Kondensor Frontlinse läßt sich nicht lösen

Begonnen von ImperatorRex, August 08, 2013, 21:55:45 NACHMITTAGS

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ImperatorRex

Guten Abend liebe Forummitglieder,
habe kürzlich einen Zeiss Revolver-Kondensor in der Bucht erworben. Es ist ein Kondensor mit der achr. apl. 1,4er Frontlinse zum "aufschrauben" auf die 0,32er Kondensorlinse.
Die Frontlinse sitzt so fest, dass sich diese nur mitsamt der 0,32er Linse rausdrehen läßt. Mit der Hand läßt sich die Frontlinse definitiv nicht abschrauben. Bevor ich jezt aber mit Rohrzange und anderem Geschütz rangehe:

- hat jemand diesbezüglich Erfahrungen? Bin nun am überlegen, einen kleinen Tropfen eines niedrig viskosen Öles am Sockel der Frontlinse auszubringen (z.B. Nähmaschinenöl)? Oder evtl. einen Korrosionslöser, der in die Gewindegänge "kriecht"? Gibt es was bewährtes, z.B. für Buntmetalle?

über Hinweise und Tipps würde ich mich sehr freuen,

viele Grüße
Jochen

Gerd Schmahl

Hallo Jochen,
natürlich will man das Zeug nicht auf den Linsen haben, aber wenn 's sein muss, setze ich sowohl  WD-40 als auch Ballistol ein, um solche Sachen gängig zu bekommen. Hinterher muss man natürlich ordentlich putzen... Aber warte mal noch ein wenig. Vielleicht hat noch jemand einen Geheimtipp, den ich nicht kenne und die Kriechöle sind immer ein wenig verpönt bei den Mikroskopmechanikern. Da wird bestimmt jemand rufen: "Niemals WD-40!"
Grüße
Gerd
Man sagt der Teufel sei, im Detail versteckt,
doch hab' ich mit dem Mikroskop viel Göttliches entdeckt.

TPL

Hallo Jochen,
meines Wissens gibt es eine frühe Varianten dieses Kondensors (V Z), bei dem die Frontlinse integrierter Bestandteil des Kondensoreinsatzes ist. Die haben dann keinen gerändelten Rand. Drehst Du die aus der (großen) Fassung, dann ist nachher deren Gewinde durch die Zentrierschrauben zerkratzt.

Wenn es nicht dieser Fall ist (was ich Dir wünsche), dann würde ich statt Nämaschinenöl WD-40 nehmen. Natürlich nirgend hinsprühen, sondern draußen in ein Einmachglas abfüllen und dann sehr zurückhaltend mit einem feinen Pinsel auftragen, und auftragen, und auftragen, auftragen.... ;).

Viel Erfolg
Thomas

Hugo Halfmann

Hallo Jochen und Gerd,

ich hab da so eine Vermutung: Die Linsen wurden erfolgreich mit Immersionsöl verklebt. Ist an anderen Stellen des Kondensors denn erkennbar, ob da in der Vergangenheit mit Immersionsöl ´rumgepanscht wurde ?
Ich hatte mal einen Kondensor mitgekauft, der war regelrecht von einer Kruste aus altem Öl und Dreck überzogen, es hat Wochen gedauert, bis alles auseinander war. Wenn die beiden Linsen nur zusammen abgehen, leg´ sie in Waschbenzin ein. Ein längerer Aufenthalt auf der warmen Heizung kann auch hilfreich sein. Zum Auseinanderschrauben benutze ich für solche Sachen eine mit Plastikschlauch armierte Syphonzange.
Ein Foto wäre für weitere Tipps hilfreich !
Viele Grüße aus dem Bergischen Land

Hugo Halfmann

Jürgen Boschert

Hallo zusammen,

gerade bei dem aplanatischen Kondensor sollte man mit Kriechöl seeeehr vorsichtig sein. Der abschraubbare Kopf 1,4 ist ein komplexes, mehrgliedriges System, das intern nicht abgedichtet ist zwischen den einzelnen Gliedern. Aus demselben Grund bitte keine Rohrzange benutzen.

Beste Grüße !

JB
Beste Grüße !

JB

Nomarski

Guten Abend,

aufgrund der noch nicht hinreichend geklärten Sachlage ist es leider noch nicht möglich, konkrete Tipps für die Vorgehensweise zur Lösung des vorliegenden Problems zu geben.

VG
Bernd

ImperatorRex

Vielen Dank für das zahlreiche und prompte Feedback. Thomas und Gerd -  dann werde ich am Wocheende mal nach WD-40 ausschau halten. Danke für den Hinweis - werde das Mittel nur minimalen dosiert und gezielt einsetzten. 
Ich gebe zu, ich war mit meinen Angaben mal wieder zu sparsam und ich habe damit Tür und Tor für Vermutungen geöffnet - Bernd Du hast es mal wieder auf den Punkt gebracht  ;)

Danke Thomas dass Du trotz Deines anstehenden Umzuges Zeit gefunden hast zu Antworten: Es handelt sich bei dem kürzlich erworbenen Kondensor um einen Zeiss Inko Kondensor für das "neuere" DIK (465285). Also mit der gerändelten Frontlinse, so ähnlich wie bei dem Kondensor den ich mal von Dir erstanden habe (und der mir auch noch immer gute Dienste leistet).

