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Amöbe Cochliopodium

Begonnen von Ole Riemann, Februar 25, 2015, 10:36:49 VORMITTAG

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Ole Riemann

Liebe Freunde des Tümpelns,

in einer stehen gelassenen Probe aus fädigen Grünalgen und üppigem Diatomeenbewuchs haben sich neben zahlreichen Diatomeen fressenden Ciliaten auch verschiedene Amöben - u.a. Cochliopodium - entwickelt, die ich hier mit einigen Fotos vorstellen möchte.

Die Zellen sind abgeflacht und zeigen im mikroskopischen Bild einen Randsaum mit einer feinen Körnung (A DIK, B Phako, C Hellfeld). Diese körnige Struktur ist das, was man im Lichtmikroskop von der aus zahlreichen Schuppen bestehenden Schale erkennen kann. Unter der Schale ragen feine, teilweise verzweigte Pseudopodien hervor (D). Das Zytoplasma ist von lichtbrechenden Körnern erfüllt und zeigt einen gut sichtbaren Zellkern (E). Im optischen Schnitt sind die Schuppen der Schale vom eigentlichen Zellkörper leicht abgesetzt (doppelt erscheinende Begrenzung der Zelle). Die zarte Schuppenstruktur der Schale ist außer am Randsaum auch auf dem Zellkörper selbst zu sehen (F).

Alle Fotos sind am Leitz Dialux mit der Canon EOS 100D entstanden (A und B Leitz Plan Fluotar 40/0,70, C und D Zeiss Planapo 40/1,0, E und F Olympus Planapo 60/1,4).



Viele Grüße
Ole Riemann

Eckhard

#1
Hallo Ole,

Das sind schöne Bilder meiner Lieblingsamöbe!

ZitatIm optischen Schnitt sind die Schuppen der Schale vom eigentlichen Zellkörper leicht abgesetzt (doppelt erscheinende Begrenzung der Zelle). Die zarte Schuppenstruktur der Schale ist außer am Randsaum auch auf dem Zellkörper selbst zu sehen (F).

Die Schuppen sind dreidimensional und haben sowohl eine Basalplatte als auch (meistens) eine Kappe. In Bild E kann man am Rande der Amöbe dieses als zwei Linien sehen. Die Basalplatten liegen auf dem Zellkörper unmittelbar auf.

Schau mal hier: http://www.penard.de/Amoebozoa/Discosea/Himatismenida/

Herzliche Grüsse,
Eckhard
Zeiss Axioscope.A1 (HF, DF, DIK, Ph, Pol, Epifluoreszenz)
Nikon SE2000U (HF, DIK, Ph)
Olympus SZX 12 (HF, DF, Pol)
Zeiss Sigma (ETSE, InLens SE)

www.wunderkanone.de
www.penard.de
www.flickr.com/wunderkanone

Ole Riemann

Hallo Eckhard,

vielen Dank für den interessanten Link zu Deiner Seite - das werde ich mir mal genauer anschauen. Die REM-Aufnahmen helfen sehr beim Verständnis der dreidimensionalen Architektur der Schuppen. Isolierst Du eigentlich einzelne Exemplare und präparierst sie für die REM-Mikroskopie oder arbeitest Du mit zahlreichen Individuen und hoffst, dass zumindest einige gut für die Untersuchung liegen?

Danke und viele Grüße

Ole

Eckhard

Hallo Ole,

ZitatIsolierst Du eigentlich einzelne Exemplare und präparierst sie für die REM-Mikroskopie oder arbeitest Du mit zahlreichen Individuen und hoffst, dass zumindest einige gut für die Untersuchung liegen?

Man muss erst Individuen isolieren, vermehren, und dann mehrere parallele stabile Kulturen aufbauen. Dann kann man Deckgläser auslegen und, wenn genug Amöben drauf sind, präparieren. Dann schaut man sich die Ergebnisse im REM an und ist frustriert. Dann verändert man das Futter, das Kulturmedium und die Konzentration der ph-Puffer bei der Präparation. Nach ein paar erfolglosen Versuchen ist man dann (mit Glück) irgendwann erfolgreich. Dann hat man das schöne Gefühl, der erste Mensch zu sein, der die wunderbaren Details dieser Cochliopodium Amöbe sieht.

Wenn es mal zwei Tage ohne Frost gibt, kannst Du mir ja eine Probe schicken. Dann hast Du (mit etwas Glück) ein paar Wochen später die Details der Schuppen der von Dir gefundenen Art.

Ich stelle heute Abend übrigens noch zwei weitere Cochliopodien Arten auf www.penard.de online.

Herzliche Grüsse,
Eckhard
Zeiss Axioscope.A1 (HF, DF, DIK, Ph, Pol, Epifluoreszenz)
Nikon SE2000U (HF, DIK, Ph)
Olympus SZX 12 (HF, DF, Pol)
Zeiss Sigma (ETSE, InLens SE)

www.wunderkanone.de
www.penard.de
www.flickr.com/wunderkanone

JB

Hallo,

Sehr schone Bilder. Mir gefaellt besonders die "Dareichung" in Kacheln als Gesamtueberblick. So kann man die verschiedenen Bilder viel leichter vergleichen, als wenn man sie in einzelnen, grossen Bildern praesentieren wuerde.

Jon

Ole Riemann

Hallo Jon,

schön, dass die Bilder Dir gefallen. Ich mag diese Zusammenstellungen auf Tafeln wie in Manuskripten, da man die Funde dann leichter kommentieren kann.

Viele Grüße

Ole