Hauptmenü

Makrofotografie Technik 1

Begonnen von peter-h, Oktober 16, 2012, 17:55:52 NACHMITTAGS

Vorheriges Thema - Nächstes Thema

Klaus Henkel

#15
Zitat von: Rawfoto in Oktober 17, 2012, 21:20:03 NACHMITTAGS
Hallo Peter
Das Objektive unterschiedlich sind kann ich nur bestaetigen, ...
Gerhard

Guten Abend Peter H. und Gerhard Z.!

Je höher die Apertur des Objektivs und je mehr Linsen es enthält, um so "individueller" sind seine Leistungsmerkmale. Je komplizierter der Aufbau ist, um so mehr Handarbeit ist bei seiner Herstellung, speziell bei der Montage erforderlich. Geringe Abweichungen beim Krümmungsradius oder der Glaseigenschaften, die nicht irgendwelchen "Normen", sondern der Kunst der Glasschmelzer und der Linsenschleifer unterliegen, müssen stets mit zu den Abweichungen passenden anderen Linsen ausgeglichen werden. Für eine Krümmungsabweichung beispielsweise nach Minus wird dann eine solche nach Plus gesucht, welche den Ausgleich bewerkstelligt. Bei bis zu 13 Linsen in einem Planapochromaten ist das eine rechte zeit- und personalintensive Sache. Da kann es dann auch zu Unterschieden in der Abbildungsleistung kommen oder in der Farbkorrektur der Linsenfehler.

Mir hat einmal jemand ein Planapo zum Kauf angeboten, mit dem Hinweis, er habe es unter sechs Objektivindividuen als bestes ausgesucht.
Ich habs natürlich genommen! Es ist wirklich gut.

Abendgrüße!
KH

Frank D.

#16
Zitat von: Rawfoto in Oktober 17, 2012, 21:20:03 NACHMITTAGS
Hallo Peter
Das Objektive unterschiedlich sind kann ich nur bestaetigen, ...
Gerhard
Zitat von: Klaus Henkel in Oktober 17, 2012, 22:05:29 NACHMITTAGS
.......

Mit hat einmal jemand ein Planapo zum Kauf angeboten, mit dem Hinweis, er habe es unter sechs Objektivindividuen als bestes ausgesucht.
Ich habs natürlich genommen! Es ist wirklich gut.
.....

Guten Morgen Gerhard, guten Morgen Herr Henkel,

den Hinweis eines Zeiss-Mitarbeiters zu den, wenn auch geringen, Qualitätsunterschieden eines Objektivtyps möchte ich nicht unerwähnt lassen.

Zitat:
"Ein aufgravierter weiß oder schwarz ausgelegter waagerechter Strich oder ein Punkt bedeutet, dass Sie ein Objektiv haben, das zwei mal durch die Qualitätskontrolle musste, da unsere Objektivendkontrolle noch Bildfehler messen konnte. Strich= Astigmatismus, Punkt= Achsfehler, z.B. chromatische.
Bei den markierten handelt es sich somit um meist sehr gute, da gründlich bewertete Objektive.
Eignung oder Nichteignung für bestimmte Verfahren waren mit der Markierung nicht gemeint.
....
Bei CARL ZEISS werden und wurden nur einwandfrei geprüfte Objektive ausgeliefert. Selbstverständlich hat so ein markiertes Objektiv die Kontrollmessungen bestanden. Strich heißt also, dass das Objektiv auf diesen Bildfehler erneut und besonders eingehend justiert wurde. In der Optikfertigung von CZ halten wir sehr strenge Kriterien ein und unsere Toleranzen sind sehr eng. Die besondere Markierung mancher Objektive sollte dies unterstreichen, was insbesondere bei Reparaturen wichtig war.
Die Information war also nicht für den Endnutzer, sondern das Werk wichtig."


Mit freundlichen Grüßen
Frank Donat

Rawfoto

Guten Morgen

Ich durfte bei Linhof 1992 ein paar Stunden bei der Eingangskontrolle der Schneider und Rodenstockobjektive zusehen. Da gab es eine sehr nette Dame die entschieden hat ob das Objektiv den Linhof Schrifttzug bekommen durfte oder eben nicht und wieder zurueckgeschickt wurde.

