100/1.25 Objektiv nun ohne Immersionsöl

Begonnen von Muschelbluemchen, September 06, 2012, 14:42:50 NACHMITTAGS

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Peter V.

Hallo,

Was ich übriegns wohl nie im Leben verstehen werde: Wie kommt es immer zu diesen grauenhaften Übersetzungen? Ich habe keine Ahnung, wie das bei solchen Unternehmen läuft, ob professionelle technische Übersetzungsbüros beauftragt werden oder die Giovanna aus der Verpackung, die doch mal drei Jahre in Deutschland gelebt hat, damit für diese Aufgabe qualifiziert war?
Es wäre doch ein Leichtes, einen "native speaker" mit etwas Ahnung von der Materie (ein ambitionieter Hobbymikroskopiker reicht völlig aus) Korrektur lesen zu lassen! Das würde kaum mehr als ein paar Hundert Euro kosten....

Fragende Grüße
Peter
Dieses Posting ist frei von kultureller Aneigung, vegan und wurde CO2-frei erstellt. Für 100 Posts lasse ich ein Gänseblümchen in Ecuador pflanzen.

Florian Stellmacher

Liebe Hochaperturige,

ich finde ja, dass es durchaus große Vorteile hat, nicht die volle Apertur der Objektive auszunutzen:

Zum einen findet an den Linsen und der Vergütung deutlich weniger Verschleiß statt als wenn man dauernd "volle Pulle" auflöst - die Objektive halten also wesentlich länger; zum anderen tun mir bei weicherer Abbildung die Augen nicht so weh!

Beispiel:

1. Zeiss Plan Neofluar 63x 1,25


Die knackscharfe Abbildung führt innerhalb weniger Minuten zu Augenschmerzen.

2. Zeiss Plan Neofluar 63x 1,25 - diesmal mit reduzierter Apertur


Aaaah, welche Wohltat! Endlich keine Augenschmerzen mehr, ferner deutlich weniger Verschleiß!
Zusätzlich wird die Phantasie in wohltuender Weise angeregt!

Nur mal so als Denkanstoß...

Herzliche Grüße,
Florian

Vorwiegende Arbeitsmikroskope:
Zeiss Axioskop 2
Olympus BHS (DL, Pol, Multidiskussionseinrichtung)
Zeiss Axiophot (DIK und AL-Fluoreszenz)
Zeiss Axiovert (Fluoreszenz)
Wild M400 Fotomakroskop (DL, DF, AL, Pol)

peter-h

Lieber Florian,

endlich ein wissenschaftlicher Vergleich und auch eine sehr einleuchtende Erklärung. Du solltest als Fachmann der Firma Deine Bilder incl. dem erläuternden Text anbieten. Bekommst vielleicht auch noch Werbehonorar. Toll !
Und ich öle die arme Amphipleura pellucida immer ein, werds mir sparen.

Viele Grüße
Peter

Klaus Henkel

Zitat von: Peter V. in September 08, 2012, 13:55:28 NACHMITTAGS
Was ich übriegns wohl nie im Leben verstehen werde: Wie kommt es immer zu diesen grauenhaften Übersetzungen? Ich habe keine Ahnung, wie das bei solchen Unternehmen läuft, ob professionelle technische Übersetzungsbüros beauftragt werden oder die Giovanna aus der Verpackung, die doch mal drei Jahre in Deutschland gelebt hat, damit für diese Aufgabe qualifiziert war?
Es wäre doch ein Leichtes, einen "native speaker" mit etwas Ahnung von der Materie (ein ambitionieter Hobbymikroskopiker reicht völlig aus) Korrektur lesen zu lassen! Das würde kaum mehr als ein paar Hundert Euro kosten....

Lieber Herr V.!

Selbstverständlich haben Sie recht: Native speaker, Korrekturlesen usw. Aber so läuft das nicht in Japan oder China. Die Übersetzungsaufträge bekommt ein alter Firmenpensionär, der daheim im Kämmerlein sitzt, neben sich verschiedene Wörterbücher für Englisch, Französisch vielleicht noch. Der Produktmanager hat ihm den Auftrag gegeben, weil der Alte, als er noch im Dienst war, jenem oftmals geholfen hat. To make a snapshot take off the lens hood. Das soll er nun ins Deutsche übersetzen. Er schaut ins Wörterbuch English/German. Aha hood -  Kaputze er schmunzelt, das kennt er doch aus seiner Jugend, den alten Film Robin Hood mit Errol Flynn. So entsteht dann der deutsche Satz: Für zu machen eine Snaps shuss man abnehme der Linse die Verkapuzung .... Dieser Satz stand wirklich so in einer Gebrauchsanleitung für eine Kamera.

