Kennt jemand Mikroskope von Di-Li?

Begonnen von anne, September 18, 2012, 22:59:26 NACHMITTAGS

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reblaus

@Peter -

nachdem du beim Innovationspreis nur eine Teilnahmebestätigung gefunden hast, habe ich mal beim "Industriepreis" nachgeforscht. Der wird von einem Verlag für Werbezeitschriften und Who's who - ähnliche Publikationen ausgelobt. Dort findet man D. zwar auch nicht bei den Preisträgern, aber immerhin in der "Bestenliste" für Optik. Man kann auch einen Link anklicken und erhält (Zitat):

"Das universelle Video-Handmikroskop Di-Li 975 zeigt Objekte in Echtzeit ohne jede Verzögerung auf dem Monitor. Es wird kein Computer benötigt. Durch die Darstellung in Echtzeit ist ein ermüdungsfreies Arbeiten möglich. Die eingebaute Hightech-LED-Beleuchtung sorgt für gestochen scharfe Bilder"

Wär das nix für dich?

@Rolf: Bei Conrad kriegt man aber brauchbare Bauteile und braucht keine Mikroskope zu kaufen.

Viele Grüße

Rolf

Haus@Hund

Zitat von: Peter V. in September 19, 2012, 08:07:27 VORMITTAG
Hallo,

Zitat- was bitte ist ein "Medizinprodukt" ?

was diesen Begriff betrifft, tust Du den Autoren Unrecht. Es klingt in der der Tat nach kruder eigener Wortschöpfung. Ist es aber nicht! Den Begriff gibt es wirklich, er ist in der Medizin von sehr zentraler Bedeutung und ziemlich genau definiert. Jede medizinische Einrichtung hat ständig mit "Medizinprodukten" und dem MPG (Medizinproduktegesetz) zu tun. Allgemeinverständlich gesagt sind Medizinprodukte alle "Produkte", die in der Medizin zu Anwendung kommen und nicht Arzneimittel sind. Z.B. sind sowohl Waagen, Fieberthermometer, Mikroskope, Endoskope als auch Katheter, Schrittmacher, Implantate und bestimmte Mittel zur Einnahme/Instillation/Infusion etc., die nicht als Arzneimittel klassifiziert sind, "Medizinprodukte".

Hallo zusammen,

da möchte ich dann doch mal einhaken. Das hier behandelte Mikroskop ist angeblich konform der 93/42/EWG (EU-Richtlinie für Medizinprodukte) - das ist leider nur die falsche... Ein Mikroskop ist ein sogenanntes In-Vitro-Diagnostikum (IVD), der "erstmalige Inverkehrbringer" erklärt die Konformität nach der 98/79/EWG (EU-Richtlinie für IVDs). Mit vielen Mikroskopen werden nämlich streng nach der IVD-Definition dem menschlichen Körper entnommene Proben untersucht. Dient es einem anderen Zweck (also etwa zur Materialforschung oder in der Veterinärmedizin), ist es kein IVD. Hat es dagegen Kontakt zum Patienten und wird Energie hin und her übertragen, ist es ein Medizinprodukt im Sinne der Richtlinie. Beispiel: Ein Kapillarkmikroskop mit Fingerhalterung.

Übrigens: Bis die Konformitätserklärung für ein Mikroskop ausgestellt werden kann, muss die interne Dokumentation in Ordnung sein: Die Produktakte, die jeder Hersteller vorhält, enthält etwa die Erklärung der "Grundlegenden Anforderungen", eine Risikoanalyse, eine genaue Beschreibung der verarbeiteten Materialien und Komponenten usw. Als Sicherheitsbeauftragter für Medizinprodukte weiß ich davon ein Lied zu singen.

Man beachte allerdings bei dem behandelten Mikroskop die Formulierung "*geeignet* als Medizinprodukt", was die Frage provoziert, ob es denn tatsächlich eines ist. Ich persönlich bezweifele, ob das China-Dingens, das sich mancher Arzt hinstellt, tatsächlich einer derartigen Prozedur unterzogen wurde, oder ob "CE" wirklich nur "China Export" heißt...

Noch eine kleine Bemerkung: Tragegriffe für Mikroskope sind sinnvoll für Schul- und Ausbildungsmikroskope, weil sie oft aus Schränken auf Tische und zurück geräumt werden müssen.

Grüße aus Wetzlar,
Jörg (Haus@Hund)

ortholux


Zitat von: Haus@Hund in September 19, 2012, 13:39:36 NACHMITTAGS
Tragegriffe für Mikroskope sind sinnvoll für Schul- und Ausbildungsmikroskope, weil sie oft aus Schränken auf Tische und zurück geräumt werden müssen.

...aber nicht innovativ:
http://www.mikroskopie-forum.de/index.php?topic=9877.0

Viele Grüße
Wolfgang