Autor Thema: Websterit  (Gelesen 4118 mal)

moräne

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Websterit
« am: März 21, 2013, 17:30:19 Nachmittag »
Hallo und Salve ( siamo in Italia)

So , dieser Schliff ist fertig gezeichnet,  war `ne ganz schöne Arbeit.
Ein Plättchen für den nächsten Schliff von diesem Aufschluß
( so wird die Stelle genannt, an der eine Gesteinsart zu Tage tritt - Felsen u. s. w......), wartet auch schon wieder .

Den ersten Dünnschliff davon hatte ich im Sommer hier vorgestellt. Er war mir nicht so sehr geglückt, dieser ist besser.
Er stammt aus Baldissero, Norditalien, wo Lherzolith, eine Gesteinsart welche aus dem Erdmantel stammt, vorkommt.
Lherzolit besteht hauptsächlich aus Olivin, Orthopyroxen und Klinopyroxen.
Der dortige Lherzolit wird von Gängen durchzogen, welche nur aus den beiden Pyroxenen bestehen : diese Gänge werden Websterit genannt.


Hier erst mal zur Übersicht
3 Bilder 2,5 mal 6
Pyroxen.
Die farbigen Kristall könnten natürlich auch Olivin sein, sie werden auch wie dieser es üblicherweise ist,  von Sprüngen durchzogen, aber bei höherer Vergrößerung haben die meisten bunten Kristalle  Zwillingslamellen , deswegen halte ich sie für Klinopyroxen.
Bei den bräunlichen bin ich mir nicht sicher zu welcher Pyroxenart ich sie rechnen soll.
Der ganze Dünnschliff hat sehr viele Sprünge.






Im dritten Bild rechtwinklige Spaltflächen, welche eigentlich für Klinopyroxen typisch sind


Die nächsten Bildern sind nicht höher vergrößert, es sind verhältnissmäßig große Kristalle welche verschiedenfarbige Lamellen besitzen,
Der blaue mit den weißen Lamellen wird Klinopyroxen sein


braun ist eher Orthopyroxen ? an sonsten gleichen sich beide von der Art her


Die beiden nächsten Zeichnungen stammen von einem Kristall der sehr niedrige Farben besitzt, das dürfte Orthopyroxen sein , er hat auch Lamellen mit blau violetten Farben höherer Ordnung, also werden das Klinopyroxenlamellen sein.
Die beiden Bilder unterscheiden sich nur durch Drehung des Tisches , es ist der gleiche Kristall, 2,5 mal6
Andererseits könnte das ein Schnitt - irgendwie zu einer optischen Achse orientiert - sein.
Dann könnte das auch ein Klinopyroxen sein, die grauen Farbtöne wären erniedrigte Interferenzfarben





Unten eine weitere  etwas verwaschenere Ausgabe des " Orthopyroxens"
sollte das grau ( siehe vorletztes Bild) und braun Enstatit sein, so wäre das obige vielleicht Bronzit

 ab hier Objektiv 6,3 Okular 6
unten: höher vergrößerte Lamellen
man sieht die verschieden Scharen der Spaltflächen
Die gelblichbraunen Lamellen sind teilweise um einen kleinen Winkelbetrag zu den feineren Spaltrißen versetzt, welche zu anderen in ca 90 Grad Winkel stehen. In den dazu parallelen eher grauen sind diese Winkel gößer.
Warum das denn?

Durch den Vergleich der beiden letzten Zeichnungen komme ich zu meiner Benennung als Websterit

Hier ist ein einziges farbiges Korn, ohne Zwillingslamellen, was ich für Olivin halte, der Rest grau und braun.




Diese Kristall haben Lamellen im Überfluß : fast nur Pyroxen.
Websterit mit wenig Olivin kann olivinführender Websterit genannt werden. Täusche ich mich, dann habt ihr eben Lherzolit angesehen.
Damit ist der Frühjahrsausflug nach Piemont bendet
Verbesserungen und Anregungen sind natürlich erwünscht.

arrivederci

Gerd









« Letzte Änderung: März 30, 2013, 21:55:00 Nachmittag von moräne »