Surirella aus Brasilien

Begonnen von peter-h, März 28, 2013, 14:02:58 NACHMITTAGS

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peter-h

Liebe Diatomeenfreunde/innen,

nach langer Zeit konnte ich eine Probe aus Brasilien Maringá aufbereiten und auswerten. Fast ausschließlich Surirella !

Ich bin mit meiner Bestimmung nicht sicher.
Surirella linearis var. constricta W. Smith oder Cymatopleura Librile (Ehr)


Mit etwas Software läßt sich auch schön die Feinstruktur herausarbeiten. Der Gitterabstand liegt bei 0,3 µm.

Aufnahmen mit CZJ Apo 63/0,95 K , UV-LED @ 365nm , monochrome Kamera DMK72 und mit HF jeweils aus 20 - 30 Bilder gestackt.

Viel Spass und Grüße
Peter (H)

the_playstation

Wahnsinn Peter,
was man (Du) so aus dem Prinzip "Lichtmikroskop" rausquetschen kannst. :D
Das Prinzip mit der UV-LED muß Ich unbedingt auch einmal testen.

Liebe Grüße Jorrit.
Die Realität wird bestimmt durch den Betrachter.

Rawfoto

Guten Abend Peter

Hmmm, das ist schon eine Klasse für sich!!!

Wie würde das mit dem 1,4 63 x aussehen, das geht mir da gerade massiv durch den Kopf (ich könnte das bei meinem nächsten Erlangenbesuch mitbringen ...) ...

Liebe Grüße

Gerhard
Gerhard
http://www.naturfoto-zimmert.at

Rückmeldung sind willkommen, ich bin jederzeit an Weiterentwicklung interessiert, Vorschläge zur Verbesserungen und Varianten meiner eingestellten Bilder sind daher keinerlei Problem für mich ...

peter-h

Guten Abend Gerhard,

ich werde mal mit meinem Apo 90/1,4 und den üblichen "Tricks" eine Aufnahme versuchen. Sicher noch etwas besser, aber Wunder sind nicht zu erwarten.

Schöne Ostertage
Peter


Rawfoto

Hallo Peter

Na ich bin gespannt, bei mir bringt die Oelpatzerei immer schon noch einmal eine merkbare Verbesserung. Z. b. Im Vergleich zwischen dem D-Plan APO mit optimal eingestellter Deckglaskorrektur und dem S-Plan APO Oel (beide Olympus LB) ...

Jetzt kann natuerlich auch noch die Rechnung der jeweiligen Objektive mitspielen ...

Liebe Gruesse

Gerhard
Gerhard
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Rückmeldung sind willkommen, ich bin jederzeit an Weiterentwicklung interessiert, Vorschläge zur Verbesserungen und Varianten meiner eingestellten Bilder sind daher keinerlei Problem für mich ...

peter-h

Hallo Gerhard,

ja Du hattest recht ! Es gibt noch etwas mehr zu sehen, wenn man ins Öl taucht  ;D  Ich hätte nicht geglaubt, dass es mit der Lichtmikroskopie möglich ist diese Porenstruktur darzustellen. Leider habe ich nur Abbildungen von schlechten REM Aufnahmen wo andeutungsweise diese Muster erkennbar sind. Für mich eine kleine Sensation.




Der mittlere Abstand der Poren liegt bei 240 nm !

Aufnahme mit Leitz Apo 90/1,4 Öl , UV-LED @365nm , Kondensor NA=1,4 immergiert , schiefe Beleuchtung , monochrome Kamera DMK72 , Bilder mit Helicon Focus gerechnet.

Zum Plan Apo 63/1,4 oder auch zu anderen Plan Apos.
Ich bezweifle, dass diese Objektive bei 365nm noch transparent sind, wenn es nicht ausdrücklich vermerkt ist. Die hohe Linsenzahl und die Kittglieder sind für diese Anwendung nicht förderlich.

