Retroeklogit in der Zeichnung

Begonnen von moräne, Februar 04, 2013, 20:41:32 NACHMITTAGS

Vorheriges Thema - Nächstes Thema

moräne

Hallo allerseits

Eben sehe ich Ulrich`s Bilder zum Eklogit von Ullared.
Da ich denselben zur Zeit ausgiebig durchleuchte,
möchte ich ein paar Zeichnungen von dieser wirklich irren " Bergart" dazu posten

Wie immer zu erst 2,5 mal 6, Übersicht



Dann 4 Bilder 2,5 mal 10


Die nierenförmige Fläche , senkrecht in der ganzen linken Bildhälfte scheint mir ein " Symplektit" zu sein, eine filzige Verwachsung,die aus dem Pyroxen, bei dessen Zerfall ( der war bei den veränderten Druck und Temperaturbedingungen nicht mehr stabil ), entstand.
Auch der größte Teil des ersten Bildes wirkt so, diese Feinheit läßt sich schwer bei der niedrigen Vergrößerung  zeichnen, da müssen andere Objektive her!



Die Form der gelbbraunen Kristallreste nennen Petrologen wohl " zerlappt", wird Hornblende sein, außerdem zieht sich ein neugebildeter Feldspatstreifen durch das Bild

Schwarze Granatreste
Dann 6,3 mal 6





und ich denke an diesem schönen Stück werde ich noch lange zeichnen.
Wer will, kann sich hier Durchblick verschaffen:
http://www.kristallin.de/andere/eklogit.htm


Grüße
Gerd



Ulrich S

oh, das paßt ja prima.
Beschäftige mich z.Z, intensivst mit dem Thema.
und bewundere immer Deine Zeichnungen.
Grüße
Ulrich
Es kommt immer anders wenn man denkt

moräne

#2
Hallo

Jetzt sind zwei neue Zeichnungen fertig:

Ich wollte mich noch mal daran machen, die Feinheiten dieses grissligen Materials anzugehen

Beides wieder Übersichten mit 2,5 mal 6



Die rötlichen Nadeln manchmal auch sehr fein,dann  werden sie Sillimanit sein, was ich Olaf´s Lehrmaterial entnehme.

Wenn ich da richtig liege, hat es also schon was gebracht, da mal zu gucken .
Andere sind im Lpl grünlich, also eher Amphibol
Vielen Dank für den Hinweis
Trotzdem noch eine Anmerkung, Olaf, könntest Du nicht noch Cordierit Verzwillingungen dazu tun, den es ist ja das Thema gewesen wo Unklarheit herrscht.




Im letzten Bild sehe ich drei mal Cordierit,
Einmal in dem langgezogenen Kristall am rechten Rand, und dann in dem kleinen Fleck, welcher genadelt ist, ( daneben  gestreifte Feldspäte? )
Der große Kristall hat Adern welche gelblich gefüllt sind - Pinit
Oben rechts ist auch ein dunkelgrauer Kristall welcher Cordierit sein könnte
Daneben wären da noch grau weiß schwarze Quarz  - Feldspat ? Ballungen  und bunte Amphibolite, Pyroxen, dazwischen der Symplektit .
Wie in dem Link ( kristallin.de) nachzulesen ist, kommt in dem Gestein das Mineral Saphirin vor, und es dürfte die Angabe stimmen, das es sich bei dem Symplektit um Verwachsungen mit Sapphirin handelt. ( Sapphirin Verwachsungen  im Atlas von Mac Kenzie,  sehen dem was ich in diesem Dünnschliff erkenne, ähnlich.

Als nächstes kommt jetzt der kleine graue Cordierit? Fleck mit sein Nachbarn auf`s Papier

Als ich eben nochmals so eben den ganzen Schliff überflog, habe ich entdeckt das ich im ersten Abschnitt, bei dem letzten Bild etwas vergaß: im zweiten Quadranten, also rechts oberhalb der Bildmitte steckt ein runder gestreifter Plagioklas in einem Pyroxen     ( sage ich wegen seinen rechteckigen Spalten, die zu sehen sind ), ein Beispiel,dafür, das er darin entstanden ( " gesproßt ) ist.
Aus der Erinnerung an dieses Bild weiß ich, das danneben noch ein Kristall Pyroxen ? lag  welcher ebenfalls graue runde Neubildungen enthält. wird auch noch vergrößert dargestellt. Ist hier nicht gut zu sehen

Bis dahin



Grüße
Gerd

Fahrenheit

Lieber Gerd,

auch wenn ich keinen geologischen Hintergrund habe, betrachte ich Deine schönen Zeichnungen immer gerne!

Hast Du eigentlich einmal beschrieben, wie Du sie anfertigst? Quasi "freihand" oder mit Unterstützung eines Zeichenspiegels oder Ähnlichem?

