Autor Thema: Alternative zum Sputtern  (Gelesen 11385 mal)

Dünnschliffbohrer

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Re: Alternative zum Sputtern
« Antwort #15 am: Dezember 20, 2013, 19:43:30 Nachmittag »
Guten Abend in die Runde, ich möchte mich noch mal zu Wort melden.

KMnO4 gibt vieleicht der nächste Apotheker schon ab, wenn man von vornherein nur so wenig davon verlangt, das es offensichtlich ist, dass man nichts daraus basteln möchte. Wenn man z.B. nach 5 Gramm fragt, ist klar, das die Menge nicht ausreicht, um damit die Staat & Gesellschaft wesentlich zu verändern. Es könnte den Apotheker höchstens ärgern, so wenig abwiegen zu müssen, das er vieleicht sogar freiwillig ein bischen mehr anbietet.
Ob die ganze Sache überhaupt funktioniert ist ja noch unsicher. Es wird sich daher sicher empfehlen, eine Versuchsreihe zu starten und nach Konzentration und Zeit zu variieren - am besten mit Kieselgur-Diatomeen, damit ausreichend Material zur Verfügung steht. Am ehesten würde ich bei sehr schwachen Lösungen eine brauchbares Resultat erwarten.
Was mich aber an der ganzen Idee etwas verunsichert, ist die Tatsache, das die alten Mikroskopiker, die seinerzeit doch alles Mögliche ausprobiert hatten, davon nicht berichten. Wenn es etwas tatsächlich etwas bringen würde, hätten sie es bestimmt im Mikrokosmos von von 1923 schon veröffentlicht.
Allerdings beobachtet man in der Geologie/Mikropaläontologie oftmals interessante natürliche Färbungen durch Eisen- und Manganniederschläge/-ausfällungen,  z.B. an Mikrofossilien. Die bekannten Dendriten (Pseudofossilien) wären hierbei auch zu nennen.
Trotzdem bin ich mal auf die Ergebnisse gespannt. - Dsb.
"Und Gott sprach: Es ist nicht gut, daß der Mensch allein sei; und er schuf um ihn Laubmoose und Lebermoose und Flechten und ein Mikroskop!"
[aus: Kleeberg, Bernhard (2005): Theophysis, Ernst Haeckels Philosophie des Naturganzen,  S. 90]

Johannes Kropiunig

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Re: Alternative zum Sputtern
« Antwort #16 am: Januar 03, 2014, 17:26:48 Nachmittag »
Hallo,

so magisch erscheint mir das Sputtern nicht zu sein, um nur ein Beispiel zu zeigen.
http://www.youtube.com/watch?v=c4Sic1DRXJI

Für Lichtmikroskopie ausreichend ?
Vielleicht gibt es eines Tages die Antwort von mir dazu, aber dazu muss erst meine Mikrowelle den Geist aufgeben.  ;D

Viele Grüße,
Johannes

Biologische Mikroskop: Zeiss Standard 16
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Sag es mir - und ich werde es vergessen. Zeige es mir - und ich werde mich daran erinnern. Beteilige mich - und ich werde es verstehen.
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peter-h

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Re: Alternative zum Sputtern
« Antwort #17 am: Januar 03, 2014, 17:59:06 Nachmittag »
Hallo Johannes,

ich habe mir das Filmchen angesehen. Ja im Prinzip geht das so.
Aber , ist das Leichtsinn, Übermut oder gar Dummheit mit viel Glück?
Es fängt mit dem Aufbau an, dann das Gefäß ohne jeden Splitterschutz, wie auch berichtet wird es sehr heiß. Arme Diatomeen, die schmelzen zu einem Klumpen zusammen. Woher so ein großes Goldtarget nehmen? Usw, usw .......

Es sind viele Punkte auf welche man nun eingehen müßte. Ströme bis 400mA , oh !!!  Wie geht die Kühlung des Substrats?
Ich baue gerade meinen kleinen Sputter etwas um und zeige dann vielleicht auch einmal Bilder. Aber das wird etwas dauern.

Jedenfalls sollte diese Höllenmaschine niemand nachbauen, auch wenn er eine alte Mikrowelle hat  ;D

Viele Grüße
Peter

Werner

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Re: Alternative zum Sputtern
« Antwort #18 am: Januar 03, 2014, 18:30:00 Nachmittag »
...der Clip ist beeindruckend, und der Betreiber sehr mutig. Das Vakuumgefäß ist sehr riskant, der hat noch nie eine Implosion erlebt...
Und 700 W verbratene Leistung sollten doch mit Kühlwasser abgeführt werden. Immerhin hat er gezeigt, daß es geht.
Mit geändertem Vakuumgefäß könnte das was vernünftiges werden.

Ich bin schon auf Peters Bericht über seinen Sputter gespannt.

Aus einem zerlegten Magnetron und Titan könnte man übrigens auch eine Ionen-Getterpumpe bauen...

