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Amöbe trifft Stentor

Begonnen von Kambiz, Oktober 22, 2013, 14:34:30 NACHMITTAGS

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Kambiz

Hallo Mikrofreunde,

oft werden plattgedrückte Amöben gezeigt, wie sie ihre Beute, z.B. Pantoffeltierchen, seitlich umfließen und ergattern. Das sieht dann immer etwas seltsam aus, vor allem, wenn man sich die Tierchen im Stereomikroskop ansieht. Ich habe selten diese Amöben flach auf einer Unterlage kriechen gesehen. Es scheint, dass sie ihre Beute häufig glockenförmig von oben umfließen.
Das Video, das ich hochgeladen habe, zeigt, dass die Beute nicht unbedingt flach auf dem Boden liegen muss und es für die Beute gelegentlich von Vorteil ist, wenn es auf einen Teil des Körpers verzichten kann. Ob es in diesem Fall gereicht hat, kann ich nicht sagen.

Der Versuch, das Video "einzubetten", ist erwartungsgemäß fehlgeschlagen, also der Link:

http://www.youtube.com/watch?v=FcCvhYmjaXE

Herzlichen Gruß
Kambiz


Klaus Herrmann

Tolles Video Kambiz!

lohnt sich wirklich bis zum guten Ende: der Stentor schwimmt ja halbiert fröhlich weiter, was ich bemerkenswert finde.

Geht bei Menschen nur bei der Jungfrau ohne Unterleib ;)
Mit herzlichen Mikrogrüßen

Klaus


ich ziehe das freundschaftliche "Du" vor! ∞ λ ¼


Vorstellung: hier klicken

Kambiz

Vielen Dank Klaus,

ja, ich dachte eigentlich, daß die Amöbe noch den Rest erwischt, war aber etwas zu langsam.

Gruß
Kambiz

ruhop

Hallo, Kambiz.

Wirklich eine beeindruckende Sequenz!

Schönen Gruß aus der Nachbarschaft

Holger

Kambiz

Vielen Dank Holger,

Viele Grüße zurück!

Kambiz

Bernd Kaufmann

Hallo Kambiz,

da ist Dir ein tolles Video gelungen! Bin schwer beeindruckt.

Kannst Du noch ein wenig zur Technik sagen? Wurde das am Invers-Mikroskop gedreht?
Viele Grüße
Bernd ©¿©
www.aquamax.de
Lieber per Du.

Kambiz

Hallo Bernd,

es freut mich, dass das Video gefällt.

Es handelt sich um ganz normales Durchlicht, mit Zeiss Standard.
Allerdings benutze ich häufig eine ca 0,3 mm dicke, U-förmige Maske, um das Deckglas auf Distanz zu halten und die Organismen nicht zu zerdrücken und eine einigermaßen natürliche Bewegungsfreiheit zuzulassen.
Wenn man diese Vorrichtung in einer Feuchtzelle aufbewahrt, kann man über die Tage noch mehr beobachten.

Die Fransenkronenvideos, die ich gepostet habe, befanden sich teilweise mehrere Tage in einer solchen Vorrichtung, und haben sich auch vermehrt.
Dieses Tierchen befand sich am Rand an der Maske und ließ sich über Wochen beobachten - plus Nachkommen:

http://www.youtube.com/watch?v=QvoKCUaX6x4

Grüße
Kambiz 

Eckhard

Hallo Kambiz,

sobald ein Teil des Nukleus gefressen wurde, ist es aus mit den Tierchen. Sie "leben" manchmal noch ein Weilchen weiter, können aber nicht mehr verdauen etc. Dieser Stentor wird den Angriff nicht überlebt haben.

