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schwarze Zeiss-Achromate

Begonnen von Reinhard, August 22, 2014, 09:19:38 VORMITTAG

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Detlef Kramer

Hallo Reinhard,

ein 63 trocken, allerdings in silber, kannst Du gerne von mir bekommen. Wirklich empfehlen kann ich es nicht - nicht weil es nicht i.O. wäre, sondern wegen der weiter oben beschriebenen grundsätzlichen Probleme. Vor kurzem wurde hier schon einmal dargestellt, dass es zwischen den älteren silbernen und den schwarzen Achromaten keine sichtbaren Unterschiede gibt (ich meine natürlich bei der Abbildungsleistung ;D)

Herzliche Grüße
Detlef
Dr. Detlef Kramer, gerne per DU

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wilfried48

Hallo Reinhard,

ich habe sowohl die silberene als auch die schwarze Variante und kann bestätigen, dass abbildungsmässig praktisch kein Unterschied auszumachen ist.
Gegenüber dem PlanNeofluar 63/0.9 finde ich sogar beide noch einen Tick kontrastreicher. Besser im Kontrast ist nur das normale Neofluar 63/0.9 das allerdings noch seltener ist. Dagegen habe ich sogar mal ein PlanNeofluar hergegeben.
Allerdings bin ich auch der Ansicht, dass wenn man ein 1,6 x Optovar hat man eigentlich mit dem 40/0.75 Neofluar besser bedient ist als mit dem Achromat 63/0.8.

viele Grüsse
Wilfried
vorzugsweise per Du

Hobbymikroskope:
Zeiss Axiophot,  AL/DL/Ph/DIC/Epi-Fl
Zeiss Axiovert 35, DL/Ph/DIC/Epi-Fl
Zeiss Universal Pol,  AL/DL
Zeiss Stemi 2000 C
Nikon Labo-/Optiphot mit CF ELWD Objektiven

Sammlung Zeiss Mikroskope
https://www.mikroskopie-forum.de/index.php?topic=107.0

Reinhard

#17
Hallo Freunde,

was würdet Ihr denn von diesem Objektiv/Anbieter halten ?

http://i.ebayimg.com/t/Zeiss-West-Neofluar-x63-1-25-Ph3-Microscope-Phase-Objective-Mikroskop-Objektiv-/00/s/MTYwMFgxMDE2/z/wdwAAOSwh6xTusNM/$_57.JPG
Sorry, scheint nicht zu funktionieren! Es ist ein o.g. Objektiv von einem englischen Anbieter.

viele Grüße
Reinhard
seit wann ist Kunst ein Fehler ?



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www.mikrochemie.net

talrand

#18
Hallo,
Der neue Randolf hängt sich mal hier dran, mit einer Zeiss Achromat 40/0.65 schwarze Serie Geschichte.

Ich verwende für meine Tümpeleien und Wasserproben als 40iger ein Hund Achromat in mattsilbern, war bei meinem Hund Medicus standardmäßig dabei.
Das ist auch ganz sinnvoll, da ich des Öfteren schon mal ein Objektiv einstippe (eintauche in die Brühe) und ich dann ganz froh bin, kein ultrateueres Objektiv zu verwenden.
Nun gab's vor einiger Zeit schwarze Zeiss Objektive bei ebay von einem Anbieter aus Düsseldorf, der offenbar ein oder mehrere Zeiss KF2 aus BW Beständen geschlachtet hatte. Ich hasse diese Ausschlachter, das sind in meinen Augen echte Barbaren oder noch schlimmer, besonders bei "historischen" Modellen.
Ich habe dann so ein 40 0.65er als neu ungebraucht in Originalverpackung erworben für 80€; ich weiß echt nicht ob es zu teuer war. Inzwischen bietet der die Objektive für 145€ an, hat aber noch ein 100er zu 80€ bei ebay stehen.

Doch nun zur weiteren Geschichte: ich habe das Zeiss an meinem Hund Medicus neben das 40iger Hund installiert und an einem Diatomeenpräparat mit Cocconeis pediculus mit 16 - 22 Streifen pro 10my verglichen, sauber geköhlert, die Aperturblende auf 70%, aber auch mit Kreutzblende und schiefer Beleuchtung.
Und was soll ich euch sagen? Die beiden Objektive ziehen in der Auflösung völlig gleich!!
Der Kontrast könnte im Zeiss besser gewesen sein, der Unterschied war jedoch nur marginal!
Gratulation auf alle Fälle!
So, seit wann sind denn die einfachen Hund-Achromate so gut??!!
Fragt sich Randolf
Randolf aus Duisburg

Hund Medicus HF mit schiefer Beleuchtung (Kreutzblende) und Dunkelfeld.