Korrektur von einem zweiten Deutsch-Kenner lesen lassen? Niemals würde der Product Manager das wagen! Denn der Alte hat auf die Frage, ob er eine Übersetzung ins Deutsche anfertigen könne, doch mit einem erfreuten Lächeln genickt! Niemals würde ein Japaner die Frage eines Ranghöheren oder eines Fremden verneinen, das wäre der Gipfel der Unhöflichkeit! Den Alten, der manches Jahrzehnt in der Firma treu und fleißig gearbeitet hat, dann aber mit seinen Übersetzungsfehlern konfrontieren, hieße ihn beleidigen, ihm seine Ehre nehmen. Er hätte für den Rest seines Lebens sein Gesicht verloren. Da böte eigentlich nur noch Harakiri einen angemessenen Ausweg ... Danach verlöre dann der Product Manager seine Stellung, müßte vielleicht von nun an auf Übersetzungsaufträge hoffen ...

So oder so ähnlich läuft das, wenn Ihnen auch manches an meiner Darstellung etwas überzeichnet vorkommen könnte.
ODER können Sie sich IRGEND eine andere vernünftige Erlärung vorstellen?

Translation Greetings!
KH

Eckhard

Lieber Herr Henkel,

ZitatSo oder so ähnlich läuft das, wenn Ihnen auch manches an meiner Darstellung etwas überzeichnet vorkommen könnte.
ODER können Sie sich IRGEND eine andere vernünftige Erlärung vorstellen?


Ja, Google Translate. Zur Illustration die Übersetzung des obigen Textes:

Or so goes that if you could also happen much in my view somewhat overstated.
OR you can imagine ANY other judicious UDM_ISPELL_TYPE_DB?

Herzliche Grüsse
Eckhard Völcker
Zeiss Axioscope.A1 (HF, DF, DIK, Ph, Pol, Epifluoreszenz)
Nikon SE2000U (HF, DIK, Ph)
Olympus SZX 12 (HF, DF, Pol)
Zeiss Sigma (ETSE, InLens SE)

www.wunderkanone.de
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Florian Stellmacher

Zitat von: peter-h in September 08, 2012, 15:04:21 NACHMITTAGS
Lieber Florian,

endlich ein wissenschaftlicher Vergleich und auch eine sehr einleuchtende Erklärung. Du solltest als Fachmann der Firma Deine Bilder incl. dem erläuternden Text anbieten. Bekommst vielleicht auch noch Werbehonorar. Toll !
Und ich öle die arme Amphipleura pellucida immer ein, werds mir sparen.

Viele Grüße
Peter

Lieber Peter,

richtig! Und das führt uns zu einem weiteren Argument: Das Einsparen von Immersionsöl senkt nämlich langfristig auch den Cholesterinspiegel!

Herzliche Grüße,
Florian
Vorwiegende Arbeitsmikroskope:
Zeiss Axioskop 2
Olympus BHS (DL, Pol, Multidiskussionseinrichtung)
Zeiss Axiophot (DIK und AL-Fluoreszenz)
Zeiss Axiovert (Fluoreszenz)
Wild M400 Fotomakroskop (DL, DF, AL, Pol)

Klaus Henkel

Herr Stellmacher!

Nachdem ich mir solche Mühe gegeben habe, eine Frage ernsthaft zu beantworten, verspaßgeigen Sie das wieder!
Ich werd hier nochmal was schreiben!
KH

Florian Stellmacher

Lieber Herr Henkel,

ZitatIch werd hier nochmal was schreiben!

Ich bitte darum!

Herzliche Grüße,
Ihr
Florian Stellmacher
Vorwiegende Arbeitsmikroskope:
Zeiss Axioskop 2
Olympus BHS (DL, Pol, Multidiskussionseinrichtung)
Zeiss Axiophot (DIK und AL-Fluoreszenz)
Zeiss Axiovert (Fluoreszenz)
Wild M400 Fotomakroskop (DL, DF, AL, Pol)

beamish

Warum die Aufregung? Mit den Mikroskopen schaut man sich (mit offensichtlicher Begeisterung) doch eh nur die Staubkörner auf der Kondensorfrontlinse an (siehe zweite Titelseite des Prospekts)....  :)
übrigens bei ausgeschalteter Beleuchtung!

Grüße

Martin
Zeiss RA mit Trinotubus 0/100
No-Name China-Stereomikroskop mit Trinotubus
beide mit Canon EOS 500D

ruhop

Hallo.

Meines Wissens heißt die "schöne japanische Sitte" nicht Harakiri sondern Seppuku. Es gibt dafür genaue Regeln, auf die ich hier lieber nicht eingehen will. Das wäre nun wirklich total OT.

