Polarisationsfoto von Paracetamol

Begonnen von Peter Woitschikowski, Mai 19, 2015, 16:29:53 NACHMITTAGS

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Peter Woitschikowski

Hallo liebe Mikrofans,

bedingt durch eine kleine Operation war mir die etwas längere und stärkere Einnahme von Schmerzmitteln verschrieben. Da ich mich aber nach der ersten Woche wieder etwas mit der Mikroskjopie beschäftigen konnte, setzte ich diesmal Schmelzpräparate aus Paracetamol an. Die schmelzung erfolgt sehr unterschiedlich, kurz nach dem Schmelzpunkt schnell kristallisierende Präparate wurden begleitet von kaum kristallisierten Präparaten. Normalerweise entferne ich nach dem ersten Durchmustern zu dünne Präparate sehr schnell, da ich aber nicht unter Zeitnot liett bleiben auch diese Präparate ein paar Tage länger liegen.bei der erneuten Durchmusterung stellte ich fest das das Kristallwachstum zwar langsam aber dafür in wunderbar weichen Abstufungen in den Präparaten weitergeht und ich bin noch gespannt was für Strukturen in den nächsten tagen sichtbar werden.
Techische daten zum Bild, Mikroskop OIy,mpus BHTU, Objektiv S-Plan-Apo 10x, Projektiv NFK 2,5, APS-Kamera Pentax K01, Polarisation

Gruß Peter

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Peter Woitschikowski, Gütersloh

kleinlich

Hallo Peter,

sorry,dass ich erst heute antworte, aber ich bin hier nicht ständig unterwegs.
Ein wirklich schönes Foto einer Paracetamol-Kristallisation. Da verlieren Schmerzen
glatt ihren Schrecken.
Auch ich habe es schon mehrmals erlebt, dass bereits auskristallisierte Substanzen
ihre Struktur nachträglich noch verändert haben.
Ich habe vor einiger Zeit einen Thread dazu gestartet. Aber selbst die Kenner hier
im Forum haben sich da mit Erklärungen sehr zurück gehalten.
Vielleicht gibt`s ja irgendwann neue Erkenntnisse.

Gruß Thomas

Klaus Herrmann

Hallo Peter,

du hast ja sicherlich nicht reines Paracetamol eingesetzt, sondern eine Tablette; aber die ist ein Kompositum, da ist Tod und Teufel drin. Das kann zur Scmelzpunkterniedirgung führen, was auch ein verzögertes Rekristallisieren bedingt.

Also schon a bisserl Alchemie, drum halten sich die Chemiker auch zurück mit Interpretationsversuchen. ;)

Aber ein schönes Bild!
Mit herzlichen Mikrogrüßen

Klaus


ich ziehe das freundschaftliche "Du" vor! ∞ λ ¼


Vorstellung: hier klicken

Peter Woitschikowski

Hallo Klaus,

ich habe das Paracetamol direkt in reiner Form von einem befreundeten Apotheker ( den ich auch für das Mikroskopieren begeistern konnte, besser gehts nicht..) erhalten. Aber im Gegensatz zu manchen professionellen Mikroskopikern die Ihre Kristalle mittels Wärmeplatte, bzw. Bügeleisen einschmelzen habe ich ein einfaches Teelicht benutzt um damit die Kristallisation auf meiner Terrasse durchzuführen. Manche kristalle hatten den optimalen Schmelzpunkt und fingen unmittelbar nach der Verflüssigung an zu wachsen, andere wie das abgebildete blieben halt länge im flüssigen Zustand und die Rekristallisation erfolgte sehr langsam über einen langen Zeitraum von mehreren Tagen. Das Bild ist auch dementsprechend nur eine Moment-Aufnahme und als Struktur mittlerweise von anderen Formen geschlossen, da ja die Kristallisation weiterging.Werde in dieser Woche vielleicht noch mal den gleichen Ausschnitt suchen und ihn gerne hier veröffentlichen.

Gruß
Peter

Peter Woitschikowski, Gütersloh

kleinlich

Hallo zusammen,

ich beschäftige mich erst seit relativ kurzer Zeit mit der Fotografie von Kristallisationen,
wobei mich eher der ästhetische als der wissenschaftliche Aspekt interessiert.
Mich begeistert die unerwartete Formenvielfalt, die oft an Pflanzen oder Federn erinnern.
Vielleicht gründet deren Strukturen ja auf Kristallisationsprozessen.
Da Leben nur durch die Interaktion zahlreicher unterschiedlicher Stoffe funktioniert,
ist Leben auch Alchemie, wenn man sie so definiert, dass mehrere Stoffe miteinander reagieren.

Auch wenn mich in erster Linie der ästhetische Effekt interessiert, versuche ich trotzdem eine Systematik zu erkennen.
Als Chemie-Laie habe ich bisher lediglich erkennen können, dass die Kristallisationsergebnisse stark von der Zeitspanne
der Kristallisation abhängen. Bei Stoffgemischen hängt das Ergebnis zudem von den jeweiligen Stoffen und deren Anteil ab.
Ich habe mich bisher in erster Linie mit Kristallisationen aus Lösungen beschäftigt.
Zurzeit arbeite ich an einer tabellarische Übersicht, welche Stoffgemische ,,schöne" Ergebnisse liefern und welche nicht.
Das könnte vielleicht neuen Diskussionsstoff liefern.
Wenn meine Zeit es zulässt, werde ich sie bald hier veröffentlichen.

Hier noch das Foto einer Kristallisation aus Äpfelsäure und Resorcin, deren Struktur mich an Federn erinnert.




Gruß Thomas