Herzliche Grüsse
Eckhard

Zeiss Axioscope.A1 (HF, DF, DIK, Ph, Pol, Epifluoreszenz)
Nikon SE2000U (HF, DIK, Ph)
Olympus SZX 12 (HF, DF, Pol)
Zeiss Sigma (ETSE, InLens SE)

www.wunderkanone.de
www.penard.de
www.flickr.com/wunderkanone

Kambiz

Hallo Eckard,

ich denke auch nicht, dass der Stentor überlebt hat. Habe zwar nach einem Kern geschaut, aber nichts gleich erkennen können.
Da mich das Schicksal dieses Tierchens interessiert hat, wollte auch noch etwas weiter beobachten, hatte aber keine Zeit.
Daher auch die Einschränkung: "Ob es in diesem Fall gereicht hat, kann ich nicht sagen."

Gruß
Kambiz

reblaus

Hallo -

vor fast 50 Jahren habe ich mal gelernt, dass bei vielen Ciliaten abgeschnittenen Teile regenerieren, wenn sie genügend große Teile des Makronukleus mitbekommen haben. So zitiert z.B. Grell in der 1. Ausgabe seiner Protozoenkunde Zeichnungen von MAX HARTMANN (Stentor roeseli) dazu. Natürlich ist Papier geduldig und so schöne Filme gab es damals noch nicht...

@Eckhard: Gibt es da neuere Erkenntnisse?

Viele Grüße

Rolf



Eckhard

Hallo Rolf,

bei Ciliaten ist es wirklich sehr speziell. Der Makronukleus enthält viele Gene mehrfach redundant - deswegen ist er auch so viel grösser als der Mikronukleus. Es kommt immer darauf an, wie viel vom Makronukleus fehlen. Aber eine Verletzung wie diese wird der Ciliat wohl kaum überleben.

Deswegen ist meine Aussage "sobald ein Teil des Nukleus gefressen wurde, ist es aus mit den Tierchen." für Ciliaten nicht korrekt.

Herzliche Grüsse
Eckhard
Zeiss Axioscope.A1 (HF, DF, DIK, Ph, Pol, Epifluoreszenz)
Nikon SE2000U (HF, DIK, Ph)
Olympus SZX 12 (HF, DF, Pol)
Zeiss Sigma (ETSE, InLens SE)

www.wunderkanone.de
www.penard.de
www.flickr.com/wunderkanone

WinfriedK


Solche Videos wünsche ich mir öfter !

Ist ja gruselig. Stranguliert und vom lebendigem Leib ein Stück abgebissen.

Guter Rat an die Trompetenfräse: Hättste man die Amöbe gleich aufgesaugt und geschreddert !

Aber alles schön in "3D" - wie in echt.

Ist das eigentlich ein "naturechtes" Video oder "gestellt" wie bei der Tierfilmern üblich ?

Sind sich die Akteure zufällig begegnet oder hast Du sie extra miteinder konfrontiert ?

Wie kommt man in die Verlegenheit zufällig Zuschauer und Filmer zu werden ?

Kann ich das auch inszenieren ?

reblaus

Hallo Eckhard -

nicht dass ich diesem Stück größere Überlebenschancen gebe.

Umgekehrt mache ich mir auch Gedanken, wie solide solche alten Aussagen zur Regenerationsfähigkeit untermauert sind. Da ich selbst aus einer "Schule" komme, wo Ciliaten und Bryozoen operiert wurden, weiß ich auch wie schwierig es ist, das Schicksal dieser amputierten Teile zu verfolgen. Da ich selbst mich damals mit ruhigeren Tieren beschäftigte, kann ich das allerdings nur aus den Flüchen meiner Co-Doktoranden interpretieren. Bekanntlich gibt man sich beim Experiment weniger Mühe die Arbeitshypothese zu widerlegen als sie zu untermauern.

Deshalb war ich neugierig, ob diese Untersuchungen seither noch öfter untermauert wurden.

Viele Grüße

Rolf



Monsti

Phantastische Serie, bei der das Tümplerherz Freudensprünge macht!!!

Herzliche Grüße
Angie

Ernst Hippe

Ich schließe mich Angie an, hätte so etwas nicht für möglich gehalten. Die Stentoren sind ja viel schneller als die Amöben. Dieser hat aber die Gefahr offenbar nicht erkennen können!
Gruß Ernst Hippe
Vorstellung:Hier klicken