Foto geht momentan nicht - die Akkus müssen erst geladen werden. Aber um es vorweg zu nehmen Hugo: ich konnte keine Anzeichen für Immersions-Ölreste finden. Alles soweit sauber, leichtgängig und ansonsten auch nicht verklebt...nur die Frontlinse ist halt wie festgebacken. Wieso die so fest sitzt - keine Ahnung. Vielleicht hat die richtig gefressen?

Werde aber natürlich Fotos nachliefern.

viele Grüße
Jochen

Klaus Herrmann

Hallo Jochen,

der Hinweis von Jürgen ist Ernst zu nehmen: die 1,4er Linse ist auf jeden Fall ein Duplett. Ich habe eine, da ist der obere Teil abnehmbar! >:(
Mit herzlichen Mikrogrüßen

Klaus


ich ziehe das freundschaftliche "Du" vor! ∞ λ ¼


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Nomarski

Hallo Jochen,

ZitatEs handelt sich bei dem kürzlich erworbenen Kondensor um einen Zeiss Inko Kondensor für das "neuere" DIK (465285).
demnach handelt es sich also um spannungsfreie Optik, so daß vom Einsatz der Rohrzange sowieso abzuraten wäre.
Mit dem Abschrauben der Frontlinse hatte ich eigentlich noch nie Probleme, nur mit dem Herausdrehen der Basisoptik aus dem Fassungsring, der über drei Madenschrauben zentriert wird. Daß das Gewinde der Frontlinse gefressen hat, glaube ich weniger. Entweder hat die jemand zu fest draufgedreht oder es ist etwas Immersionsöl in den Spalt gelangt. Du solltest deine Akkus also erstmal laden und es morgen mit erneuter Kraft versuchen.

Viele Grüße
Bernd

purkinje

Hallo,
für festgebackene Gewinde verwende ich durchaus WD40 oder Caramba: aber ich sprühe es in ein Tropffläschchen oder kl Becherglas, lasse es 1 Tag entgasen ! da es sonst aus Pipetten oder Tropffläschchen schießen kann und bringe es in wahrhaften Mikrodosen auf. Immer Wattestäbchen zum notfallmäßigen Entfernen parat liegend. Nach 1 Tag wiederholen , händisch versuchen aufzudrehen , wiederholen etc.
Deinen Kondensor kenne ich jedoch nicht, weshalb vor minimalinvasiver Ölung, der Dir angebotene Rat von berufener Seite (nach Foto) besser abzuwarten wäre.. ;)
Ich hatte mal hier ein ähnliches Problem mit der Schraubfassung einer Augenmuschel an einem Leitz GF Okular gepostet, am 2- Tag nach minimaler Ölung ließ es sich ohne Probleme aufschrauben.

ImperatorRex

Hallo,
hier noch die Aufnahmen von dem Kondensor - die Frontlinsen-Optik ist rausgeschraubt:





Auf den Fotos sieht es immer schlimmer aus als in Wirklichkeit. Habe mir die Details auch mit der Lupe angeschaut, es gibt da möglicherweise etwas Korrosion am Gewindeansatz der Frontlinse, aber alles eigentlich nicht wirklich auffällig.

Dann werde ich Morgen mal das WD40 besorgen und es ganz langsam und behutsam angehen.

Vielen Dank nochmals für all die hilfreichen Hinweise. Ich werde berichten...

viele Grüße
Jochen

Nomarski

Hallo Jochen,

zu was mußt du denn die Frontlinse abschrauben können? Der DIC und der Phasenkontrast würde dann ohnehin nicht funktionieren, weil er mit Frontlinse bemessen ist.

Viele Grüße
Bernd

JB

Hallo,

Das ist bei meinem Kondensor auch so. Man kann nur die gesamte Baugruppe herausdrehen, weil die Frontlinse fest sitzt.

Letztlich habe ich es so gelassen. Bevor ich mir die teure, spannungsfreie Optik mit Waerme, Druck oder Chemikalien beschaedige...! Abschrauben muss man die Frontlinse fast nie.

Jon


"Each generation imagines itself to be more intelligent than the one that went before it, and wiser than the one that comes after it."

ImperatorRex

Hallo Jon & Bernd,
wenn die Frontlinse auf die homöopatische Behandling mit "WB-40" nicht anspricht, lasse ich die Frontlinse dran. Da habt Ihr sicherlich recht, mit der festen Frontlinse läßte es sich auch ganz gut Leben.
Den Kondensor möchte ich künftig am Zeiss Universal betreiben, da ist der Abstand der Frontlinse zum Präparat ja kein Thema.
Bei dem IM35 habe ich aber auch mit anderen Frontlinsen (0,63er und 0,9er) ganz gute DIC Resultate erzielt (dabei kommen dann ganz seltsame Kombination zustande: z.B. Prisma II mit folgenden Kombinationen: Planapo 25 mit dem 40er Schieber / Plan 40 mit 16er Schieber / Plan 16 mit 6,3er Schieber).

Viele Grüße
Jochen

Klaus Herrmann

Lieber Jochen,

damit dein Leben leichter wird noch eine Meinung zu : Machen, lassen, warten, hoffen...
Das würde mich aber sehr wundern, wenn das sich nicht abschrauben ließe: WD 40 in die Fuge pinseln ein paar Stunden warten und beide Hälften mit gummierten Werkzeugen packen und aufschrauben. Wenn nicht schick sie mir, wenn ich versage bekommst du meine heile! :)
Mit herzlichen Mikrogrüßen

Klaus


ich ziehe das freundschaftliche "Du" vor! ∞ λ ¼


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