Peter V.

#19
Hallo,

ich denke, dass sich in der Klasse der Achromaten die modernen Objektive (auch an besseren "China-Mikroskopen") nicht mehr sonderlich unterscheiden, auch nicht von den letzten Achromaten der großen Traditionshersteller. Ich hoffe, keinen Unsinn zu erzählen, meine aber, mich zu erinnern, dass Zeiss vor geraumer Zeit als Ersatz oder zur Aufrüstung für die letzten 160mm-Mikroskope wie das Standard 20/25 Achromate lieferte, die tatsächlich von Hund stammten.
Auch konnte ich seinerzeit keinen grandiosen Qualitätsunterschiede zwischen den letzten Achromaten von Zeiss und denen, die am Müller Biolab verwendet wurden, feststellen.

Zu den 63ern: Ich habe an einen 6-er Revolver vor längerer Zeit einmal testweise trockene 63er verschiedener Hersteller und Korrektionsklassen zum Direktvergleich geschraubt (vom Zeiss Plan-Neofluar über ein Leitz NPL-Fluotar bis hin zum schwarzen Zeiss Achromaten). Ohne jetzt den letzten physikalisch eiwandfreien Auflösungstest durchzuführen, habe ich einfach überprüft, welches Objektiv mir vom Gesamteindruck (wozu neben Planheit ganz maßgeblich auch Farbbrillanz, Kontrast gehört!) am besten gefiel. Das ist natürlich sehr subjektiv, zugegebenermaßen. Und ihr werdet es kaum glauben, welches Objektiv mir in der Summe aller Eigenschaften als einfacher "Allrounder" an einem Standard am besten gefallen hat: Ein mattsilberner SPL 63/0,85 modernerer Bauweise (mir schwarzem Gummi-Noppenring), der aber noch mit WILL gelabelt war. Die dicken "Bomben" der hohen Korrektionsklassen von Leitz und Zeiss haben mir nicht so sehr gefallen, ich fand sie etwas flau. Nun muss ich einschränkend hinzufügen, dass ich nie sicher sagen kann, ob die gebraucht erworbenen Objektive immer tadellos sind. Und vermutlich würde bei einem korrekten Test der "Einzeldisziplinen" (z.B. Auflösungstest) die "dicken Dinger" schon besser abschneiden.
Aus einigen letzten Postings meine ich, herausgelesen zu haben, dass man sich wundert, dass Hund-Achromate im Vergleich zu den letzten Zeiss Achromaten nicht schlechter abschneiden. Wieso eigentlich?

Herzliche Grüße
Peter
Dieses Posting ist frei von kultureller Aneigung, vegan und wurde CO2-frei erstellt. Für 100 Posts lasse ich ein Gänseblümchen in Ecuador pflanzen.

talrand

#20
"Aus einigen letzten Postings meine ich, herausgelesen zu haben, dass man sich wundert, dass Hund-Achromate im Vergleich zu den letzten Zeiss Achromaten nicht schlechter abschneiden. Wieso eigentlich?"

Hallo Peter, ja habe mich echt gewundert, weil im Netz ganz andere Kommentare zu den Objektiven von Hund zu finden sind.
Deshalb habe ich mir auch das vermeintlich "bessere" Zeiss gegönnt. Mit oben genanntem Erfolg; na ja, NA 0.65 ist NA 0.65 könntest du da argumentieren!
Was man aber oft liest, ist, dass die Bildfeldebnung bei den einfachen Zeiss- oder Leitz-Achromaten durchaus besser ist, als bei den "China" oder auch anderen Planachromaten.
Meine Leitz EF 10 und 25 0.50 reichen mir allerdings mit SZ 18 bzw 20 Periplan Okularen.

P.S. Die Hund V300 Serie mit dem Medicus, Wilozyt und Vb365 wird in Deutschland gefertigt, bis auf das eigentliche Stativ.
Randolf aus Duisburg

Hund Medicus HF mit schiefer Beleuchtung (Kreutzblende) und Dunkelfeld.