Viele Grüße
Peter (H)

P.S. ich hoffe noch immer auf einen Spezialisten zur genauen Bestimmun  ;) Vielleicht Cymatopleura solea?

felix

Lieber Herr Höbel,

Ihre Aufnahmen sind erstaunlich!  Leider habe ich von diesem Taxon noch keine REM-Bilder.  Bisher habe ich es als Surirella spec. abgebucht. Da ich derzeit auf Reisen bin, habe ich keine Literatur zur Hand.  Die Bestimmung Sur. cf. linearis var. constricta scheint mir jedoch wenig riskant zu sein und Sur. linearis sensu lato in jedem Fall richtig. Cymatopleura sicher nicht, wie meine kleine Serie inkl. Seitenansicht (s.u.) zeigt. Das Teil ist so groß, daß ich zunächst einmal nur Aufnahmen mit einem Zeiss Apo 40/1,0 Öl gemacht habe -- an Ihre Auflösungskünste kommen meine Bilder also bei weitem nicht heran.

Herzliche Grüße! --felix



"Du" angenehm.

Diatom

Hallo Peter, die gezeigte "Suri" heißt Surirella rumrichorum Metzeltin & Lange-Bertalot 1998 und wurde aus einem See in Venezuela (Laguna Negra) erstmals beschrieben. Inzwischen habe ich sie oft (ebenfalls) in Brasilien - und auch im Pantanal Nationalpark/Paraguay - gefunden. Laut unserer Analyse in Iconographia Diatomologica vol. 5:
Tropische Diatomeen in Südamerika (1)
wird sie bis 400µm lang und kann bei max. Länge 45µm breit werden.
Grüße und Danke fürs zeigen, Ditmar

felix

Wenn's die rumrichorum ist -- Ditmar hat sicher recht --, dann hätte ich eine REM-Aufnahme zum Vergleich (mit Ditmars Erlaubnis):

"Du" angenehm.

Rawfoto

Guten Morgen Peter

Danke fuer den Versuch, der hat sich doch ausgezahlt :-)

Das ist schon ein unglaubliches Ergebnis ...

Mit dem 60er hast Du recht, ich habe das D-Apo 40 UV Oel, das ist fuer diesen Bereich ausgelgt. Allerdings keine Kamera die da etwas aufloesen wuerde (noch nicht). Diese Beispiele zeigen deutlich das ich da im Herbst beginnen sollte konkret zu werden ...

Jetzt steht ja die Fotosaison unmittelbar bevor und ich muss meine Energie in die letzten Vorbereitungen stecken. So, jetzt packe ich mich zusammen und verschwinde in Richtung mechanische Unterwelt :-))

Liebe Gruesse

Gerhard

Ps: Wuerzburg schaffe ich leider terminlich nicht, das ist schade ...
Gerhard
http://www.naturfoto-zimmert.at

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peter-h

Vielen Dank an felix und Ditmar für die Bestimmung!

Soweit reicht meine Literatur nicht, dass ich das Rätsel hätte lösen können. Nun kann ich meine Präparate ordentlich und zuverlässig beschriften.
Es ist immer wieder verblüffend dass durch die UV-Technik ein so großer Sprung in Auflösung und Kontrast zu schaffen ist. Maßgeblich ist sicher auch die Tatsache, dass das Medium ZRAX einen Anstieg des Brechwertes bei Verringerung der Beleuchtungswellenlänge zeigt. Das Baumaterial der Diatomeen, so wie auch SiO2 zeigen einen deutlich geringeren Anstieg.
Somit steigt durch die UV Beleuchtung nicht nur die Auflösung, sondern auch der Kontrast.



Der Verlauf ist durchaus glaubwürdig und kann mit einem Glas von OHARA S-TIM-35 verglichen werden. Bei 1000nm beträgt der Wert für ZRAX noch 1,68. Die Brechwerte und Messungen einiger Diatomeen hatte ich 2009 im MK veröffentlicht.