Gruß   -   Werner

Johannes Kropiunig

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Re: Alternative zum Sputtern
« Antwort #19 am: Januar 03, 2014, 19:20:25 Nachmittag »
Hallo,

ein Gurkenglas, noch dazu mit Löcher in seiner Struktur verletztes, ist auch meiner Meinung nach nicht vertrauenerweckend.
Unter dem Suchbegriff "DIY sputtering" finden sich auch noch andere Lösungen, auch welche mit einen Trafo einer Leuchtstoffröhrenlampe und ohne einer geopferten Mikrowelle.
Peter erwähnt immer ein Target aus Gold, nur müsste es für die Lichtmikroskopie aus Gold sein, reichte dazu nicht das in dem Video verwendete Kupfer, oder Silber?
Ob die Diatomeen in diesen Inferno schmelzen kann ich nicht beantworten, das Glas tut es jedenfalls nicht und das Ausgangsmaterial dafür ist das Selbe, eine Kühlung zu implementieren sollte aber machbar sein.

Jucken würde es mich schon so Etwas zu bauen, aber es sprechen schon einige Dinge dagegen, wie etwa der unsichere Nutzenfaktor und die nicht gerade gefahrlose Bastelei.

@Werner
Gold als Target hätte ich im Notfall, auf das notwendige Titan, um einer Ionen-Getterpumpe zu bauen, warte ich noch bis meine Hüfte gewechselt werden muss.  ;)

Viele Grüße,
Johannes


 


   
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Werner

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Re: Alternative zum Sputtern
« Antwort #20 am: Januar 03, 2014, 19:45:19 Nachmittag »
Hallo Johannes!

Titan gibt es als Blech, manchmal auch bei ebay. Oder Du mußt einen Düsenjäger erbeuten...
Jedenfalls ist Titan sehr zäh in der Bearbeitung, läßt sich unter Argon aber sehr gut schweißen.
Ein tolles Material!

Gruß   -   Werner

peter-h

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Re: Alternative zum Sputtern
« Antwort #21 am: Januar 03, 2014, 20:14:12 Nachmittag »
Hallo Johannes,

es ist die Sputterfähigkeit sehr ausschlaggebend. D.h. in welcher Zeit unter welchen Drücken und Gas ist die Zerstäubung noch gut. Z.B. ist Alu sehr schlecht, Ti geht auch nur bedingt, Silber gibt Inselbildungen, Kupfer geht, Gold geht gut. Usw.
Diatomeen mit Silber zu beschichten ist grauenhaft ! Das sieht wie dicke Fladen aus. Laß Dir von Oma zum nächsten Fest eine 1oz Goldmünze aus 24 Karat schenken und Du hast ein wunderbares Target für kleine Objekte.

Beim Bedampfen sieht es wieder ganz anders aus. Hier legiert Alu mit den Wolframschiffchen. Kupfer, Silber Gold kann wunderbar aus Wolfram-, Tantal-, oder Molybdäntiegel verdampft werden. Andere Materialien können teilweise nur über Elektronenstrahlverdampfer benutzt werden. Es ist eine besondere Wissenschaft, fast Alchemie.

Viele Grüße
Peter


Johannes Kropiunig

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Re: Alternative zum Sputtern
« Antwort #22 am: Januar 03, 2014, 21:45:02 Nachmittag »
Hallo Peter,

http://www.bullionweb.de/artikel/gold/dukaten.html
davon hätte ich 5 Stück zur Verfügung, wenn der Goldpreis weiter so fällt können wir darüber reden sie als Target zu verwenden und ich vererbe eben eine zerlegte Mikrowelle und ein paar goldbeschichtete Präparate.  ;D

Auf die Bilder deines Sputters bin ich ebenso wie Werner sehr gespannt.

Viele Grüße,
Johannes
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peter-h

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Re: Alternative zum Sputtern
« Antwort #23 am: Januar 04, 2014, 18:32:06 Nachmittag »
Liebe Sputtersüchtige  :)

bevor nun nach Pumpen und Hochspannungsteilen, Vakuumglocken und Goldmünzen gesucht wird, möchte ich etwas Ernüchterung in den Faden bringen. Ich habe immer wieder einmal Versuche unternommen und war nicht immer überzeugt vom Ergebnis. Wird mit zu hohem Strom gesputtert, so schmelzen feine Teile einfach weg. Einmal hat sich sogar das Deckglas verzogen !
Es ist mehr oder weniger ein Glücksfall, wenn ein Deckglas mit Diatomeen die "richtige" Goldauflage hat. Nun aber 3 Beispiele von älteren Präparaten.







Material von Dangast. Gold unter 45° bei 20mA 25min unter Argon gesputtert , in ZRAX eingebettet.
Bild 1 und 2 mit monochromer Kamera, je ein Einzelbild, Objektiv CZJ Apo 63/0,95 K, LED Beleuchtung , streng geköhlert.

Bild 3 mit DFK72 Kamera , Einzelbild sonst wie vorher. Die Bilder sind in Helligkeit und Kontrast angepaßt.

Man erkennt dass durch die Schrägstellung beim sputtern es zu Schattenwirkungen kommt; ähnlich einer schiefen Beleuchtung.
Z.Zt. ist meine Minianlage zerlegt, so dass neue Präparate mit anderem Material noch eine Weile brauchen.

Ergänzung :
Das Umfeld ist nicht per Software gereinigt !


Nun viel Spaß und "grübel, grübel, lohnt der Aufwand"
Peter
« Letzte Änderung: Februar 20, 2015, 12:18:48 Nachmittag von peter-h »