Das Objektiv wurde in eine Testvorrichtung montiert und es wurde ein Testmuster auf die speziell beschichtete Wand projeziert. Ihr glaubn nicht wie viele Objekive die Werkskontrolle bei Rodenstock oder Shneider bestanden haben aber die Linhof Kontrolle nicht. An diesem Tag habe ich drei Objektive ausgesucht die dann zu meinen wurden ...

Die damals gesetzten Toleranzen weren einfach enger und mir scheint das war auch sehr von der Erfahrung dieser Dame abhaengig ... Ein paar Jahre spaeter wurde diese Abteilung aufgelassen und Linhof reorganisiert ...

Liebe Gruesse, ich freue mich auf die naechsten Auswertungen von Peter

Gerhard
Gerhard
http://www.naturfoto-zimmert.at

Rückmeldung sind willkommen, ich bin jederzeit an Weiterentwicklung interessiert, Vorschläge zur Verbesserungen und Varianten meiner eingestellten Bilder sind daher keinerlei Problem für mich ...

Stuessi

#18
Hallo Peter,

Dein Vorhaben finde ich sehr interessant, ich befürchte aber, dass es sich zu einer Sisyphos-Arbeit ausweitet, da kein Objektiv dem anderen gleicht.
Auch ich beschäftige mich mit dieser Thematik, allerdings mit geringerem Aufwand. So fotografiere ich eine Rasiermesserschneide im Gegenlicht und werte die Kantenbilder mit dem Programm QuickMTF aus. Angeregt von Deinem ersten Diagramm habe ich heute in Ermanglung eines Rodenstock ApoRodagon 50mm/2,8 mein Sigma 50mm/2,8 Makroobjektiv retro im ABM 4:1 montiert und Fotos mit einer Sony NEX-5N gemacht. Dabei ist mir aufgefallen, dass die Ergebnisse sehr von der Fokussierung abhängen. Nur wann ist die Fokussierung richtig?

Viele Grüße,
Stuessi

peter-h

Liebe angespannte Runde,

die Erwartungshaltung ist ja sehr hoch  ::) und ich werde ganz sicher nicht alle Fragen mit meinem Bericht erklären können. Wer nun glaubt, dass ich 100 oder mehr Objektive für alle erdenklichen Aufgaben in großen Kisten schlummern habe der irrt gewaltig. Was will ich zeigen ?  Die beiden Systeme : ein geeignetes Objektiv in Retrostellung am Balgen/Zwischenring verglichen mit einem System aus einer Tandemkonstruktion. Dabei ist zu klären, ob die theoretische Abschätzung von H.Husemann mit der Berechnung der NA richtig ist, oder ob noch zusätzliche Faktoren diese Theorie stören.

Die Katze lasse ich aber noch nicht aus dem Sack, ich arbeite noch (immer  :-[).

@Stüssi
ist das QuickMTF brauchbar und welche Version muß man haben?

Grüße
Peter

Stuessi

Zitat von: peter-h in Oktober 18, 2012, 17:02:19 NACHMITTAGS...
ist das QuickMTF brauchbar und welche Version muß man haben?...
Guten Abend Peter,

ich verwende Quick MTF (Light Edition) Vers. 1.13 und bin damit zufrieden. Wie genau die angegebenen Werte sind weiß ich nicht. Ich vergleiche meine Ergebnisse mit einem Objektiv mit meinen Ergebnissen eines anderen Objektivs. Interessant wäre sicher auch einmal ein Vergleich mit Deinen Ergebnissen anhand desselben Objektivs...

Viele Grüße,
Stuessi

peter-h

Zwischendurch

Endlich habe ich die Bestätigung, dass mein Gefühl mich nicht getäuscht hat. Bei allen Messungen waren immer die guten alten Objektive im Einsatz. Was ist mit heutigen Glasgräbern zu erwarten? Mein sog. Kit-Objektiv Zoom EF-S 18-55mm 1:3,5 - 1:5,6 IS macht Bilder, aber zufrieden war ich nie damit !  >:(
Wie aber testen, denn die Blendensteuerung geht nur über die Kontakte. Hilfe wie immer aus dem Netz.
1. Objektiv in der Kamera und Kamera einschalten
2. Kamera auf M stellen und die Blende manuell auf den gewünschten Wert bringen.
3. Abblendtaste an der Kamera drücken und gedrückt halten
4. Objektiv abnehmen.