Schönen Gruß aus dem Hintertaunus

Holger

Klaus Herrmann

Hallo,

ZitatDie im Deutschen verbreitete Bezeichnung Harakiri (腹切り - umgekehrte Reihenfolge der Schriftzeichen -, von japanisch hara = Bauch und kiru = schneiden) ist ein umgangssprachlicher und herabsetzender Ausdruck, der vor allem von Europäern und Amerikanern benutzt wird. Er beschreibt nur einen Teil des Rituals, und seine Verwendung kann in Japan als Beleidigung empfunden werden.

Na hoffentlich hat Safari in seinen tägliche Telefonaten mit Japan nicht zum (腹切りaufgefordert, da könnte die Geschäftsbeziehung darunter leiden. ;D

"Beleidige nie einen Japaner zum Scherz, sonst zeigt er dir den Höllenschmerz!"
Mit herzlichen Mikrogrüßen

Klaus


ich ziehe das freundschaftliche "Du" vor! ∞ λ ¼


Vorstellung: hier klicken

Florian Stellmacher

#41
Liebe Translationisten,

asiatische Manager, die ihres Gesichtes verlustig gehen könnten, sind das Eine, deutsche Verkäufer, die kritiklos diesen Blödsinn übernehmen, sind das Andere.

Bei Firmen, die vorwiegend mit elektronischen Baugruppen und Kneifzangen handeln und nur gelegentlich ein Kontingent von Billig-Mikroskopen aus Fernost im Internet verhökern, würde es mich ja eher wundern, wenn es dort einen Ansprechpartner gäbe, der mir erklären könnte, welchen Sinn 20x-Okulare bei einem normalen Durchlichtmikroskop mit den üblichen Objektiven haben. Ich habe vorwiegend Kontakt zu Außendienstlern der "großen Vier", und diese sind so kompetent, dass sie mir sagen können, was ich will, nachdem ich ihnen erklärt habe, was ich machen möchte. Die Aufgabenstellung kann hierbei z.T. recht komplex sein. Aber eine Lehrmittelhandlung, die vorwiegend mit immer der selben Fragestellung konfrontiert sein dürfte - nämlich möglichst gut für möglichst billig - sollte doch wohl zumindest im Bereich einfacher Schul- und Kursmikroskope basale Kenntnisse vorweisen können. Mal davon ab: Das ist ja nun auch kein Hexenwerk sondern vergleichsweise einfach erlernbarer Stoff, der prinzipiell sogar ohne mathematische Formeln zu kapieren ist. Und es würde einem dann wohl doch so manche Peinlichkeit ersparen.

Herzliche Grüße,
Florian
Vorwiegende Arbeitsmikroskope:
Zeiss Axioskop 2
Olympus BHS (DL, Pol, Multidiskussionseinrichtung)
Zeiss Axiophot (DIK und AL-Fluoreszenz)
Zeiss Axiovert (Fluoreszenz)
Wild M400 Fotomakroskop (DL, DF, AL, Pol)

Peter V.

Leiber Herr Henkel,

eine nette Darstellung, die vermutlich schon viel Wahrheit enthält.
Aber hier sind's doch Intaliener! Obwohl...da geht es dann vermutlich um "die Ääääääähre von die Familie"!?

Herzliche Grüße
Peter
Dieses Posting ist frei von kultureller Aneigung, vegan und wurde CO2-frei erstellt. Für 100 Posts lasse ich ein Gänseblümchen in Ecuador pflanzen.

Klaus Henkel

Zitat von: Peter V. in September 08, 2012, 19:34:10 NACHMITTAGS

eine nette Darstellung, die vermutlich schon viel Wahrheit enthält.
Aber hier sind's doch Intaliener! Obwohl...da geht es dann vermutlich um "die Ääääääähre von die Familie"!?


Ja, aber diese japan. Sachen kenn ich einfach besser!

Mutatis mutandis: Guillano gilt im Genueser Familinenunternehmen als der Deutschland-Fachmann, hat er doch in den Sechzigern in Wolfsburg gearbeitet. Er formuliert also besagte Druckschrift, läßt sie heimlich von Vetter Pietro korrigieren, denn der ist ihm wegen einer bestimmten amourösen Sache zur Verschwiegenheit verpflichtet. Da er sich jahrzehntelang als Heimkehrer mit perfekten Deutschkenntnissen ausgegeben hat, fällt ihm nicht im Traum ein, irgendwelche Zweifel an denen aufkommen zu lassen, sonst würde er sich dem Gespött der ganzen Familia aussetzen, besonders dem seiner Cousine Amaretta. Also zieht er die Sache durch, hofft daß ihm Amaretta huldvoll zulächeln wird. Usw usw ...

So ist das Leben. Seien Sie nicht so streng mit dem alten Schlawiner!
KH