Re: Vorstellung Stefan Wagner (Stereomikroskop gesucht)

Begonnen von Detlef Kramer, Juli 22, 2013, 18:15:20 NACHMITTAGS

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Detlef Kramer

Hallo Stefan,

willkommen hier, man ist hier sehr hilfsbereit!

In Deinem speziellen Fall würde ich überlegen, nach einem Fotomakroskop, wie dem Wild M 400 zu suchen. Es bietet zwar keinen 3D-Eindruck, bildet eine Ebene aber sehr gut ab. Und die Kamera-Adaption ist nicht schwierig. Da könnte ich helfen. Ansonsten schau nach einem MBS 10 von Lomo mit Foto-Ausgang. Keine Spitzenqualität, aber grundsolide, und für den Zweck wahrscheinlich voll ausreichend.

Viel Glück und herzliche Grüße
Detlef
Dr. Detlef Kramer, gerne per DU

Vorstellung: Hier klicken

Stefan Wagner

Hallo Detlef,

danke für das freundliche Willkommen!

Zum MBS10 hatte schon etwas recherchiert. Den Fotoausgang (sehe ich das richtig, dass der nachrüstbar ist?)  habe ich bis jetzt aber noch nirgends gesehen. Was ich ebenfalls noch nicht heraus bekommen habe: Lässt sich das beim MBS10 gescheit an ein Auslegerstativ adaptieren? (Ich muss auch mal Objekte in der Mitte einer größeren Leiterplatte ansehen können.)

Aber kommt Zeit, kommt (hoffentlich) Rat.

Herzliche Grüße

Stefan

PS: Das M400 ist zwar toll, würde sich aber wahrscheinlich nicht "rechnen". (Das hat mehrere Gründe, die ich leider nicht beeinflussen kann und die nicht nur mich ärgern.)


Stefan Wagner

Hallo Safari,

ja, Leitz hat da einiges nettes. Ich hab mir das vor ein paar Jahren mal zusammen mit einem Fachkollegen angesehen. Sehr schön, aber halt teuer.

Und wie ich in meiner Antwort an Detlef schon andeutete, gibt es ein paar berufliche Besonderheiten, die all zu hohe Investitionen in Laborausrüstung nicht sinnvoll machen. (Um es kurz zu sagen: Leihgebühren für Messgeräte darf ich abrechnen, Nutzung eigener Geräte nicht.)

Bislang hab ich mich mit einem dieser kleinen USB-"Mikroskope" beholfen. Aber das kommt eben sehr schnell an seine Grenzen.

Herzliche Grüße

Stefan

Peter V.

#3
Zitat

Hallo zusammen,

mein Name ist Stefan Wagner und ich bin 51 Jahre alt.

Beruflich untersuche ich als Sachverständiger u.a. Schäden an elektronischen Baugruppen und Geräten. Dabei rückt die mikrofotografische Dokumentation immer mehr in den Vordergrund. Darum steht jetzt die Beschaffung eines "richtigen" Auflicht-Stereomikroskops an.

Im Forum habe ich bereits ein paar Tage mitgelesen, was bereits eine "steile Lernkurve" ergab, aber die aktive Diskussion liegt mir mehr. Und wenn ich auf Dauer auch etwas "zurückgeben" kann, würde mich das freuen.



Beste Grüße

Stefan


Hallo Stefan,

wenn es trinokular und am Schwenkarm sein soll, würde ich in diesem speziellen Fall  - entgegen unserem sonstigen Rat beim Mikroskopkauf - zu einem kompletten Chinamikroskop raten, zum Beispiel diesem hier.

Marken-Stemis mit Fotoausgang sind selten und (auch gebraucht) relativ teuer. Dann benötigst Du noch eine Befestigung am Schwenkarm. Ein Wild, Zeiss, leica, Olympus etc. wirst Du kaum in dieser Konfiguration zu einem "günstigen" Preis finden. Und in der Regel reichen diese Chinamikroskope für Zwecke, wie Du sie anführst, wirklich aus.
Zudem kannst Du ja testen und hast Rückgaberecht beim Internetkauf.


Zitat(Um es kurz zu sagen: Leihgebühren für Messgeräte darf ich abrechnen, Nutzung eigener Geräte nicht.)

