Besteht Interesse an einer Schlittenmikrotomentwicklung und -bau?

Begonnen von Bastian, März 30, 2013, 10:54:05 VORMITTAG

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A. Büschlen

Hallo Bastian

ich freue mich sehr an diesem Projekt und bin gespannt auf die Ergebnisse! Wir haben ja schon zusammen ausgetauscht.

Meine besonderen Einsatzbereiche sind vor allem frisches Pflanzenmaterial eingeschlossen in Holundermark. (privat Moose und an der Schule Blütenpflanzen)
Ich wünsche mir eine einfache, leicht bedienbare Konstruktion mit tiefem Anschaffungspreis und tiefen Folgekosten aber niemals eine Konstruktion mit Holz.

Ist der Probevorschub stufenlos möglich? Ich meine, dass dies bei einer Eigenkonstruktion des Vorschubs sehr viel einfacher und auch kostengünstiger zu realisieren wäre. Ich könnte sogar auf eine Skala verzichten die die Schnitthöhe (Vorschub) anzeigt.

Gruss Arnold Büschlen
Schwerpunkt z.Z.:
- Laub- und Lebermoose.
- Ascomyceten als Bryoparasiten.

Herbert Dietrich

Hallo Herr Büschlen,

eine gute Holzkonstruktion schlägt eine schlecht durchdachte Metallkonstruktion um Längen!

Vielleicht, oder auch nicht? Was wir uns nicht vorstellen können, kann trotzdem funktionieren.

Viele Grüße

Herbert

Bernd Wieser

#17
Hallo Bastian,

ein tolles Projekt!!

Falls erforderlich bin ich gerne behilflich mit Autodesk Inventor/AutoCAD oder bei Recherche nach Bauteilen.

Herzliche Grüße
Bernd
Wir können den Wind nicht ändern, aber wir können die Segel richtig setzen. (Aristoteles, 384-322 v.Chr.)

Vorstellung Bernd Wieser: http://www.mikroskopie-forum.de/index.php?topic=5293.0

Jürg Braun

Hallo Bastian

Ich war gestern bei unserem Dorfschlosse zu einem Firmenjubiläum eingeladen. Bei der Betriebsführung wurde uns die neuste Metallbiegmaschine gezeigt. Ich war überrascht, dass er bis 6mm dicke Bleche biegen kann und habe mir gedacht, vielleicht wäre es kostengünstiger, wenn man gewisse Teile aus dicken Blechen herstellen würde anstelle zu giessen. Ein zwei mal abgekantetes 6mm Blech macht einen sehr festen Eindruck.

Ich bin wirklich gespannt auf deine Vorschläge.

Gruss

Jürg

Bastian

Guten Abend,
ich freue mich übe die Resonanz (:

Um Arnolds Frage zu beantworten: ja, der Probenvorschub wird stufenlos möglich sein. Allerdings wird er auch über  federnde Druckstücke (Achtung das ist nur ein Beispielbild für diejenigen, die nicht wissen was federnde Druckstücke sind) und Unterteilung des Handrades in 100 Teilschritte verfügen. Bei einer Gewindesteigung von 1mm ist theoretisch eine Einstellmöglichkeit von 1µm gegeben, praktisch aber nicht, da man auch noch den Gewindeschlupf beachten sollte. Auf zwei µm sollte man aber kommen können, zumal der Schlupf nur von Bedeutung ist, wenn sich die Drehrichtung ändert.

Bastian

Johannes Kropiunig

Hallo Sebastian,

wenn du von einem 6mm Feingewinde sprichst, wäre aber nur 10µm bei einer 100er-Unterteilung möglich.
1mm=1000µm  ::)
Dieses "grobe" Gewinde ist auch der Grund weshalb ich das Gewinde an das Ende eines Hebel setzten möchte um den Hub noch etwas feiner unterteilen zu können.
Ich hoffe das dies deinen Intentionen keinen Einbruch tut, schließlich bin ich ja teils mitverantwortlich für diese Projekt.

Viele Grüße,
Johannes
Biologische Mikroskop: Zeiss Standard 16
Stereomikroskop: Lomo MBS 10
Kameras:  EOS 1100D, EOS 1000D, EOS 1000Da, und EOS 350Da Peltier gekühlt

Sag es mir - und ich werde es vergessen. Zeige es mir - und ich werde mich daran erinnern. Beteilige mich - und ich werde es verstehen.
Laotse

Bastian

Johannes,
völlig richtig gerechnet  8)
Allerdings habe ich vergessen den Rest der Konstruktion vorzustellen. Klarer Fall von zu tief im Problem verbissen zu sein.
Ich werde demnächst den Rest der Konstruktion vostellen und die "fehlende Zehnerpotenz" nach liefern.
Danke für den Hinweis. Keine Sorge ich halte dich nicht für verantwortlich wenn ich Fehler mache  ;)

Bastian

Werner

...mit einer Differentialschraube bekommt man auch einen feineren Vorschub als mit üblichen Gewinden hin.
Spielfreiheit durch tangentiales Klemmen einer geschlitzten Mutter oder durch axiales Klemmen von zwei Muttern.
Untersetzung über Zahnriemen-Getriebe mit Steppermotor-Antrieb. Noch feiner wird es, wenn man den Motor im "microstepping-mode" betreibt (1 Schritt geteilt in 256, 512 oder 1024 Stufen). Ansteuer-ICs dafür gibt es. Wird kommerziell z.B. zum Gitterantrieb von Spektrometern angewendet.

