Wenn DAS Herr Henkel liest........

Begonnen von Peter V., November 22, 2012, 08:32:10 VORMITTAG

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Peter V.

Hallo,

mein "Neuerwerb", das "KuriosMikroskop"  ;) Zeiss "KM", verfügt über einen herausziehbares Alu-Bodenblech, das gleichzeitig eine aufgedruckte Bedienungsanleitung auf beiden Seiten enthält.
Und dort findet sich doch tatsächlich dieser Satz zur Aperturblende!  :o






Interessant auch die Konstruktion der Objektführung, die es - was ich nicht wußte - auch neben dem üblichen Kreuztisch bei bestimmten Varianten des KM gibt. Eine Art "Gleittisch für Arme"! Der Träger ist unten mit 4 Telongleitern und zwei Magneten ausgestattet. Die Magnete halten den Träger mit einem gewissen Andruck auf dem metallenen Tisch, dieser Träger läßt sich aber über die Teflongleiter verschieben. Natürlich nicht ansatzweise so elegant und feinfühlig wie bei einem richtigen Gleittisch oder einem Kreuztisch, insgesamt eine etwas grobmotorische Konstruktion, aber immerhin: Verharzungssicher und vermutlich sehr wartungsarm.

Der Objektträger wird in eine verschiebbare Kassette eingelegt, exakt die gleiche Konstruktion gibt es bei Jenamed Histology! (Ich kannte sie bisher auch nur von diesem Mikroskop). Da stellt sich mir doch die Frage: Wer hat's erfunden? (Und wer nachgebaut?)

Ach, noch etwas: Vor langer Zeit kam mir mal ein Artikel aus einer Werksschrift oder einem Prospekt unter, in welchem über die Konstruktion des Zeiss KM und die Intention der Konstrukteure berichtet wurde. Leider finde ich ihn weder auf meiner Festplatte noch im Netz. Falls jemand weiß, was ich meine und die Datei verfügbar hat, wäre ich dankbar, wenn ich sie bekommen könnte.









Herzliche Grüße
Peter



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koestlfr

Hallo Peter!

Freut mich, dass du auch das "Kastenmikroskop" oder den "Treteimer" hast!

Die Datei, die du meinst habe ich, wenn du mir deine eMailadresse schickst, dann schicke ich dir den Beitrag von Kurt Michel!

Liebe Grüße und viel Spass
Franz
Liebe Grüße
Franz

reblaus

Lieber Peter -

da hätte ich auch noch einen Artikel von Klaus Weber (1980) "Das kompakte Durchlichtmikroskop KM, ein neues Mikroskop-Konzept", wegen unseres langsam Dorf-Netzes schicke ich ihn aber nur, wenn du ihn nicht schon hast.

Viele Grüße

Rolf

JB

Zitat von: Peter V. in November 22, 2012, 08:32:10 VORMITTAG
Und dort findet sich doch tatsächlich dieser Satz zur Aperturblende!  :o

Hallo Peter,

Ich oute mich mal als totaler Banause, aber ich kann den Fehler in dem Satz einfach nicht finden.

Soll es heissen, den Kontrast des Bildes des Objektes einstellen; oder ist Apertur-Irisblende gedoppelt? Immerhin wurde nicht geraten mit der Aperturblende die Helligkeit einzustellen ...

Bitte um Aufklaerung :)

Jon

Klaus Herrmann

Hallo Jon,

ZitatApertur-Irisblende

das könnte auch eine Lochblende sein, Iris hat also schon eine gewisse Berechtigung.

Aber ich bin froh, dass du fragst, weil ich nämlich auch gestutzt habe, was der östliche Klaus hier bemängeln sollte?
Mit herzlichen Mikrogrüßen

Klaus


ich ziehe das freundschaftliche "Du" vor! ∞ λ ¼


Vorstellung: hier klicken

Peter V.

#5
Hallo Jon, lieber Klaus

Es ist wohl nicht recht "rübergekommen", was ich daran kurios fand.

Also, die Aperturblende "offiziell" als "Kontrastblende" zu bezeichen und zu schreiben, dass die Blende der Einstellung des Kontrastes dient - das hätte ich mich niiiiieeeeeemals gar nie nicht getraut!!!!  ;)  ;D
Und dass Zeiss selbst das so schreibt, erstaunt mich schon! Hat Kurt Michel das noch erlebt?
(Natürlich wissen wir alle, dass der Durschnittsmikroskopiker die Blende genau so benutzt. Ordentlichen Kontrast einstellen und gut is'!  ;) )
Nur habe ich die Bezeichung als "Kontrstblende" noch nie in einem ernsthaften Buch über Mikroskopie oder in einer Werksschrift gesehen.
Üblicherweise wird doch nach der reinen Lehre die Aperturblende nach der 2/3-Regel eingestellt und nicht nach "optimalem Kontrast".