Vielleicht solltest Du Dir mit einem Fachkollegen zusammen ein solches Gerät kaufen und Ihr solltest es Euch dann gegenseitig leihen?  ;)


Herzliche Grüße
Peter
Dieses Posting ist frei von kultureller Aneigung, vegan und wurde CO2-frei erstellt. Für 100 Posts lasse ich ein Gänseblümchen in Ecuador pflanzen.

liftboy

Hallo Stefan,

wenn Du Dich mit basteln auskennst, ist die Adaption eines MBC-10 an ein Schwenkstativ problemlos.
Was den Fotozusatz angeht müssten wir uns unterhalten.
Gruß
Wolfgang
http://www.mikroskopie-forum.de/index.php?topic=785.msg3654#msg3654
LOMO-Service
Das Erstaunen bleibt unverändert- nur unser Mut wächst, das Erstaunliche zu verstehen.
Niels Bohr

CMB

#5
Moin,
Ich vermute, dass eine Stereolupe für die Aufgabenstellung nicht ausreicht.

Ich habe vor einiger Zeit für ein Unternehmen die durch Knick enstandenen Beschädigungen an RFID -Chips untersucht und dokumentiert.

Da brauchte man schon ein Auflichtmikroskop mit Polarisationseinrichtung, um die relevanten  Veränderungen sichtbar zu machen ( Abriss von Leiterbahnen, Verschiebung von Bauteilen etc)

Grüsse in die Runde
CMB

Peter V.

#6
Hallo Stefan,

ein interessanter Einwand von Matthias. Du suchtest zwar nach einem "Auflicht-Stereomikroskop". Aber suchst Du wirklich genau das ? Oder suchst Du tatsächlich eher ein "Auflichtmikroskop" (das aber dann nicht "Stereo" ist). Stereo beeutet - grob gesprochen - 3-dimensionaler Seheindruck. Evtl. meintest Du mit Stereo aber einen "zweiäugigen Einblick", also ein Binokular. Und wenn es dann noch einen Fotroausgang haben soll, nennt man es trinokular. Der Unterschied der einzelnen Mikroskoptypen ist hier noch einmal aufgeführt.
Die Vergrößerung beim Stereomikroskop (syn.: Stereolupe) geht üblicherweise bis 45-, max. 90-fach. Bei Auflichtmikroskop bis über 1000-fach!
Hier zum Beispiel siehts DU ein typisches Auflichtmikroskop für die Materialkunde. Hinten oben die Lampe für die Auflichtbeleuchtung, dazu der trinokulare Einblick mit dem Kameranschluß oben.

Du müßtest also selbst erst einmal herausfinden, was genau Du benötigst.

Hier siehst Du von mir angefertige Bilder von einem Wafer an einem richtigen Auflichtmikroskop mit den Objektiven 4, 10 und 40x (also ca. 40, 100 und 400-fache Vergößerung). das Originalobjekt habe ich direkt am Anfang mit einem Lineal abgebilder. Evtl. kannst Du daraus ungefähr abschätzen, welche Vergrößerungen Du benötigst. Etwas oberhalb der Vergrößerung der ersten beiden Fotos wäre beim normalen "Stereomikroskop" bereits Ende der Fahnenstange, mit sehr teuren Highend-Stemis von Olympus, Zeiss mit Zoomfaktor 12 etc. kommt man maximal irgendwo zwischen den Bereich der ersten und der zweiten beiden Bilder.

ZitatBislang hab ich mich mit einem dieser kleinen USB-"Mikroskope" beholfen. Aber das kommt eben sehr schnell an seine Grenzen.

Meinst Du qualitativ oder bezieht sich Deine Aussage auf die Vergrößerung/Auflösung?

Letzte Frage: Wie sieht denn dein Budget aus?

Herzliche Grüße
Peter


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Stefan Wagner

Hallo Peter und alle anderen,

nein, ganz so ins kleinste Detail geht meine tägliche Arbeit nicht.

In der täglichen Arbeit  benötige ich Vergrößerungen im Bereich zwischen ca. 5x bis ca. 40x. Also nach den Maßstäben dieses Forums wohl eher "Makroskopie". Das, was CMB macht, ist schon wieder was anderes.

Zur Frage, ob "nur" binokular oder "echtes Stereobild": Bevor ich einen Sachverhalt fotografisch dokumentieren kann, muss ich ihn erst einmal feststellen. Bei einem strittigen Blitzschäden habe ich mal ein komplettes Mainboard abgesucht, um letztendlich tatsächlich eine geplatzte SMD-Induktivität zu finden.



