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Welche Alge mag das sein?

Begonnen von Rudolf Krönung, Dezember 31, 2013, 00:10:53 VORMITTAG

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Klaus Henkel

Zitat von: Rudolf Krönung in Februar 10, 2014, 21:16:27 NACHMITTAGS
Lieber Herr Henkel,
Dabei fiel mir auf, dass die Bildbrillanz bei meinem 40er gegenüber dem 20er-Objektiv matter wirkt. Bei Untersuchung der Frontlinse unter dem Binokular scheint auf der Frontlinse ein feiner Schleier zu liegen. Ich hatte vor einiger Zeit irrtümlich das 40er in die Ölimmersion getunkt. Die nachfolgende Säuberungsaktion mit Petrolaether war ein Eiertanz, der mich einige Nerven gekostet hat. Offenbar habe ich damals die Fronlinse doch nicht ganz sauber gekriegt.

Mit steigendem Abbildungsmaßstab wie zwischen dem 25er und dem 40er wird das Bild tendenziell "flauer." Besonders wenn das 25er ein normales Hellfeldobjektiv ist und das 40er ein Phasenkontrastobjektiv. Hauptsächlich liegt daß daran daß das 40er eine höhere Apertur hat und beim 25er die geringere Apertur dieselbe Wirkung hat wie eine weiter geschlossene Aperturblende, wodurch der Kontrasteindruck kräftiger ist. Außerdem werden die Konturen, die bei einem gewöhnlichen Achromaten deutlich sekundäres Spektrum zeigen, wobei nicht alle Farben das Objekt gleich groß abbilden, scheinbar unschärfer, weil die Unschärfen ja stärker mit vergrößert werden als beim 25er.

Zitat
Übrigens, was den Hammer betrifft. Auch nachdem ich mehrmals mit dem Hammer auf das Objektiv gehauen hatte, wurde das Bild nicht besser.

So ein Pech aber auch! Es war doch nur ein Scherz! Naja, um das unaufgelöste 40er ists nicht so schade. Es ist ja möglich, daß Immersionsöl durch Kapillarritzen im Kitt ins Innere gedrungen ist. Dann sollten Sie das Obj. austauschen. Das alte kann als vorzüglicher Briefbeschwerer dienen.

Herrn Kramer stimme ich übrigens zu: Das Foto wurde mit zu geringer Aperturblende gemacht. Die feineren Details der Diatomee verschwinden dabei. (Ein nicht hoch genug stehender Kondensor hat dieselbe Wirkung.)

Nachtgrüße KH

Oecoprotonucli

Hallo allerseits,

Zitat von: Klaus Henkel in Februar 11, 2014, 02:03:49 VORMITTAG
Naja, um das unaufgelöste 40er ists nicht so schade. Es ist ja möglich, daß Immersionsöl durch Kapillarritzen im Kitt ins Innere gedrungen ist. Dann sollten Sie das Obj. austauschen. Das alte kann als vorzüglicher Briefbeschwerer dienen.

In diesem Fall sollte man das mit einem Einstellfernrohr sehen können. Und bevor es weggeworfen wird oder - wirklich! - unter den Hammer kommt, bin ich an dem vermeintlichen Briefbeschwerer interessiert - mir ist schon einmal das Enfernen von eingedrungenem Öl gelungen:

http://www.mikroskopie-forum.de/index.php?topic=16249.0

Allem Anschein nach funktioniert das dort gezeigte Objektiv jetzt wieder. Einen Vergleich mit einem baugleichen Objektiv habe ich allerdings noch nicht machen können.

Und bei einem Weiterverkauf sollte man fairerweise auf die vormalige Bastelei hinweisen, oder das Objektiv vielleicht kennzeichnen.

...aber das sind schon wieder andere Themen.

Besten Gruß

Sebastian Nehls
Ich benutze privat:
Leitz SM-Lux mit (LED-) Durchlicht und Phaco-Ausrüstung (ca. 1975-77)
Hensoldt Wetzlar Stereomikroskop DIAMAL (1950er Jahre)

Rudolf Krönung

Hallo, jetzt muss ich mich aber sputen, auf so viele Anregungen u. Fragen zu antworten.
Lieber Detlef, erst mal danke für den originellen aber offenbar effektiven Tip mit der Spucke. Ich werde ihn demnächst gerne ausprobieren. Im Augenblick habe ich, ermutigt durch Martins Ausführungen, die Frontlinse mit Petroläther gereinigt und bin mit Kontrolle unter dem Binokular wider Erwarten schnell zu einem für meinen Geschmack guten Ergebnis gekommen.
Dass die drei Bilder nicht der Hit sind, sehe ich auch so. Sie stammen aus einer Moorwasser-Probe aus Norddeutschland, die ich im Oktober 2013 genommen und in dieser Zeit auch abgelichtet hatte. Da mein eigentliches Interesse den Desmidiaceen gilt, war ich entäuscht, als in der Probe keine waren, nur eben die Eunotia-Exemplare. Mir waren diese Formen auch schon in anderen Proben immer wieder mal begegnet und ich machte drei Bilder, wahrscheinlich, ohne sorgfältig zu köhlern etc. Als ich die Bilder 3 Monate später noch mal sichtete, versuchte ich zu bestimmen und holte mir erfolgreich Hilfe im Forum. Jetzt ergab sich die Frage mit der nicht sichtbaren rippigen Struktur. Ich kann mich erinnern, dieser Alge schon öfters begegnet zu sein, hatte ihr aber nie besondere Beachtung geschenkt. An eine rippige Struktur kann ich mich in diesem Zusammenhang nicht erinnern. Jetzt warte ich mit Spannung auf die nächste Gelegnenheit, wo ich wieder Eunotia in einer Wasserprobe vorfinde und werde dann natürlich versuchen, ob es mir gelingt, die Beleuchtung so zu optimieren, dass die fraglichen Strukturen aufgelöst werden. Ich habe sogar Schützenhilfe von einem jungen Mikroskopiefreund, der in meiner Nähe wohnt, angeboten bekommen, der diese Angelegenheit mit mir gemeinsam angehen möchte, wenn sich die nächste Gelegenheit bietet. Vielleicht erlebe ich ja einen mikroskopischen Quantensprung.
Hallo Klaus, Deine Hammervorschläge finde ich hammerstark. Sie bereichern meine Handlungsmöglichkeiten ungemein. Habe mich sehr gefreut. Ich denke ich gehe zu meinem Nachbarn, der hat nen großen Vorschlaghammer, da platzt auch der harnäckigste Dreck ab.
Hallo Sebastian, ich habe nur diese 3 Bilder gemacht. Wenn ich wieder Eunotia vorfinde hoffe ich mit besseren Bildern aufwarten zu können. Bis dahin bitte ich um Geduld.

Liebe Grüße,

Rudolf

Rudolf Krönung

Hallo Herr Henkel,
gerade sehe ich, dass Sie mir auch noch geantwortet haben. Danke für die Info.

Gute Nacht,
RK