Schöne Ostern
Peter (H)


wilfried48

Zitat von: peter-h in März 29, 2013, 11:48:07 VORMITTAG
Hallo Gerhard,

ja Du hattest recht ! Es gibt noch etwas mehr zu sehen, wenn man ins Öl taucht  ;D  Ich hätte nicht geglaubt, dass es mit der Lichtmikroskopie möglich ist diese Porenstruktur darzustellen. Leider habe ich nur Abbildungen von schlechten REM Aufnahmen wo andeutungsweise diese Muster erkennbar sind. Für mich eine kleine Sensation.


Hallo Peter,
unglaublich, was du da wieder aus dem Lichtmikroskop herausgeholt hast.

Wenn du mir ein nicht eingedecktes Präparat auf einem Deckglas schickst würde ich es zum Vergleich mal
am Feldemissions- REM versuchen.

viele Grüsse
Wilfried
vorzugsweise per Du

Hobbymikroskope:
Zeiss Axiophot,  AL/DL/Ph/DIC/Epi-Fl
Zeiss Axiovert 35, DL/Ph/DIC/Epi-Fl
Zeiss Universal Pol,  AL/DL
Zeiss Stemi 2000 C
Nikon Labo-/Optiphot mit CF ELWD Objektiven

Sammlung Zeiss Mikroskope
https://www.mikroskopie-forum.de/index.php?topic=107.0

peter-h

Lieber Wilfried,

das ist eine gute Idee ! Nach Ostern bekommst Du auf 2 Deckgläser 15mm (dafür habe ich Transportbehälter) etwas Material geschickt. Kannst Du ohne sputtern das FESEM betreiben? Beim Hitachi S-4800 geht das.

Wünsche schöne Osterfeiertage
Peter



Johannes Kropiunig

Guten Morgen und frohe Ostern,

lieber Peter, da hast du die Latte tatsächlich sehr hoch gehängt, beeindruckende Bilder.
Allerdings frage ich mich, was bei dieser Diatomee mit einen gewöhnlichen B12 Filter zu erreichen wäre, ein Vergleich wäre schön.  ;)
An einer anderen Surirella, nämlich Surirella splendida aus deinem Crum Creek Präparat ist es mir noch gelungen einige Areolen aufzulösen, obgleich ich mich frage ob nicht hinter den feinen Linien nicht noch kleinere stecken.
http://i1116.photobucket.com/albums/k561/Googol1972/SnapsHot-18_filtered_zpsd57eb32a.jpg
Hier hast du sie ebenfalls schon einmal gezeigt, zu meinen Bedauern bist du aber den Versuch die Feinstrukturen besser abzulichten schuldig geblieben.  :(
Da ich schon seit geraumer Zeit mit dem Gedanken spiele mir eine 365nm LED zuzulegen, wäre eine Gegenüberstellung wichtig für mich als Kaufentscheidung, 40nm weniger kosten samt dazugehöriger Adaption doch einiges.
Falls du also mal etwas Zeit über hast.....

Viele Grüße,
Johannes
Biologische Mikroskop: Zeiss Standard 16
Stereomikroskop: Lomo MBS 10
Kameras:  EOS 1100D, EOS 1000D, EOS 1000Da, und EOS 350Da Peltier gekühlt

Sag es mir - und ich werde es vergessen. Zeige es mir - und ich werde mich daran erinnern. Beteilige mich - und ich werde es verstehen.
Laotse

wilfried48

Hallo Peter,

ja das Hitachi S 4800 war ein legendäres Teil an dessen Niedervoltbildern sich auch heutige FESEMS noch die Zähne ausbeissen. Ich selber bin allerdings auch beim FESEM ein Anhänger der Präparation durch Besputtern, weil es einfach ein besseres Signal/Rauschverhältnis ergibt. Man muss nur aufpassen, das man ein Sputtermaterial nimmt, das genügend feinkörnige Schichten egibt. Also z.B. Cr anstatt Gold.

Ich werde aber erst in der übernächsten Woche dazu kommen mich mit den Proben zu beschäftigen. Die Proben haben also keine Eile.

viele Grüsse
Wilfried
vorzugsweise per Du

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Zeiss Universal Pol,  AL/DL
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