Es mag sein, dass ich mich da irre, aber dafür erscheint mir die Möglichkeit, in den niedrigeren Vergrößerungsstufen eine echte 3D-Ansicht zu haben, doch recht hilfreich. (Ich habe es vor Jahren mal an einem Leica-SteMi ausprobiert. Gefiel mir ganz gut. Das Foto ist auch damit gemacht worden.)

Zu dem kleinen handgeführten "USB-Teil": Das ist ganz hilfreich, wenn man im Ortstermin ist. Im Labor braucht man damit aber oft "drei bis vier Hände" und bei kleineren Strukturen wie einem "Loch im IC" (ca. 100µ Durchmesser) kam es bereits an seine Grenzen.



Zum Budget: Ich würde gern die "1000er-Grenze" einhalten - wenn es in dem Bereich schon akzeptables gibt. "Selbstbau"* wäre kein Problem, wenn alle Komponenten vernünftig beschaffbar sind.

Ok, ich hoffe, ich konnte die Fragen ausreichend beantworten. Danke an alle, die sich Gedanken machen!

Herzliche Grüße

Stefan

* Zum Drehen und Fräsen fehlt mir die Ausrüstung. Bohrständer ist da, Gewinde schneiden kann ich. Elektronik ist kein Problem (ist ja mein Fach).

Peter V.

Hallo Stefan,

dann probier doch einfach mal das Müller-Mikroskop aus Ebay, zu dem ich Dir einen Link geschickt habe. Viele arbeiten mit diesen China-Stemis, in mehreren Filmbeiträgen habe ich ähnliche "Billig"-Chinastemis auch im Arbeitseinsatz bei dem wohl bekanntesten Mikrofotografen und-filmer Deutschland gesehen. Und da dürfte es wohl sonst vor hochwertigster Optik nur so wimmeln. ;)

Das reicht für deine Zwecke sicher aus!

Ich würde dann evtl. noch diese Kamera besorgen, damit hättest Du ein Komplettsystem unter 700 EUR.

Und - wie gesagt: Ist ja kein Risiko, Du hast ja Rückgaberecht.

Herzliche Grüße
Peter
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schuppi

Hallo Stefan,

oder schau doch mal beim Sponsor dieses Forums ...

Hier http://www.mikroskopie.de/mikroskope/motic-smz171.html wäre auch etwas für Dich und dazu noch eine vernünftige Kamera von Imaging Source und Du hast Ruhe.

Viele Grüße
Rainer

PS: Ich bin kein Verwandter des Betreibers sondern nur zufriedener Kunde.
DFK 72AUC02 an
- Motic BA310 Trino LED
- Motic SMZ-168 Trino LED
Web-Site: http://www.mikroskopie-bilder.de

Stefan Wagner

Hallo allerseits!

Vielen Dank für die zahlreichen Hinweise.
Ich habe bereits angefangen, alles zu sichten.

Beste Grüße

Stefan

Peter V.

Hallo,

wenn gewünscht, kann ich morgen mal kleine Bauteile einer Platine, aufgeommen mit einem praktisch identischen Mikroskop wie dem von mir angeführten Gerät von Müller, sowie mit der Toup-Tec-Okularkamera, zeigen.
Sie sehen für mich sehr brauchbar aus, wegen eines Defektes meines Hauptrechners kann ich sie aber erst morgen hochladen.
Bitte antworte kurz, ob das für Dich hilfreich wäre.

Herzliche Grüße
Peter
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Stefan Wagner

Hallo Peter,

ja, das würde mich sehr interessieren.

Danke vorab und beste Grüße

Stefan

Peter V.

Hallo,

hier ein paar Bilder (China-Zoom-Stemi + Toup-Tek-Kamera), auf die Schnelle aufgenommen:


Vergrößerung 7-fach:




Vergrößerung 45-fach:









Und zum Vergleich ein Lineal (Abstand zweier Teilstriche 1 mm ):





Herzliche Grüße
Peter Voigt

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Stefan Wagner

Hallo Peter,

herzlichen Dank! Das hat sehr geholfen.

Eine Frage dazu noch: Wie hast du beleuchtet?

Viele Grüße

Stefan