Herzliche Grüße
Jörg
Hier geht's zur Vorstellung: Klick !
Und hier zur Webseite des MKB: Klick !

Arbeitsmikroskop: Leica DMLS
Zum Mitnehmen: Leitz SM
Für draussen: Leitz HM

moräne

Hallo Jörg

Vielen Dank

Ich werde ja öfter gefragt wie ich zeichne, deswegen habe ich gestern Abend mal ein Bild von meinem Zeichenarbeitsplatz gemacht:

Nicht so beeindruckend durch das Kunstlicht, aber ich war froh das die Kamera überhaupt funktionierte

Also, Mikroskop, tausend Stifte ( ich bräuchte noch für doppelt so viele Stecklöcher für Stifte die noch in Schachteln liegen. Warscheinlich gehen die Holzgewindestangen später mal noch höher mit mehr drehbaren Blöcken, so wie der, in dem die Tuschestifte stecken)
Kein Zeichenspiegel.Wenn jemand einen zu Verleihen ( Ausprobieren) , oder zu verkaufen hat, kann er mich anmailen.
Eine große schwenkbare  Lupe  in Korkfassung für Feinarbeit
Grüße
Gerd

Fahrenheit

Lieber Gerd,

dann entstehen Deine sehr schönen Arbeiten also ganz traditionell aus freier Hand! Respekt!

Vielen Dank, dass Du uns einen Blick auf Deinen Arbeitsplatz erlaubt hast und herzliche Grüße
Jörg
Hier geht's zur Vorstellung: Klick !
Und hier zur Webseite des MKB: Klick !

Arbeitsmikroskop: Leica DMLS
Zum Mitnehmen: Leitz SM
Für draussen: Leitz HM

wilfried48

Hallo Gerd,

ich finde deine Zeichnungen auch phänomenal und wenn sie ohne Zeichenspiegel entstanden sind erst recht.

Ich tu mich aber schwer mit der Einschätzung der Dimensionen.  Ist deine Angabe  z.B. (2,5 mal 6) das Objektiv und das Okular, durch das du schaust ?

Ich nehme an, dass du die Bilder im Okular und der Zeichenebene 1:1 überlagerst.

Dann wäre der Gesichtsfelddurchmesser in der Objektebene in deinen Zeichnungen der Sehfelddurchmesser deines Okulars geteilt durch die Objektivvergrösserung.

Ist das so richtig ?

viele Grüsse
Wilfried
vorzugsweise per Du

Hobbymikroskope:
Zeiss Axiophot,  AL/DL/Ph/DIC/Epi-Fl
Zeiss Axiovert 35, DL/Ph/DIC/Epi-Fl
Zeiss Universal Pol,  AL/DL
Zeiss Stemi 2000 C
Nikon Labo-/Optiphot mit CF ELWD Objektiven

Sammlung Zeiss Mikroskope
https://www.mikroskopie-forum.de/index.php?topic=107.0

moräne

#7
Hallo Wilfried

Auch Dir sei ein Danke ausgesprochen, für Dein Lob

Ja, mit 2,5 ( oder jeder anderen  ersten angebenen Zahl) ist das Objektiv gemeint, mit der Anderen das Okular.

Das mit der Zeichenebene verhält sich so:
Ich zeichne einen Zirkelkreis so das auf jeder Seite ca 1cm bis zum Rand bleibt, der Radius wird so um die 6 cm sein.
Ich konnte lange nicht bestimmen wie groß das Bild ist das ich im Okular sehe, es scheint mir ein bißchen kleiner zu sein als das Spätere im Kreis. Nicht sehr.
Vor kurzem habe ich mir das Teil, was man hier über das Objektiv gestülpt sieht hergestellt.
Es beinhaltet an seiner Basis ein Glasplättchen mit einer Skala und einem Kreuz. Die Skala ist beidseitig vom Keuz je ein cm , das ganze Plättchen hat 25 mm Durchmesser
Zwischen Objektiiv und Innenseite des Röhrchens ist soviel Spiel, das sich mit 4 Schrauben das Kreuz des Plättchens so einstellen lääßt, das ich den Kreis  " sechzenteln" kann ( in dem ich den Strich des Kreuzes öfter verschiebe und drehe) und auf dem Zeichenblatt,  auf dem ich ebenfalls mit Bleistift ein Sechzentelgitter gemacht habe besser zeichnen kann, ohne mich im Raum zu "verirren".
Mit dem Satz  " der Gesichtsfelddurchmesser in der Objektebene wäre der Sehfelddurchmesser des Okulars" ... kann ich im Moment nichts anfangen , ich bin eher jemand der mit den Händen arbeitet als mit dem Denken, tut mir leid
Aber ich werde dran rumkauen.
Grüße
Gerd