Welches Cosmarium = Cosmarium biretum

Begonnen von rekuwi, September 07, 2015, 17:51:29 NACHMITTAGS

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rekuwi

Liebe TümplerInnen,

vom Rheinufer nahm ich etwas Aufwuchs mit. Diese Cosmarium (?) fand ich. Sie war nicht mehr ganz intakt, innen wuselten schon Bakterien herum. Wer kennt sie dennoch?



Ca. 50 x 46 µm klein.

Herzliche Grüße
Regi

Monsti

Hallo Regi,

das ist wohl Cosmarium birenum. Falls nicht, wird mich Rupert sicher korrigieren.  ;)

Herzliche Grüße
Angie

rekuwi

Liebe Angie,

C. birenum ist halt nicht im Wassertropfen. Bin gespannt ob Rupert es bestätigt. Danke jedenfalls für die Bestimmung.

Herzliche Grüße
Regi

r.lenzenweger

Hallo Regi,
es ist Cosmarium biretum. Bis auf da "n" (bei birenum) hat das Angie richtig erkannt.
Freundl. Grüße
R. Lenzenweger

ruhop

Hallo, Angie.

Meine Suche im MIGULA nach Cosmarium birenum war natürlich vergebens. C. biretum fand ich. Da der MIGULA nun schon über 100 Jahre alt ist, habe ich mich lieber zurück gehalten. Sollte es auch hier zu taxonomischen Änderungen gekommen sein? Bei so alten Büchern weiß man ja nie. Aber Herr Lenzenweger hat ja nun alles aufgeklärt. Es ist schon putzig, was man so mit alten Büchern erleben kann.

Schönen Gruß aus dem Hintertaunus

Holger

P.S. Wie geht es Deinem neuen Teich?

Monsti

Hallo zusammen,

ohjeee - mit den wissenschaftlichen Bezeichnungen stehe ich ständig auf Kriegsfuß.  :-[ Entschuldigt vielmals, dass ich Verwirrung ausgelöst habe. Natürlich meinte ich C. biretum. Vielen Dank, lieber Rupert, dass Du das richtiggestellt hast.

Holger, dem Teich geht es prima!

Herzliche Grüße
Angie

talrand

Der Migula, Die Desmidiazeen von 1911, das ist ja lustig.
Den habe ich als Zugabe mit dem Hustedt, Die Süßwasser-Diatomeen Deutschlands 1914, gebunden zu einem Band vor ein paar Tagen erhalten, als antiquarisches Schmankerl; das gibt's wohl so in der Art kein zweites Mal, oder?
Ist der Migula als Bestimmungswerk noch brauchbar? Genug Tafeln mit Zeichnungen sind ja drin....

Es grüßt aus Duisburg der Randolf (seit langem mal wieder! Ich lebe noch!)
Randolf aus Duisburg

Hund Medicus HF mit schiefer Beleuchtung (Kreutzblende) und Dunkelfeld.

Monsti

Hallo Randolf,

als Bestimmungshilfe ist auch sehr alte Literatur tauglich. Allerdings hat sich seit Anfang des letzten Jahrhunderts einiges in der Nomenklatur verändert. Die Zeichnungen der "alten Meister" bieten aber nach wie vor eine sehr gute Orientierung. In einem Aufsatz von Rupert Lenzenweger und mir*), in dem es um den Vergleich mit Untersuchungsergebnissen Hustedts aus dem Jahr 1911 mit der heutigen Situation in einem Moor bei Kitzbühel geht, mussten ca. 20 (von insgesamt 157) Taxa taxonomisch angeglichen werden.

Herzliche Grüße
Angie

*) OPITZ, A.-M. & LENZENWEGER, R. (2014): Die Desmidiaceen des Gieringer Weihers und des Gieringer Moors (Reith bei Kitzbühel) - Versuch eines Vergleichs mit den Untersuchungsergebnissen von Friedrich HUSTEDT aus dem Jahr 1911. - Ber. nat.-med. Verein Innsbruck, Bd. 9, S. 67-78.

Der zugrundeliegende Aufsatz: HUSTDT, F. (1911): Desmidiaeae et Bacillariaceae aus Tirol. Ein Beitrag zur Kenntnis der Algenflora europäischer Hochgebirge. - Arch. Hydrobiol. Planktonkde, B. 6, S. 307-346.

Bernhard Kaiser

Hallo, guten Morgen,

in:
Migula, W. (1907): Kryptogamenflora von D, A, CH. Bd.II Algen, I Teil.
ist auf S. 463 Cosmarium biretum ausführlich beschrieben und auf Abb. Taf.  XXIII N Fig. 8 hingewiesen. Dort abgebildet, aber als C. minneapolitanum bezeichnet. Die Abbildung entspricht der von Regi.
Den "Migula, Die Desmidiazeen von 1911" habe ich nicht.

Freundliche Grüße
Bernhard Kaiser

ruhop

Hallo, Angie.

Die Änderungen in der Taxonomie waren, sind und werden immer die Crux jeder vergleichenden Betrachtung von Biotopen sein. Während sich dies noch in den 70er Jahren in überschaubaren Grenzen hielt, ist es mit der Verfeinerung diagnostischer Vergleichsmethoden in den letzen 3 Jahrzehnten erheblich aufwendiger geworden, Artenlisten von einst und jetzt miteinander zu vergleichen. In der Taxonomie gilt eben auch der Satz "Die Erkenntnisse von heute können die Irrtümer von morgen sein".

Schönen Gruß aus dem Hintertaunus

Holger

Bernhard Kaiser

Hallo,

ZitatIn der Taxonomie gilt eben auch der Satz "Die Erkenntnisse von heute können die Irrtümer von morgen sein".

Die Kritik an den laufenden Namensänderungen ist übrigens nicht neu. Schon MILDE (1869) kritisiert diese Gepflogenheit und zitiert OTTO BRUNFELS 1488 – 1534: Wäre nit unrecht, wenn man die alten Namen auch het lassen bleiben. Sintemahl so man einen bekannten Menschen seinen Namen darin er getauft, verwandelt, wird er unbekannt, also auch mit den Kräutern.

Milde, J.(1869): Bryologia Silesiaca. 410 S., Leipzig.


Freundliche Grüße
Bernhard Kaiser

rekuwi

Lieber Bernhard,

toll über was für Quellen Du verfügst. Und sicherlich werden weitere Taxonomen mit ihren Vorschlägen weiter Verwirrung stiften.

Herzliche Grüße
Regi