Vgl.. Mikrofibel Seite 61  2.5.3.1 (Zweiter Absatz auf der Seite).

@ Franz: Den Beitrag von Kurt Michel habe ich nicht. Mein email lautet: microman/at)web.de

@ Rolf: Den Beitrag von Weber habe ich. Du musst also Euer strapaziertes und schwachbrüstiges ländliches Telekommunikationsnetz nicht unnötig belasten.

Herzliche Grüße
Peter
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wilfried48

#6
Zitat von: Peter V. in November 22, 2012, 15:24:16 NACHMITTAGS
Hallo Jon,

also, die Aperturblende als "Kontrastblende" zu bezeichen und zu schreiben, dass die Blende der Einstellung des Kontrastes dient - das hätte ich mich niiiiieeeeeemals gar nie nicht zu schreiben getraut!!!!  ;)  ;D
Und dass Zeiss selbst das so schreibt, erstaunt mich schon! Hat Kurt Michel das noch erlebt?
(Natürlich wissen wir alle, dass der Durschnittsmikroskopiker die Blende genau so benutzt. Ordentlichen Kontrast einstellen und gut is'!  ;) )

Herzliche Grüße
Peter


Also Peter ich verstehe nicht was Kurt Michel gegen das Wort Kontrastblende gehabt haben könnte. Dazu ist sie da, sonst könnte man sie weglassen. Und der "Nichtmediziner" (duck und weg) weiss dann eben noch  zusätzlich,
dass das nur im Kompromiss zu der zu dem durch die eingeschränkte Apertur verminderten Auflösung möglich ist. ;D

Ich dachte schon du störst die an der Verwndung des Begriffs Augenlinse bei der der Mediziner, der ihn in anderem Zusammenhang (Anatomie) auswendig gelernt hat, versucht sein könnte an seinen Augenlinsen herumzudrehen  ;D

und nochmal duck und weg

Wilfried
vorzugsweise per Du

Hobbymikroskope:
Zeiss Axiophot,  AL/DL/Ph/DIC/Epi-Fl
Zeiss Axiovert 35, DL/Ph/DIC/Epi-Fl
Zeiss Universal Pol,  AL/DL
Zeiss Stemi 2000 C
Nikon Labo-/Optiphot mit CF ELWD Objektiven

Sammlung Zeiss Mikroskope
https://www.mikroskopie-forum.de/index.php?topic=107.0

Peter V.

Liebr Wilfried,

und ich dachte, die Bezeichnung der Aperturblende als quasi "Kontrastregler" sei verpönt.....

Leider kann ich den aus technischen Gründen nicht die Mikrofibel direkt  zitieren, aber dort steht explizit, dass die Blende nicht den Kontrast erhöht, auch, wenn es subjektiv so emfunden wird.

Herzliche Grüße
Peter
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TPL

#8
ZitatAlso, die Aperturblende "offiziell" als "Kontrastblende" zu bezeichen und zu schreiben, dass die Blende der Einstellung des Kontrastes dient - das hätte ich mich niiiiieeeeeemals gar nie nicht getraut!!!!

Lieber Peter,
das war ein gutes Rätsel. Auch ich bin nicht darauf gekommen, was nun in der Anleitung kurios sei (außer dem Mikroskop selbst ;D). 'Kontrastblende' ist doch gar kein schlechter Begriff, auch wenn sie mit 'Aperturblende' bereits einen Namen hatte.

Herzlichen Gruß, Thomas

PS: gerade lese ich Deine neue Nachricht.
Zitatdass die Blende nicht den Kontrast erhöht, auch, wenn es subjektiv so emfunden wird
Steht das da wirklich? Ich meine, genau das sei ihre Funktion.

Peter V.

#9
Zitat Mikrofibel:


ZitatBeim Schließen der Aperturblende wächst die Schärfentiefe an, wobei sich bei einem durchsichtigen Objekt von gewisser Tiefenausdehnung mehrere Schärfenebenen überlagern und seine Konturen auf die Weise kräftiger, dicker, fetter machen, so dass sie trotz der gleichzetigen Abdunkelung deutlicher sichtbar werden. Irrigerweise wird das gemein als Steigerung des Bildkontrastes gedeutet, was jedoch nicht zutrifft, obgleich man es visuell durchaus so empfinden mag.

