Kondensor Frontlinse läßt sich nicht lösen

Begonnen von ImperatorRex, August 08, 2013, 21:55:45 NACHMITTAGS

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Nomarski

Und der Klaus hat sogar noch viel Schönere, wo die Gravur noch schön weiß strahlt. Hier ist vom Nikotin schon alles braun.

Klaus Herrmann

Zitatwo die Gravur noch schön weiß strahlt
Ich färb die immer um mit Nagellack von meiner Frau, so schön rot waren die nie!
Mit herzlichen Mikrogrüßen

Klaus


ich ziehe das freundschaftliche "Du" vor! ∞ λ ¼


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Alfons Renz

Also, lieber Jochen: Eile mit Weile!

Die doppelte Angabe auf dem Linsensystem: Apertur 0,32 und 1,4 ist ein deutlicher Hinweis auf die Verwendung mit und ohne die obere Frontlinse. Das System muss sich demnach zerlegen lassen.

Vom Einsatz von Zangen, auch gummibewehrten, würde ich - aus eigener Erfahrung - eher abraten. Allenfalls Holzzangen im "Nussknackertyp" mit genau passender Bohrung der entsprechenden Durchmesser, ev. mit Lederbewahrung der Backen. Man könnte sich diese auf festem (Buchen-)Holz selbst herstellen, in dem man zunächst die Bohrung - oder mehrere Bohrungen in Reihe - im passenden Durchmesser in ein Holzscheit bohrt, dieses dann halbiert und an einem Ende dann mit einem Scharnier verbindet. Eine solche Zange habe ich bei einem sehr erfahrenen Service-Techniker bewundert, mir aber nie die Zeit genommen, eine selbst zu bauen.

Denn es geht auch viel einfacher und sorgsamer. Und: Bei allen Zangen ist das Hebelmoment für den Laien schwer zu kontrollieren. Irgendwann rutschen sie immer ab - oder man dreht dem Teil den Kragen ab.

Am besten bewährt haben sich - nach meiner Erfahrung - lange Gummibänder in variabler Dicke von ca. 5 bis 15 mm, die man sich aus einem Fahrrad- oder Autoreifen zuschneidet. Unter Spannung (=> richtige Aufdrehrichtung beachten) so oft um die zu trennenden Teile wickeln, bis man - durch Vergrößerung des Radius - einen guten Griff hat. Etwas Wärme - bei Verharzungen - und/oder Kriechöl bei Korrosion erleichtern die Trennung. Solange man nur von Hand dreht, ist die Gefahr einer mechaninschen Überbelastung eher gering.

Aber vor allem: Geduld, nichts überhasten. Wärme (bei Optiken nicht mehr als ca. 45 °C) und ggf. sparsam aufgetrageens Kriechöl bewirken Wunder, brauchen aber ihre Zeit.

Viel Erfolg!

Alfons

p.s.: Eben hab ich es getestet: Auch bei meinem Inco-Kondensor lässt sich die 1,4-Linse ganz leicht abschrauben.

Klaus Herrmann

#18
Hallo liebe Schrauber,

Alfons hat es schon gesagt: "no net hudle" Oder "eile mit Weile"
Nach wie vor würde ich WD 40 liebevoll einpinseln, warten und nochmal einpinseln. Danach erst schrauben. Ich habe einen Schraubstock mit Kunststoff-Klemmbacken. Einklemmen und die andere Hälfte mit einem der beiden Schlingen-Helfer packen. Wenn man die Frau zum Gegenhalten braucht, telefoniert sie ja sicher kurz mit ihrer Freundin, dafür ist der Schraubstock da! ;D

Das geniale Nußknackerwerkzeug könnte Johannes mal in Serie herstellen, ich kenne es auch nur vom Zuschauen bei einem Zeisstechniker.

Aber es gibt auch käufliche: Die "Boa constrictor", hab ich aus dem Baumarkt. Das schöne kleine mit dem Metallband "Martin Germany" 23-964-10
hab ich vom Flohmarkt.

Mit herzlichen Mikrogrüßen

Klaus


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Nomarski

Uiii, jetzt kommen wieder die ganzen Strangulatoren, die ich hinterher wieder flicken darf. ::) Den Gelben kenne ich ja noch gar nicht...
Mönsch, dabei müßt ihr alle doch nur besser frühstücken! ;D

-JS-

Lieber Jochen,

nachdem Bernd so nette Worte zu den Herrmannschen 'Strangulatoren' gefunden hat, möchte ich auch mal meine Methode für derartige hartnäckige Fälle zum Besten geben,
Als erstes - das wurde ja schon angesprochen - träufelst Du (wenig !) WD40 in den Spalt zwischen der Kopflinse n.A. 1.4 und der Fassung für die Linse n.A. 0.32. Anschließend drehst Du die Einheit um und stellst sie auf die kleinere Linse, damit das Kriechöl auch schön seinen Weg in das Gewinde nehmen kann. Das kann in der Tat Tage dauern, und hierfür ist auch die meiste Kunst des Abwartens notwendig.

