Flechten: Bitte um Bestimmungshilfe (Lecanora chlarotera?)

Begonnen von Bernd Kaufmann, November 17, 2013, 17:54:14 NACHMITTAGS

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Bernd Kaufmann

Liebe Freunde,

diese Flechten fallen mir bei meinen wieder täglich stattfindenden Spaziergängen im Wald auf. Sie kommen nach meiner Beobachtung hauptsächlich an Buchen vor und sie scheinen lichtbedürftig zu sein, denn man findet sie überwiegend an der südwestlichen Seite der Bäume. Es sind auch meist relativ vereinzelt stehende Buchen. Wo es dunkler wird, lässt der Bewuchs deutlich nach. Die Häufigkeit lässt mich vermuten, dass es eine nicht gerade seltene Art ist. Mein gestern eingetroffenes Buch "Flechten einfach bestimmen" Wirth / Kirschbaum, führte mich zu Lecanora chlarotera.


Bild 1: Hoffentlich ist das auch ein Buchenstamm (?)  ;D


Bild 2: Eine Nahaufnahme am Baum


Bild 3: Abbildungsmaßstab 1 : 1


Bild 4: Aufnahme mit dem Stemi (Objektiv 2,5x, Okular 10x)


Bild 5: Die Photobionten sind Grünalgen


Bild 6: Leider waren die Teile so winzig, dass sie unter den Präpariernadeln wegrutschten und trotzdem so fest, dass auch kräftiges Quetschen nicht zum Ziel führte.

Da es jede Menge Nachschub geben kann, wäre ich interessiert zu erfahren, wie man sinnvollerweise so widerspenstige kleine Kandidaten etwas "mikrofotogener" zerlegen kann.
Viele Grüße
Bernd ©¿©
www.aquamax.de
Lieber per Du.

beamish

Hallo Bernd,

deine Fotos sehen doch ganz gut aus! Du könntest z.B. versuchen, mit der Rasierklinge einen dünnen Schnitt durch die Mitte eines Apotheciums herzustellen, und dann erst in Wasser und dann z.B. in IKI zu zeigen.

Grüße

Martin
Zeiss RA mit Trinotubus 0/100
No-Name China-Stereomikroskop mit Trinotubus
beide mit Canon EOS 500D

Rolf-Dieter Müller

Hallo Bernd,

Deine Aufnahmen gefallen mir auch ganz gut. Warum nicht, sich den Flechten über Quetschpräparate nähern?

Üblich sind aber Schnitte, worauf ja auch Martin hingewiesen hat.

Wie man von kleinsten Objekten Schnitte bekommen kann, hat Ralf Wagner hier beschrieben: http://www.blam-hp.eu/allglich_blam.html#DuennschF .

Das dafür notwendige PEG 1500 bekommt man über Apotheken und ist in der Regel innerhalb eines Tages lieferbar.

Viele Grüße
Rolf-Dieter

Bernhard Kaiser

#3
Hallo Herr Kaufmann,

versuchen Sie die Apothecien trocken mit der Rasierklinge in möglichst dünne Scheibchen zu schneiden. Legen Sie ein solches Scheibchen aus der Mitte in einen Tropfen dem. H2O, bedecken mit einem Deckglas und quetschen Sie das Präparat mit einem Radiergummi. Geht garantiert.

Freundliche Grüße
Bernhard Kaiser

Bernd Kaufmann

Zitat von: beamish in November 17, 2013, 18:33:46 NACHMITTAGS
deine Fotos sehen doch ganz gut aus! Du könntest z.B. versuchen, mit der Rasierklinge einen dünnen Schnitt durch die Mitte eines Apotheciums herzustellen, und dann erst in Wasser und dann z.B. in IKI zu zeigen.

Hallo Martin,

vielen Dank für den Tipp! Jetzt muss ich nur noch wissen, was IKI ist?
Viele Grüße
Bernd ©¿©
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Lieber per Du.

Bernd Kaufmann

Zitat von: Rolf-Dieter Müller in November 18, 2013, 08:06:56 VORMITTAG

Deine Aufnahmen gefallen mir auch ganz gut. Warum nicht, sich den Flechten über Quetschpräparate nähern?

Hallo Rolf-Dieter,

Du hast recht mit der Frage, die ja die Antwort bereits enthält. Aber irgendwie scheue ich mich immer noch, so "brutal" vorzugehen. Ich weiß, hört sich ein bisschen komisch an bei einer Flechte, aber ...

ZitatÜblich sind aber Schnitte, worauf ja auch Martin hingewiesen hat.

Wie man von kleinsten Objekten Schnitte bekommen kann, hat Ralf Wagner hier beschrieben: http://www.blam-hp.eu/allglich_blam.html#DuennschF .

Danke für den Link, ich werde es versuchen.

ZitatDas dafür notwendige PEG 1500 bekommt man über Apotheken und ist in der Regel innerhalb eines Tages lieferbar.

Dann werde ich mir das bald besorgen.
Viele Grüße
Bernd ©¿©
www.aquamax.de
Lieber per Du.

Bernd Kaufmann

Zitat von: Bernhard Kaiser in November 18, 2013, 10:13:03 VORMITTAG

versuchen Sie die Apothecien trocken mit der Rasierklinge in möglichst dünne Scheibchen zu schneiden. Legen Sie ein solches Scheibchen aus der Mitte in einen Tropfen dem. H2O, bedecken mit einem Deckglas und quetschen Sie das Präparat mit einem Radiergummi. Geht garantiert.

Hallo Herr Kaiser,

auch Ihnen vielen Dank für die Tipps, die ich gerne ausprobieren werde. Ergebnisse zeige ich dann hier.
Viele Grüße
Bernd ©¿©
www.aquamax.de
Lieber per Du.

beamish

Hallo Bernd,

IKI= IodKaliumIodid= Lugol'sche Lösung. Ich glaube in der Flechtenmikroskopie nimmt man eine ziemlich wässerige, da Flechten sehr stark reagieren können. Das wissen aber unsere Flechtenleute sicher besser.

Herzlich
Martin
Zeiss RA mit Trinotubus 0/100
No-Name China-Stereomikroskop mit Trinotubus
beide mit Canon EOS 500D

Bernd Kaufmann

Zitat von: beamish in November 19, 2013, 08:29:54 VORMITTAG
IKI= IodKaliumIodid= Lugol'sche Lösung. Ich glaube in der Flechtenmikroskopie nimmt man eine ziemlich wässerige, da Flechten sehr stark reagieren können. Das wissen aber unsere Flechtenleute sicher besser.

Hallo Martin,

vielen Dank! Lugolsche Lösung habe ich sogar reichlich hier und werde es probieren.
Viele Grüße
Bernd ©¿©
www.aquamax.de
Lieber per Du.