Zugegeben, ich hatte hier im Forum mehr Korithen...... erwartet! O.k., habe mich geirrt  ;)  ;D

Herzliche Grüße
Peter
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Nomarski

Hallo,

ich habe vom Mikroskopieren keine Ahnung. Mit meinem Mikroskop kenne ich mich auch nicht so recht aus, deswegen meine Frage:
Wo muß ich denn dran drehen oder stellen, um den Bildkontrast zu steigern. Bitte um Aufklärung.

Viele Grüße
Bernd

rhamvossen

Hallo,

Ich hoffe das Herr Henkel nicht böse wird, aber meiner Meinung ist das man der Mikrofibel zu viel sieht als der einzige Referenz. Es ist gesunder Praxis um mehrere Ressourcen zu konsultieren. Zum beispiel, UK Microscope Pages, Optical Microscopy primer, Olympus Microscopy Recourse Center usw. Beste Grüsse,

Rolf

Jürgen Boschert

Hallo Rolf, hallo Peter und alle anderen Kontrastsüchtigen,

Herr Henkel will -so denke ich- mit diesem Satz nur vermitteln, dass es beim Schließen der Aperturblende auch zu einer vermeintlichen Kontrastverstärkung durch Überlagerung von Strukturen aus verschiendenen Schärfeebenen kommen kann. Er sagt damit nicht, dass die Aperturblende keine Kontrastblende sei. Dies ist sie eindeutig auch nach der "reinen Lehre" sehr wohl, es ist ihre ureigendste Aufgabe.

Wogegen sich Herr Henkel zurecht verwahren würde -und das hat er auch mehrfach getan- wäre, wenn dort gestanden hätte: "Die Helligkeit des Bileindruckes kann mit der Kondensorblende geregelt werden." -ein ja bekanntlich häufiger Anfängerfehler.

Beste Grüße !

JB
Beste Grüße !

Jürgen

wilfried48

Hallo,

auf Seite 76 der Mikrofibel steht das noch deutlicher:

http://www.klaus-henkel.de/mikrofibel.pdf

und ist am Beispiel eines kugeligen dickeren transparenten Objekts auch näher erklärt.

Auch Kurt Michel war offenbar Anhänger dieser "fiktiven Kontraststeigerung" die in Wirklichkeit eine Schärfentiefeerhöhung als Ursache hat.

Tatsache ist aber, dass der Kontrast im Bild gemäss seiner Definition K = (Imax - Imin)/(Imax + Imin) erhöht wird, wenn man die Aperturblende zuzieht, die damit zurecht auch als Kontrastblende bezeichnet werden kann.

Sie ist aber in erster Linie eine Schärfentiefenblende.

Die Michelsche Theorie der nur fiktiven Kontraststeigerung über die Schärfentiefe kommt aber sofort ins Schleudern wenn man Objekte betrachtet die weit dünner als die Schärfentiefe des Objektivs sind.

Also z.B. das Testgitter das ich hier an viele verschickt habe hat eine Dicke von nur 0,1 µm also weit dünner als die Schärfentiefe des Mikroskopobjektivs. Und trotzdem wird man feststellen dass der Kontrast bei Schliessen

der Kontrastblende objektiv gemessen steigt (natürlich unter Verlust an Auflösung). Wie erklärt man dann dies nur mit der Schärfentiefenerhöhung ?

Warten wir mal ab was unsere Experten dazu sagen.

viele Grüsse
Wilfried



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Peter V.

#14
Ja,ja,ja, ja, ja.........ist ja schon gut!!!!  ;)  ;D  ;D  ;D

Es war doch auch nur "Wortklauberei". Natürlich ist auch mir klar, dass der Kontrast geteigert wird. Das sieht man auch ohne Messungen und Theorie mit dem gesunden Menschenverstand. Allerdings dient sie ja eben nicht der reinen Kontratsteigerung, sondern "ursächlich" der besagten Veränderung der Schräfentiefe und dadurch indirekt der Kontratsteigerung. Da doch sonst immer so viel Wert auf wissenschaftliche Korrektheit gelegt wird, dachte ich, dass sich manche Leute über die Bezeichnung "Kontrastblende" wundern würden. Ich habe sie jedenfalls noch nie so tituliert gesehen, lasse mich aber gerne eines Besseren belehren. Und mittlerweile heißt das "Amtliche Verzeichnis von Fernsprechziffern" ja auch ganz profan "Telefonbuch".

Also, nur die Ruhe, die Ehre von Zeiss betrachte ich als rehabilitiert!
Ist ja schließlich Zeiss, die schreiben doch kein' Sch.....!

Herzliche Grüße
Peter
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