Nun brauchst Du zwei Fensterlederstreifen, etwa 1cm hoch und 30 cm lang, sowie zwei Schlauchschellen (Metall, die Ausführung mit einer Sechskantkopfschraube zum Spannen) mit Maximaldurchmesser 40 - 45 mm.
Der erste Lederstreifen wird befeuchtet und im Uhrzeigersinn sauber um die Fassung mit der Linse n.A. 1.4 gewickelt, anschließend wird die erste Schelle darüber gestülpt und moderat, aber dennoch gut festgezogen.
Gleiches Vorgehen mit Lederstreifen und Schelle bei der Fassung für die Linse n.A: 0.32, wobei auf einen Abstand von ca. 1-2 mm zwischen beiden Schlauchschellen zu achten ist.

Eine der beiden Schellen wird nun in einen mit Plastikschutzbacken versehenen Schraubstock eingespannt, dabei wird die Spannschraube der Schelle als Widerlager nach vorn positioniert.

Nun wird die zweite mit Lederband und Schelle versehene Fassung mittels passender weitmauliger Zange, einem alten Windeisen oder einer sog. Connectorzange von Hazet ebenfalls unter Nutzung der Schellenspannschraube als Widerlager vorsichtig unter gleichförmigem Druck versucht, zu lösen.
Eine Holzzange, wie Alfons sie bereits beschrieben hat, kann hierzu auch sehr empfohlen werden.

Das Geräusch des nachgebenden Gewindes kann durchaus sehr erleichternd sein...
Wenn es aber nicht funktioniert: Rückbau, Einsatz von WD 40....und Geduld....

Viele Grüße
Joachim
... bevorzugt es, ge_Du_zt zu werden ...

ImperatorRex

Hallo,
inspiriert von all den guten Ideen und Vorschlägen (danke insbesondere an Joachim, Klaus und Alfons) habe ich mich auf den Weg ins Bauhaus gemacht:
WB-40 und ein Lochband landeten in meinen Einkaufskorb. Mit Alfons Idee "Fahrradschlauch" habe ich mir dann folgendes gebastelt:

   

Ein bischen WB40 mit Watte umwickeltem Zahnstocher aufgebracht..und eine Stunde gewartet:

Dann das Stückchen Fahrradschlauch und den Abzieher aufgesetzt:



Es hat tatsächlich funktioniert. Es wahr wohl etwas Grünspan der die Frontlinse schwergängig machte.

Jezt kann ich beruhigt den Grill anschmeissen...soeben hat der erste Gast geklingelt. Muss jetzt Schluss machen. Melde mich aber Morgen nochmals ausführlicher.

Viele Grüße
Jochen

Klaus Herrmann

Hallo Jochen,

super!

Du bist Schwabe mit schottischen Wurzel - alle Achtung! ;D
Mit herzlichen Mikrogrüßen

Klaus


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Nomarski

#23
Nun mag die Frontlinse zwar abgeschraubt sein, dafür haben wir jetzt Kratzer auf der Linse der Basisoptik, weil man die nicht so auf den Tisch hinstellen sollte, da der Linsenscheitel nicht geschützt ist.

Gerd Schmahl

Hallo,
hier gibt es einen schönen "Strangulator" für wenig Geld:

http://flashkatalog.louis.de/Katalog/2013/

Die Seite 890 im Katalog anwählen, Nr. 2 auf der Seite: Ölfilterschlüssel mit Stahlband.

Manchmal ist es hilfreich, wenn man eine Motaradschrauberin zur Frau hat. Da gibt es doch gewisse Schnittmengen im Werkzeugkasten, die auch dem Mikroskopschrauber nützlich sein können...

Grüße
Gerd
Man sagt der Teufel sei, im Detail versteckt,
doch hab' ich mit dem Mikroskop viel Göttliches entdeckt.

ImperatorRex

Hallo Klaus

Du bist Schwabe mit schottischen Wurzel - alle Achtung!

zu den schottischen Wurzeln muß ich erst noch genauer rechergieren, aber wäre ich Schwabe, so hätte ich mir das WB-40 gespart und stattdessen mit dem Diesel aus meine alten Lanz-Traktor und ein paar Tropfen Benzin dasselbige hergestellt.   ;)

Hallo Bernd,

dafür haben wir jetzt Kratzer auf der Linse der Basisoptik, weil man die nicht so auf den Tisch hinstellen sollte, da der Linsenscheitel nicht geschützt ist.

bevor ich das Foto gemacht habe, habe tatsächlich kurz darüber nachgedacht, ob der Linsenscheitel aufliegen könnte. Naja jedenfalls habe ich Linse nicht hin und her bewegt und darauf vertraut, dass da noch das eine oder andere mü zwischen Gewinderand und Linsenscheitel ist.
Unter dem Stereomikroskop betrachtet, hat die Linse auch keinen sichtbaren Schaden davon getragen. Wahrscheinlich habe ich halt mehr Glück als Verstand gehabt.