Und siehe da die Blende bleibt wie gewünscht auf dem Wert stehen.

Nach dieser Methode also das Objektiv @ 50mm/5,6 in der Retrostellung mit einem 200mm Objektiv gekoppelt und den "standardisierten" Test durchgeführt.
http://img5.fotos-hochladen.net/uploads/grafik4m9dglz3jor.jpg

Wer hat bessere Werte erwartet? Ein 11 Linser Zoom für schlappe 50 € (oft incl. Garantie zu finden) und dann noch Spitzenwerte zu verlangen wäre sicher zu viel!  Viele schlechte Bilder und der Test sind voll im Einklang , Korrelation > 0,9 !

Schönes Wochenende
Peter

wilfried48

Hallo Peter,

kannst du bitte das Objektiv einzeln in Retrostellung mal mit offener Blende 3,5 in 18 mm Stellung (müsste dann so etwa 4,5 :1 auf dem APS Canon Chip sein) testen.

Da war ich positiv überrascht, da ich mit der Canon 600D am Zeiss Testobjekt locker 250 Linien/mm aufgelöst habe. Interessant wäre  aber der Verlauf des Kontrasts.

viele Grüsse
Wilfried
vorzugsweise per Du

Hobbymikroskope:
Zeiss Axiophot,  AL/DL/Ph/DIC/Epi-Fl
Zeiss Axiovert 35, DL/Ph/DIC/Epi-Fl
Zeiss Universal Pol,  AL/DL
Zeiss Stemi 2000 C
Nikon Labo-/Optiphot mit CF ELWD Objektiven

Sammlung Zeiss Mikroskope
https://www.mikroskopie-forum.de/index.php?topic=107.0

Kurt Wirz

#23
Der Charakter eines Objektiv

Ich denke, man muss sich bewusst sein, dass wir uns in der digitalen Zeit befinden.
Jeder der Photoshop zu bedienen weiss ist mit dessen Möglichkeiten besser bedient wie einst ein Photolithograph zur analogen Zeit.
So kann heute relativ einfach der Charakter eines Objektiv bei der Bearbeitung zerstört oder unterstützend herausgearbeitet werden.
Nach meiner Meinung sind die ganz alten Objetive vom Kontrast eher schwach, dies lässt sich allerding heute durch Bearbeitung ändern.
Später, vor der digitalen Zeit wurden Objektive hergestellt die einen etwas höheren Kontrast hatten und somit (zur analogen Zeit)
den Eindruck vermittelten, dass die Auflösung höher sei. Ebenfalls wurde erreicht, dass die Auflösung in der Bildmitte etwas gesteigert wurde, am Rand sackte sie aber ab.
Nun, mit der digitalen Zeit und deren Bearbeitungsmöglichkeiten (Details können relativ einfach mit der Bearbeitung verstärkt werden) ist scheinbar vorwiegend Auflösung gefragt.
Leider wird heute oft ein Objektiv nach seiner Tauglichkeit anhand von digitalen, unbearbeiteten Aufnahmen beurteilt, ein hoher Kontrast,
der zum Teil auf Kosten der Auflösung geht, schliesst besser ab wie ein etwas kontrastarmeres Objektiv mit mehr Auflösung.
Es gehört auch zur Messmethode, dass die digitale Auflösungsgrenze bei 10% des Kontrastes ermittelt wird, was ein Objektiv darunter zu bieten hat,
wird nicht berücksichtigt. So wird die Auflösung der Kamera oft so gewählt, dass eine Auflösung bis zu 10% Kontrast noch erfasst wird,
alles was darunter ist wird verschenkt. Dies ist sehr ungeschickt, denn gerade durch die digitale Bearbeitung können
auch Details die sich durch weniger wie 10% Kontrastunterschied abbilden verstärkt und herausgearbeitet werden.
Für mich ist wichtig, wie steil die Kurve der Auflösung unter 10% Kontrast abfällt!
Ich behaupte mal, dass sie bei den sehr alten (nicht Kontrast optimierten Objektiven) sehr flach abfällt und somit durch Bearbeitung mehr Potenzial bieten.
Ich verwende deshalb eine (digitale) Kamera die doppelt oder noch höher auflöst wie die optischen Daten (Grenze bei 10% Kontrast) eines Objektiv lauten.

