Liebe und Geduld nochmal probieren"
die besten. Außerdem geht wohl nichts über anständige Markierungen.

Grüße von
Bernhard G.

Nomarski

Werter Bernhard,

es kann auch an den Temperaturen gelegen haben, die über die Ausdehnungskoeffizienten die Passungen gnädig gestimmt haben.

Viele Grüße
Bernd