Jürgen

Guten Morgen,

kurz meine Erfahrung mit den schwarzen Achromaten:

Ich arbeite fast immer mit dem 100er-Öl und habe den schwarzen Achromat durch ein Neofluar ersetzt. Das 40er ist aber weiterhin ein schwarzer Achromat mit der nA 0,85 für Ölimmersion. Das entlockt mir nach dem Einschwenken immer ein aaah oder oooh vor lauter Begeisterung. Super Objektiv!

VG
Jürgen

Peter V.

Hallo,

ZitatHallo Peter, ja habe mich echt gewundert, weil im Netz ganz andere Kommentare zu den Objektiven von Hund zu finden sind.

Ich habe keinen genauen Überblick über die verschiedenen Objektive, die im Laufe der Jahre von Will und Hund verbaut wurden. Ich denke, dass es da aber auch Unterschiede zwischen den verschiedenen "Generationen" gab. Ich weiß auch nicht, ob an den Hund H500/600 stets die gleichen Objektive verbaut wurden wie an den einfacheren "V" oder "Vb"-Modellen.

Mikroskope von Hund waren sicher nie "Highend"-Modelle für die Forschung, sondern bezahlbare solide Gebrauchsmikroskope für Ärzte und Tierärzte und waren/sind dort weit verbreitet, sicher wesentlich verbreiteter als Zeiss, Leitz etc.  Auch heute noch. Dort benötigt man keine Planapos, sondern solide Achromate. In Praxen finden sich vielfach noch vom Vorgänger übernommene, 30 oder 40 Jahre alte Modelle aus der Will-Ära, die weiterhin ihren Dienst versehen.
Wenn man von der Qualität der Optiken spricht, darf man nicht vergessen, dass viele dieser Will-Mikroskope in Praxen etc. über Jahrzehnte durchgeritten und oft wenig pfleglich behandelt wurden. Da hat sicher auch die Optik gelitten. Die Phasenachromate liefern oft im Hellfeld ein nicht befriedigendes Bild, das zwar für die Routinediagnostik absolut ausreicht, den auf "Ästhetik" bedachten Hobbymikroskopiker aber möglicherweise nicht zufriedenstellt.

Aber: Die Will-Mikroskope werden bei Ebay vergleichsweise preiswert gehandelt und sind mechanisch solide. Sie sind sicher keine schlechten Einstiegsgeräte und können selbstverständlich auch mit beliebiger Fremdoptik (160mm) ausgebaut werden. Ein weiterer Vorteil ist, dass Hund heute noch klaglos Service für uralte Will-Schätzchen leistet und noch über einen reichlichen Ersatzteilfundus verfügt, zudem der Techniker (ich kenne nur den pensionierten Herrn Reinhardt, es soll aber bei seinem Nachfolger ähnlich sein) persönlich ansprechbar ist. Auch für Hobbyisten mit kleinen Problemen.  Viele Teile der aktuellen Mikroskope sind mit den alten Modellen kompatibel.

Herzliche Grüße
Peter
Dieses Posting ist frei von kultureller Aneigung, vegan und wurde CO2-frei erstellt. Für 100 Posts lasse ich ein Gänseblümchen in Ecuador pflanzen.

JB

#23
Hallo,

Dass billige Achromate (ich meine nicht Will sondern die chinesischen Objektive fuer 40 Euro) im Vergleich zu den teuren schwarzen Zeiss im Einzelfall ganz gut abschneiden kann auch andere Gruende haben.

Hier ist die Montage von Mikroskopobjektiven mal ganz anschaulich erklaert: http://www.olympusmicro.com/primer/anatomy/objectives.html

Neben dem Design und den Glaesern sind die Qualitaetsmerkmale im wesentlichen:
- Schliff der Linsen
- Montage und Zentrierung in den Linsenfassungen
- Zentrierung des Linsenstapels zur optischen Achse
- Abstaende der Linsenglieder voneinander (sphaerische Aberration!)

