Leitz Periplan-Okulare "mittleren Alters" was bedeutet das "B"?

Begonnen von Oecoprotonucli, Mai 11, 2016, 11:01:05 VORMITTAG

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Oecoprotonucli

Hallo zusammen,

in meiner Fotoadaption verwende ich ein Leitz Periplan 8x B. Nun wurde mir gesagt, das "B" steht nicht für "Brille". Aber für was steht es dann? Ich habe hier schon einiges über Leitz-Okulare gelesen, aber zu dieser Frage bisher noch nichts entdeckt.

Auch wenn es ein gewisser JS (scherzhaft!) als "kaiserzeitliches" Okular bezeichnet hat, so ist dieser Typ meiner Einschätzung nach nur "mittelalt", also gehört nicht in die antike Messing-Ära, sondern vermutlich in irgendetwas zwischen 1920 und 1960, würde ich sagen.

Da ich kein Foto von meinem zur Hand habe, und es gerade nicht aus meinem Adapter ausbauen will, hier ein paar beendete Ebay-Auktionen als Beispiel. Das Okular gibt es auch als 6x, glaube ich. Außerdem gibt es auch einen weiteren Bautyp 8x bzw. 12x Ok. B (kann man zur Zeit in laufenden Ebay-Auktionen sehen). Was das "Ok." heißt, wäre eine Zusatzfrage.

http://www.ebay.de/itm/Erst-Leitz-Periplan-8x-B-Mikroskop-Okular-/281991130799?hash=item41a7fb2eaf%3Ag%3AVFYAAOSwGOxXAPMM&nma=true&si=DXtSJ%252BWZhqo6mVeNTfM2DQmuc7Q%253D&orig_cvip=true&rt=nc&_trksid=p2047675.l2557

http://www.ebay.de/itm/Leitz-Mikroskop-Microscope-Okularpaar-Periplan-8x-B-/191814318473?hash=item2ca9063989%3Ag%3AuIcAAOSwzgRW0KqI&nma=true&si=DXtSJ%252BWZhqo6mVeNTfM2DQmuc7Q%253D&orig_cvip=true&rt=nc&_trksid=p2047675.l2557

Ein paar gescannte Kataloge könnten sich auf meiner Festplatte befinden, aber diese habe ich zugegebenermaßen noch nicht durchgeschaut. In "Leitz Abbildende u beleuchtende Optik 1973" ist es nicht, da ist es wohl mindestens eine Generation älter.

Danke für Hinweise

Besten Gruß

Sebastian

Ich benutze privat:
Leitz SM-Lux mit (LED-) Durchlicht und Phaco-Ausrüstung (ca. 1975-77)
Hensoldt Wetzlar Stereomikroskop DIAMAL (1950er Jahre)

Dypsis

Hallo Sebastian,

wenn ich mich recht erinnere, dann steht das B in diesem Fall für "Binokular", also dass die Okulare für den Einsatz einem Binotubus sind. Welchen Sinn das allerdings haben soll, hat sich mir noch nicht erschlossen.

Grüße
Thomas
Ich bevorzuge das forumsübliche Du!

JB

Zitat von: Dypsis in Mai 11, 2016, 13:49:31 NACHMITTAGS
[...] also dass die Okulare für den Einsatz einem Binotubus sind. Welchen Sinn das allerdings haben soll, hat sich mir noch nicht erschlossen.

Hallo Thomas,

Die Okulare wurden als Paare ausgeliefert und sind untereinander genau abgestimmt, also z.B. gleiche Abgleichlaenge und Vergroesserung. Einzeln gekaufte Okulare haetten wahrscheinlich geringe Abweichungen haben koennen. Das war zu der Zeit und bis in die 60er Jahre so ueblich.

Beste Gruesse,

Jon

Dypsis

Hallo Jon,

danke für die Info, klingt sehr plausibel.

Doch leider habe ich nun ein (theoretisches) Problem. Da ich einige Leitz-Statvie mit Bino aus der Zeit habe, haben sich auch die Okulare bestimmt etwas gemischt (oder wurden schon von den Vorbesitzern gemischt). Dann ist´s natürlich essig mit der Abstimmung aufeinander. Oder könnte es sein, dass die "B" markierten Okulare mit sehr wenig Toleranz die angegebene Vergrößerung bringen? Das wäre eigentlich viel praktischer (gewesen).

Grüße
Thomas

Ich bevorzuge das forumsübliche Du!

JB

Hallo Thomas,

Leider kann ich dazu nichts bestimmtes sagen. Hilft nur ausprobieren. Das Paaren von Okularen hoerte in den 50/60ern auf; offensichtlich waren dann die Fertigungstoleranzen gering genug auch fuer hoechste Ansprueche.

Beste Gruesse,

Jon

Oecoprotonucli

Hallo Jon und Thomas,

ich Danke Euch für die Vorschläge zu des Rätsels Lösung!

Wenn man damals vorhergesehen hätte, wie die Okulare im Laufe ihres langen Lebens getrennt und weiterverkauft werden würden, hätte man bei der "Paar-Methode" ja am besten individuelle Nummern eingravieren müssen. Aber gut, das ist Gedankenspielerei.

Wenn das "B" die Okulare irgendwie von anderen abhebt, gab es also entsprechende (Mono-) Okulare auch ohne "B"? Dazu fallen mir zwar im Moment keine Funde ein, das heißt aber nichts...

Viele Grüße

Sebastian
Ich benutze privat:
Leitz SM-Lux mit (LED-) Durchlicht und Phaco-Ausrüstung (ca. 1975-77)
Hensoldt Wetzlar Stereomikroskop DIAMAL (1950er Jahre)

ewald

Hallo Sebastian,

ich kann bestätigen, daß es alle Okulare nicht gekennzeichnet für monokulare Mikroskope und selektiert mit B gekennzeichnet für Binotuben gab. Ich habe in den 50ger Jahren selbst im Werk gesehen wie selektiert wurde. Dabei wurde besonders auf identischen Sitz genau gleichgroßer Bildfeldblenden geachtet um stereoskopische Störungen zu verhindern. Es waren ausgesuchte Spezialisten, die diese Arbeiten durchführten.

Ich hoffe ich konnte etwas zur Klärung beitragen.
Ewald

Oecoprotonucli

Zitat von: ewald in Mai 12, 2016, 01:15:07 VORMITTAG
Ich hoffe ich konnte etwas zur Klärung beitragen.

Hallo Ewald,

das ist sehr interessant, und ja, Du konntest zur Klärung beitragen!

(Ob das etwas "freischwebende B" nachträglich und zusätzlich in die Okulare eingraviert oder gepunzt wurde? Oder ob es einfach so das Design zur besseren Unterscheidbarkeit war?)

Viele Grüße

Sebastian
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Oecoprotonucli

Zitat von: Oecoprotonucli in Mai 11, 2016, 11:01:05 VORMITTAG
Was das "Ok." heißt, wäre eine Zusatzfrage.

Nachdem ich durch eine falsche Verkaufsbeschreibung zum Googeln nach dem Begriff "Orthoskop" animiert wurde, vermute ich, dass das "Ok." orthoskopisch oder optisch kompensiert heißt, also praktisch dem moderneren "K" entspricht.

Viele Grüße

Sebastian
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Hensoldt Wetzlar Stereomikroskop DIAMAL (1950er Jahre)