Joachim, danke für die ausführliche Beschreibung Deiner Selbstbaulösung mit den Schlauchschellen. Ich meine, das hat auch etwas! Es zeigt, dass man mit wirklich einfachen Mitteln zweckmaßige Werkzeuge herstellen kann. Der eine oder andere wird darüber schmunzeln, aber viele Wege führen ja zum Ziel. Und ich muß ja nicht jeden Tag einen festsitzende Kondensor-Frontlinse entfernen.

viele Grüße

Jochen

Johannes Kropiunig

Hallo,

nachdem irgendwo mittendrin mein Name gefallen ist, mische ich mich noch schnell ein.
Da ich eigentlich selbst Nüsse mit den Händen knacke, habe ich über ein solches Werkzeug noch nicht nachgedacht, aber in der Mittagspause fiel mir dieser Beitrag ein und habe schnell etwas gebastelt.

Ist in etwa so etwas das gesuchte Werkzeug?




Allerdings habe bei diesem Modell nur ein kleines Reststück aus der Brennholzkiste verwendet, denkbar wäre natürlich auch ein Holzgriff und mehrere Bohrungen mit verschiedene Durchmesser.
Sollte Interesse bestehen einfach eine PN, wenn ein paar zusammenkommen Plane ich ein besseres Modell und dann sehen wir weiter.  ;)

Viele Grüße,
Johannes
Biologische Mikroskop: Zeiss Standard 16
Stereomikroskop: Lomo MBS 10
Kameras:  EOS 1100D, EOS 1000D, EOS 1000Da, und EOS 350Da Peltier gekühlt

Sag es mir - und ich werde es vergessen. Zeige es mir - und ich werde mich daran erinnern. Beteilige mich - und ich werde es verstehen.
Laotse

Nomarski

Hallo Johannes,

das ist zwar ein Super-Werkzeug, aber damit kommst du nun leider reichlich spät, da die Frontlinse eben schon nachgegeben hat. Aber vielleicht hast du etwas für den umgekehrten Fall, wobei von innen nach Außen gedrückt werden muß: Ich habe da so ein Okular bekommen, wo die Linsen zwecks Säuberung ausgebaut werden sollen. Die Schlitzmutter, die die Linsen am Rausfallen hindert, ist nun schon herausgeschraubt worden, aber nun wollen die Linsen nicht rauskommen. ::)

Viele Grüße
Bernd

Eckhard F. H.

ZitatIst in etwa so etwas das gesuchte Werkzeug?
Hallo Johannes,
Dein Modell ist konstruktiv zweckmäßig, elegant und sehr schnucklich. Aber rein von meinem Mechanikergefühl her würde es wahrscheinlich den ersten Praxistest mit einem widerborstigen Objekt nicht erfolgreich absolvieren. Wahrscheinlich würde es senktrecht zum Drehpunkt ´durchreißen´.  Ich habe in der Vergangenheit etliche Nußknacker (Metall) in Anwandlung von Zorn und Empörung aus ähnlichem Grund, garniert mit üblen Worten, spontan und mit Schwung dem runden Ordner übereignet.
Gruß - EFH

Johannes Kropiunig

#29
Hallo Bernd,

vielleicht könnte man einer kleinen Einwegspritze vorne das Zipferl abschneiden und statt dessen eine Gummidichtung ankleben.
Okular einspannen, Dichtung an die Linse ansetzte, mit der Spritze Unterdruck erzeugen und ziehen.
Ist zwar nur eine schnelle frühe Morgen-Idee, aber bei der Geburtshilfe funktioniert so etwas Ähnliches und Scheitel ist Scheitel, ob von einer Linse oder einen Kindeskopf sollte eigentlich Egal sein.  ;)
Nachtrag: Der Unterdruck eine Einwegspritze wird wohl nicht reichen, eben probiert, das Prinzip könnte aber klappen.

Hallo Eckhard,

mir ist klar das diese Konstruktion Mängel aufweist, genau genommen sind es die Bohrungen für die Griffe, die das Material sehr schwächen und auch das Gelenk lies sich sicher besser machen.
Das Ding ist eben auf die Schnelle in der Mittagspause ohne jegliche Planung entstanden und da sich eh noch niemand gemeldet hat, werde ich mir das auch ersparen dürfen.

Viele Grüße,
Johannes
Biologische Mikroskop: Zeiss Standard 16
Stereomikroskop: Lomo MBS 10
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Laotse