Ich denke es ist leicht zu sehen, wie man an jedem der genannten Arbeitschritte Abstriche machen kann und dabei am Ende ein Objektiv fuer 40 Euro 'rauskommt. Da muss es Abstriche zu Qualitaetsobjektiven geben, die seinerzeit 10x so viel gekostet haben. "Es gibt nichts gutes, das man nicht ein wenig schlechter ein wenig billiger herstellen koennte."  ;D

Erstaunlicherweise fuehren solche kleinen Fehler in bestimmten Faellen zu Verbesserungen des Kontrastes von Phasenobjekten. Oft ist das voellig unvorhersehbar, von Objektiv zu Objektiv unterschiedlich, und noch verwirrender, abhaengig von der Ortsfrequenz des Objektes (einige Ortsfrequenzen sind kontrastreich abgebildet, andere bleiben unsichtbar). Siehe Pluta (1988) Band 1

Nur mit rigurosen Tests (Sterntests, Aufloesungstests) laesst sich so etwas nachweisen.

Beyer (Handbuch des Mikroskopie) schreibt dazu (p. 228):
"Denn die primaere Aufgabe des Mikroskops ist es, feine und feinste Objektdetails moeglichst objektgetreu und stark vergroessert wiederzugeben. Das heisst aber andererseits, dass unsichtbare Objekte [gemeint sind Phasenobjekte] auch unsichtbar bleiben. Bei weniger guten Mikroskopen oder auch bei Defokusierung eines guten Mikroskops weicht das Bild aber stark von diesem Idealzustand ab, so dass auch Phasenobjekte, allerdings auf Kosten feinster Einzelheiten, sichtbar werden."

Mit billigen Objektiven betreibt man also eine Art Phasenkontrast. Den gleichen Effekt, schreibt Beyer auch, kann man, mit guten Objektiven, mit schiefer Beleuchtung erreichen.

Jon



talrand

#24
Zitatzudem der Techniker (ich kenne nur den pensionierten Herrn Reinhardt, es soll aber bei seinem Nachfolger ähnlich sein) persönlich ansprechbar ist

Hallo lieber Peter.
Der neue Chef der Technik bei Hund heißt Michael Wagner und ist ein lieber, umgänglicher und Auskunft-freudiger Mensch, wenn er dazu Zeit hat. Er hat mich geduldig bei der Optimierung meines Hund Medicus beraten (Optimierung der Beleuchtung, Macke des Revolvers, Justierung Kondensor, Reinigung der Kollektorlinse und Blende etc. ).
Der Gute hat mich noch mit Justage Rändelschrauben versorgt, da serienmäßig 3mm Inbusschräubchen eingebaut sind, damit die geplante "Klientel" (Ärzte und Co) die werksseitige Justage nicht verstellen kann!
Randolf aus Duisburg

Hund Medicus HF mit schiefer Beleuchtung (Kreutzblende) und Dunkelfeld.

Reinhard

Hallo Randolf,

dieses schlecht versteckte "Ärztebashing" am frühen Dienstag morgen tut richtig ein bisschen weh ! :(  :(  ;D

Reinhard
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talrand

Oh, so sorry.  ;)
Lieber Reinhard, nimm's bitte nicht so persönlich.
Die Bemerkung stammt auch nicht von mir, sondern wurde mir "durch die Blume" so kolportiert!
Ich hab nix gegen Ärzte, wenn sie ihr Fach verstehen. Ist heutzutage auch nicht mehr so selbstverständlich.
Übrigens, habe selber Ärzte in der weiteren Family bzw. bin mit nem sehr koryphäenhaften Neurologen/Psychologen sehr befreundet!
Nochmals 'tschuldigung

Randolf
Randolf aus Duisburg

Hund Medicus HF mit schiefer Beleuchtung (Kreutzblende) und Dunkelfeld.

talrand

 :D
So lieber Reinhard, ich habe mich entschlossen, du hast einen gut bei Chemikern, ähem, in Rente und aus der Gasebranche stammend. Die mal Mitglied in Arbeitsgruppen der Kommission Reinhaltung der Luft diese VDI Richtlinien gebastelt haben!
(Damit trifft's nicht mehr viele).

Viele liebe Grüße an den Ruheständler...?  ???  8)

Vom Randolf
Randolf aus Duisburg

Hund Medicus HF mit schiefer Beleuchtung (Kreutzblende) und Dunkelfeld.

Reinhard

Hallo Randolf,

mit Ruhestand iss leider noch nich. :'( :(

Gruß an die Chemibranche
Reinhard
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