Eine einfach aufgebaute präzise Verstellung wäre auch mit Hydraulik möglich. Untersetzung im Verhältnis der Kolben- oder Membranflächen. Wegen der geringen Stömung kann man auch Fettfüllung verwenden. Ist allerdings temperaturempfindlicher als ein Gewinde.

Gruß   -   Werner

Johannes Kropiunig

Hallo Bastian,

das du noch eine Übersetzung angedacht hast konnte ich nicht Ahnen, da wir alle Menschen sind, dachte ich einfach dir wäre ein Flüchtigkeitsfehler unterlaufen, soll ja vorkommen.  ;)
Schön das dies nicht der Fall war, und da ich nun mal ein Fan von solchen "Do it yourself" Projekten bin, wünsche ich dir viel Erfolg und bin mächtig gespannt auf deine Pläne.
Hast du eigentlich schon eine ungefähre Vorstellung davon, wie hoch die Kosten für eines deiner Mikrotome sein wird ?

Einen schönen Sonntag wünscht dir,
Johannes
Biologische Mikroskop: Zeiss Standard 16
Stereomikroskop: Lomo MBS 10
Kameras:  EOS 1100D, EOS 1000D, EOS 1000Da, und EOS 350Da Peltier gekühlt

Sag es mir - und ich werde es vergessen. Zeige es mir - und ich werde mich daran erinnern. Beteilige mich - und ich werde es verstehen.
Laotse

Jürg Braun

Hallo Bastian

In den Tiefen meiner Festplatte habe ich gestern dieses Foto gefunden.
Es scheint sich um eine sehr einfache Konstruktion eines Schlittenmikrotomes zu handeln. Mehr als das was der Urheber ins Bild geschreiben hat, weiss ich auch nicht darüber.



Gruss

Jürg

mikromeister

Ich nehme an, dieses Selbstbaumikrotom soll vor allem selber zu bauen sein und darüber hinaus auch noch günstig.
Gegossene Aluteile oder Wälzführungen sind da richtige Preistreiber.

Da der Antrieb händische erfolgt und damit die Kraft in allen Richtungen sehr ungleichmäßig ist, muss die ganze Konstruktion sehr steif sein.
Das spricht für Stahl, weniger für Alu und überhaupt nicht für Holz.

Sehr einfach wäre z.B. eine dicke Glasplatte als Basis, die zwar relativ elastisch ist, aber hart und billig in guter Qualität zu bekommen ist.
Darauf wird händisch der Mikrotomtisch rumgeschoben, der eine Stahlplatte ist, die auf 3 Feingewinde-Schrauben mit gehärteten polierten Kugelköpfen auf der Glasplatte einfach aufsitzt.
Damit bekommt man ca. 1µ/Grad Auflösung hin, muss aber immer alle 3 Schrauben gleichmäßig verstellen.
Dafür brauchen die Schrauben große Skalenscheiben mit Gradeinteilung auf den Köpfen, so ähnlich wie Rändelschrauben und einen Zeiger.
Die erforderliche Genauigkeit hierfür wäre im Rahmen dessen, was man mit einem ordentlichen Drucker ausdrucken könnte.
Durch Federvorspannung gibt es kein Umkehrspiel.

Der Messerhalter über dem Schlitten und der Probe ist dabei von der Genauigkeit völlig unwichtig, solange er so steif wie irgend möglich ist.
Das muss also ein wirklich massives Teil werden.

Alles in allem wäre die Konstruktion billig, aber nicht leicht und nicht platzsparend.
Vielen Dank und freundliche Grüße

Markus


.

Bastian

Mikromeister,
ich danke Dir aber für Deine Gedanken zum Thema, aber Du nimmst falsch an  ;) zumindest was meine Pläne angeht:
Es soll weder ein Bastelprojekt werden noch muss es m.E. billig oder sehr einfach werden.   Es wird ein leichtes, solide gebautes und sicher zu handhabendes Instrument werden mit dem sich gute Schnitte machen lassen.

Bastian



hebi19

Hallo Bastian

wie weit sind denn inzwischen Deine Planungsüberlegungen gediehen ??
Sollten wir Mitbauer uns schon mal nach eventuellen "Pflichtteilen" umsehen ?

Hast Du mal eine Art "groben Zeitplan" angedacht ?  Es war ja die letzten 3 Wochen ziemlich ruhig zum Thema ?

Martin
Grüße von
Martin alias hebi19

Motic BA-300, div Lomo, Stereo-Mikroskop noname

Bastian

Hallo Martin,
es besteht kein Grund sich schon nach orgendwelchen Teilen umzusehen. -
Ich habe gerade sehr viel zu erledigen und komme nicht so oft zur Mikrotomentwicklung wie ich das gerne würde.
Es dauert sicherlich noch ein paar Monate bis ich einen Prototypen zeigen werde.

Bastian