Alte Mikroskop Objektive halten ihren etwas geringen Kontrast und Auflösung mit wenig Verlust bis an den Bildrand,
die Auflösung sinkt am Bildrand nicht so stark ab, wie bei den neueren  (in der Bildmitte eher höher auflösenden) kontraststärkeren Objektiven.

Ein Zeiss Luminar (konstruiert für Fotografie, da ist eine gleichmässige Auflösung bis zum Bildrand erwünscht) löst nicht so kontrastreich auf,
wie ein Mikroskopobjektiv bei gleicher Vergrösserung, jedoch ist seine (Zeiss Luminar) Auflösung am Rand höher wie die des vergleichbaren Mikroskopobjektiv, ebenfasst sind die CA's geringer.

Quält man ein 105mm Foto Maktoobjektiv mit Zwischenringen oder/und Balgen bis zu einer Vergrösserung bis zu 5X,
dann erhält man ein in der Auflösung geringes aber in der Auflösung gleichbleibendes Bild bis zum Rand.
Ein Mikroskopobjektiv löst in der Bildmitte höher auf, jedoch ist seine Auflösung am Rand geringer wie beim gequälten Fotoobjektiv.
Zur Betrachtung mit dem Auge am Mikroskop ist das Mikroskop Objektiv besser geeignet, der Ausschnitt kann verschoben werden,
für die Fotografie, wenn ein gleichmässiges Bild ohne CA's am Rand erwünscht ist, eignet sich ein gequältes 105mm Fotoobjektiv oder Zeiss Luminar besser.

Falls es der Leser bis hier hin geschafft hat, wird ihm vermutlich klar, was ich mit Charakter eines Objektiv meine.
Wichtig ist, für was man eine Gerätschaft braucht!
Das Maximum der Auflösung wurde schon im vorletzten Jahrhundert erreicht.
Neu ist lediglich, dass man durch Bearbeitung die schwächeren (unter 10% Kontrast) Details bei der Bildbearbeitung herausarbeiten kann und hier ist das Potential bei alten (guten) Objektiven höher.

Somit sind ganz alte Objektive ohne CA's im Randbereich für die Fotografie sehr gut geeignet.

Ich teile hier meine Erfahrung mit, die nicht nur auf einem Faktor (Auflösung in der Bildmitte) basieren.

Zu einem späteren Zeitpunkt werde ich mich auch noch über Objektivkombinationen auslassen.
Doch vorerst möchte ich gerne den weiteren, durch mich unbeeinflussten Fortgang dieses Themas verfolgen.

Gut Licht

Kurt


Stuessi

Hallo liebe Makroskopiker,

mit der Testmaske von Wilfried habe ich inzwischen viele Kombinationen getestet.
Dies sind meine Ergebnisse mit einem Kinoobjektiv Zeiss Biotar 12,5/2 bei Blende 2 retro vor Minolta MC 200/4 bei Blende 4 an der Sony NEX-5N.






Interessieren würde mich ein Vergleich mit einem Photar 12,5/1,9 oder Luminar 16/2,5 am 200-er Objektiv. Leider besitze ich aber keins dieser Objektive.

Viele Grüße,
Stuessi

Kurt Wirz

#25
Hallo Stüssi

Im Moment verfolge ich einen anderen Weg zur Erhöhung der Auflösung von 1:1 bis 10:1, wie ich einst hier beschrieb:
http://www.mikroskopie-forum.de/index.php?topic=12046.0

Da der Bildkreis der Luminare sehr gross ist, fotografiere ich inzwischen erfolgreich im Bereich von 1:1 bis 10:1 mit einer Vollformat Kamera.
Um den gleichen Bildausschnitt zu erhalten, ist es nötig, optisch 1.5x mehr zu vergrössern, dadurch wird die Auflösung zwischen 15-30% höher.

Bei der Messung der Auflösung mit schwarzen Linien, stelle ich diese in einem 30° Winkel zum Bild und somit zur Anordnung der Chip-Pixel.
Die Ergebnisse (LP/mm) fallen dadurch etwas (ca. 10%) geringer aus, doch ist der Übergang von "aufgelöst" zu "nicht mehr aufgelöst" eindeutiger.

Gut Licht

Kurt