Tischmikrotom für das Arbeiten mit Pilzen?

Begonnen von pilzereiner, Oktober 26, 2012, 19:37:28 NACHMITTAGS

Vorheriges Thema - Nächstes Thema

Jürgen

Guten Morgen zusammen,

habe meine Methode gerade bildlich dokumentiert. War kurz in Nachbars Garten und habe mit einen halb gefrorenen Fuchtkörper von Inocybe mixtilis (gerandetknolliger Risspilz) geholt.

Nachdem ich ein Stück Lamelle separiert habe, lege ich zwei Rasierklingen übereinander und feuchte die Schneiden etwas an. Anschließend erfolgt der Schnitt:



Zwischen den Rasieklingen bleibt an einer Schneide der Schnitt hängen und wird anschließend in den Wassertropfen überführt:



Ergebnis:



Man braucht im Regelfall höchstens zwei bis drei Schnitte für ein ordentliches Ergebnis. Ich finde, schneller und einfacher geht es nicht.

Viele Grüße
Jürgen

Stefan Schiff

#16
Zitat von: Eckhard F. H. Nowack in Oktober 27, 2012, 10:39:56 VORMITTAG
Hallo Stephan,
so, wie Du laut Dokumentation vorgehst, kann Dein Lamellenstück nicht ´hochkant´ liegen und den Querschnitt (Bild) zeigen.


Hallo Eckhard,

falls du meine Dokumentation meinst, verstehe ich deinen Einwand nicht.
So eine Pilzlamelle ist dicker, als man denkt – Die Lamellenstücke liegen alle hochkant.
Manche Schnitte sind dicker, manche dünner. Letztere sind brauchbar.
Den Querschnitt zeigen sie aber alle.

Viele Grüße
Stefan

Blick durch´s Übersichtsobjektiv (3,2).
Links unbrauchbare Schnitte, rechts der Schnitt aus meiner Dokumentation:



Mikroskope:
ZEISS Standard WL
ZEISS Standard GFL
ZEISS Standard RA
ZEISS Stereo-Mikroskop
ZEISS Stemi III

Eckhard F. H.

ZitatDie Lamellenstücke liegen alle hochkant.
Hallo Stephan,
wenn das so ist, muß ich wohl meine Vorstellung über den Ablauf korrigieren. Wenn das Stückchen Lamelle schmaler ist als dick, ist ´hochkant´ natürlich das falsche Wort. Bislang habe ich den Lamellenschnitt zwischen zwei Rasierklingen rundweg abgelehnt, weil mir das wie Russisch Roulett schien. Jetzt werde ich es doch mal probieren.
Danke und Gruß - EFH

Stefan Schiff

Naja, meine Methode mit einer Rasierklinge ist ja auch ein bisschen wie Russisch Roulette,
deshalb schneide ich ja viele Stückchen, um am Ende ein brauchbares zu haben.
Jürgens Technik mit den zwei Klingen ist natürlich weit eleganter und exakter,
wie man an seinem exzellenten Ergebnis sehen kann. Muss ich auch mal ausprobieren.

Stefan
Mikroskope:
ZEISS Standard WL
ZEISS Standard GFL
ZEISS Standard RA
ZEISS Stereo-Mikroskop
ZEISS Stemi III

pilzereiner

Sehr geehrte/liebe Ratgeber,

ich muss zugeben, dass ich den Lamellenschnitt auch noch nie mit zwei Rasierklingen gemacht habe. Bei dem Jürgen sieht das Ergebnis super aus. Genau so soll es sein. Werde jetzt mal ein bisschen üben und melde mich wieder.

Besten Dank an alle Berater sagt der pilzereiner

Bernhard Lebeda

Hallo Pilzschnibbler

daß man die beiden Klingen dabei nicht unbedingt in der Hand halten muss, brauch ich wohl nicht zu erwähnen  ;) ;)

http://www.microscopy-uk.org.uk/mag/artapr04/wdslicera.html


Unverpilzte Mikrogrüße

Bernhard
Ich bevorzuge das "DU"

Vorstellung

Jürgen

Lieber Bernhard,

habe gerade meiner Finger nachgezählt: sind noch alle da (sogar ungekürzt -> vollständig!)  ;).

Trotzdem ein guter Tipp. Irgendwo in den Tiefen meiner Schreibtischschubladen müsste auch noch so ein Klipp zu finden sein.

Viele Grüße
Jürgen

Peter Reil

Hallo Bernhard,

danke für den Tipp! Jetzt weiß ich endlich für was ich diese Klammern brauchen kann, die seit Jahren in meinem Schreibtisch schlummern.

Freundliche Grüße
Peter R.


PS: Eine Zeit lang hat unter den Pilzlern mal jemand die Rasierklingen zusätzlich weiter nach unten geschliffen, um den Zwischenraum von zwei Klingen zu vergrößern. Damit konnte man auch größere Schnitte machen. Leider weiß ich nicht mehr, wer das war.
Meine Arbeitsgeräte: Olympus BHS, BHT, CH2, CHK, Olympus SZ 30, antikes Rotationsmikrotom

koestlfr

Hallo Pilzler!

Besten Dank für die Tips, ich habe am Wochenende geschnitten und gequetscht - die Mikroskope haben geraucht! :-))

Liebe Grüße
Franz
Liebe Grüße
Franz

Rolf-Dieter Müller

Zitat von: Bernhard Lebeda in Oktober 29, 2012, 16:48:21 NACHMITTAGS
...
daß man die beiden Klingen dabei nicht unbedingt in der Hand halten muss, brauch ich wohl nicht zu erwähnen  ;) ;)

http://www.microscopy-uk.org.uk/mag/artapr04/wdslicera.html
...

Lieber Bernhard,

vielen Dank für den Link, denn diesen Beitrag hatte ich vor ein paar Monaten gesucht und nicht gefunden. Hätte ich Dich einmal befragt, denn Du scheinst ein gutes Archiv zu haben.

Wir haben bei unserem Herbsttreffen auf dem Hohen Meißner nämlich Längsschnitte durch krautiges Material mit der Doppelklingenmethode gemacht. Abgesehen von der Schnittdicke sah das ganz ordentlich aber verbesserungswürdig aus. Die Schnitte waren alle zu dick, besonders wenn man 30 µm für das Maß aller Dinge hält. Wenn ich jetzt aber die hier gezeigten Ergebnisse von den Pilzlern sehe, sind dünne Schnitte machbar. Gut, die Schnittdicke wird von der Festigkeit des zu schneidenen Materials abhängen, aber natürlich auch wie handhabungssicher die beiden Rasierklingen zusammengesetzt werden. Und das ist in dem von Dir verlinkten Beitrag sehr gut beschrieben.

Mit handhabungssicher meine ich nicht die Verletzungsgefahr, denn ich drücke auf die Schneide einer Rasierklinge ohne Material für einen Blutausstrich zu gewinnen. Nur eine darauffolgende ziehende Bewegung liefert genügend für einen ganzen Klassensatz oder auch mehr.

Deshalb mein Warnhinweis, bitte nicht nachmachen, denn zuviel Druck ergibt auch Verletzungen mit unabsehbaren Folgen!

Viele Mikrogrüße
Rolf-Dieter